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| Bewertung von Karthause am 04.06.2011 | |
| Gleich zu Beginn des Romans wird man Zeuge eines äußerst grausamen und perfide ausgeklügelten Mordes an einer Frau. War "Schneemann" schon nichts für Zartbesaitete, empfand ich "Leopard" im Vergleich zum Vorgängerbuch noch einmal als eine deutliche Steigerung. Die Handlung verläuft in verschiedenen Strängen. Neben den Ermittlungen in den Mordfällen ging es in diesem Thriller auch um das Kompetenzgerangel zwischen dem Morddezernat und dem Kriminalamt. Temporeich erzählt Jo Nesbø vom Fortschreiten der Ermittlungen, von Fehlschlägen und der behördlichen Rivalität. Mikael Bellman, Chef des Kriminalamtes und selbsternannter Platzhirsch, will mit seinem Team allein die Fälle lösen und erkennt die Kompetenz des Morddezernates nicht an. Ruhe kommt in dieses Buch immer dann, wenn Harry Hole seinen todkranken Vater am Sterbebett besucht. Es ist ein leises Abschiednehmen von Vater und Sohn, dass gefühlvoll und eindringlich beschrieben wurde. Eine weiter Handlungsebene ist die unvermeidliche Lovestory. Die gehört wohl einfach zu diesem Genre. Prinzipiell hat mir "Leopard" recht gut gefallen. Der Spannungsbogen wurde kontinuierlich aufgebaut und auch bis zum Ende hin gehalten. Die Morde sind zwar brutal, aber gerade noch erträglich und auch die Ermittler sind nicht zimperlich und müssen einiges einstecken. Jo Nesbø erzählt gekonnt und baut geschickte Cliffhanger ein, so lässt er dem Leser Zeit zum Durchatmen und zum stillen Weiterfiebern und hält ihn so vor allen Dingen bei der Stange. Der Thriller ist leicht und flüssig zu lesen, zieht den Leser schnell in seinen Bann und entwickelt dann eine gewisse Eigendynamik. Mir fiel es doch recht schwer, das Buch zur Seite zu legen. Nesbø nutzt intelligent die Zutaten, die einen guten Thriller ausmachen, durchkonstruierte Morde als Grundlage, ein bisschen Liebesgeflüster fürs Gefühl und einige unverhoffte Wendungen für die Spannung. Einzig die Figur des Harry Hole hat mir in diesem Fall nicht so zugesagt. Zwar gelingt es dem Autor gut, seine Sucht und Schwächen zu beschreiben, aber den Widrigkeiten seines Berufsalltags kann er trotzen, obwohl er psychisch und physisch sehr mitgenommen scheint. Nicht jeder kann seine persönlichen Defizite so gut überspielen. |
Bewertung von Manuela2205 am 09.03.2011![]() |
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| Jo Nesbø schafft es mal wieder sich eindeutig zu steigern. Sowohl was die schier unglaublichen Mordmethoden betrifft, die ich mir lieber nicht zu bildlich vorstelle, als auch die absolute Glaubwürdigkeit seiner Figuren. Harry Hole mit seinen ganzen Abgründen ist es allein schon wert, dass man das Buch in die Hand nimmt. Seine „kontrollierte“ Abhängigkeit von Alkohol und nun auch Kokain, sein ewiger Kampf, die Hunde für die Zeit, die er funktionieren muss, im Zwinger zu halten, das ist etwas, das diese Figur ganz besonders macht. Denn auch sein Tanz am Abgrund wird immer extremer. Einzig seine brillante Kombinationsgabe ist noch unbeeinträchtigt. Seltsamerweise auch seine Anziehungskraft auf Frauen. Auch diesmal ist es eine Kollegin, die denkt, sie könne genug sein, um Harry vom Alkohol fern zu halten. Die Spannung in diesem Roman ist nicht immer gleich hoch – mal plätschert es ein wenig dahin, mal überschlagen sich die Ereignisse so, dass man kaum mit Gucken mitkommt und fast ein wenig Probleme hat, die Ereignisse nachzuvollziehen. Bei der Suche nach dem Mörder ist man genauso schlau wie die Polizei, die Tatsachen werden häppchenweise serviert und die Puzzlestückchen fügen sich nur nach und nach zusammen, so dass man bis zum Ende miträtseln kann. Natürlich gibt es auch ein paar Schattenseiten: Die norwegischen Namen sind für mich nicht sehr eingängig, ich habe durchaus mal kurz Personen verwechselt, weshalb für mich ein Personenregister wünschenswert gewesen wäre. Das Ende hat mich stark an den Vorgängerband erinnert und hier muss ich noch stärker als damals bemängeln, dass Hole fast als Übermensch und mehr als knallhart rüberkommt. Die einzige Stelle, an der für mich die Glaubwürdigkeit ein wenig leidet. Das Ende lässt aber auch eine Fortsetzung hoffen, die ich mit Sicherheit wieder lesen will. Von mir 4,5 Sterne. |
| Bewertung von Hardy aus Sonthofen am 14.11.2010 | |
| Wie eine Lawine rollt die Spannung auf einen zu. Ein brutaler Mord als Opener, konkurriende Ermittler, eine schöne Polizistin und jede Menge persönlicher Dämonen, wie Alkohol und Spielsucht, machen es dem Held des Buches schwer. Harry Hole, das klingt nach einem der Serienhelden aus den 50-60er des vorigen Jahrhunderts. Und genau so kauzig und ungeschliffen gibt er sich auch. Ein unbeugsamer Polizist mit unverheilten Wunden. Es bedarf der Überzeugungskraft einer hübschen Kollegin, um in aus dem Drogensumpf Hongkongs zurück nah Europa zu bringen, um einen Serienmörder zu jagen, der sich recht perfide Mordmethoden ausgedacht hat. Dann beginnt eine Jagd, die auf verschiedene Kontinente führt, verschieden Nebenschauplätze abdeckt und nebenbei noch die Rivalität verschiedener Behörden aufdeckt. Viel Stoff, ein langes Buch. Trotzdem gelingt es Nesbo, keine großen Längen entstehen zu lassen. Der Leser wird gefesselt, stellenweise etwas verwirrt. Aber das ist nun mal so, da nur der Autor weiß, vorauf das alles hinauslaufen soll. Das einzige Manko ist, das es mal wieder ein Serienroman ist. Sprich, der genannte Hole hat schon einen anderen Fall gelöst. Und auf diesen Fall wird meiner Meinung zu oft Bezug genommen. Erstleser von Nesbo haben es dann schwer, wenn sie den Vorgänger auch lesen wollen. Es wird ein wenig zu viel vom Schneemann-Fall verraten. Aber mit Serien verdient man eben gutes Geld. Das ändert aber nichts an der durchweg gelungenen Spannungsfahrt, die einen mitreißt und bis zum Ende durchhalten läßt. Guter Thriller, und wir werden noch viel von Harry Hole zu lesen bekommen... |
1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Xirxe aus Hannover am 17.10.2010![]() |
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| So tief unten war Harry Hole noch nie. Gestrandet in Hongkong, die Nächte in einer Massenunterkunft für Gastarbeiter verbringend, den Geistern der Vergangenheit diesmal mit Opium statt Alkohol entfliehend und auf der Flucht vor den Triaden denen er Geld schuldet. Doch seiner neuen Kollegin Kaja Solness gelingt es, ihn zurück nach Norwegen zu bringen: doch nicht, weil das Morddezernat seine Hilfe braucht, sondern weil sein Vater im Sterben liegt. Und weil er dann schon mal da ist... Die zwei ungeklärten Mordfälle, wegen deren man ihn um Hilfe gebeten hat, erregen seine Neugier und als während seines Aufenthaltes eine dritte Person stirbt, ist sein Interesse geweckt. Als ob diese Todesfälle nicht anspruchsvoll genug wären, findet er sich zudem inmitten des Polizeiapparates in einer weiteren Kampfzone bzw. einem Intrigenspiel wieder: Morddezernat und Kriminalamt ringen jeweils um die alleinige Kompetenz für die Aufklärung von Mordermittlungen - und er spielt dabei eine entscheidende Rolle. Wie auch in seinen bisherigen Büchern (zumindest in den zweien, die ich bisher (leider erst) gelesen habe), ist nichts so wie es scheint, was insbesondere auf die handelnden Personen zutrifft. Immer wieder führt Nesbø vor, wie schnell man sich von Äußerlichkeiten blenden lässt, selbst Harry ist nicht immer dagegen gefeiht. Man fällt von einer Überraschung in die nächste und sogar als man sicher zu sein scheint, die Lösung zu kennen, gelingt es dem Autor noch weitere 150 Seiten Leserinnen und Leser an das Buch zu fesseln. Es sind häufig sehr extreme Wendungen, aber dennoch ist der Verlauf im Nachhinein durchweg in sich schlüssig. Nesbø schreibt detailliert und anschaulich, wie beispielsweise die Aufenthalte Holes im Kongo oder das Lawinenunglück. Für nicht so blutrünstige Lesende vielleicht etwas zu anschaulich, denn die Darstellungen der unterschiedlichen Todesarten sind teilweise schon heftige Kost. Kein Buch für schwache Gemüter. Alles in allem beste Thrillerunterhaltung für mehrere Stunden - am besten am Wochenende! Denn man wird sich schwer damit tun, das Buch vor dem Ende aus der Hand zu legen. Eine Anmerkung noch zum Schluss: Wie der deutsche Verlag auf diesen Titel kam, ist mir (fast) ein Rätsel. Es gibt lediglich einen Absatz im Buch zu diesem Tier (S. 206) und er passt weder auf Harry noch den Täter. Der norwegische Titel Panzerherz wäre deutlich stimmiger gewesen. |
2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Silke B. aus Köln am 16.07.2010![]() |
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| "Leopard" ist der achte Fall aus der Reihe rund um den Ermittler Harry Hole. Wieder einmal konnte mich Autor Jo Nesbø überzeugen. "Leopard" ist genauso spannend wie es auch schon der Vorgänger "Schneemann" war und Harry Hole noch immer der gleiche alte Stinkstiefel. Ein Ermittler mit menschlichen Schwächen, der in wachen Momenten mit seinem Geist glänzt und in dessen schwächeren Augenblicken man kaum glauben kann, dass so jemand bei der Polizei arbeitet. Besonders ist in diesem Fall die Mordmethode mit den Leopoldsäpfeln. Die Beschreibungen dazu fand ich sehr interessant und für Harry Hole hatte dies den angenehmen Nebeneffekt einer Reise nach Afrika. Überhaupt ist Hole in "Leopard" außergewöhnlich viel unterwegs. Sicherlich entspricht dies nicht im Entferntesten der Realität eines Polizisten, doch dies schreibe ich der künstlerischen Freiheit des Autors zu. Faszinierend finde ich es, wie sich nach und nach alle Fäden zusammensetzen und so ein Netz an Verknüpfungen erkennbar wird. Wieder einmal hat Jo Nesbø es geschafft, den Leser längst möglich an der Nase herumzuführen und zu überraschen. Lediglich der Titel des Buchs konnte mich diesmal nicht überzeugen. Passender wäre es gewesen, wie beim "Schneemann" den Namen zu wählen, mit dem der Mörder von der Polizei versehen wird. Das wäre in diesem Fall "Kavalier" gewesen. Aber auch das nächste Buch wird sicherlich in meinen Händen landen und angenehme Lesestunden bereiten. |
1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von hrafnaklukka aus Rüthen am 17.06.2010![]() |
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| Kein anderer Ermittler leidet so stilvoll wie er: Harry Hole ist wieder da. In seinem achten Fall „Leopard“ ist er ganz unten angekommen: er fristet sein Dasein in Hongkong, wo er von Glasnudeln und Opium lebt. Da taucht unerwartet eine neue Kollegin aus dem alten Ermittlerteam auf: Kaja Sollness hat den Auftrag, Harry wieder zurück nach Oslo zu bringen, wo er Jagd auf einen Serienmörder machen soll. Allein die Tatsache, das sein Vater schwer erkrankt im Hospital liegt vermag ihn zu überzeugen, wieder nach Hause zu fliegen. Dort angekommen muß er sich nicht nur mit den neuesten Mordfällen auseinandersetzen, sondern sich auch noch um die Zuständigkeit mit dem Kriminalamt schlagen. Bis dahin sind drei Frauen auf grauenvolle Weise ums Leben gekommen: zwei wurden mit einem sogenannten „Leopoldsapfel“ getötet, eine dritte wurde in einem alten Schwimmbad erhängt aufgefunden. Nach und nach gelingt es Harry, die Opfer miteinander in Zusammenhang zu bringen. Doch um dem Täter wirklich auf die Spur zu kommen, muss er sich seinem schlimmsten Alptraum stellen: dem Schneemann …... Wer Harry Hole auf seinem steinigen Weg begleitet, muß wirklich hart im Nehmen sein: nicht nur seine Fälle sind außergewöhnlich, auch sein Privatleben und seine Sucht nach einem Rausch sind alles andere als einfach. Und obwohl Harry Hole eigentlich die Sorte Ermittler ist, die ich so gar nicht leiden kann, habe ich ihn trotzdem lieb gewonnen: wo seine Kollegen ihren Kummer schnöde in ihren eigenen vier Wänden im Alkohol ertränken, steht Hole zu seinem Versagen, zelebriert es geradezu. Auch die anderen Figuren entsprechen nicht den gängigen Klischees: wie auch im richtigen Leben schaut man ihnen nur vor den Kopf und ist auch hier vor Überraschungen und Enttäuschungen nicht gefeit, was aber gut zum Schreibstil und zur Handlung passt und sich nahtlos einfügt. Wie auch schon in den Vorgänger-Romanen entwickelt Nesbo eine originelle Grundidee zu einer irrwitzigen Ereigniskette, die die Ermittler in verschiedene Teile der Welt schickt und den Leser atemlos vor Spannung zurück lässt. Hier geht es nicht um einen 08-15- who-done-it: der Autor verlangt von seinen Lesern Aufmerksamkeit und Köpfchen, ein schnelles Überfliegen geht nicht. Dafür wird man aber auch mit einem besonderen Krimi belohnt, der trotz seiner knapp 700 Seiten keine Längen kennt. Dabei legt er so viele Fährten und für uns auf so viel verschiedene Spuren, und doch ist am Ende alles anders als gedacht. Die Handlung ist spannend, der Erzählstil außergewöhnlich und der Kriminalroman (der diese Bezeichnung als einer der wenigen wirklich verdient hat) flüssig zu lesen. Das einzige, was ich an dem Buch zu bemängeln habe, ist der Titel: der Originaltitel „Panserhjerte“ ist auf jeden Fall passender und stimmiger als der deutsche „Leopard“. Das stört das Lesevergnügen aber nicht wirklich. Fazit: „Leopard“ ist kein Krimi für Zwischdurch, aber wer gut ausgefeilte Handlungen und keine Komplettlösungen mag, der sollte sich das Buch keinesfalls entgehen lassen. |
1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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| Bewertung von mebari aus Brandenburg am 14.05.2010 | |
| Das ist wirkliche Schreibkunst: Obwohl "Leopard" so spannend ist, dass man eigentlich "diagonal" lesen möchte, um endlich, endlich zu wissen, wer der äußerst grausame Mörder ist. Aber man tut es nicht, sondern genießt jedes geschriebene Wort. Jo Nesbo beschreibt sowohl Menschen, Orte und Situationen so detailliert und gekonnt, dass man die ganze Zeit das Gefühl hat, direkt dabei zu sein und jede der beteiligten Personen zu kennen. Er tut das, ohne den Leser auch nur einen Augenblick zu langweilen. Seine Hauptperson - der meistens besoffene und ewig kotzende Harry Hole - wird so direkt, schonungslos und dabei doch so sensibel skizziert, dass man - speziell als Frau - nicht anders kann als ihn zu lieben. Abschließend kann ich nur sagen, 698 Seiten waren gerade genug, um mir eine wundervolle Lesewoche zu garantieren. Empfehlung: Unbedingt lesen. |
2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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| Bewertung von Nijura am 01.04.2010 | |
| Ich dachte ja schon der Schneemann sei ein tolles Buch, aber Leopard hat dieses nochmal übertroffen. Das Buch ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite und es sind immerhin 700 Seiten! In Oslo und Umgebung geht ein Mörder um, der mit perfiden Methoden mordet. Die Polizistin Kaja fliegt daraufhin nach Hongkong um Harry Hole, den besten Ermittler, den Oslo zu bieten hatte, wieder dorthin zurück zu holen. Harry ist nach seinem letzten Fall sehr angeschlagen, da der "Schneemann" beinahe seine Freundin Rakel umgebracht hätte und lebt nun von Alkohol und Opium, heruntergekommen in der Metropole. Außerdem hat er hohe Wettschulden bei den Triaden. Kaja schafft es, Harry zurück nach Oslo zu holen, zumal auch sein Vater dort im Sterben liegt. Harry beginnt zu ermitteln, wobei ihn seine Spur in den Kongo führt und er dort das Mordwerkzeug, den "Leopoldsapfel" entdeckt. Bald wird klar, dass die Morde mit einem zufälligen Treffen von diversen Personen auf einer Touristenhütte in den verschneiten Bergen zusammenhängen. Was ist dort passiert? In der Mitte des Buches ist man der Auflösung schon ganz nah - denkt man - aber nein, alles ist doch ganz anders als es scheint. Dazu kommen noch Machtspielchen, die der Leiter des Kriminalamtes mit Harry spielt - und die Situation mit seinem sterbenden Vater erschweren zusätzlich Harry Holes Arbeit. Stück für Stück kommt man der Lösung näher und wieder ist die Geschichte doch ganz anders als man meint. Am Ende kann Harry den Fall lösen und beendet seinen Dienst bei der Polizei. Er will nach dem Tod seines Vaters und der Hoffnung auf einen eventuellen Wiederbeginn seiner Beziehung zu Rakel, erstmal wieder zu sich selber finden und kehrt nach Hongkong zurück. Ist das nun das Ende der Serie mit Harry Hole? Ich habe leider die Befürchtung, dass es so ist. Dabei würde ich sooo gerne den nächsten Roman von Jo Nesbø mit diesen brillianten Ermittler lesen! |
| Bewertung von Liebesnest aus Köln am 22.03.2010 | |
| Die vorangegangenen Romane aus der Harry Hole-Reihe kenne ich nicht, was aber für die Geschichte kein Problem darstellt, auch wenn gelegentlich auf die vorhergehenden Geschehnisse Bezug genommen wird. Zu Beginn wird aus Sicht einer Frau erzählt, die von einem Psychopathen gezwungen wird, sich eine mysteriöse Stahlkugel in den Mund zu stecken. Die Tötungsweise des neuen vermeindlichen Serienmörders. Mit den Worten "zieh nicht an dem Draht" verabschiedet dieser sich von seinem Opfer und lässt sie mit sich allein. Aber durch Verzweiflung und der Unwissenheit, welche Folgen die Tat mit sich bringt, machtBorgny Stem-Myhre genau das! Sie ertrinkt daraufhin an ihrem eigenen Blut und ist somit eines der beiden ersten Opfer des neuen Serienmörders. Hole, der seinerzeit den "Schneemann" fassen konnte, ist mittlerweile ein gebrochener Mann. Seine damalige Lebensgefährtin Rakel und ihr Sohn Oleg haben ihn verlassen und sein Leben ist dahin. Er setzt sich nach Hongkong ab, wird zum Trinker und Spieler. Zu allem Übel hat er bei einer Pferdewette verloren und wird nun von den Triaden verfolgt, denen er Geld schuldet. Gunnar Hagen, sein ehemaliger Vorgesetzter, schickt ihm die junge Ermittlerin Kaja Solness nach, die ihn ausfindig machen und zurück nach Oslo bringen soll, um bei der Ergreifung des psychopathischen Mörders behilflich zu sein. Durch eine Information aus der Heimat bringt sie ihn auch soweit, das Flugzeug zurück nach Hause zu besteigen wollen Weitere Morde geschehen und die Jagd nach dem Mörder führt Harry Hole und seine Kollegen quer durch die Weltgeschichte, bis sie ihm immer näher kommen... Insgesamt war das Buch ganz gut zu lesen, allerdings waren 700 Seiten für einen Krimi/Thriller doch ziemlich viel Input. Momentan brauche ich erstmal etwas Abstand zu den Charakteren, denke aber darüber nach, die ersten Teile der Harry Hole-Reihe auch noch im Nachgang zu lesen. |
Bewertung von anyways aus greifswald am 12.03.2010![]() |
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| Kaja Solness, neuestes Mitglied der Abteilung für Gewaltverbrechen unter der Leitung von Gunnar Hagen, wird die zweifelhafte Ehre zu teil, den äußerst brillanten aber alkoholabhängigen Harry Hole aus dem Großstadtdschungel Hongkongs in die heimatlichen Gefilde zu überführen. Sie hat einen Auftrag für Harry und setzt als Druckmittel seinen schwerkranken Vater ein. Aber so einfach ist das nicht, Harry ist schwer zu überzeugen und ihm sitzen die chinesischen Triaden im Nacken. Der ein oder andere todsichere Tipp auf der Pferderennbahn ging daneben. Kaja lässt sich nicht abschrecken, boxt bei Hagen die Schuldsumme durch und fliegt zusammen mit Harry nach Hause. Nur ein wirkliches Zuhause gibt es für Harry in Norwegen nicht mehr. Seit dem letzten großen Fall hat sich sein Leben dramatisch verändert, seine Ex-Freundin Rakel, die er immer noch liebt, und ihr Sohn Oleg haben Norwegen ebenfalls verlassen, nachdem der „Schneemann“ Rakel fast getötet hätte.Da während seiner eigenen Abwesenheit die Stromrechnung für seine Wohnung nicht mehr gezahlt wurde, zieht Harry kurz entschlossen in das leer stehende Haus seines Vaters. Überall ist er inkognito unterwegs, denn auch der Auftrag, den Gunnar Hagen ihm unterbreitet darf er nur im Verborgenen durchführen. Zwei Frauen sind auf bestialische Weise ums Leben gekommen. Ertrunken in ihrem eigenen Blut, ausgelöst durch 24 seltsame Einstiche, ausgehend von der Mundhöhle. Da Hagen einen Serientäter vermutet und Harry der Beste auf diesem Gebiet ist, setzt er ihn darauf an. Zum Team gehören neben ihm auch Kaja und der Kriminaltechniker Holm. Die drei nehmen das Leben der beiden Ermordeten unter die Lupe und finden keine Gemeinsamkeiten. Als eine dritte Frau geköpft im Schwimmbad aufgefunden wird, vermutet Hole als Erster einen Zusammenhang und kommt damit dem neuen Chef der Mordermittlung Bellmann in die Quere. Nazistisch, brutal ehrgeizig und durchtrieben fängt dieser an Hole zu bekämpfen, mit allen legalen und illegalen Mitteln. Der Verdacht eines Verräters im Team macht sich breit und lässt Harry wieder öfter zur Flasche greifen, und weit und breit keine Spur die Licht ins Dunkel bringt, bis ein Hinweis über eine vermisste Frau eingeht. Die Verschwundene befand sich vor nicht allzu langer Zeit im norwegischen Hochgebirge, in einer Übernachtshütte zusammen mit mehreren Leuten u. a. der Ermordeten. Die Hinweise über deren Verbleib lässt Harry nach Ruanda fliegen, findet die Frau zwar nicht, aber dafür entdeckt er die perfide Mordwaffe. Zurück in Norwegen nimmt er die Ermittlungen wieder auf und arbeitet sogar zeitweise mit seinem Widersacher Bellmann zusammen. Jo Nesbo , diesmal lässt er Harry Hole zerrütteter, alkoholabhängiger und zeitweise völlig desorientiert erscheinen.Neben Whiskey hat er noch eine weitere „Leidenschaft“ – das Schnüffeln von Heroin, vielleicht erklärt das die vielen Wendungen und Irrwege die der so Gebeutelte im Laufe dieses Buches durchschreitet. Neben dem schwerkranken Vater, der Sehnsucht nach Rakel und Oleg, der großen und kleinen Kriege zwischen den Dezernaten hat er es mit einem brillanten und brutalen Täter zu tun. Keine leichte Aufgabe. Der Autor schafft das Kunststück, den „Schneemann“ noch zu Toppen. Er stürzt uns Leser in das Gefühlschaos des Hauptakteurs, zeigt uns die schwärzesten Seiten der Menschen das abgrundtief Böse und lässt bei uns ein flaues Gefühl im Magen zurück. Das Buch ist brillant, genial und durchweg fesselnd geschrieben. |
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