Lebensanfang - Petersdorff, Dirk von

Dirk von Petersdorff 

Lebensanfang

Eine wahre Geschichte

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Lebensanfang

Jeder, der Kinder bekommt, weiß, wie sie das gesamte Leben umwälzen, wie, als wäre es der Urknall, alles neu beginnt. Nicht nur die Kinder entdecken die Sinne und die Welt auf eine jeweils andere und stets überraschende Weise, auch die Eltern fangen noch einmal zu leben an. Sie werden an ihre eigene Kindheit erinnert, übernehmen neue Verantwortung, beginnen mit ihren Kindern selbst über alles zu staunen und die Sprache noch einmal zu lernen. Aber sie geben sich auch bis zu einem bestimmten Punkt auf, ihr Leben ist als Ort der Selbstverwirklichung gewissermaßen zu Ende, sie reichen es an die Kinder weiter. Dirk von Petersdorff, Vater der Zwillinge Max und Luise, beschreibt in seiner autobiographischen Erzählung 'Lebensanfang' anschaulich, in seiner dichten, schönen und genauen Sprache, wie sich dieser Prozeß in seinem Leben, dem seiner Frau und der Kinder vollzieht, wobei es ihm gelingt, zwischen den kleinsten Gegenständen der Kinder- und Elternwelt und den tiefsten Sinnfragen jene sprachliche und gedankliche Brücke zu schlagen, über die wir alle gehen müssen, wenn wir bei wachen Sinnen sind. 'Lebensanfang' ist ein solches Buch der wachen Sinne, bewegend, anschaulich und klug, über die ersten Lebensjahre der Kinder und die neuen Lebensjahre der Eltern, voller lebendiger, komischer, rührender, plastischer Szenen, feiner Überlegungen, Träume, Erinnerungen. 'Lebensanfang' ist ein besonderes Stück Gegenwartsliteratur und noch viel mehr: ein Buch für alle, die mit Kindern leben oder mit ihnen leben wollen.


Produktinformation

  • Verlag: Beck
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 169 S.
  • Seitenzahl: 169
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 132mm x 19mm
  • Gewicht: 270g
  • ISBN-13: 9783406563768
  • ISBN-10: 3406563767
  • Best.Nr.: 22802394
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.11.2007

Die Visualisierung der Milchflaschen

Fragmente einer Sprache der Windel: Dirk von Petersdorff, Lyriker und Literaturwissenschaftler, unternimmt den riskanten, aber reizvollen Versuch, das Leben mit Kindern in Worte zu fassen.

Es gibt keine Sprache für das Leben mit Kindern - diese düstere These geistert fast ungeprüft durch gegenwärtige Debatten rund um die Familie. Wenn Literatur das Leben spiegelt - wo sind dann die Romane über die Zeit mit den Kleinsten? Das Kabarett hat den Stoff längst für sich entdeckt. Eine erhabene Sprache dagegen will zu Windeln und Brei nicht passen. Nur Peter Handkes "Kindergeschichte", die "das Kind" merkwürdig anonymisiert und dennoch eine zarte Zweisamkeit entwirft, galt lange als Alibitext. Spärlich wurde nachgelegt, zuletzt "Lo und Lu" von Hanns-Josef Ortheil. Eine Sprache zu finden für das Leben mit Kindern - das scheint eine Frage des richtigen Standpunkts, einer Balance aus Nähe und Distanz geschuldet.

Der Lyriker und Germanist Dirk von Petersdorff konnte diesen Schreibakt gleich im Zweikampf trainieren. "Irgendwo lag immer ein Kind herum", meistens eben zwei, denn Max und Luise sind Zwillinge. Heute …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

"Meike Fessmann ahnt Schlimmes. Bei der Lektüre von Dirk von Petersdorffs Buch über sein ganz persönliches Vaterglück hat sie das Gefühl, als führe die Entdeckung der Vaterrolle den neuen Mann direkt ins Reich des Pathos und im Falle Petersdorff auch zu dem "Gefühl, heiligen Dingen beizuwohnen". Allzu viel, findet Fessmann dabei, ist über das "Kind im Naturzustand" ja nicht zu sagen, und "Schreien, Saugen und Kacken" sind auch aus der Vaterperspektive noch keine Revolution. Und von der Selbstreflexion, die der übernächtigte Autor dagegen auffährt, denkt Fessmann, wird das Baby auch nicht trocken.

© Perlentaucher Medien GmbH"

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 26.10.2007

Wo aller Spott zu schweigen hat
Heiliger Vaterernst: Dirk von Petersdorffs „Lebensanfang. Eine wahre Geschichte”
Wer ein Kind erwartet, sieht sich schnell mit allerlei Ratschlägen und Warnungen konfrontiert: bald werde nichts mehr sein wie zuvor, alles werde sich ändern. Und so sehr man sich auch dagegen wehren mag, kaum ist das Kind auf der Welt, muss man den Unken und Ratspendern recht geben. Da ist es nur noch eine Temperamentsfrage, wie man die Sache nennt. Nüchterne Naturen sprechen von einer Verschiebung der Prioritäten.
Es ist noch gar nicht lange her, dass nur die Frauen die Einschränkung durch ein Kind am eigenen Leib zu spüren bekamen. Für Generationen von Vätern war es selbstverständlich, dass die Mutter beim ersten Schrei des Kindes das eheliche Schlafzimmer verlässt, um es zu beruhigen. Auch die Frauen fanden es normal, den Schlaf des Gatten zu schützen. Bekanntlich hat sich diese nachsichtige Einstellung seit einiger Zeit verändert. Dass inzwischen auch Männer auf die Idee kommen, es könnte unfair sein, die Belastung so ungleichmäßig zu verteilen, darf als echter Forschritt gelten.
Der Wandel geschah bisher weitgehend im …

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Dirk von Petersdorff,1966 in Kiel geboren, lebt in Saarbrücken und lehrt dort Germanistik. Seinerersten Lyriksammlung "Wie es weitergeht" folgten zwei weitere Gedichtbände, "Zeitlösung" und 1999 "Bekenntnisse und Postkarten". Zuletzt publizierte er den Essayband "Verlorene Kämpfe". 1991 erhielt er den Förderpreis des 'Literarischen März', 1998 wurde er mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet, 2000 mit dem Preis der LiteraTour Nord

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