Laufen - Echenoz, Jean

Laufen

Roman

Jean Echenoz 

Aus d. Französ. v. Schmidt-Henkel, Hinrich
Gebundenes Buch
 
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Laufen

Er hasst den Sport, aber er hat keine andere Wahl. Bei einem Wettkampf im "Reichsprotektorat" wird sein Talent als Läufer entdeckt; er ist siebzehn. Auf der ersten Meisterschaft nach dem Krieg läuft er zwei Landesrekorde. Sein Laufstil lässt zu wünschen übrig, aber er ist sein eigener Coach, trainiert mit schwerem Schuhwerk, hängt sich Gewichte ans Bein und erfindet den Endspurt. Auf der ersten Nachkriegsolympiade in London holt er Gold für die CSSR. Er wird zum Leutnant befördert. Vier Jahre später, in Helsinki, dreimal Gold. Die Welt jubelt ihm zu. Er hält acht Weltrekorde. Er wird zum Hauptmann befördert. Und läuft immer in Rot, der Farbe der proletarischen Revolution: Er ist zur Symbolfigur für den Erfolg des realen Sozialismus geworden. Nur einmal stand er auf der "falschen" Seite: Im "Prager Frühling", als er auf dem Wenzelsplatz von einem Panzer herab die sowjetischen Soldaten aufforderte, nach Hause zurückzukehren. Er wird für acht Jahre in ein Uranbergwerk verbannt, darf nach Prag zurück aber wenn er, zur Müllabfuhr relegiert, hinter einem Karren durch die Vorortstraßen läuft, jubelt ihm die Bevölkerung immer noch zu ... Die atemberaubende Karriere des Langstreckenläufers Emil Zatopek ist zwischen zwei historische Daten gespannt: die Besetzung seiner Heimat 1939 durch die Deutschen und der Einmarsch der Russen 1968, der dem "Prager Frühling" ein Ende machte. Und wie nebenher gerät Echenoz der kleine Roman, den er aus Zatopeks Leben spinnt, zu einer bestürzenden Parabel der Diktatur.


Produktinformation

  • Verlag: Berlin Verlag
  • 2009
  • 4. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 125 S.
  • Seitenzahl: 125
  • Drei Leben Bd.2
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 130mm x 14mm
  • Gewicht: 220g
  • ISBN-13: 9783827008633
  • ISBN-10: 3827008638
  • Best.Nr.: 26239294
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 25.10.2009

Die tschechische Lokomotive
Der Mann, der Emil Zátopek war: Der Schriftsteller Jean Echenoz erfindet ein Läuferleben neu

Manche Läufer scheinen zu fliegen. Andere sehen aus, als tanzten sie, ziehen gelassen vorüber oder erwecken den Eindruck, als wollten sie so schnell wie möglich irgendwohin, weil man nach ihnen gerufen hat. Emil Zátopek aber, den sie die "tschechische Lokomotive" nannten, schuftete und schaufelte beim Laufen mit den Händen wie ein Erdarbeiter. Er war, auf der Rennbahn, das Gegenteil von Eleganz: Seine Züge entstellt, mit stoßweise hervorschnellender Zunge, die Fäuste geballt, ruderte er mit dem Oberkörper wild hin und her wie ein gegen seinen eigenen Schatten kämpfender Boxer - und gewann mit dieser Technik, die keine war, einen Lauf nach dem anderen.

Dabei gehörte Zátopek, dessen Name zum Synonym für olympische Schnelligkeit werden sollte, als Kind zu jenen, die Sport hassen: Zu Hause, in der Nähe von Ostrava, einer Kohle- und Stahlstadt in Mähren, hatte er für seine Brüder und deren Freunde nur Verachtung übrig, wenn diese in ihrer Freizeit einem Ball hinterherliefen. Emil wurde zum Läufer nicht aus …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.02.2010

Schnaufen, schaufeln, zuckeln, schuften
Jean Echenoz’ Roman über die „tschechische Lokomotive”, den legendären Langstreckenläufer Emil Zátopek
Jean Echenoz erzählt gern fremde Leben nach, die Lebensläufe von bekannten Persönlichkeiten, so weit sie sich aus dem biographischen Schrifttum und aus anderen gedruckten Quellen erschließen lassen. Anders aber als „richtige” Biographen fügt Echenoz dem archivierten Wissen über seine Figuren keine neuen Ergebnisse hinzu, anders als literarische Porträtisten erfindet er keine Dialoge und keine Gemütszustände, für die es keine Beweise gibt. Nach Maurice Ravel ist jetzt Emil Zátopek an der Reihe, die „tschechische Lokomotive”, der große, der allergrößte Langstreckenläufer, der 1948 und 1952 drei olympische Goldmedaillen von 5000 Meter bis zum Marathon gewann und der eine Zeitlang den Weltrekord auf allen Strecken ab 5000 Meter hielt.
„Laufen”, Echenoz’ Zátopek-Roman, ist sehr kurz, was auch daran liegen mag, dass in ihm wenig geredet und viel gelaufen wird. Dabei wird Zátopek als ein geselliger Mensch geschildert, der, sehr zum Leidwesen seiner Aufpasser und Funktionäre, in vielen …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Steffen Richter lobt die Kunst des Autors Jean Echenoz als eine der Erleichterung, des intelligenten Weglassens. Scheinbar klar, dass sich diese Gabe wunderbar entfalten kann, wenn sich der Autor dem Laufen, auch eine Kunst der Leichtigkeit, zuwendet. Doch was, wenn der Held der legendäre tschechische Langstreckenläufer Emil Zatopek ist, dessen Lauf den Rezensenten an ein Schaufeln und Schuften erinnert, keine Spur von Leichtigkeit also? Seine Geschichte erzählt Echenoz laut Richter anhand mit Bedacht ausgewählter Szenen aus Zatopeks Leben und abseits traditioneller Läufergeschichten und ihrer Kategorien, wie Einsamkeit und Identität, nämlich eben mit Blick auf den schweren Stil. Und kommt dadurch so richtig in Form, weil sein eigener Stil sich so schärfer konturiert denn je. Findet jedenfalls Richter.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Der Kanzlerin Angela Merkel hat dieses Buch ausnehmend gut gefallen." -- Süddeutsche Zeitung
Jean Echenoz wurde 1947 in Orange (Provence) gebo - ren, lebt in Paris. Im Berlin Verlag liegen außer dem 1999 mit dem Prix Goncourt ausge zeichneten Roman Ich gehe jetzt (2000, BvT 2002) folgende Ro mane vor: Die großen Blon dinen (2002), Cherokee (BvT 2004), Am Piano (2004, BvT 2005), Ein Jahr (2005, BvT 2007) und Ravel (2007, BvT 2008).


Kundenbewertungen zu "Laufen" von "Jean Echenoz"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.3 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen   sehr gut)
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Bewertung von Reisender aus Bayern am 08.05.2011   ausgezeichnet
Ein unglaublich guter Roman, der in seiner Form und seinem Schreibstil allerbestens zum Läufer Emil Zatopek passt. Da war keine Funktionskleidung, da waren keine Wunderschuhe, da gab es keine spezielle Sportlernahrung aus dem Labor. Emil Zatopek ist einfach gelaufen. Schnell, sehr schnell. So ist auch dieses Buch schnell gelesen. Man würde gerne weiterlesen. Aber Emil Zatope war einfach zu schnell und lang gedauert hat es bei ihm eben nie. Ein tolles Buch, nicht nur für Läufer, sondern auch für Menschen, die sich für die Geschichten hinter der Geschichte des Kalten Krieges interessieren.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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Bewertung von Torsten am 03.09.2010   gut
LAUFEN von Jean Echenoz ist ein Buch das man schnell gelesen hat.
Zu einem, weil es nicht sehr dick ist, zum anderen, weil man wissen möchte, wie es mit dem Emil so weitergeht. Man bleibt am Lesen da es zwar nicht spannend ist und trotzdem fasziniert. Man erfährt etwas über Sport und vor allem, wie einem dabei wiederfahren kann. Jeder der regelmäßig Laufen geht sollte es mal gelesen haben.

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Bewertung von alex am 03.05.2010   ausgezeichnet
ein phantastisches buch.
eine lebensgeschichte, nicht zu ausführlich, aber auch nicht zu kurz. einfach genau richtig.
zatopeks laufkünste grenzen tatsächlich an ein wunder, wunderbar beschrieben.
zeitgeschichtlich sehr gelungen, so war es wirklich.
man darf nicht zu viel verraten, denn das buch ist nicht sehr dick.
einfach lesen. für alle die laufen, gerade anfangen und für alle die, die ein idol brauchen, um ihren schweinehund zu besiegen.

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