Kurze Interviews mit fiesen Männern - Wallace, David Foster

David Foster Wallace 

Kurze Interviews mit fiesen Männern

Storys

Aus d. Amerikan. v. Marcus Ingendaay, Clara Drechsler, Bernhard Robben u. a.
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Kurze Interviews mit fiesen Männern

Neue Erzählungen des gefeierten Autors von "Kleines Mädchen mit komischen Haaren".

Die Storys dieses Buches beschreiben Landschaften und Geisteszustände, die einem bekannt und zugleich gänzlich fremd vorkommen: Ob einen Jungen auf dem Sprungbrett lähmende Angst überfällt oder eine unter Depressionen leidende Frau auf Anraten ihrer Therapeutin alte Freunde lediglich als Bezugssystem sehen soll - fast fröhlich stehen die Figuren am Abgrund und erkennen nicht, was sie treibt. Allen voran die 'fiesen' Männer, die in fiktiven Interviews ihre - vor allem sexuellen - Beziehungen zu Frauen ungeschminkt beschreiben dürfen: Wie ein Einarmiger Frauen aufreißt oder welche Motivation dahinter stecken kann, wenn ein Mann eine Frau heiratet, die bereits ein Kind geboren hat - durch die Interviews entsteht ein Beziehungskosmos, in dem die Protagonisten selbst, mal stammelnd, mal eloquent, ihre emotionalen Qualen darlegen, ihre Höhenflüge selbstbewusst zur Schau stellen oder ihre Ängste zu verbergen suchen.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • 2004
  • Ausstattung/Bilder: 2004. 379 S.
  • Seitenzahl: 384
  • rororo Taschenbücher Nr.23101
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 118mm x 28mm
  • Gewicht: 335g
  • ISBN-13: 9783499231018
  • ISBN-10: 3499231018
  • Best.Nr.: 11913745
"Diese Literatur, von so quasselnder Sinnlichkeit und intellektuellem Raffinement zugleich, stellt unermüdlich Fragen. Wir alle sind ihre Kandidaten." (FAZ)<br/><br/>"Eine Entdeckung! Klasse!" (Stern)<br/><br/>"Geniale Geschichten? David Foster Wallace!" (Die Welt)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.12.2010

DAS HÖRBUCH
„Scheißkerle,
alte Schule“
David Foster Wallace und einige
Interviews mit fiesen Männern
David Foster Wallace war viel zu intelligent, um die Sprache für ein Werkzeug der Verständigung zu halten. Folgerichtig beginnt das Hörspiel, das eine Quintessenz aus seinen Erzählungen zu ziehen versucht, mit fehlschlagender, konventionell stillgestellter Kommunikation: „Als sie einander vorgestellt wurden, machte er eine witzige Bemerkung in der Hoffnung, damit gut anzukommen. Sie lachte nachhaltig in der Hoffnung, damit gut anzukommen. Später fuhren sie getrennt nach Hause, den Blick starr geradeaus gerichtet . . . Ich, der sie einander vorgestellt hatte, mochte eigentlich keinen von beiden besonders, tat jedoch so, weil ich das gute Verhältnis nicht belasten wollte.“ Damit ist der Tonfall vorgegeben, beginnen die Figuren, sich redend zu verheddern. Wer sie sind? Herumsitzende, Vorübergehende, Männer meist, „Scheißkerle, alte Schule“, getrieben von Gier und Angst und der Furcht vor Souveränitätsverlust. Da werden Worte zu Waffen, dienen Sätze als Schutzschirme oder Fallstricke.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.09.2002

Hölle, Hölle, Hölle
Amerikanische Kreuzfahrten: Nach Jonathan Franzen überquert jetzt sein Generationsgenosse David Foster Wallace den Atlantik

Wer, in Gottes Namen, soll so etwas lesen: Eine akribisch mit Datum, Ort und laufender Nummer versehene Reihe von Selbstdarstellungen ekliger, gemeiner oder einfach nur perverser Machos, die mit ihren sexuellen Eroberungen prahlen oder den totalen Durchblick in der Verwandlung ihrer Partnerinnen in hörige Sklaven zur Schau stellen. Oder das quälend detaillierte Protokoll einer "depressiven Person", die vergeblich ihre traumatische Erinnerung daran zu verarbeiten versucht, wie ihre geschiedenen Eltern einst über die Kosten ihrer Zahnspange stritten, und deren Therapeutin schließlich Selbstmord begeht. Oder eine hundertachtzigseitige Reportage über eine Luxuskreuzfahrt in der Karibik, die, mit insgesamt 136 Fußnoten, kein noch so unappetitliches Detail über das hochmoderne "Unterdruck-Abwasser-System" oder die Stadien der Seekrankheit ausspart. Wer so etwas lesen soll? Jeder, der sich von Literatur noch altmodisch-modern Erkenntnis verspricht, für den Ästhetik auch mit Widerstand gegen die Verführungen …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Zum Nennwert darf man Töne und Sprachlagen in diesen Erzählungen von David Foster Wallace nicht nehmen. Er unternimmt die Mimikry an verschiedene "Soziolekte", jeweils - wie der Rezensent Oliver Jungen ausdrücklich feststellt - von Marcus Ingendaay und Clara Drechsler exzellent ins Deutsche gebracht. Observiert werden die Figuren und im falsch-distanzierten Zungenschlag eines Jargons der Sachlichkeit ihren oft traurigen Schicksalen überantwortet. Beeindruckend findet Jungen die "einprägsame Bildhaftigkeit" und völlig überzeugend diese Hörspielversion: die "mutig dissonante Klangkomposition" passe bestens zu diesen konsequenten Blicken in menschliche Abgründe.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Diesem Gefühl ist das konzentrierte, wunderbar kraftvolle, mit dem Willen zur Perfektion produzierte Hörspiel verpflichtet."

"Ein menschliches Bestiarium, das von den Rändern der Gesellschaft aus betrachtet vor Zynismus und unfreiwilliger Komik nur so strotzt." Kölner Stadtanzeiger
David Foster Wallace, geb. 1962 geboren, gilt als einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen Literatur. Er studierte Philosophie und unterrichtete zuletzt Creative Writing am Pomona College in Claremont, Kalifornien. David Foster Wallace starb am 12. September 2008.

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