Korea und seine Bevölkerung sind geteilt. Ihre Geschichte kann
dennoch nur als gemeinsame geschrieben werden: Von der
Kolonisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts, dem ersten heißen
Krieg nach 1945, den geopolitischen Interessen, die den Konflikt
geschürt haben, bis zu den Auswirkungen des seit über 60 Jahren
anhaltenden Kriegszustandes. Fachkundig haben Rainer Werning und
Du-Yul Song eine Historiographie dieses weltpolitischen
Brennpunktes geschrieben.
"Den Namen Nordkorea verbinden die meisten Deutschen mit Erbdiktatur, Hungerkatastrophen und Raketentests. Südkorea hingegen gehört zu den asiatischen Tigern und wurde zu einem Musterbeispiel für die Entwicklung vom Agrar- zum Industrieland. Dort werden Hyundai-Autos und Samsung-Handys hergestellt. Konsumgüter, die zum deutschen Alltag gehören. Als "grobschlächtige Vereinfachungen" sehen dies Du-Yul Song und Rainer Werning an. Der eine war Soziologie-Professor in Münster - als Koreaner in Tokio geboren studierte er in Seoul. Der andere arbeitet als Publizist in Berlin und war Student in Manila und Tokio. Aus eigener Erfahrung, aus Engagement für Korea wollen sie Stereotypen facettenreiche Bilder entgegensetzen."