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Bewertung von http://gottagivethembooks.wordpress.com am 20.09.2011 |
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Delia, Lucinda und Yvonne, Teenager ohne wirkliche Zukunftsperspektive leben in Opunake, einer Kleinstadt „am Ende der Welt“. Alle drei sind schwanger und alle drei behaupten, dass nur Außerirdische als Väter in Frage kommen. Schnell weiß das ganze Dorf Bescheid und jeder hat so seine eigene Vermutung wie viel Glauben man den Geschichten der Mädchen schenken darf. Als die Klatschpresse Wind von der Angelegenheit bekommt verselbständigen sich die Gerüchte immer mehr. Gewohnt gesellschaftskritisch und mit äußerst scharfer Beobachtungsgabe skizziert McCarten hier eine Dorfgemeinschaft, wie es sie wohl überall und nicht nur am Ende der Welt gibt. Wie schnell erwacht da durch Gerüchte und durch aus Einsamkeit geborenen Illusionen eine Geschichte, die sich auf erschreckende Art und Weise so sehr verselbständigt, dass am Ende niemand mehr so genau weiß, wie die Wahrheit denn nun aussieht? Und gibt es sie überhaupt? Die EINE Wahrheit? McCartens Protagonisten jedenfalls suchen nach ihr. Die einen eher halbherzig, wie der Bürgermeister von Opunake, der mit einer Schwimmbaderöffnung eigentlich voll und ganz beschäftigt ist, die anderen umso fieberhafter. So zum Beispiel der neu in die Stadt gekommene Bibliothekar Philip, mit dem Delia sich langsam und behutsam anfreundet. Er will die Wahrheit wissen und erfährt sie am Ende auch. Es gibt nicht viele Autoren, die dem Leser ihre Charaktere mit einer solchen Leichtigkeit nahe bringen wie McCarten es tut. Werden Protagonisten oft eher anhand von Beziehungen untereinander dargestellt, versteht es McCarten jeden Charakter auch isoliert von den anderen mit all seinen Ecken und Kanten, mit seiner ganz eigenen Sicht auf die Wahrheit und das Leben vorzustellen. Man ist ganz dicht dran an seinen Figuren und kann sich deren Stimmungen nur schwer entziehen. Nein, es das ist nicht immer angenehm, aber vielleicht gerade deshalb manchmal umso wichtiger. Allein auf Grund des Klappentexts hätte mich das Buch vermutlich nicht sonderlich gereizt. Die Umsetzung eines doch recht absurd klingenden Stoffs ist jedoch mehr als gut gelungen. Genau im richtigen Moment – kurz bevor ich tatsächlich von der Existenz der Außerirdischen überzeugt war – löste sich das Rätsel auf und ich konnte das Buch mit einem guten Gefühl und ohne offene Fragen weglegen. Fazit: Im Vergleich zu „Englischer Harem“ (grandios!!!) und „Superhero“ ein etwas schwächerer McCarten, der aber immer noch weit oben auf meiner persönlichen Bestenliste 2011 steht. 4 Sterne für ein Buch, das mich wieder einmal in meiner Begeisterung für einen Autoren, der mit unfassbar großer Leichtigkeit mit den Sehnsüchten und bisweilen auch Abgründen seiner Protagonisten spielt, bestätigt hat. Zitate: Leidenschaft hauste in ihm wie ein verkümmertes Tier, das nach Nahrung schrie. Er wusste, wie unglücklich Liebende es meistens wissen, dass es nun nicht mehr lange dauern konnte, bis dieses Tier sich in seinem Hunger auf seinen Herrn stürzen würde. […] Er sah ihr nach und konnte nur noch bestätigen, dass er keinerlei Eindruck auf sie gemacht hatte, dass er seit je keinerlei Eindruck auf sie machte. Und drinnen leckte das hungrige Tier von neuem an seinem bleischweren Herzen, schnüffelte mit heißem Atem und feuchter Schnauze, entblößte die Reißzähne, und dann biss es ein Stück von seinem Herzen ab. Das tat weh. Zum ersten Mal spürte Gilbert Haines das Elend, die ganze Wucht einer unerwiderten Liebe. (Seite 49 / 50) Das feine Gewebe der Ehe besteht aus mannigfaltigen Fäden, und vielleicht ist es die größte Herausforderung einer lebenslangen Gemeinschaft, der Versuchung zu widerstehen, an denen, die lose heraushängen, zu ziehen. Stattdessen braucht man Geduld, um sie behutsam, mit Ruhe und Gelassenheit wieder in die Textur der Zweisamkeit hineinzuflechten, und darf sich nie den Verdacht bestätigen lassen, dass ein kleines Fädchen, wenn man einmal daran zieht, das Ganze aufribbeln wird. (Seite 86) |
3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
Bewertung von MaWiOr aus Halle am 23.08.2011 |
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Opunake ist ein gottverlassenes und verlottertes Provinzstädtchen in Neuseeland, irgendwo am Ende der Welt. Und doch passiert hier kurz vor Heiligabend etwas scheinbar Ungeheuerliches: Opunake bekommt Besuch aus dem Weltall. Der Großteil der Einwohner bekam davon allerdings nichts mit, denn er verfolgte vor dem Fernseher ein Rugby-Spiel. Die 16jährige Delia Chapman behauptet aber, einen Außerirdischen leibhaftig gesehen zu haben und von ihm entführt worden sein. Keiner glaubt ihr jedoch und so lacht man sie nur aus. Das Mädchen wächst nach dem Selbstmord ihrer Mutter bei ihrem Vater Marty auf, der sich mehr um seine Dahlienzucht als um seine Tochter kümmert. Der außerirdische Vorfall vom Heiligabend zieht in dem Städtchen immer größere Kreise, bald kursieren die wildesten Gerüchte. Da überschlagen sich die Ereignisse in Opunake: in einem Gerstenfeld wird ein Kornkreis entdeckt und darin eine tote und plattgewalzte Kuh. Eine amateurhafte Fälschung oder das Werk eines Irren? Doch plötzlich stellt Delia fest, dass sie ein Kind erwartet und auch zwei ihrer Freundinnen sind schwanger, obwohl alle Mädchen behaupten, noch Jungfrauen zu sein. Längst ist die Geschichte in der ganze Umgebung bekannt und lockt Neugierige wie den heruntergekommenen Skandaljournalisten Vic an. Auch Philipp, der neue Bibliothekar der Stadt, will das Geheimnis der Mädchen enträtseln und versucht dabei, ihnen näher zu kommen, denn bisher galt seine Liebe allein den Büchern. Natürlich hat der Pfarrer des Ortes ebenfalls ein Interesse an der Auflösung der mysteriösen Ereignisse. „Liebe am Ende der Welt“ ist eine unglaubliche, eine schöne und doch tragische Geschichte, die am Ende ein Happy End hat, denn Opunake ist auf dem Sprung zum Wohlstand und Delia und die neue Generation werden dabei eine entscheidende Rolle spielen. Manfred Orlick |
1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
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