Literatur ausstellen. Museale Inzenierungen der Weimarer Klassik
Mit welchem Anspruch und vor welchem kulturpolitischen Hintergrund
wurde die Literatur der Weimarer Klassik seit der Mitte des 19.
Jahrhunderts präsentiert?
Bereits kurz nach Goethes Tod avancierte der Rokokosaal der
Herzogin Anna Amalia Bibliothek zu einem prominenten Erinnerungsort
der Weimarer Klassik. Stand diese frühe Musealisierung der Weimarer
Dichter noch im Dienste höfischer Repräsentation, so formierte sich
bereits wenige Jahre später eine bürgerliche Tradition der
Klassikerpflege. Die Schiller-Häuser in Weimar und Marbach stiegen
rasch in den Rang weltlicher Pilgerstätten auf, während in
Frankfurt am Main das Freie Deutsche Hochstift gegründet wurde.
Während des 20. Jahrhunderts konnten sich die musealen
Inszenierungen der Weimarer Klassik nur selten der ideologischen
Vereinnahmung entziehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie
immer wieder in den kulturpolitischen Konkurrenzkampf zwischen den
beiden deutschen Staaten verstrickt. Erst im Gefolge der
Wiedervereinigung bot sich die Möglichkeit, in der musealen
Auseinandersetzung mit den Weimarer Dichtern neue Akzente zu
setzen.
Thorsten Valk, geb. 1972, leitet seit 2007 das Referat Forschung und Bildung der Klassik Stiftung Weimar und lehrt als Privatdozent Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Zuvor war er als Wissenschaftlicher Assistent an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg tätig.
2 Marktplatz-Angebote für "Literatur ausstellen. Museale Inzenierungen der Weimarer Klassik" ab EUR 24,00
Sitemap: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20