'Les demoiselles d'Avignon' als eine Allegorie - Picasso in der Postmoderne
Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Kunst - Malerei,
Note: 1.3, Universität Bremen, Veranstaltung: Das Exotische und das
Moderne, 16 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch,
Abstract: In dieser Studie versuche ich, "Les demoiselles
d'Avignon" von Picasso als eine Allegorie zu sehen. Wenn
man aber bedenkt, dass Picasso sein Bild niemals als eine Allegorie
gesehen hatte, taucht ein Interpretationsproblem auf . Betrachtet
man einige Künstler, die in der Kunstgeschichte neue Wege geöffnet
hatten, kann man feststellen, dass sie die Richtung und das Wesen
der Veränderung der Zeit prophetisch vorhersahen, bevor die
philosophische Reflexion auf die verändernde Zeit reagierte. Es
wäre hier sinnvoll, eine Analogie zwischen dem künstlerischen
Entfaltungsprozess und dem evolutionären Adaptationsprozess
aufzuweisen. Man kann die beiden Prozesse als die Reaktion auf
spezielle Umweltfaktoren deuten. Zudem laufen sie unbewusst und
nicht zielgerichtet. Um diese Voraussetzung für die Interpretation
von Les demoiselles d'Avignon besser zu erörtern, stelle ich im
zweiten Kapitel Nam June Paik, einen Pionier der Videokunst, vor.
Damit wird klar werden, dass die beiden Künstler neue Kunststile
entfalten könnten, indem sie auf die Veränderung der Zeit mit ihrer
feinen Sensibilität reagierten, und indem sie sich in diesem Sinne
der Veränderung jener Zeit erfolgreich anpassten. In dieser Studie
wird die Auffassung vertreten, dass "Les demoiselles
d'Avignon" als eine Allegorie für den Auftritt der
Heterogenität zu betrachten ist. Nach Lyotard, der erstmalig das
Schlagwort Postmoderne zum Thema machte, wurde Heterogenität in der
modernen Philosophie, die auf dem subjektzentrischen Paradigma
beruht, entwertet. Der Wert von Heterogenität müsse zur Geltung
kommen, um das Motto der Moderne Freisetzung des Individuums und
das Einsetzen der Freiheit des Individuums radikal zu realisieren.
Daher skizziere ich im dritten Kapitel die Postmoderne, und zeige,
wieso in der
Postmoderne von Heterogenität die Rede ist, indem ich die zwei
Denker Friedrich Nietzsche und Jean-François Lyotard behandele. Im
vierten Kapitel werde ich mich mit der Analyse der vier Figuren von
"Les demoiselles d'Avignon" beschäftigen. Hier wird
offenkundig, dass es eine Leseabfolge gibt, in der man das Bild als
eine Allegorie für den Auftritt der Heterogenität interpretieren
kann.
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