Das fünfzigjährige Jubiläum des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens
(1961-2011) bedeutet ein halbes Jahrhundert Einwanderungsgeschichte
für Türken in Deutschland. Durch die anhaltenden Debatten um
Integration und Islam gerät dabei zu Unrecht die enorme
Kulturleistung der größten in Deutschland lebenden Minderheit aus
dem Blickfeld. Das vitale kulturelle Leben türkischer Einwanderer
bringt nicht nur international anerkannte Filmregisseure wie Fatih
Akin oder Bestsellerautoren wie Akif Pirinçci hervor. Auch in
anderen Bereichen wie etwa Musik, Bildhauerei, Comedy sind
Deutsch-Türken kulturell produktiv. Die Partei der Grünen ist heute
ohne Cem Özdemir ebensowenig denkbar wie die Gastronomie ohne
türkische Küche, und was wäre deutsches Urlaubsleben ohne die
legendären "Öger Tours"? Das Kompendium präsentiert
erstmals und umfassend eine beeindruckende Vielfalt von Fakten und
Hintergründen türkisch-deutscher Kulturgeschichte in
wissenschaftlicher und zugleich anschaulicher Weise. Chronologische
Überblicksartikel der jeweiligen Jahrzehnte, diachronischen
Themenbeiträge zu Politik, Wirtschaft und Kultur sowie zahlreiche
Schlaglichter zur Kulturgeschichte bieten Kennern als auch
Interessierten spannende Einblicke in türkisch- deutsche Kultur.
Damit trägt das Buch auch zu einem gemeinsamen kulturellen
Gedächtnis des Einwanderungslandes Deutschland bei.
Michael Hofmann, Prof. für neuere deutsche Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik an der Universität Paderborn, Studium der Germanistik, Romanistik und Philosophie an den Universitäten Bonn und Poitiers, Lehrtätigkeiten an den Universitäten Bonn, Nancy und Lüttich, zur Zeit Professor für neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Paderborn.
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