Lina oder Das kalte Moor - Böttcher, Jan

Jan Böttcher 

Lina oder Das kalte Moor

Erzählung

Herausgeber: Seel, Daniela / Illustrator: Töpfer, Andreas
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Produktinformation

  • Verlag: Kookbooks
  • 2003
  • N.-A.
  • Ausstattung/Bilder: 2003. 101 S., . 4 Bildtaf.
  • Seitenzahl: 101
  • Kookbooks, Reihe Prosa Bd.1
  • Deutsch
  • Abmessung: 209mm x 132mm x 14mm
  • Gewicht: 166g
  • ISBN-13: 9783937445014
  • ISBN-10: 3937445013
  • Best.Nr.: 12927210
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.12.2003

Kinder am Zonenrand
Jan Böttcher erzählt von einer Jugend in den Achtzigern

Der Teufel stammt aus Braunschweig; jedenfalls tragen alle seine Höllenmaschinen diesen Herkunftsnachweis: der Kasten oder der Bock oder jene unnachgiebigen blauen Matten, die zwar angeblich einen Sturz abfedern sollen, doch tatsächlich die Heranwachsenden eher frühzeitig mit der Härte der Wirklichkeit bekanntmachen. Doch nicht nur das verfluchte Sprungbrett, "das seinen Namen gar nicht verdiente, wenn man es mit dem Feder-Einer im Freibad verglich", bringt den Ich-Erzähler in Jan Böttchers Debüt in unheilbare Distanz zu einer Welt, in der die Dinge nicht nur in der gefürchteten Turnstunde falsche Namen tragen. Die heimatliche Neubausiedlung am Rand von Lüneburg etwa heißt Kaltenmoor, als sei das flache Land einfach mal in die Vertikale geraten. Bäume wachsen hier nicht in den Himmel, wohl aber Hochhäuser - eine utopische Frucht sozialdemokratischer Stadtplanung der sechziger Jahre. Keine Platte wie im Osten, aber dasselbe in Grün oder Grau. Wenn man das Sonnensystem auf das Wohngebiet übertragen würde, so überlegt der Junge einmal, um welches Zentrum sollte es …

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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Als außergewöhnliches Buch stuft Kolja Mensing den Roman von Jan Böttcher ein, weil Hochhaussiedlungen der jüngeren westdeutschen Literatur eher selten als Schauplatz gedient haben. In einem 16-stöckigen Betonklotz lebt der jugendliche Ich-Erzähler, der sich eher für das Lungenvolumen seiner Freundin Lina interessiert als für deren Körbchengröße. Beider Passion ist nämlich das Laufen, das der Rezensent als Training für die Flucht in ein anderes Leben deutet. Ansonsten passiert anscheinend nicht viel in Böttchers Sozialsiedlungstristesse. Da wird der Vater beim Fremdgehen erwischt und - nichts und. Dem Ich-Erzähler fehlen einfach die Worte. Von dieser Wortkargheit hat sich der Rezensent offenbar anstecken lassen, zumindest was die Beurteilung des Buchs angeht. Doch man spürt auch so, dass Mensing viel Sympathie für das außergewöhnlich stille Buch übrig hat.

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Jan Böttcher, geb. 1973 in Lüneburg, lebt als Autor und Singer/Songwriter in Berlin. Er hat deutsche und skandinavische Literatur studiert und arbeitet auch als Werbetexter, Herausgeber und Veranstalter von Lesungsreihen sowie des LAN-Festivals für junge Literatur. Seit zehn Jahren singt und textet er für seine Band Herr Nilsson. Jan Böttcher hat beim diesjährigen Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb den Ernst-Willner-Preis gewonnen.

3 Marktplatz-Angebote für "Lina oder Das kalte Moor" ab EUR 7,00

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