Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781): Aufklärer und skeptischer
Melancholiker, sachlicher Kritiker und Polemiker, Liebhaber der
Vernunft, der die Sprache des Gefühls kultivieren wollte und
zuweilen die Bereiche jenseits von Vernunft und Sprache
interessanter zu finden schien, Verteidiger des Theodizeegedankens
mit latenter Todessehnsucht: Immer wieder enthüllt sich das
Paradoxe als das eigentlich Faszinierende an Lessing. Im Handbuch
werden die charakteristischen Widersprüche vor dem zeitgenössischen
Hintergrund beleuchtet. Nach den sozialkritisch orientierten 70er
Jahren nimmt so das neue Lessing-Bild, das sich in der jüngeren
Forschung seit längerem abzeichnet, Konturen an.
Das Handbuch bietet, nach einem ausführlichen Kapitel zu Zeit und
Person, einen Durchgang durch das Gesamtwerk Lessings sowie ein
Extrakapitel zur Schauspielkunst und Bühnenpraxis. Die Einführungen
in den Kontext der einzelnen Werke sind als grundsätzliche
Orientierungen zu den Fragestellungen der Aufklärungsepoc he
angelegt. Dabei werden abstrakte und häufig als Stereotype
verwendete Begriffe (aus den Bereichen der Philosophie und
Theologie, der Poetik und Kunsttheorie) von den ursprünglichen
Denkzusammenhängen her aufgeschlüsselt und so mit Leben gefüllt.
Die Forschungsberichte zu den einzelnen Werken sind bei der Fülle
der vorhandenen Forschungsliteratur besonders wertvoll, ebenso der
Überblick über die zeitgenössische Rezeption. Die Analysen selbst
sind durchweg neue Interpretationen.
Das neue Handbuch zu Lessing ist in vieler Hinsicht ein Maßstäbe setzender Idealfall ... ein Opus maximum, von dem auf längere Zeit alle Lessing-Forschung ihren Ausgang nehmen wird. FAZ Die Verfasserin wird auf glänzende Weise einem doppelten Anspruch gerecht: Ihr Buch ist zum einen "Handbuch" im besten Sinne des Wortes - in jedem Kapitel folgt auf "Quellen und Entstehung" ein klar durchgegliederter Forschungsbericht, der den Diskussionsstand bestimmt und auf die Streitpunkte und ungelösten Probleme hinweist - und zum anderen liefert sie einen Beitrag zur Interpretation, indem sie für jedes Werk eine eigene Analyse vorlegt. Das 18. Jahrhundert Ebenso detailreich wie philologisch präzise werden Person, Werk, Zeit und Wirkungsgeschichte in Einzelartikeln analysiert und interpretiert. Das Handbuch bietet in einer Zeit, in der die Vielzahl der Fragestellungen und Ansätze längst unübersichtlich geworden sind, einen zuverlässigen und für die Zukunft unerläßlichen Begleiter durch die Lessing-Forschung. IASL online Ein Buch für alle, die Lessing besser verstehen wollen - und gründlicher lieben. Die ZEIT Gründe genug, sich Lessing zuzuwenden - was mit diesem Handbuch gelingen wird. lehrerbibliothek.de Gerade in dieser Frage nach der Rezeption Lessings für die Postmoderne behaupten die Darstellungen und Analysen des Lessing-Handbuchs ihre Aktualität und Dichte. Sie beleuchten die Stelle, an der Modelle der Sinnstiftung zusammenprallen mit dem Individuellen, dem Emotionalen und Irrationalen, den unbefriedigten Wünschen und Sehnen. Dabei steht vor allem die Kontextualisierung und Intertextualität der Texte Lessings im Zentrum, ihr "Zusammenhang mit den zeitgenössischen Denkmuster und Sprechweisen". literaturkritik.de Alle Werke Lessings werden mit Forschungsberichten und durchgängig neuen Interpretationen vorgestellt. Zentrale Fragestellungen der Aufklärungsepoche werden vom Werk Lessings her erläutert. Literatur-Report Die Qualität der Metzler¿schen Handbuch-Reihe ist gerade daran zu messen, inwieweit es gelingt, aus der Masse an Gedrucktem jene Hauptlinien herauszufiltern, die das Bild repräsentativ zeichnen und auch Nichtspezialisten mit der komplexen Lage rasch vertraut machen. Das ist der Herausgeberin voll gelungen. WALTHARI
Monika Fick, geb. 1958; Studium der Germanistik, Anglistik, Kunstgeschichte; Promotion 1984; Habilitation 1991 an der Universität Heidelberg; seit 1997 Professorin für Neuere deutsche Literaturgeschichte an der RWTH Aachen.