Krokodil im Nacken - Kordon, Klaus

Klaus Kordon 

Krokodil im Nacken

Roman. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2003, Kategorie Preis der Jugendlichen

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Krokodil im Nacken

Die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts ist der brisante Stoff, aus dem Klaus Kordons Meisterwerke sind:
Stasi-Untersuchungsgefängnis Berlin-Hohenschönhausen. In der Zelle 102 sitzt Manfred Lenz, in einer anderen seine Frau Hannah. Ihre Kinder Silke und Michael sind im Kinderheim untergebracht. Eine missglückte Republikflucht, im Sommer 1972, hat die Familie auseinandergerissen. Viele Monate Einzelhaft, Schikanen, endlose Verhöre durch die Stasi.
In dieser Zeit rekapituliert Lenz sein Leben: Da ist die Kneipe der Mutter am Prenzlauer Berg, in der er nach dem Krieg aufwächst. Beim Einmarsch sowjetischer Panzer auf dem Potsdamer Platz, am 17. Juni 1953, ist der zehnjährige Manne dabei. Da ist, nach dem Tod der Mutter, das Kinderheim, in dem sechshundert Kinder und Jugendliche mit militärischem Drill zu jungen Sozialisten erzogen werden sollen und aus dem Manne Lenz bald rausfliegt. Da ist die Insel in der Spree - dreißig Jungen im Jugendwohnheim - und nur wenige hundert Meter entfernt die verlockende Grenze nach WestBerlin.
Nach dem 13. August 1961 flüchten seine besten Freunde - der 18-jährige Manfred Lenz geht nicht mit. Die Liebe zu Hannah, ihre frühe Hochzeit, die schwierige Zeit als Wehrpflichtiger und der berufliche Aufstieg als Exportkaufmann, der Reisen bis ins ferne Asien mit sich bringt, bestimmen fortan Lenz` Leben. Er könnte zufrieden sein, vielleicht sogar glücklich, nach dem Prager Frühling 1968 aber sitzt ihm das "Krokodil" im Nacken ...
Am Ende des Romans werden die Häftlinge Manfred und Hannah Lenz von der Bundesrepublik freigekauft. Erst ein Jahr später dürfen ihre Kinder folgen.

Ein Zeitpanorama, wie es spannender nicht sein könnte.


Produktinformation

  • Verlag: Beltz
  • 2002
  • Ausstattung/Bilder: 2002. 795 S.
  • Seitenzahl: 795
  • Altersempfehlung: ab 14 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 214mm x 145mm x 49mm
  • Gewicht: 880g
  • ISBN-13: 9783407808936
  • ISBN-10: 3407808933
  • Best.Nr.: 10785834
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 25.11.2002

Fluchtversuch
Klaus Kordon erzählt vom langen Leiden an der DDR
KLAUS KORDON: Krokodil im Nacken, Beltz & Gelberg, Weinheim 2002. 796 Seiten, 19,90 Euro.
„Wer nicht lebt, wie er denkt, wird irgendwann denken, wie er lebt.” War er selbst schon auf dem Wege dahin, zu denken, wie er lebte? „War der mutige Schubladenschreiber Lenz in Wahrheit eine Lusche, ein Feigling, einer, mit dem man alles machen kann?” Als Manfred Lenz, Alter Ego des renommierten Jugendbuchautors Klaus Kordon, sich diese Frage stellt, kennt der Leser bereits die Antwort. Denn Kordons Autobiographie „Krokodil im Nacken” beginnt im Jahr 1972 – mit einem missglückten Fluchtversuch der Familie Lenz in die BRD.
Klaus Kordon, 1943 in Berlin geboren, lebte lange Jahre in der DDR, war dort Lagerarbeiter, studierte später Volkswirtschaft und reiste als Exportkaufmann in alle Welt. Heute ist er freier Schriftsteller in Berlin. Seine Kinder- und Jugendbücher sind vielfach ausgezeichnet worden – doch der Weg zu Ruhm und innerer Ruhe war hart. Denn einst setzte Kordon eine gesicherte Zukunft, persönliches Glück aufs Spiel, um auf die andere Seite der Mauer, in die …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 03.12.2002

Tagträume in der Rumpelkammer
Klaus Kordons Zellenmarathon durch die deutsch-deutsche Geschichte

Sechzehn Schritte Bewegungsfreiheit sind dem knapp dreißig Jahre alten Häftling Manfred Lenz in Zelle 102 geblieben. Acht hin, acht zurück. Der Spielraum im Kopf ist größer, freier macht ihn das nicht. War es richtig, die Republikflucht zu planen? Was ist mit Hannah, seiner ebenfalls inhaftierten Frau? Werden die Kinder, jetzt getrennt von den Eltern, je verstehen, was die Familie zur Flucht aus der DDR trieb? Aus der erdrückenden Enge des Stasi-Gefängnisses läßt Klaus Kordon auf fast achthundert Seiten deutsche Wirklichkeit lebendig werden, die Lebensgeschichte eines Mannes, aber auch die des Staates, in dem er erst freiwillig bleibt, den er aber nicht aus freien Stücken verlassen darf. Der Umfang muß nicht bange machen: In diesen Roman will man ein- und aus ihm nicht wieder auftauchen.

Lenz wird 1943 geboren. Als Kind flieht er oft in die Rumpelkammer der Berliner Kneipe seiner Mutter - sein "Amerika", wie er sein beengtes Traumland nennt -, um sich die Welt schön zu denken. Die wirkliche taugt nur wenig: Der Stiefvater ist ein Mann von …

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Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2003!<br/><br/>"Geschichtsschreibung in Romanform - keiner kann dies besser als Kordon." (Focus)<br/><br/>"Kordons Romane sind eine besondere Art der Geschichtsschreibung von unten." (Die Zeit)<br/><br/>"Er ist, ähnlich Fallada, ein moralischer, ein ehrlicher Erzähler." (Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt)<br/><br/>

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Klaus Kordon hat den Roman seines Lebens geschrieben: Manfred Lenz ist sein Alter Ego", jubelt Reinhard Osteroth. Dieser Manfred Lenz, so erfahren wir, sitzt wegen Republikflucht in einer Gefängniszelle und erinnert sich an seine Kindheit und Jugend, das Aufwachsen in und Herauswachsen aus der DDR. "Erstaunlich frei", so befindet Osteroth, bewegt sich der Autor auf den verschiedenen Zeitebenen. Obwohl das Buch fast 800 Seiten zählt, werde es nicht langweilig. "Die Zeitsprünge verhindern die Einströmigkeit und erhöhen die Spannung", kommentiert der Rezensent und erzählt uns dann mit einiger Begeisterung über Form und Inhalt die Geschichte des Manfred Lenz. Es ist eine Berliner Geschichte, von der schlesischen Großmutter der Kaiserzeit bis zum Protagonisten als "Freund der Jugend" in der DDR, die vom Prenzlauer Berg und "Grotewohl Express" über Kinderheim, jugendliche Westbesuche in Kreuzberg bis zum "VEB Kraftwerk Oberspree" und schließlich in die Einzelzelle im Stasiknast führt: Es sind die "Menschen und Milieus", die den "Reichtum des Romans" ausmachen, lobt Osteroth und empfiehlt dringend die Lektüre - nicht nur für junge Leser.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Geschichtsschreibung in Romanform - keiner kann dies besser als Kordon." (Focus)

»Zahlreiche Bücher beschreiben das Leben in der DDR. Nun liegt die Taschenbuchausgabe eines 800-Seiten-Romans vor, der sich ebenfalls mit diesem Thema auseinandersetzt. Warum sollte man sich damit noch einmal abgeben? Weil Klaus Kordon es vermag, die Geschichte des inhaftierten Republik-Flüchtlings Lenz ohne Ostalgie, ohne Siegerpose, dafür spannend, glaubwürdig und in jedem Moment überzeugend motiviert zu beschreiben. « Literaturkurier

"Krokodil im Nacken : kein Blick zurück im Zorn, kein Verklären der Wirklichkeit damals einfach ein doller Schmöker. Und diese 800 Seiten lesen sich wie na? knapp halb so lang." NDR 19.03.2007<br />"Kordon bringt es fertig, die Selbstbehauptung des Helden mit Sprachkolorit und Witz glaubhaft zu machen - und dem düsteren Sujet einen Entwicklungsroman abzugewinnen, der für Jugendliche und Erwachsene, für Wessis und Ossis gleichermaßen lesenswert ist." Der Spiegel
Klaus Kordon, geb. 1943 in Berlin, war Transport- und Lagerarbeiter. Er studierte Volkswirtschaft und unternahm als Exportkaufmann Reisen nach Afrika und Asien, insbesondere nach Indien. Klaus Kordon ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und lebt heute als freischaffender Schriftsteller in Berlin. Zahlreiche seiner Veröffentlichungen wurden in verschiedene Sprachen übersetzt und mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Für sein Gesamtwerk erhielt er den Alex-Wedding-Preis der Akademie der Künste zu Berlin und Brandenburg.

Leseprobe zu "Krokodil im Nacken"

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Kundenbewertungen zu "Krokodil im Nacken" von "Klaus Kordon"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 4 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** sehr gut)
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Bewertung von Dorledu aus Dunningen am 12.04.2012 ***** sehr gut
Wir haben das Buch für unsere 13 jährige Enkelin gekauft.
Obwohl es deutlich von der üblichen Fantasie-Lektüre dieser Altergruppe abweicht hat sie es sehr gerne gelesen.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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