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Liebeslänglich
Kriminalroman
- Einband: Kartoniert/Broschiert
- Broschiertes Buch
Produktinformation
- Verlag: Piper
- 2007
- Ausstattung/Bilder: 2008. 296 S.
- Seitenzahl: 304
- Serie Piper Bd.5059
- Deutsch
- Abmessung: 192mm x 119mm x 27mm
- Gewicht: 287g
- ISBN-13: 9783492250597
- ISBN-10: 3492250599
- Best.Nr.: 22804187
Produktbeschreibung zu "Liebeslänglich"
Beschreibung
Leseprobe zu "Liebeslänglich" von Susanne Mischke
Immer muß es anfangen zu regnen, wenn man gerade aus der Tür tritt.
Anfangs kann sie die Tropfen noch zählen, sieht einen nach dem
anderen auf dem Pflaster zerplatzen, dann geht der Aufprall des
einzelnen in einem Rauschen unter. Sie fängt an zu laufen. Der
Körper wehrt sich gegen die Strapaze, die Muskeln machen sich
schwer, es dauert, bis sie den Rhythmus gefunden hat. Eins, zwei,
drei, vier, einatmen - eins, zwei, drei, vier, ausatmen. Allmählich
verflüssigt sich die Schwere des Körpers, sie spürt die Kraft, die
sie voranträgt, das Herz pumpt, sie funktioniert. Eine gut geölte
Maschine. Selbstbewußt, die Arme angewinkelt, setzt sie einen Fuß
vor den anderen, bereit für die tägliche Dosis Endorphin, die der
Körper zur Belohnung für die Schinderei ausschüttet. Nicht immer,
nur manchmal, wie ein launischer Liebhaber.
Dunkle Wolken hängen tief über der Stadt. Fast ohne zu dämmern, ist
es Nacht geworden. Es riecht nach Herbst, die Pflanzenwelt
verströmt den Duft des nahenden Verfalls. Schwarz hocken die Krähen
in den Bäumen. Die letzten Hundebesitzer fliehen mit eingezogenen
Köpfen. Kein Mensch sitzt mehr auf den vom Regen beträufelten
Bänken. …
Kundenbewertungen zu "Liebeslänglich" von "Susanne Mischke"
Bewertung von R.E.R. am 04.08.2010
Der Begriff “Prison Groupies” war für mich neu. Er kommt aus dem amerikanischen und bezeichnet Frauen, die sich in Verbrecher hinter Gittern verlieben. Je schwerer und düsterer das Verbrechen, desto besser. Gerade Mördern und Psychopathen üben auf diese Frauen eine besondere Anziehung aus. Eine solche Beziehung und ihre gefährlichen Folgen hat Susanne Mischke in ihrem Roman “Liebeslänglich” beschrieben.
Mathilde findet ihr Leben perfekt. Mit 42 Jahren hat sie alles erreicht was ihr wichtig ist. Sie ist eine erfolgreiche Lehrerin an einer renommierten Privatschule. Ihr gehört eine repräsentative Altbauwohnung im besten Viertel Hannovers. Daneben besitzt Sie ein Haus, Aktien und Privatvermögen aus dem Nachlass ihrer Großmutter. Sie ist alleinstehend, hält sich aber mehrere Liebhaber. Eines Tages lernt Sie bei einer ärztlichen Routineuntersuchung den inhaftierten Mörder Lukas Feller kennen. Der kurze Wortwechsel im Wartezimmer reicht aus, um ihr Interesse und auch ihr Gefühl zu wecken. Aus brieflichem Kontakt werden Besuche im Gefängnis. Schließlich die Heirat hinter Gittern, bei der Mathilde davon ausgeht, dass ihr frisch angetrauter Frauenmörder noch einige Jahre abzusitzen hat. Zwei Wochen später steht Lukas jedoch vor ihrer Tür, vorzeitig entlassen. Mathildes vollkommenes Leben löst sich auf, bis Sie nur noch um das nackte Überleben kämpft.
Susanne Mischke hat ihren Kriminalroman sehr geschickt ein zwei Teile gegliedert. Der erste Teil beschreibt die Situation bis zur Heirat im Gefängnis. Der zweite Teil beginnt, als Lukas plötzlich vor Mathildes Tür steht. Ganz nachvollziehbar ist die Faszination die Mathilde dazu treibt den verurteilten Frauenmörder näher kennenlernen zu wollen nicht. Lukas wird zwar als intelligent, gutaussehend und kultiviert beschrieben. Allerdings erzählt er Mathilde bereits im ersten Teil von seinen abartigen Verbrechen. Trotzdem fühlt sie sich sowohl körperlich als auch geistig von ihm angezogen. Was wohl typisch für einen oben beschriebenen “Prison Groupie” ist. Allerdings wird dieses eigentümliche Verhalten am Beispiel Mathildes nur sehr oberflächlich beschrieben.
Nach der Entlassung enthüllt sich das ganze Ausmaß Lukas kranker Psyche. Gleichsam mit dem Wegfall der Gitter, bahnt sich die abnorme Persönlichkeit im Alltag ihren Weg. Innerhalb kürzester Zeit liegt Mathildes Existenz in Scherben. Allerdings fehlt auch hier der Nervenkitzel. Das Tempo ist zu gemächlich um einen echten Spannungsbogen zu erzeugen.
Susanne Mischkes Roman liest sich schnell, denn die Sprache ist flott und einfach. Die Figuren allerdings sind eher flach und wenig differenziert. Auf das Grund-Thema “Prison Groupies” wird nicht näher eingegangen. Was schade ist, denn ein genauerer Blick hinter die Kulissen hätte dem Spannungsbogen des Buches sicher gut getan.
Bewertung von Nina [libromanie.de] am 23.05.2009
Umso überraschter ist ihr Umfeld, als sie bei einem Arztbesuch den zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilten Mörder Lukas Feller kennen lernt und sich Hals über Kopf in den charismatischen Mann verliebt. Man schreibt sich Briefe, telefoniert, Mathilde besucht Lukas im Gefängnis. Und kurz darauf heiratet sie ihn sogar. Denn Lukas scheint trotz seiner geheimnisvollen Vergangenheit der ideale Mann für Mathilde zu sein. Zumindest solange er hinter Schloss und Riegel sitzt. Als er jedoch plötzlich vor ihrer Tür steht, weil eine unverhoffte Änderung der Beweislage seine Schuld widerlegt und der Prozess neu aufgerollt wird, beginnt für Mathilde ein einziger Alptraum…
Mit viel Fingerspitzengefühl und psychologischer Raffinesse beschäftigt sich Susanne Mischke in 'Liebeslänglich' mit dem Thema ‚Mörder-Groupies’, ein bekanntes Phänomen, das zum einen natürlich sehr spannend ist, zum anderen aber auch eine große Herausforderung im Hinblick auf eine glaubwürdige Charakterzeichnung darstellt. Denn wie macht man dem Leser die Gedanken und Gefühle einer Frau begreiflich, die sich in einen Mann verliebt, der mehrere Menschen kaltblütig ermordet haben soll?
Größtenteils ist Susanne Mischke dies bestens gelungen. Auch wenn man es selbst nicht versteht, man kann sich doch vorstellen, warum gerade Mathilde sich in Lukas verliebt. Wahrscheinlich ist es der Reiz des Verbotenen, eine Art Rebellion gegen ihren Bekannten, die in ihr eine spießige alte Jungfer sehen. Eine bequeme, romantische Art zu lieben und zu schwärmen, ohne dass sie ihr altes Leben dafür aufgeben oder Zugeständnisse machen muss.
Schon auf den ersten Seiten erfährt man, dass Mathilde laut eigener Aussage ein Herz aus Stein hat. In Lukas glaubt sie einen Seelenverwandten gefunden zu haben. Dass er angeblich ein mehrfacher Mörder ist, hinterfragt sie nicht weiter. Das alles macht sie zwar nicht gerade zur großen Sympathieträgerin, aber in ihrer Konsequenz ist sie durchaus authentisch. Besonders auch, wenn ihre anfängliche Liebe sehr schnell in Hass umschlägt, als Lukas sich immer mehr in ihrem Leben einnistet, das doch eigentlich nur ihr gehört.
Irgendwann fragt man sich aber doch, warum sie Lukas gleich heiraten musste und weshalb sie sich zwar Sorgen um ihre Möbel macht, aber nicht um sich selbst. Schließlich häufen sich nach und nach immer mehr Hinweise darauf, dass bald nicht nur Mathildes Geld in Gefahr ist.
Neben der ausführlichen Beleuchtung der extremen Psyche der Figuren zeichnet Susanne Mischke ein realistisches Bild des Alltags in einem deutschen Gefängnis. Im Rahmen ihrer ausführlichen Recherche hatte die Autorin sogar selbst eine Nacht in einer Strafvollzugsanstalt verbracht.
Alles in allem ist 'Liebeslänglich' ein gut geschriebener Krimi, der besonders im letzten Drittel gehörig an Fahrt aufnimmt und vor der Kulisse Hannovers eine unterhaltsame Abwechslung zu amerikanischen Krimis und Thrillern bietet.
FAZIT: Mein erster Roman von Susanne Mischke und sicher nicht mein letzter.
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Rezensionen und Kritik
»Susanne Mischke wirft einen tiefen Blick in seelische Abgründe, ihre glaubwürdige Heldin schwankt zwischen Vernunft und Willen zum Wahnsinn.« Hannoversche Allgemeine
Rezensionen und Kritik
»Susanne Mischke wirft einen tiefen Blick in seelische Abgründe, ihre glaubwürdige Heldin schwankt zwischen Vernunft und Willen zum Wahnsinn.« Hannoversche Allgemeine
Autorenporträt zu "Susanne Mischke"
Susanne Mischke, geboren 1960 in Kempten/Allgäu, studierte Betriebswirtschaft und arbeitete in verschiedenen Berufen, bevor sie zum Schreiben kam. Sie lebt heute, nach einigen Jahren in Berlin, mit ihrem Sohn in der Nähe von Darmstadt. Zahlreiche Veröffentlichungen; 1996 Georg-Christoph-Lichtenberg-Preis für Literatur des Landkreises Darmstadt-Dieburg; 2001 Frauenkrimi-Preis der Stadt Wiesbaden, die sogenannte "Agathe". Seit 2001 ist sie Präsidentin der deutschen "Sisters in Crime".
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