Letzte Order - Louis, Duane

Duane Louis 

Letzte Order

Thriller. Deutsche Erstausgabe

Aus d. Amerikan. v. Frank Dabrock
Broschiertes Buch
 
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Letzte Order

Wer nicht hören will, muss sterben

Manchmal könntest du deinen Chef umbringen. Weißt du was? Er dich auch!

Samstagmorgen, neun Uhr. Außerplanmäßige Dienstbesprechung. Der Boss hat Folgendes zu verkünden: "Die meisten von euch kennen die Wahrheit über unsere Firma, aber bei den zwei Personen, die sie nicht kennen, möchte ich mich für den Schock entschuldigen, den sie gleich bekommen werden. Wir sind eine Tarnfirma des CI-6, eines Geheimdienstes der Regierung. Und der Laden hier wird heute dichtgemacht. Ich werde euch nicht feuern. Ich werde euch töten."Doch ein Mann hat etwas dagegen.


Produktinformation

  • Verlag: Heyne
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 350 S.
  • Seitenzahl: 352
  • Heyne Bücher Nr.43315
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 118mm x 26mm
  • Gewicht: 285g
  • ISBN-13: 9783453433151
  • ISBN-10: 3453433157
  • Best.Nr.: 23816522
"Die heißeste neue Stimme in der Spannungsliteratur."
Duane Louis heißt im wahren Leben Duane Swierczynski und ist Chefredakteur des Philadelphia City Paper. Für seinen Roman "The Wheelman" wurde er für den Gumshoe Award nominiert, die Filmrechte wurden verkauft. Er lebt in Philadelphia, wo auch seine Romane angesiedelt sind.

Leseprobe zu "Letzte Order"

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Leseprobe zu "Letzte Order" von Duane Louis

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Leseprobe zu "Letzte Order" von Duane Louis

Sein Name war Paul Lewis ...
... und er wusste nicht, dass er nur noch sieben Minuten zu leben hatte. Als er die Augen öffnete, war seine Frau bereits unter der Dusche. Ihr Schlafzimmer lag direkt neben dem Bad. Er konnte hören, wie das Wasser laut gegen die Kacheln prasselte. Paul stellte sich vor, wie sie dort stand. Nackt. Voller Seife. Während der Schaum über ihre Brustwarzen lief. Vielleicht sollte er ebenfalls in die Dusche steigen, sie überraschen. Zwar hatte er sich die Zähne noch nicht geputzt, aber das machte nichts. Sie brauchten sich nicht zu küssen.

Dann fiel ihm Molly's morgendliches Treffen ein. Er warf einen kurzen Blick auf die Uhr. 7:15. Sie musste wirklich früh da sein. Von wegen unbeschwerter Samstagmorgen.

Paul setzt e sich auf und fuhr sich mit der Zunge durch den Mund. Trocken und klebrig. Er braucht e eine Diät-Cola, und zwar sofort.

Die Klimaanlage war die ganze Nacht an gewesen, und im dunklen Wohnzimmer war es kühl. Auf dem Abspielgerät lagen die zwei DVDs, die sie sich gestern Abend reingezogen hatten: zwei superbrutale Bruce-Willis-Thriller. Erstaunlicherweise war das Mollys Vorschlag gewesen. Eigentlich mochte sie keine Action-Filme. "Aber ich steh nun mal auf Bruce Willis", hatte sie mit sanfter Stimme gesagt. "Ach ja, ist das so?", hatte Paul lächelnd erwidert. "Was hat er, was ich nicht habe?" Darauf war sie mit ihren Fingernägeln an seiner Brust hinuntergeglitten. "Eine gebrochene Nase." Und damit war ihr DVD-Abend beendet gewesen, dreißig Minuten vor Schluss des ersten Films.

Auf dem Wohnzimmertisch warteten zwei Schachteln. Eine, das wusste Paul, war für Mollys Chef. Nicht zu fassen. Schaffte es der Typ nicht mal, seine eigene Post abzuholen? Die zweite Schachtel war aus weißem Karton und wurde von einem Bindfaden zusammengehalten. Darin befanden sich wahrscheinlich Vanille-Muffins oder Cannoli mit Schokoladenfüllung, die sie gestern Abend auf dem Nachhauseweg im Reading Terminal Market gekauft hatte. Molly war viel zu nett zu diesen eingebildeten Idioten im Büro, aber Paul würde ihr nie widersprechen. So war sie eben.

Paul bog um die Ecke und trat in die Küche. Für einen Moment fürchtete er, er hätte die Packungen vom China-Imbiss auf dem Tresen liegen lassen und die Reste vom gerösteten Reis, den Weizennudeln und vom Sieben-Sterne-um-den-Mond wären schlecht geworden. Doch Molly hatte sich darum gekümmert. Im Kühlschrank befanden sich säuberlich gestapelt die weißroten Behälter - direkt unter den Dosen mit Diät-Cola. Früher hatte er normale Cola getrunken, bis Molly ihm vor Augen geführt hatte, wie viel Zucker er jeden Morgen zu sich nahm. Im Fach darunter stand ein weißer Tupperware-Behälter mit blauem Deckel, auf dem ein gelber Zettel klebte: NUR ZUM MITTAGESSEN!!! ALLES LIEBE, MOLLY.

Oh, Baby.

Paul lüpfte eine Ecke des Deckels, und im selben Augenblick stieg ihm ein süßes Aroma in die Nase. Mollys Kartoffelsalat. Sein Lieblingssalat.

Sie hatte ihm einen Kartoffelsalat gemacht, einfach so.

Mann, er liebte seine Frau wirklich.

Paul war in einer großen polnischen Familie aufgewachsen - bevor sie den Namen Lewis angenommen hatten, hießen sie Lewinski, und er war verdammt froh, dass sie diesen Namen vor fünfzig Jahren abgelegt hatten - und aß gerne die entsprechenden polnischen Gerichte. Seine Großmutter Stell war allerdings berühmt gewesen für ein ausgesprochen unpolnisches Gericht: einen Kartoffelsalat, den es seit jeher zu jedem Feiertagsessen gegeben hatte. Doch als er dreizehn Jahre alt war, starb Grandma Stell, und seitdem war es niemandem gelungen, ihren Kartoffelsalat nachzukochen. Weder Pauls Mutter noch ihrer Schwester oder irgendwelchen entfernten Cousinen.

Als sie bereits ein paar Monate zusammen waren, vertraute Paul Molly an, wie sehr ihm Grandma Stells Kartoffelsalat fehlte. Sie sagte nichts dazu, lächelte ihn nur an und hörte zu - wie das so ihre Art war. Doch in ihrem Innern hatte es angefangen zu arbeiten. Und in den folgenden Wochen stellte Molly Finnerty - die zukünftige Molly Lewis - Nachforschungen an.

Zu Ostern präsentierte Molly ihrem Verlobten dann einen Tupperware-Behälter. Mit einem Kartoffelsalat, der all seine Vorstellungen übertraf. Er war genau wie der von Grandma Stell, bis hin zum süßlichen Geschmack der Mayonnaise und dem längs geschnittenen Sellerie. Der Kartoffelsalat war ein Überraschungserfolg in der Lewis-Familie. Damit hatte Molly sich einen Platz in ihrem Herzen erobert, damals und für alle Zeiten.

Und heute hatte sie ihn für ihn zubereitet, ohne jeden Anlass.

Paul las die Ermahnung, NUR ZUM MITTAGESSEN!!! und lächelte. Es widerte Molly an, wenn sie am Morgen eines Feiertags aufwachte und ihren Mann Stunden vor Ankunft der Gäste mit einem Esslöffel im Tupperware-Behälter erwischte.

Hey, aber heute ist kein Feiertag, dachte Paul. Heute kommen keine Gäste.

Er fischte einen Esslöffel aus der Schublade hinter sich und nahm einen Happen von dem köstlichsten Essen, das man sich nur denken konnte. Als die spezielle Mayonnaisemischung auf seine Geschmacksnerven traf, wurde sein Kreislauf von einem rauschartigen Gefühl durchflutet. Der Geschmack erinnerte ihn daran, was für ein Glück er hatte, mit einer Frau wie Molly verheiratet zu sein.

Einen Moment später fing Paul an zu würgen.

Es fühlte sich an, als wäre ein ungewöhnlich großes Kartoffelstück in seinem Hals stecken geblieben. Paul glaubte, er brauchte nur einmal zu husten, und alles wäre wieder in Ordnung. Doch das Komische war, dass er gar nicht Luft holen konnte. Anstelle des wohlig warmen Gefühls von vorhin spürte er jetzt Panik. Und er konnte weder atmen noch sprechen oder schreien. Pauls Mund klappte nach unten und halbzerkaute Kartoffelstückchen fielen heraus. Was war los? Er hatte den ersten Bissen nicht mal hinuntergeschluckt.

Er knallte mit den Knien aufs Linoleum. Und riss die Hände hoch zum Hals.

Oben in der Dusche war Molly Lewis fast fertig. Das warme Wasser auf ihrem Rücken war herrlich. Sie musste nur noch einen schmalen Streifen am Bein rasieren und abwaschen, dann konnte sie sich anziehen. Sie fragte sich, ob Paul wohl noch schlief.

Paul strampelte wie wild mit den Beinen, als würde er über ein unsichtbares Laufband rennen, das auf die Seite gekippt war. Seine zitternden Finger kratzten über den Boden. Nein. Das konnte nicht sein. Auf so unglaublich dämliche Weise zu sterben. Durch Mollys Kartoffelsalat. Molly.

Molly konnte ihn retten. Hoch mit dir.

Du musst jetzt aufstehen.

Es bis zum Herd schaffen, dir den metallenen Teekessel schnappen und ihn irgendwo dagegenschlagen. Ihre Aufmerksamkeit erregen.

Hoch mit dir.

Vor Pauls Augen flirrten graue Punkte. Seine Handfläche klebte am Linoleum, genug, um sich ein paar Zentimeter vorwärts zu ziehen. Doch die andere Handfläche war so verschwitzt, dass er abrutschte. Und mit der Nase auf den Boden knallte. Ein fürchterlicher Schmerz zuckte durch sein Gesicht. Er hätte geschrien, wenn er gekonnt hätte.

Er hatte jetzt nur noch einen Gedanken:

Der Kessel.

Du musst es zum Kessel schaffen.

Kundenbewertungen zu "Letzte Order" von "Duane Louis"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von Lolly aus Alfeld Leine am 26.01.2010 ***** ausgezeichnet
Sehr gutes Buch....hab es nur innerhalb von zwei Tagen durchgelesen und bin begeistert!
Spannung,Gänsehaut,Witz..-alles mitdabei :)

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