Die schulische Leistungsbewertung und die Lernkultur bedingen
einander wechselseitig. Das, was geprüft und beurteilt wird,
bestimmt in großem Maße das, was gelernt wird. Darüber hinaus
bestimmt aber auch die Art, wie geprüft und beurteilt wird, die
Lernkultur. Alle Versuche, eine neue Lernkulturan Schulen zu
etablieren, stoßen daher an Grenzen, wenn nicht auch das System der
Prüfung und Beurteilung der Schülerleistungen reformiert wird. Die
Widersprüche zwischen neuen Formen des Lehrens und Lernens
einerseits und der herkömmlichen Leistungsbeurteilung andererseits
werden von Lehrern und Wissenschaftlern zunehmend als problematisch
eingeschätzt, und die Suche nachneuen Verfahren hat begonnen.
In diesem Buch wird ausführlich dargelegt, welche neuen Formen der
Leistungsbewertung es gibt und wie sie für den Aufbau einer neuen,
selbständigkeitsfördernden Lernkultur nutzbar gemacht werden
können. Entwicklungsrichtungen für eine gründliche Reform dieses
Bereichs schulischer Arbeit werden aufgezeigt und begründet. Die
Leistungsbewertung wird als eine Gestaltungsaufgabe für die Schulen
und alle daran Beteiligten beschrieben. Die neuen Methoden haben
eine veränderte Funktion im Lernprozess: Sie sind Bewertung und
Lernhilfe zugleich. Viele von ihnen setzen auf den Dialog über die
Leistungen, sie führen zu inhaltlichen Aussagen und zu einer
entwickelten Feedback-Kultur. Leistungsbewertung wird dabei auch zu
einem Mitteln des Lernens der Schüler. Die Entwicklung der
Fähigkeiten zur Kontrolle, Bewertung und Steuerung des Lernens wird
als konstitutiv für den Aufbau einer neuen Lernkultur
betrachtet
Inhaltsverzeichnis:
Vorwort des Herausgabeteams der Reihe. V
Einleitung. 1
1 Eine Reform der Leistungsbewertung ist überfällig. 3
1.1 Die "Neue Lernkultur" und die Frage der
Leistungsbewertung. 4
1.2 Die Problematik der herkömmlichen Leistungsbeurteilung.
33
1.3 Entwicklungsrichtungen für die Leistungsbewertung - ein Modell.
67
2 Aufgaben der Reform der Leistungsbewertung. 77
2.1 Leistungsbewertung als pädagogische Diagnose. 78
2.2 Die Integration der Bewertung in den Lernprozess. 95
2.3 Rechenschaftslegung, Öffentlichkeit und beauftragte
Beurteilung. 106
2.4 Auf neuen Wegen zu Leistungsnormen. 132
2.5 Merkmale eines erweiterten Leistungsverständnisses. 141
3 Dimensionen eines modernen Umgangs mit Schülerleistungen.
158
4 Neue Methoden der Leistungsbewertung. 185
4.1 Das Portfoliokonzept. 187
4.2 Lernkontrakte. 215
4.3 Beobachtungen im Prozess. 224
4.4 Selbstbewertung, wechselseitige Bewertung und beauftragte
Bewertung. 236
4.5 Lerntagebücher. 254
4.6 Leistungspräsentation. 275
4.7 Rückmeldebögen. 283
4.8 Bewertungskonferenzen. 294
4.9 Zertifikate. 300
5 Überlegungen zum Schluss: Die Leistungsbewertung zu einem
Gestaltungsbereich machen. 312
Literaturverzeichnis. 316
Ausstattung/Bilder: VI, 345 S. - 230 x 155 mm - 590 g
Deutsch
ISBN-13: 9783834001818
ISBN-10: 3834001813
Best.Nr.: 20936452
Felix Winter ist Erziehungswissenschaftler und Psychologe. Er arbeitet am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich in der Lehrerbildung. Zuvor war er viele Jahre als Lehrer und Forscher an den Schulprojekten der Universität Bielefeld tätig. Seine Arbeitsschwerpunkte sind: Neue Formen der Leistungsbewertung und Prüfung, Portfolioarbeit, Offener Unterricht; reflexive Lernverfahren und Feedback-Kultur im Klassenzimmer. Er ist Sprecher des Internationalen Netzwerks Portfolioarbeit.
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