Lieber Jakob - Hecht, Martin

Martin Hecht 

Lieber Jakob

Brief an meinen Sohn über das Leben und Sterben seiner Mutter

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Lieber Jakob

Die Geschichte eines Abschieds - bewegend und ermutigend Im Oktober 2007 beginnt der Autor und Publizist Martin Hecht in tagebuchähnlichen Notizen die letzten gemeinsamen Monate mit seiner Frau festzuhalten, die an Krebs erkrankt ist. Es entsteht ein langer Brief an seinen heute acht Jahre alten Sohn Jakob, der vom Kampf gegen ein unheilbares Leiden, von Angst, Verzweiflung und vom Abschiednehmen erzählt, aber auch von einem unbeugsamen Lebenswillen, den letzten Reisen und dem Glück vergangener Zeiten. Es wird eine Liebeserklärung an seine Frau und die Familie, die nicht mehr ist. "Lieber Jakob" ist ein sehr persönliches Buch über den Verlust eines geliebten Menschen und den Umgang damit. Zugleich ist es eine Hommage an das Leben, denn es zeigt, dass das Leben trotz des Unbegreiflichen weitergeht, insbesondere wenn man Kind ist.

- Ein ergreifendes Dokument über den Verlust eines Menschen- Ein Vater-Sohn-Schicksal, das berührt und Mut macht


Produktinformation

  • Verlag: Dva
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 317 S.
  • Seitenzahl: 317
  • Deutsch
  • Abmessung: 222mm x 146mm x 32mm
  • Gewicht: 550g
  • ISBN-13: 9783421044785
  • ISBN-10: 3421044783
  • Best.Nr.: 31307943
»Ein ergreifendes Dokument über den Verlust eines Menschen.«

»Ein ergreifendes Dokument über den Verlust eines Menschen.«
Martin Hecht, geboren 1964, Studium der Politik, Soziologie, Geschichte und Kommunikationswissenschaften, Dissertation über Max Weber. Er schreibt für Psychologie heute, die Frankfurter Rundschau und hat mehrere Bücher veröffentlicht. Der Autor lebt als freier Schriftsteller und Publizist mit seiner Familie in Mainz.

Leseprobe zu "Lieber Jakob" von Martin Hecht

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Leseprobe zu "Lieber Jakob" von Martin Hecht

"2010 (S. 231-232)

Samstag, den 2. Januar 2010. »Ich bin traurig«, sagst Du. »Weil es mal schön war und jetzt nicht mehr ist.« Wir gehen am Rhein entlang. Wollen Enten füttern. Mit altem Brot. Aber die Möwen fressen den Enten alles weg. Man muss die Brotstücke gezielt vor die Schnäbel der Enten werfen, damit sie nicht von den schnelleren Möwen weggeschnappt werden.

Ich versuche, Dir einen schönen Tag zu machen. Ich schlage Dir vor, Sushi essen zu gehen. Hurra! Du liebst Sushi. »Buddha’s« heißt der Laden, der noch realtiv neu ist. Wir hocken direkt an der Bar und beobachten den Sushi-Meister, wie er die einzelnen Nigiris und Makis herstellt. Eigentlich war das anders geplant. Eigentlich wollten wir nach dem Kino und dem unsäglichen Film Chipmonks 2 - der Dir allerdings ganz gut gefallen hat (… und deswegen sind wir ja auch nur reingegangen) - in unserem Beerdigungs-Restaurant im »Hyatt« essen. Da gibt es normalerweise hervorragendes Sushi.

Aber in diesen Wochen ist Sushi-Pause, auch weil der Sushi-Meister dort gekündigt hat und jetzt ein eigenes Lokal aufgemacht hat. Eben das »Buddha’s«, wie man uns sagt. Also gehen wir zu Fuß durch die Eiskälte dorthin. Es lohnt sich. Ich sage dem Sushi-Meister, der mindestens so gut Hessisch redet wie Japanisch (was kein großes Wunder ist, weil er eigentlich Vietnamese ist, wie sich herausstellt), dass es uns hier gefällt. Gutes Essen, guter Laden.

Ich frage ihn, was hier früher drin war. Denn das Haus ist mir nie aufgefallen. »Irgendeine heruntergekommene Pilsbar«, sagt er. Die Räume seien völlig verdreckt gewesen, sanierungsbedürftig. »Man muss halt was draus machen«, sagt er dann. Ich greife den Satz auf. Versuche Dir nahezubringen, dass es für uns ebenfalls darauf ankommt, etwas aus unserem Leben zu machen. Auch jetzt, in unserer traurigen Lage, obwohl Deine Mama nicht mehr da ist. Ich sage Dir, dass das Leben ein Geschenk ist - und keine Last. Und ein Geschenk bleiben muss. Du sagst mir, für Erwachsene sei das leicht.

»Die können ja machen, was sie wollen!« Aber du! Du müsstest ja machen, was ich will. »Stimmt nicht«, sage ich. »Du kannst bei mir doch fast alles tun und lassen, was du willst!« Du gibst mir recht. Im Großen und Ganzen. Am Ende komme ich drauf, dass dieser unbewusste Ratschlag eher mir als Dir gilt. Denn ich bin mir sicher, Du wirst etwas aus Deinem Leben machen, ja, Du machst es schon längst, jeden Tag aufs Neue. Wer hier etwas Nachhilfe braucht, bin eher ich."

Kundenbewertungen zu "Lieber Jakob" von "Martin Hecht"

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Bewertung von narnia aus Alt Ruppin am 30.11.2010 ***** ausgezeichnet
Der bekannte Publizist Martin Hecht hat mit diesem Tagebuch seiner Frau ein Denkmal gesetzt. Als seine Frau an Brustkrebs starb war der gemeinsame Sohn Jakob erst sechs Jahre alt. Wenn er dieses Buch einmal lesen wird, dann wird er verstehen wie es gewesen ist.

Den ersten Krebs hatte Gabi überstanden, dann meldete sich der nächste. Die Chemo brachte keinen Erfolg, das Ehepaar Hecht wusste schon bald worauf alles hinauslaufen würde.

Dieses Buch ist die Chronik der Zerstörung einer jungen kleinen Familie. Themen wie Leid, Todesängste, Verzweiflung, Abschiednehmen und Neuanfang sind vorherrschende Themen dieses Tagebuches. Wenn der Vater dieses Buch auch vordergründig für den Sohn geschrieben hat, so spürt man diesem Buch deutlich an, dass es eine wichtige Stütze in der Verarbeitung aller Ereignisse für Martin Hecht gewesen sein muss.

In seinem Nachwort gibt er dies auch indirekt zu. Als es einmal für wenige Monate so aussah als würde sich der Krebs wieder verziehen, da unterbrach Hecht das schreiben sogar ganz um sich ihm bei den ersten düsteren Nachrichten über den Gesundheitszustand seiner Frau noch intensiver zu widmen.

Heute ist Jakob acht Jahre alt. Das Leben geht weiter. Auch diese Erfahrung wird in diesem Buch beschrieben. Nach dem Tod eines sehr geliebten nahestehenden Menschen geht das Leben weiter - alle machen die Erfahrung, es gibt ein danach.

Wenn Jakob heute gefragt wird: "Ist das Leben heute für Dich schlimmer als früher?" dann antwortet er: "Nö nur manchmal ist es halt etwas trauriger - ohne die Mama."

Es ist ein sehr persönliches und familiäres Buch. Es zeigt wie andere mit Verlust, Tod und Neuanfang umgehen.


Christian Döring, www.buecherveraendernleben.npage.eu

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