Kolonialkriege - Klein, Thoralf / Schumacher, Frank (Hgg.)

Thoralf Klein / Frank Schumacher (Hgg.) 

Kolonialkriege

Militärische Gewalt im Zeichen des Imperialismus

Hrsg. v. Thoralf Klein u. Frank Schumacher
Gebundenes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
35 ebmiles sammeln
EUR 35,00
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Kolonialkriege

Das Zeitalter der Kolonialkriege ist in der öffentlichen Wahrnehmung spätestens seit dem Abschluss der Dekolonisierung Mitte der 1970er Jahre zu Ende gegangen. Der Kolonialkrieg gilt als Krieg der Vergangenheit, dem die politische Grundlage entzogen ist. Tatsächlich jedoch knüpfen zahlreiche militärische Auseinandersetzungen der Gegenwart mehr oder weniger offen an das historische Phänomen des Kolonialkriegs an. Sie werden von einer Renaissance der Begriffe Imperium und Imperialismus begleitet, die in neue globale und regionale Ordnungsentwürfe einfließt. Gegenwärtige Ansätze werden häufig durch einseitige historische Referenzen legitimiert, ohne dabei die Vielschichtigkeit der kolonialen Kriegssituation in ihrer vollen Breite zu erfassen. Diesem Defizit setzen die Autoren dieses Bandes einen systematischen historischen Vergleich entgegen. Der Kolonialkrieg war jedoch nicht nur die radikalste Form akuter Gewaltanwendung im imperialistischen Zusammenhang, sondern ein integraler Bestandteil der kulturellen Praxis expandierender Staaten. Einbezogen werden deshalb auch kulturwissenschaftliche Fragestellungen. Die elf ausgewählten Beispiele kolonialer Kriegführung spiegeln die historische Entwicklung militärischer Gewalt im Zeichen des Imperialismus von dessen Anfängen in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts bis zum Abschluss der Dekolonisierung Mitte der 1970er Jahre sowie unterschiedlichste Typen imperialistischen Vordringens wider. Gefragt wird dabei insbesondere nach den Bedingungen und dem Verlauf der Kriege, dem militärischen Vorgehen, den kulturellen Vorstellungen, Diskursen und Sprachregelungen, die im Einzelfall damit verbunden waren, sowie danach, wie die Kriege in die Erinnerung eingegangen sind.


Produktinformation

  • Verlag: Hamburger Edition
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 369 S.
  • Seitenzahl: 369
  • Deutsch
  • Abmessung: 236mm x 167mm x 37mm
  • Gewicht: 760g
  • ISBN-13: 9783936096705
  • ISBN-10: 3936096708
  • Best.Nr.: 20867738
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.07.2007

Ordnung durch Terror
Koloniale Herrschaft und Gewalt im 19. und 20. Jahrhundert

Die Errichtung kolonialer Herrschaft war eine langwierige, ungleichmäßige Angelegenheit und durch ein komplexes Konkurrenzgeflecht geprägt, in dem nicht selten Europäer gegen Europäer und Einheimische gegen Einheimische standen. Es gab vielerorts Widerstand gegen die kolonialen Eroberer aus Europa, aber ebenso Arrangement und Kooperation. Ein zentraler Aspekt des Kolonialismus war dennoch die Gewalt, in der Regel keineswegs ein Ausdruck der Stärke, sondern der Schwäche der europäischen Kolonialherren. Denn die Europäer stellten selbst in den sogenannten Siedlerkolonien nur eine verschwindend geringe Minderheit dar. Koloniale Herrschaft blieb daher immer prekär. Die Ausübung physischer Gewalt zur Etablierung oder Aufrechterhaltung europäischer Herrschaft war folglich in fast allen Kolonien dauerhaft präsent. Einige Autoren gehen gar so weit, Gewalt als die eigentliche koloniale Herrschaftsform anzusehen. Der koloniale Staat befand sich demnach nahezu überall in einem Zustand permanenter Gewaltsamkeit, ein staatliches Gewaltmonopol fehlte weitgehend.

Die …

Weiter lesen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Andreas Eckert vermutet, dass die Zeit der Kolonialkriege noch nicht vorüber ist. Um so wichtiger erscheint ihm der vorliegende Sammelband, der das Thema, wie er angenehm überrascht feststellt, kulturwissenschaftlich und komparatistisch sehr kohärent angeht. Ausführungen über Kriegsbedingungen, konkrete militärische Aktion sowie Diskurse und Erinnerungen zum Krieg führen den Rezensenten zwar nicht zu einer klaren Begriffsdefinition. Das weite Spektrum der vorgestellten Kolonialkriege, zu dem auch Beiträge zum deutschen Kolonialreich gehören, wie Eckert anmerkt, scheint ihn dafür jedoch ausreichend zu entschädigen. Und wenn ein Beiträger den "Krieg gegen den Terror" aufgreift, hat Eckert die Aktualität dieses Bandes wieder vor Augen.

© Perlentaucher Medien GmbH

»Das Thema Koloniarkrieg ist längs noch nicht ausreichend aufgearbeitet. Auf ein derartiges Werk hat man im deutschsprachigen Raum lange warten müssen.« Dirk Sasse, Militärgeschichtliche Zeitschrift »Der Sammelband ist außerordentlich lesenwert und zeigt einen anregenden Zugang zur Kulturgeschichte des Kolonialismus auf.« Jens Ruppenthal, Periplus

»Das Thema Koloniarkrieg ist längs noch nicht ausreichend aufgearbeitet. Auf ein derartiges Werk hat man im deutschsprachigen Raum lange warten müssen.« Dirk Sasse, Militärgeschichtliche Zeitschrift »Der Sammelband ist außerordentlich lesenwert und zeigt einen anregenden Zugang zur Kulturgeschichte des Kolonialismus auf.« Jens Ruppenthal, Periplus
Thoralf Klein, Dr. phil., Historiker und Sinologe, wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Ostasiatische Geschichte der Universität Erfurt. Arbeitsschwerpunkte: Geschichte des Christentums in China, Geschichte der deutsch-chinesischen Beziehungen, neuere Sozial- und Kulturgeschichte Chinas. Frank Schumacher, Dr. phil., Historiker und Politikwissenschaftler, wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Nordamerikanische Geschichte der Universität Erfurt. Arbeitsschwerpunkte: nordamerikanische Geschichte, atlantische Geschichte, internationale Geschichte der Neuzeit.

2 Marktplatz-Angebote für "Kolonialkriege" ab EUR 32,00

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
32,00 2,50 Banküberweisung Peter Berghammer 100,0% ansehen
wie neu 33,80 0,00 sofortueberweisung.de, Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Lastschrift, Banküberweisung Hausmanns Büchershop 98,4% ansehen