Die Behauptung von Wissen erfordert stets eine Abgrenzung von dem,
was es nicht ist. Dabei wird ein Nicht-Wissen formiert, das
zunächst als zu beseitigendes Substrat bei der Wissenserweiterung
erscheint, gleichzeitig aber die Dynamik von
Kenntnisgewinnungsprozessen befördert. Elemente von Nicht-Wissen
sind deshalb unabdingbare Bestandteile moderner Wissensparadigmen.
Literatur nimmt diese Verschränkungen von Wissen und Nicht-Wissen
auf, indem sie deren Dialektik darstellt, verarbeitet und
reflektiert. Dabei wird sie selbst zu einer Agentin in
Wissensprozessen, die sich oft in Bereichen positioniert, in denen
Wissenschaften keine exakten Ergebnisse erzielen können oder
dürfen. Die Beiträge des vorliegenden Bandes stellen grundlegende
Überlegungen zu diesem intrikaten Verhältnis an, arbeiten die
prominente strategische Position der Literatur in den
Wissenskulturen heraus und untersuchen ihre historische Prägnanz an
verschiedenen Konstellationen zwischen 1730 und 1930.Mit Beiträgen
von Michael Bies, Roland Borgards, Ru776;diger Campe, Susanne
Du776;well, Michael Gamper, Achim Geisenhanslu776;ke, Rainer Godel,
Manuela Gu776;nter, Dieter Heimböckel, Eva Johach, Tobias Lachmann,
Jutta Mu776;ller-Tamm, Cornelia Ortlieb, Nicolas Pethes, Virginia
Richter, Stefan Rieger, Peter Schnyder, Anne Seitz, Sören Stange,
Marcus Twellmann, Stefan Willer und Uwe Wirth.
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