Kulturgeschichte des Klimas - Behringer, Wolfgang

Wolfgang Behringer 

Kulturgeschichte des Klimas

Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung

Broschiertes Buch
 
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Kulturgeschichte des Klimas

Nie war das Reden über das Wetter spannender Die heutigen Klimabefunde und -prognosen sind zahlreich, Hiobsbotschaften eingeschlossen,aber was wissen wir über Klimaschwankungen vor 500 oder 50.000 Jahren? Fundiert und anschaulich schildert Wolfgang Behringer, mit welchen angenehmen Umweltbedingungen, aber auch mit welchen Schwierigkeiten unsere Vorfahren konfrontiert waren und wie sie damit umgingen. Das führt nicht zuletzt zu einem tieferen Verständnis der heutigen Herausforderungen durch die globale Erwärmung.

Die heutigen Klimabefunde und -prognosen sind zahlreich, Hiobsbotschaften eingeschlossen, aber was wissen wir über Klimaschwankungen vor 500 oder 50.000 Jahren? Fundiert und anschaulich schildert Wolfgang Behringer, mit welchen Schwierigkeiten, aber auch mit welchen angenehmen Umweltbedingungen unsere Vorfahren konfrontiert waren und wie sie damit umgingen. Das führt nicht zuletzt zum tieferen Verständnis der heutigen Herausforderungen durch die globale Erwärmung.

"Wer glaubt, zum Thema Klima schon alles zu wissen, den erwartet hier eine Überraschung." -- Der Spiegel


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 352 S. m. 44 Abb. 210 mm
  • Seitenzahl: 352
  • dtv Taschenbücher Bd.34652
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 136mm x 25mm
  • Gewicht: 357g
  • ISBN-13: 9783423346528
  • ISBN-10: 3423346523
  • Best.Nr.: 29741679
"Wer glaubt, zum Thema Klima schon alles zu wissen, den erwartet hier eine Überraschung." (Der Spiegel)

»Wer glaubt, zum Thema Klima schon alles zu wissen, den erwartet hier eine Überraschung: Anstatt mit Thesen um sich zu werfen, erledigte der Saarbrücker Frühneuzeitler erst einmal wissenschaftliche Hausaufgaben - und fand bei seiner emsigen Recherche manches, was Untergangspropheten schlecht in den Kram passen wird. (...) Dass die globale Klimabalance in Gefahr sein dürfte, leugnet Behringer keineswegs. Er möchte nur die momentan aufgeheizten Debatten abkühlen, indem er zeigt: Sünden an der Natur bekennen und Strafe von ihr erwarten, dieses betagte Denkmodell wird dem komplexen Biosystem Erde auf keinen Fall gerecht. Behringers faktengespicktes, im Kern nachdenkliches Buch macht einem ganzen Berufsstand ehre.« Johannes Saltzwedel, KulturSpiegel August 2007

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.10.2007

Die Liebe der Hexen zur Eiszeit
Wolfgang Behringer lässt die hohe Kultur zum bloßen Reflex der Quecksilbersäule zusammenschnurren. Dem coolen Historiker missfällt das Gerede vom angeblichen „Gleichgewicht des Klimas” Von Jürgen Osterhammel
Mittlerweile ist es ein harmloser Spaß geworden, die Kulturgeschichte von allem und jedem zu schreiben. Ein besonderer Reiz des Paradoxen stellt sich dann ein, wenn dem scheinbar Unverfügbaren nachgewiesen wird, nichts als ein „kulturelles Konstrukt” zu sein. Auch die Natur ist nicht das fremde Gegenüber von Kultur. Sie hat eine Geschichte, die aus heutiger kulturhistorischer Sicht eine Geschichte ihrer Imaginierung ist. Klima und Wetter liefern dafür jedes Beispiel, das man sich nur wünschen kann. Sonnenkulte und Regengeister, Wolkenbilder und Sturmmusiken, Pelzmantel und Schirm, Wintersport und Sommerfrische: Sie alle haben ihre Historiker gefunden oder verdienen sie.
Doch beim Klima hört der Spaß allmählich auf. Selbst wen die Wärme kalt lässt und wer vom Hochsitz seines Lifestyle-Geländewagens das Versinken exotischer Küstenstriche im Meer oder das Überleben des Eisbären als Kuscheltier mit …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Franz Mauelshagen findet es durchaus löblich und Gewinn bringend, dass sich auch Historiker mit dem Klimawandel befassen, von Wolfgang Behringers Buch, das auf knapp 300 Seiten eine ganze "Kulturgeschichte des Klimas" bieten will, ist er enttäuscht, manches hat ihn sogar ziemlich aufgebracht. Zunächst ärgert den Rezensenten, dass Behringer nirgends das Scharnier begründet, über das er die kulturellen und die klimatischen Wandlungen der Weltgeschichte miteinander verbindet. Zudem habe der Autor häufig auch noch Beispiele gewählt, bei denen nachweislich nicht das Klima, sondern politische und soziale Gründe vorliegen, wie beispielsweise die große Hungersnot in Irland im 19. Jahrhundert, so der Rezensent irritiert. Besser gefallen haben Mauelshagen die Kapitel, die sich mit Behringers Spezialgebiet der Frühen Neuzeit befassen, insbesondere die Überlegungen zu Totentanzdarstellungen des 14. Jahrhunderts, die wie der Autor nachweist, nicht aus den Pesterfahrungen der Zeit hervorgegangen sind, sondern einen Bezug zur Hungersnot der Kleinen Eiszeit nahe legen. Richtig geärgert hat sich Mauelshagen hingegen über den untergründigen Relativismus, mit dem Behringer der Klimaerwärmung entgegentritt und auch im Mittelalter eine globale Erwärmung behauptet und damit den Lesern Gelassenheit angesichts der, wie der Rezensent betont, von Menschen verursachten und katastrophalen Klimaveränderungen empfiehlt.

© Perlentaucher Medien GmbH
Prof. Dr. phil. Wolfgang Behringer, geboren 1956 in München, studierte Geschichte, Politologie und Germanistik. Seit Herbst 1999 ist er Professor für Geschichte in York/England. Er veröffentlichte Arbeiten zur Hexenverfolgung, zur Geschichte der Kriminalität, des Fliegens und der Kommunikation.

Kundenbewertungen zu "Kulturgeschichte des Klimas" von "Wolfgang Behringer"

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Bewertung von MaWiOr aus Halle am 29.12.2010 ***** ausgezeichnet
Unser Klima ändert sich. Das ist mittlerweile unbestritten. Das Klima der Erde hat sich jedoch im Laufe der Erdgeschichte immer wieder dramatisch geändert; blieb aber seit der Entstehung des Lebens immer in einem Bereich, der Leben ermöglichte. Aber seit ungefähr hundert Jahren schwant dem Menschen, dass er der Auslöser für eine Klimaveränderung sein könnte. Erst schien es ihm nicht bedrohlich, dann schien es sogar kälter zu werden und mittlerweile dreht sich alles um die Prognosen zur globalen Erwärmung.

Der Historiker Wolfgang Behringer hat nun die Kulturgeschichte des Klimas untersucht. Dazu unternimmt er eine kleine Zeitreise in die Erdgeschichte, um der natürlichen Wandelbarkeit des Klimas auf die Spur zu kommen. In einem zweiten Schritt beleuchtet er dann die Reaktionen von Kultur und Gesellschaft auf den Klimawandel.

Im Mittelpunkt seiner Betrachtungen steht die globale Abkühlung während der Kleinen Eiszeit, jener kurzen Periode vom 13. bis 19. Jahrhundert, die vor allem in Nordeuropa zu ökonomischen und demografischen Schwierigkeiten führte. Die Ursachen der Kleinen Eiszeit sind bis heute noch ungewiss. Das hat mit der kargen Quellenüberlieferung zu tun. Aber mit Sicherheit sind ein leichter Rückgang der Sonnenaktivität und ein verstärkter Vulkanismus mögliche Erklärungen. Theologische Publikationen hatten in der Folgezeit Hochkonjunktur und konfessionelle Spannungen nahmen zu. Wettererscheinungen dienten verstärkt als Anlass für theologische Überlegungen. Erst durch den Geist der Aufklärung glaubte man wieder an die Vernünftigkeit der Natur und den Fortschritt der Wissenschaften.

In der Modernen Warmzeit, der globalen Erwärmung unserer Tage, wird dagegen eine scheinbare Abkopplung von den Kräften der Natur gesehen. Die industrielle Revolution und die Ausbeutung fossiler Energien kennzeichnen den menschlichen Einfluss auf Umwelt und Klima. Mit elektronischen Datenverarbeitung und der Satellitenbeobachtung wurde die Klimaforschung auch zu einer politischen Zukunftsforschung.

In einem Epilog „Umweltsünde und Treibhausklima“ geht der Autor noch einmal auf den Zusammenhang von Umwelt- und Klimaschutz ein. Abschließend sieht er die Klimapolitik als die Herausforderung des 21. Jahrhunderts.

Das Buch ist eine faszinierende Lektüre, die den komplexen Hintergrund zwischen Klimawandel, Geschichte und Kultur anschaulich macht. Das Klima hat sich immer geändert, doch überlassen wir die Interpretation nicht irgendwelchen kulturgeschichtlichen Ignoranten.

Manfred Orlick

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