Luftschnappen war sein Beruf - Perros, Georges

Georges Perros 

Luftschnappen war sein Beruf

Gedichtroman

Übersetzung u. Nachw. v. Anne Weber
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Luftschnappen war sein Beruf

In bezwingend klaren und unmittelbar berührenden Versen treibt Perros assoziativ und geleitet vom Rhythmus der Sprache durch die Windungen seines Lebens. Vieles scheint beiläufig, nebensächlich, und vieles, was gemeinhin ein Leben ausmacht, bleibt in seiner komprimierten Beschreibung unerwähnt. Der Leser wird nach und nach in den Bann einer Autobiografie geschlagen, die nicht beschönigt oder nachbessert, sondern das Individuelle übersteigt und letztlich einfach vom Leben erzählt, von dessen Schlichtheit und würdevoller Schönheit.


Produktinformation

  • Abmessung: 213mm x 131mm x 20mm
  • Gewicht: 265g
  • ISBN-13: 9783882215830
  • ISBN-10: 3882215836
  • Best.Nr.: 34570759

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Mit großer Freude hat Niklas Bender diesen Gedichtroman von Georges Perros aufgenommen, der jetzt endlich in deutscher Übersetzung vorliegt. Er würdigt die Leistung von Anne Weber, den in Achtsilbern gehaltenen Roman "präzise und einfühlsam" übersetzt zu haben.  Obwohl der Autor auch in Frankreich nicht sonderlich bekannt ist, scheint dem Rezensenten die französische Lyrik nach 1945 ohne Perros undenkbar. Dessen Verdienst sieht er insbesondere darin, der französischen Lyrik den Alltag nahegebracht zu haben. Die Alltagsnähe, das Unaufgeregte, Unprätentiöse ist für den Rezensenten auch in "Luftschnappen war sein Beruf" spürbar: "der Weizen ist nicht blau ich weiß / aber ein Wort gibt das andere / und alles hat die Farbe des Himmels / wenn unser Auge auf neu eigestellt ist", zitiert er den Dichter. Zugleich lobt Bender die hinreißenden Bilder, in denen Perros Kindheit und Jugend beschreibt. Themen wie Arbeit, Freundschaft, Schönheit finden sich in dem Buch ebenso wie Erinnerungen, Begegnungen und Porträts von Schauspielern und Dichern. Das Fazit des Rezensenten: eine wunderbare Entdeckung.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.05.2012

Im blauen Weizen, der die Beine sticht

Strandgut als Poesie: Die französische Lyrik nach 1945 verdankt Georges Perros ihre Alltagstauglichkeit. Nun liegt sein großer Gedichtroman endlich auf Deutsch vor.

Das Übersetzen von Titeln ist heikel. Aus Angst vor einem Fehlgriff, auf der Suche nach der griffigen Formel oder schlicht aus kommerziellem Kalkül wird mitunter das Original im Stich gelassen. Anne Weber kann man das nicht vorwerfen: Ihre präzise und einfühlsame Übersetzung von Georges Perros' Gedichtroman "Une vie ordinaire" (wörtlich: Ein gewöhnliches Leben) betitelt sie zwar mit "Luftschnappen war sein Beruf". Trotzdem trifft der von Weber gewählte Perros-Vers den Nagel auf den Kopf: Der Rhythmus des Luftholens ist eine elementare Regelmäßigkeit, die nicht nur dem Dichten, sondern dem menschlichen Dasein allgemein zu Grunde liegt. Und Atemnot prägt nicht nur die Biographie des zu früh geborenen - "Ach diese anderthalb Monate fehlen mir / Ich bin der Mann eines Luftzugs" - und an Kehlkopfkrebs gestorbenen Perros, sondern auch seinen Gedichtroman, der in Achtsilbern gehalten ist.

Der "octosyllabe" ist ein kurzes Versmaß, das nicht …

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Georges Perros (1923-1978) wurde unter dem Namen Georges Poulot in einem Arbeiterviertel im Norden von Paris geboren. Früh ging er von der Schule ab, wurde Schauspieler und 1948 Mitglied des Ensembles der >Comédie française<. 1959 ließ er sich in der kleinen bretonischen Hafenstadt Douarnenez nieder. Seit 1953 erschienen seine Texte unter dem bretonischen Pseudonym Georges Perros in der >Nouvelle Revue Française<. Sein dichtes, nur Kennern bekanntes, singuläres Werk umfasst drei Bände mit Notizen, einen Gedichtband und den Gedichtroman >Luftschnappen war sein Beruf<. 1978 starb er nach langer Krankheit in Paris. Anne Weber, geboren 1964 in Offenbach, lebt seit 1983 in Paris. Sie übersetzte u.a. Wilhelm Genazino und Sibylle Lewitscharoff ins Französische und Pierre Michon und Marguerite Duras ins Deutsche. Als Autorin erschienen von ihr u.a. >Besuch bei Zerberus<, ausgezeichnet mit dem Heimito-von-Doderer-Preis, und >Luft und Liebe<, nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse, zuletzt >August. Ein Puppentrauerspiel<.

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