Liquidation - Kertesz, Imre

Imre Kertesz 

Liquidation

Roman

Dtsch. v. Laszlo Kornitzer u. Ingrid Krüger
Broschiertes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
9 ebmiles sammeln
EUR 8,90
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Liquidation

Für den Verlagslektor Keseru wird zehn Jahre nach der Wende das "Liquidation" betitelte Theaterstück, das er aus dem Nachlass seines Freundes B. gerettet hat, zum Gegenstand obsessiver Erinnerungsarbeit. B., in Auschwitz geboren, hat sich 1990 überraschend umgebracht, in seinem Stück jedoch gespenstisch genau die Situation vorweggenommen, die die Hinterbliebenen dann in der Realität erleben sollten: Verwirrung, private Zerwürfnisse, Schlammschlachten aller Art. Umso verzweifelter, als hinge der eigene Lebenssinn davon ab, fahndet Keseru nach dem "großen Lebensroman" B.'s, den er im Nachlass zu finden gehofft hat...


Produktinformation

  • Verlag: ROWOHLT TB.
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 141 S.
  • Seitenzahl: 144
  • rororo Taschenbücher Nr.24156
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 116mm x 13mm
  • Gewicht: 132g
  • ISBN-13: 9783499241567
  • ISBN-10: 3499241560
  • Best.Nr.: 14202957
"Ein einzigartiges literarisches, menschliches und historisches Dokument" (Die Zeit)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.10.2003

Nur die erzählte Geschichte hat ein Ende
Den Bann der Vergangenheit lösen: Imre Kertész vollendet seinen Romanzyklus über Auschwitz

Wenn man kein Geld hat, spielt man mit den "Valeurs, die einem das Leben zugeteilt hat". Wieviel Jahre stalinistisches Internierungslager wiegen Mauthausen oder Birkenau auf? B. steigt immer aus, wenn die KZ-Veteranen und Dissidenten "Lagerpoker" spielen; er glaubt einen unüberbietbaren Trumpf in der Tasche zu haben: Auschwitz. B. war eine Figur aus Imre Kertész' Roman "Kaddisch für ein nicht geborenes Kind"; jetzt taucht der Überlebende, der nach Auschwitz keine Kinder mehr zeugen wollte und mit seiner radikalen Negation Liebes- und Lebensglück verspielte, wieder auf.

"Liquidation", der erste Roman des Nobelpreisträgers seit 1989, ist eine Art Fortsetzung von "Kaddisch", und B., Spielfigur und Medium von Kertész, trägt den veränderten politischen und persönlichen Rahmenbedingungen mit einer korrigierten Biographie Rechnung. 1944 im KZ geboren (in "Kaddisch" war er noch, wie Kertész, fünfzehn Jahre älter), überlebte er Auschwitz wie durch ein Wunder. Die stalinistische Diktatur hielt den …

Weiter lesen

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Nach Meinung der Rezensentin Anne Kraume ist der neuen Roman von Imre Kertesz ein recht komplexes Buch - und das nicht nur, weil eigentlich zwei Romane und ein Theaterstück in diesem einen Roman versteckt sind. Es geht um einen Budapester Intellektuellen, der mit dem Verlust der alten politischen Struktur auch die Bodenhaftung mit der "sogenannten Wirklichkeit" verliert. Für ihn wird ein Stück, das ein Freund vor seinem Selbstmord geschrieben hat, "zum Gegenstand obsessiven Gedenkens und Erinnerns" - nicht nur an den in Auschwitz geborenen Freund, sondern auch an sein eigenen Leben. Außerdem fahndet der Protagonist nach einem Roman, den er im Nachlass seines Freundes vermutet. Kraume vermutet, dass der Leser diesen verschollenen Roman kennen könnte, dass es sich dabei nämlich um Kertesz' Roman "Kaddisch für ein nicht geborenes Kind" handeln könnte. Auch die Erzählstruktur ist ähnlich komplex wie die Inhalte: die vielen Perspektivwechsel der Erzählung führen zu "einem vielschichtigen Nebeneinander von unterschiedlichen Szenen und Beobachtungen der 'sogenannten Wirklichkeit'", bei der sich der Autor nach Kraumes Meinung durchaus der Nichterzählbarkeit eines Leben, das in Auschwitz begann, bewusst ist: "Trotzdem fährt er fort, seine und unsere dunkle, zusammenhangslose Welt schreibend zusammenzuhalten."

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.10.2003

Das leichte Leben der Verdammten
Über Imre Kertész, seinen Roman „Liquidation” und die Frage, was von Auschwitz bleibt
Gut ist es, früh zu sterben. Besser wäre es, gar nicht erst geboren worden zu sein. So lautet die Weisheit des sagenhaften, pferdegestaltigen Silen. Im 17. Jahrhundert nahm Calderón den Gedanken auf. Und heute zitiert Imre Kertész ihn mit den Worten Calderóns.
Die Rechtfertigung des Todes, sie ist so wichtig wie die Rechtfertigung des Lebens. Verschiedene Epochen haben verschiedene Ideen oder Topoi, mit denen die Menschen sich die Begriffe „Tod” und „Leben” verständlich machen. So denken die Menschen in den Assoziationen, die durch diese Ideen oder Topoi vorgegeben sind. Wer also zur Biedermeierzeit mit dem Gedanken spielte, sich umzubringen, dachte an einen Tod im Geist der Romantik: Aus dem Leiden an unerreichbarer Ferne, an Ungenügen und Vergeblichkeit ergab sich die Sprache, genauer: die Semantik, in der sich der Einzelne den eigenen Tod vorstellte.
Heutzutage lassen sich die Fragen nach Sein und Nichtsein nur in der Semantik verhandeln, die aus der Erinnerung ans KZ-System hervorgegangen ist. Daher zum Beispiel die …

Weiter lesen
Imre Kertesz was born in 1929 in Budapest. As a youth, he was imprisoned first in Auschwitz and later in Buchenwald. He worked as a journalist and playwright before publishing Fatelessness, his first novel, in 1975. He was awarded the Nobel Prize for Literature in 2002.

10 Marktplatz-Angebote für "Liquidation" ab EUR 0,99

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
gebraucht; gut 0,99 1,95 offene Rechnung Bücherwelt GmbH 99,7% ansehen
gebraucht; gut 0,99 1,95 offene Rechnung Bücherwelt GmbH 99,7% ansehen
gebraucht; gut 1,13 1,99 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), Selbstabholung und Barzahlung, offene Rechnung, Banküberweisung Coolbooks LC Ltd. 99,2% ansehen
Gut, Umschlag: Kein Schutzumschlag 2,00 1,50 Banküberweisung, offene Rechnung Hylaila 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 2,00 2,50 Banküberweisung Creative-Shop 100,0% ansehen
2,95 2,00 offene Rechnung Davids Antiquariat + catch-a-book 99,3% ansehen
3,45 2,00 offene Rechnung Davids Antiquariat + catch-a-book 99,3% ansehen
ungelesen, leichte Lagerspuren, gestempe 4,49 0,00 offene Rechnung WortArt 99,8% ansehen
gebraucht; gut 5,00 2,00 offene Rechnung Antiquariat Buchhandel Daniel Viertel 97,7% ansehen
wie neu 8,50 0,00 Banküberweisung gregorgille 95,2% ansehen
Mehr von