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Leo Africanus
Ein Reisender zwischen Orient und Okzident
Übersetzer: Ghiradelli, Gennaro
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Wagenbach
- 2008
- Ausstattung/Bilder: 2008. 397 S. m. 32 Abb.
- Seitenzahl: 397
- Deutsch
- Abmessung: 248mm x 175mm x 36mm
- Gewicht: 829g
- ISBN-13: 9783803136275
- ISBN-10: 380313627X
- Best.Nr.: 23822228
Produktbeschreibung zu "Leo Africanus"
Beschreibung
28.11.2008
Von vorne bis hinten getürkt
Natalie Zemon Davis schreibt mit "Leo Africanus" eine
Antwort auf Samuel Huntington.
Von Nils Minkmar
Ein Vogel, der auch schwimmen kann, beschwert sich bei den Fischen:
Der König der Vögel wolle ihn besteuern, dabei sei er doch einer
von ihnen, ein Fisch. Also wohnt er so lange unter den Fischen, bis
die Steuer beim König der Fische fällig wird, dann fliegt er steil
in den Himmel empor, zu seinen gefiederten Verwandten und lebt
unter denen, so lange, bis auch dort die Steuer fällig ist.
Der frühneuzeitliche Kosmograph Leo Africanus, geboren um 1487 in
Granada und nach der Reconquista im marokkanischen Fez
aufgewachsen, zitiert diese Parabel in seiner 1550 erschienenen
Descrittione dell Africa, der ersten neuzeitlichen Beschreibung des
Kontinents. Sie stamme, erläuterte er seinen Lesern, aus jener
berühmten Sammlung arabischer Weisheit, dem "Buch der Hundert
Geschichten". Er zitiert sie in programmatischer Absicht:
Diese in der Parabel anklingende Möglichkeit einer zweiten
Perspektive auf die Welt solle ihn bei der Arbeit an seinem Buch
leiten: "Ich werde es machen wie der Vogel. Wenn die Afrikaner
…
14.10.2008
Getauft vom Papst und doch Muslim
Ein Vogel, der sowohl in der Luft wie unter Wasser leben konnte: Natalie Zemon Davis erzählt die Lebensgeschichte des Leo Africanus, eines Reisenden zwischen Orient und Okzident Von Stefan Weidner
Eine Monographie, scheint es, wie sie nicht besser in unsere Zeit passt: Abriss eines der frühesten in Europa aktenkundigen Werke der „Migrantenliteratur”; die wertneutrale Beschreibung einer anderen Kultur und Religion; Rom zur Zeit Luthers mit den Augen eines scheinkonvertierten Muslims gesehen; das Psychogramm eines Pendlers zwischen den Kulturen, zwischen Christentum und Islam, abgelesen an 1000 frühneuzeitlichen Foliantenseiten– das ist in wenigen Stichworten die Biographie der amerikanischen Historikerin Natalie Zemon Davis über al-Hassan al-Wazzan alias Yuhanna al-Asad alias Giovan Lioni Africano alias Leo Africanus, den wir heute vor allem als Helden des gleichnamigen Romans von Amin Maalouf aus dem Jahr 1986 kennen. Der auf französisch schreibende libanesische Schriftsteller hatte dank seines eigenen Vertriebenenschicksals als erster ein Gespür für die Archetypik der doppelten Identität von Leo Africanus, der …
09.12.2008
Judith von Sternburg preist Natalie Zemon Davis' in ihrem Buch
über Leo Africanus unter Beweis gestellte unerhörte Belesenheit und
schwärmt von der Gabe der Autorin, sowohl interessante Details als
auch das große Ganze faszinierend zu beleuchten. Die gerade 80
Jahre alt gewordene amerikanische Historikerin lässt uns den in
Nordafrika als Moslem aufgewachsenen Leo Africanus, der 1518 Papst
Leo X. geschenkt wurde, als listigen Diplomaten sehen, der sich
sowohl in der arabischen wie in der westlichen Welt zu behaupten
wusste, stellt die Rezensentin fest. Wie Leo Africanus selbst,
dessen berühmtestes Werk ein Buch über Afrika ist, weiß auch die
Autorin, was die westlichen Leser fesselt, so Sternburg
anerkennend, die sich deshalb auch gern von Davis durch die
"fremden Welten" des 16. Jahrhunderts führen lässt. Und
wenn die Autorin Leo Africanus dann eine "innere
Verwandtschaft" mit dem französischen Erzähler Rabelais
attestiert, mit dem sie in einem Epilog ein fiktives
Zusammentreffen arrangiert, dann wird die Denk- und Schreibweise
des Leo Africanus auch für den "europäischen Leser"
vertraut, so die Rezensentin gefesselt.
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt zu "Natalie Zemon Davis"
Natalie Zemon Davis, 1928 in Detroit geboren, ist Historikerin und eine der wichtigsten Vordenkerinnen der interdisziplinären Kulturwissenschaft. Sie unterrichtete in Berkeley, Oxford und Princeton. Seit ihrer Emeritierung 1996 lebt sie als freie Schrifstellerin in Toronto und ist dort wieder an der Universität tätig.
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