Können diese Augen lügen? - Larkin, Allie

Allie Larkin 

Können diese Augen lügen?

Roman

Aus d. Amerikan. v. Nina Bader
Broschiertes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
9 ebmiles sammeln
EUR 8,99
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Können diese Augen lügen?

Der Traummann und das liebe Vieh ...

Als Savannahs Traummann Peter eine andere heiratet, beschließt sie, sich einen neuen Gefährten zu suchen. Im Internet findet sie ihn: einen entzückenden Schäferhundwelpen. Doch statt des puscheligen Jungtiers landet ein 50-Kilo-Koloss bei ihr: Joe, der nur slowakisch versteht und der die Nachbarn tyrannisiert. Hilfe sucht Savannah bei einem Tierarzt, der sich als Alphamännchen mit Zauberlächeln entpuppt. Doch dann bietet auch Peter seine Hilfe an. Ob das so eine gute Idee ist?



Produktinformation

  • Verlag: Blanvalet
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 382 S. 187 mm
  • Seitenzahl: 382
  • Blanvalet Taschenbuch Nr.37654
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 120mm x 32mm
  • Gewicht: 310g
  • ISBN-13: 9783442376544
  • ISBN-10: 3442376548
  • Best.Nr.: 32670898
Allie Larkin lebt in Rochester, New York, zusammen mit ihrem Ehemann Jeremy, zwei Schäferhunden, Argo and Stella, und einer dreibeinigen Katze. Sie ist Mitbegründerin von TheGreenists.com, einer Website, auf der man alltagstaugliche Tipps für ein ökologisch bewusstes Leben findet. Können diese Augen lügen? ist ihr erster Roman.

Leseprobe zu "Können diese Augen lügen?" von Allie Larkin

PDF anzeigen

Leseprobe zu "Können diese Augen lügen?" von Allie Larkin

PROLOG

Vor sechs Jahren saßen Peter und ich wie jede Woche in diesem kleinen italienischen Restaurant in der Nähe des Campus und aßen zu Abend. Das Essen war nicht berühmt und der Service unter aller Kritik, aber dort wurden wir nicht nach dem Personalausweis gefragt, wenn wir eine Flasche Wein statt eines Glases bestellten.

Wir hatten unsere zweite Flasche zur Hälfte geleert, weil ^ Himmel, wir waren zu Fuß hergekommen, die Abschlussklausuren waren vorüber, und Peter bezahlte alles mit der Kreditkarte seines Vaters.

Wir unterhielten uns und lachten, während es im Raum immer wärmer wurde. Petes Gesicht war gerötet und sein Haar zerzaust, weil er immer wieder mit den Händen hindurchfuhr. "Ich denke, ich habe mindestens eine Eins minus in Multiwissenschaften", sagte er. Sein Haar fiel ihm erneut in die Augen. Er fuhr fort, sich endlos über seine in den verschiedenen Fächern zu erwartenden Noten und darüber auszulassen, welchen Einfluss sie auf seine Bewerbung an der juristischen Fakultät haben würden, obwohl wir gerade erst unser erstes Semester beendet hatten. Peter pflegte sein Leben in allen Einzelheiten sorgfältig im Voraus zu planen.

Ich wollte eigentlich jedem seiner Worte fasziniert lauschen, war aber zu sehr damit beschäftigt, die Konturen seines perfekten Kinns zu betrachten und mir auszumalen, wie es sich wohl anfühlen würde, wenn ich meine Lippen auf seine leicht stoppelige Haut presste und mich dann zu seinem Hals hinunterarbeitete. Ich dachte an seine von jahrelangem Tennisspiel gestählten Hände und überlegte, wie es sein mochte, wenn sie über meinen nackten Rücken glitten, nachdem er mir meine Kleider vom Leib gerissen hatte.

"Was meinst du, wie du in Rhetorik abgeschnitten hast?", riss mich Peter aus meinen erotischen Gedanken, bevor ich zu der Stelle kommen konnte, wo er unsere Teller vom Tisch fegte und mich gleich hier im Restaurant nahm.

"Bestimmt bestanden." Ich vermied direkten Augenkontakt, denn ich fürchtete, er könnte mir anmerken, was ich mir aus - gemalt hatte, wenn er mir in die Augen sah. "Es war nicht allzu ^ Es lief ganz gut."

"Ich hatte auch Schlimmeres erwartet", nickte Peter, ehe er mir eine ausführliche Beschreibung seines Sommerpraktikums in der Firma seines Vaters lieferte und ich wieder in Gedanken an Hände, Münder und dieses absolut perfekte Kinn versank.

Wir verzehrten unsere Mahlzeit, dann bestellte er zwei Desserts, und wir begannen, beide von beiden Tellern zu essen, bis kein Krümel mehr übrig war. Die anderen Gäste waren schon längst gegangen, und die Kellnerin räumte alles, sogar die Zuckertütchen von unserem Tisch ab, um uns endlich zum Aufbruch zu bewegen, sie ließ uns notgedrungen nur die Flasche und die Gläser. Das weiße Tischtuch zwischen uns war mit Wein und roter Sauce bekleckert.

"Wenn ich mit dir zusammen bin, habe ich immer einen Mordsspaß." Peter verteilte den Rest des Weins in unsere Gläser.

"Dafür bin ich bekannt", erwiderte ich todernst, dabei brachte ich endlich den Mut auf, ihn wieder anzusehen.

"Ich möchte dich etwas fragen, Van", begann er, hob sein Glas und drückte in dem Versuch, feierlich zu wirken, das Kinn auf die Brust.

Mein Herz machte einen kleinen, trunkenen Satz. Ich hob ebenfalls mein Glas. Meine Hand zitterte.

Er lächelte breit. Seine Unterlippe wies rote Weinflecken auf, aber seine Zähne schimmerten so weiß wie Kaugummidragees. "Willst du mich heiraten", er stieß mit seinem Glas leicht gegen das meine, "wenn wir mit dreißig noch nicht verheiratet sind?"

In mir wallte eine Mischung aus Kränkung und Ärger auf, als mir klar wurde, dass er mich lediglich als zweite Wahl in Betracht zog. Innerhalb von Sekunden war ich von potenzieller Verlobter zum Trostpreis degradiert worden. Als ich ihm von meinem Sommerjob als Kellnerin in einem Countryklub erzählt hatte, hatte er meinem Geplapper von hoffentlich zu erwarten - den Trinkgeldern tatsächlich aufmerksam zugehört, statt zu erwägen, mir die Kleider vom Leib zu reißen.

"Sagen wir zweiunddreißig." Ich rang mir ein gequältes Lächeln ab. "Gib mir wenigstens eine reelle Chance."

Die Hochzeit übertraf meine kühnsten Träume. Die Kirche war dunkel und schlicht. Weiße Kerzen säumten die grauen Steinwände, und ein riesiger Lüster warf einen goldenen Schein über den Altar. Die Bankreihen waren mit Bittersüßzweigen ge schmückt, die mit braunen und orangefarbenen Gazebändern zusammengebunden waren.

Alles war perfekt - bis auf zwei Dinge. Die Brautjungfernkleider aus Satin, die in einem dunklen, satten Zimtton bestellt worden waren, waren zwei Tage vor der Hochzeit geliefert worden und leuchteten so orange wie ein Halloweenkürbis. Und statt dem Bräutigam strahlend gegenüberzustehen, stand ich an der Seite seines Cousins Norman und lächelte so geisterhaft wie ein Irrlicht.

Außerdem hätte ich mich höchstwahrscheinlich nicht für braune Rosen entschieden. Ich hatte versucht, sie Janie auszureden.

"Braun ist die Farbe welker Blumen, Janie."

"Aber sie sehen nicht wie welke Blumen aus, Van. Sie wirken elegant."

Ich kämpfte auf verlorenem Posten. In Martha Stewarts Hochzeitskatalog waren Sträuße in Herbstfarben abgebildet gewesen, und Janies Mom war daraufhin zigmal nach Connecticut zu genau demselben Floristen gepilgert, um genau dieselben Sträuße für Janies Hochzeit anfertigen zu lassen.

Aus dem Augenwinkel heraus erhaschte ich einen Blick auf Janies Cousine Libby, die neben mir stand und sich mit einem spitzengesäumten Taschentuch die Augen betupfte. Sie zeigte nicht nur das angemessene gerührte Lächeln, sondern brachte es auch noch irgendwie fertig, in Hellorange fantastisch auszusehen. Bethany, Janies Collegefreundin, konnte ich von meinem Platz aus nicht sehen, aber ich war sicher, dass sie ebenfalls leise schniefte. Sie schien mir der Typ dafür zu sein. Wenigstens stand ihr das abscheuliche Kleid genauso wenig wie mir.

Ich überstand die ganze Zeremonie mit um meinen Strauß aus Bittersüß und roten Rosen geklammerten Händen und grub meine Nägel durch meine orangefarbenen Satinhandschuhe in den Rücken meiner anderen Hand.

Das Blabla über Gründe, weshalb diese beiden nicht in den heiligen Stand der Ehe treten sollten, entging mir ebenso wie das >Ich will< und all der andere Mist. Ich stand nur da und konzentrierte mich darauf, genug Druck auf meinen Handrücken auszuüben, um durch zwei Lagen dicken Satin hindurch Schmerz zu empfinden.

Ich versuchte, nicht zu Peter hinüberzuschielen, der in seinem schiefergrauen Smoking und den auf Hochglanz polierten Schuhen so perfekt wie der Porzellanbräutigam aussah, den Janie als Dekoration für ihre Hochzeitstorte bestellt hatte. Und ich versuchte, nicht zu Janie hinüberzuschielen, die im Licht des sich in den Kristallen, mit denen der Halsausschnitt ihres Kleides besetzt war, widerspiegelnden Kerzenscheins förmlich zu glühen schien. Stattdessen starrte ich die braunen Rosen an und versuchte den Eindruck zu erwecken, als würde ich eingehend über die Bedeutung der Ehe und des Versprechens nachdenken, das so - eben direkt vor meinen Augen abgegeben worden war.

Dann küssten sie sich, und alles war vorüber. Janie presste eine Hand gegen Peters Brust, um ihn daran zu hindern, sie zu lange oder zu innig oder auf eine Art zu küssen, die zu unschicklich war, um von dem Fotografen festgehalten zu werden. Ich an ihrer Stelle hätte ihn so lange wie möglich und so fest wie möglich an mich gedrückt, aber ich versuchte, diesen Gedanken energisch zu verdrängen. Also setzte ich mein Irrlichtlächeln wieder auf und überreichte Janie ihre braunen Rosen.

Norman und ich folgten dem Brautpaar den Gang hinunter. Meine Hand ruhte knapp über der Beuge seines Ellbogens, so wie es Vanessa, die die Hochzeit geplant hatte, mir gezeigt hatte, und wir verfuhren nach der >Schritt-Pause<-Regel. Norman streckte seinen anderen Arm aus und legte seine Hand über die meine, was mich veranlasste, ihn während der >Pause<-Phase gegen die Wade zu treten und zu zischen: "Komm nicht auf dumme Ideen, Normy", wobei ich immer noch unverwandt lächelte. Er ließ seine Hand hastig sinken.

Bei dem Empfang im Kittle House ließ Norman eine lange und peinliche Rede vom Stapel, die damit begann, dass Peter und er als Kinder gedacht hatten, alle Mädchen hätten Kopfläuse, und mit einer gehässigen Schilderung seiner Scheidung und der Beteuerung endete, dass er diese Zeit ohne Peter nicht durchgestanden hätte. Wir hoben unsere Champagnergläser, bevor wir zu dem zum Erntedankfest traditionellen, gewürzten Wein übergingen, der so reichlich ausgeschenkt wurde, dass man sich an das Bild wilder Ausschweifungen zu den Zeiten von Königen und Rittern erinnert fühlte.

Ich war dankbar dafür, dass Janies Vater die Ansicht vertrat, es sei geschmacklos, wenn auch die erste Brautjungfer das glückliche Paar hochleben ließ, obwohl er diese Entscheidung vermutlich erst getroffen hatte, als er erfuhr, dass ich Janies erste Brautjungfer wäre, auch wenn er es nie zugegeben hätte. Charles Driscoll hasste mich wie die Pest, seit ich Janie in der vierten Klasse das Sch.-Wort beigebracht hatte. Janie war nach Hause geschickt worden, weil sie es vor ihrer Lehrerin gesagt hatte, was einen bleibenden dunklen Fleck in ihrer bis dahin makellosen Schulakte hinterlassen hatte.

Charles wird mir immer die Schuld daran geben, dass Janie nicht in Harvard zugelassen worden war und stattdessen bei Brown angefangen hatte. Er wird sich nie davon abbringen lassen, dass nicht der Schimpfworttadel in Janies Schulakte der Grund dafür war. In Wahrheit hatte sie ihre Bewerbung in meine Büchertasche statt in den Briefkasten gestopft. Jedes Mal, wenn ich ihn heute sehe, möchte ich ihn am liebsten anbrüllen: "Es lag nicht daran, dass ich deiner Tochter beigebracht habe, Scheiße zu sagen, sondern sie wollte ganz einfach nicht nach Harvard, du Dumpfbacke!", aber aus Respekt vor dem feierlichen Anlass beschränkte ich mich auf ein gemurmeltes: "Mr Driscoll, Sie müssen ja so stolz sein!"

Nach dem ersten Gang erhob sich Peter, um ein paar Worte über seine entzückende Braut und den heutigen Freudentag zu sprechen. Er bezeichnete Janie als >engelsgleich<, nannte sie ständig >Jane< und gebrauchte die Bezeichnung >Freudentag< entschieden zu oft. Wie so häufig tat er des Guten bei Weitem zu viel.

Gerade als ich dachte, er wäre endlich fertig, sagte er: "Ich möchte auch Savannah Leone dafür danken, dass sie mir und meiner Frau eine so wundervolle Freundin war." Er lachte leise und blickte in seine Champagnerflöte. "Wow - meine Frau. Es ist ungewohnt, aber einfach toll, das laut auszusprechen." Er beugte sich vor und küsste Janie auf die Wange. Der Fotograf kam heu - te vermutlich mit dem Knipsen kaum nach. "Jedenfalls", fuhr Peter fort, "kann man sich auf Van immer verlassen. Sie ist eine echte Freundin, und ich hätte sie sogar gebeten, meine Trauzeugin zu sein, wenn Jane das zugelassen hätte - ist nicht böse ge - meint, Normy, aber ich glaube, Van würde in diesem Smoking viel umwerfender aussehen als du." Wieder lachte er und wartete darauf, dass die Gäste in sein Lachen einstimmten. "Die Wahrheit lautet schlicht und ergreifend, dass Jane und ich uns ohne Van nie kennengelernt hätten. Wenn wir jetzt also unsere Gläser erheben, um auf den freudigen Anlass zu trinken, wollen wir auch auf Van trinken, die den Stein überhaupt erst ins Rollen gebracht hat."

Gläserklirren und die Stimmen von dreihundert ihrer engsten Freunde, die >Cheers< murmelten, erfüllten den Raum. Ja- nie stieß mit Peter an und wandte sich dann zu mir, um mich zu umarmen. "Ich hab dich lieb", flüsterte sie mir ins Ohr. "Ich weiß nicht, was ich ohne dich machen würde." Ich spürte, dass sie leicht zitterte.

"Ich liebe dich auch, aber eine weinerliche Braut macht sich nicht so gut." Ich löste mich von ihr und rang mir ein Lächeln ab. "Nimm dich zusammen, Lady!" Ich griff nach meiner Serviette. "Schau mal nach oben." Janie blickte zur Decke, und ich fing mit einer Ecke des weißen Leinens eine Träne auf, die auf ihren Wimpern balancierte, bevor sie ihr Make up verschmieren konnte. "Rührselig können wir ein andermal werden."

Währenddessen wünschte ich, mich in Luft auflösen zu können oder mit dem Boden zu verschmelzen und nichts als einen Haufen orangefarbenen Satin und passend eingefärbte Schuhe zurückzulassen.

Als Janie und Peter aufstanden, um zu ihrem ersten Tanz anzu - treten, begann ich ernsthaft zu erwägen, mich mit einer Flasche Champagner und einer Handvoll der in diese dämlichen weißen Netze verpackten Jordan Mandeln im Garderobenschrank zu verstecken. Ich sollte mich für sie freuen. Ich sollte für sie da sein, jede Sekunde der ganzen Hochzeit lang - das war es, was von der ersten Brautjungfer erwartet wurde, doch ich konnte es noch nicht einmal ertragen, ihnen beim Tanzen zuzusehen.

"Vannie, dich habe ich ja eine Ewigkeit nicht mehr gesehen." Peters Tante Agnes nahm neben mir Platz. Sie hatte keine eigenen Kinder, daher war Peter für sie der Mittelpunkt der Welt. Peter betete sie an, aber ich nannte sie insgeheim >Tante Trübsal<. Während unserer Schul - und Collegezeit hatte sie uns ein paarmal zum Essen ausgeführt, aber eine gute Mahlzeit war ein zu hoher Preis dafür, sich stundenlang ihr langweiliges Geschwafel anhören zu müssen. "Wir haben viel aufzuholen", raunte sie mir jetzt zu. "Erzähl mir alles über alles, Liebes."

"Ehrentanz." Ich deutete auf die Tanzfläche, auf der Peter und Janie aufeinander zuschritten und in der Mitte stehen blieben. "Ich sollte jetzt besser gehen, immerhin bin ich die erste Brautjungfer." Ich bedachte sie mit einem schmallippigen Lächeln, erhob mich und bezog am Rand der Tanzfläche Posten. Ich konnte nicht sagen, welche der beiden Foltern schlimmer war.

Während ich inmitten der Menge stand und zusah, wie das glückliche Paar zu >The Way You Look Tonight< tanzte, kam Diane Driscoll zu mir und legte mir einen Arm um die Taille. Dann lehnte sie sich gegen mich und barg den Kopf an meiner Schulter.

"Bei unserem kleinen Mädchen haben wir ganze Arbeit geleistet, findest du nicht, Vannie?", fragte sie.

Ich wusste nicht, ob sich das auf den heutigen Abend bezog oder allgemein gemeint war. Ich konnte auch nicht sagen, ob ich in dem >wir< mit einbezogen war oder ob sie nur sich und Charles meinte.

Doch dann führ sie fort: "Ich wünschte, Natalie könnte heute hier sein", und da begriff ich, dass mit dem >wir< sie und meine Mom gemeint waren. "Weißt du, du siehst genauso aus wie sie, als ich ihr zum ersten Mal begegnet bin." Sie hob den Kopf, um mich auf die Wange zu küssen, und legte ihn danach wieder auf meine Schulter, sodass ich ihre Tränen an meinem Arm herab - rinnen spürte, während wir verfolgten, wie Janie und Peter ihren Tanz mit der komplizierten Drehung beendeten, die Vanessa ihnen beigebracht hatte.

Diane wischte sich hastig über die Augen, wandte sich zu mir und packte mich bei den Armen. "Du bleibst doch über Nacht hier, nicht wahr? Ich habe im Kutschhaus Junkfood und ein paar Filme bereitgelegt. Ich dachte, wir könnten feiern wie in alten Zeiten."

Meine Mutter und ich hatten im Kutschhaus der Driscolls gewohnt, das zweihundertzweiundachtzig Schritte von der Eingangstür des Haupthauses entfernt lag. Janie und ich hatten die Schritte im Sommer vor der vierten Klasse gezählt. Beide Häuser gehörten zu ihrem weitläufigen Besitz in Chappaqua. Es missfiel mir, dass Diane es so einfach mit Beschlag belegt hatte. Obwohl das Kutschhaus auf dem Papier natürlich ihr Eigentum war, hatte ich es immer als heimlichen Besitz von Mom und mir betrachtet.

Du kannst meine Mom nicht ersetzen, hätte ich sie am liebsten angefaucht, bezwang mich aber. "Ich muss heute Abend nach Rochester zurück", erwiderte ich. "Nächste Woche muss ich einen großen Auftrag fertigstellen, und ich habe meinen Laptop nicht mitgebracht."

"Natürlich nicht. Niemand arbeitet am Erntedankwochenende, Savannah Leone, noch nicht einmal du." Sie tätschelte meinen Arm, dann kniff sie die Augen zusammen, als würde sie in die Sonne blinzeln. "Dieses Kleid ist ausgesprochen unvorteilhaft." Sie packte eine Handvoll von dem Satinrock meines Kleides und ließ ihn wieder fallen. "Ich kann es nicht fassen, dass die Idioten in dem Brautmodengeschäft sich so in der Farbe vertan haben! Warum führen sie dieses Orange überhaupt? Wer würde so etwas denn absichtlich aussuchen?"

"So schlimm ist es nun auch wieder nicht", versuchte ich den Irrtum herunterzuspielen. Schon vor der Zeremonie hatte es wegen der Kleider ein stundenlanges Drama gegeben. Diane hatte vor Wut geschäumt. Anrufe waren getätigt, Drohungen gekreischt und Flüche ausgestoßen worden. Ströme von Tränen waren geflossen. Doch trotz allem waren die Kleider noch genauso grellorange wie vorher.

Diane stieß einen angewiderten Seufzer aus und schüttelte den Kopf. "Du siehst darin aus wie ein Kürbis, Liebes." Dann küsste sie mich erneut auf die Wange. "Wir sehen uns im Kutschhaus. Und wir werden viel Spaß haben." Sie schenkte mir ein breites Lächeln, als wäre unsere Verabredung eine beschlossene Sache, und lief davon, um Janie zu umarmen.

Ich vermisste die Art, wie sich die feine Haut um Dianes Augen gekräuselt hatte, wenn sie lächelte. Meine Mutter hatte ihr nach ihrem Gesichtslifting beigestanden, und wenige Monate später hatte sich Diane während der ganzen Chemotherapie um mei - ne Mom gekümmert.

Ich stand da und sah zu, wie Diane Janie eine Locke aus dem Gesicht strich. Wenn es doch nur einen Weg gäbe, meinen Kopf dazu zu zwingen, mich für Janie zu freuen, statt andauernd an Peter zu denken! Oder daran, dass, selbst wenn ich über Peter hinwegkommen und mich in einen anderen verlieben sollte, meine Mutter nicht mehr da wäre, um mir an meinem Hochzeitstag die Haare zu richten.

Eine kalte Hand legte sich auf meine Schulter.

"Van?", sagte Peter. "Du musst mir einen Gefallen tun."

Ich drehte mich um und sah ihn an. Seine Krawatte saß locker, und der oberste Knopf seines Hemdes stand offen. Seine Wangen und seine Nase waren gerötet, und ich konnte nicht umhin, mich zu fragen, wie ich mich wohl fühlen würde, wenn all diese atemlose Aufregung mir und nicht Janie gelten würde.

"Klar", nickte ich, wobei ich direkten Blickkontakt wohlweislich vermied. Ich war sicher, dass es mir das Herz brechen würde, in Peters blaugraue Augen zu schauen.

"Ich weiß, dass du jeden Moment der Hochzeit genießt, aber Er brach ab und deutete auf Norman, der über der Bar zusammengesunken war und von der Barkeeperin angeschnauzt wurde. "Norman sollte rüberfahren und das Zimmer herrichten, aber in seiner Verfassung Er nickte zu Norman hinüber und hob vielsagend die Brauen. "Könntest du vielleicht einspringen?"

"Kein Problem." Ich hoffte, meine Erleichterung angesichts eines Vorwandes, das Fest zu verlassen, stünde mir nicht allzu deutlich auf der Stirn geschrieben.

"Du bist die Beste, Van." Er grinste von einem Ohr zum anderen und klopfte mir auf den Rücken, als wären wir Sportvereinskumpel. "Ich wüsste wirklich nicht, was ich ohne dich anfangen würde." Er reichte mir ein paar an einem silbernen Playboyhäschen mit Diamantaugen befestigte Schlüssel. "Nimm Normans Auto." Er verdrehte die Augen. "Der Karton liegt auf dem Beifahrersitz. Der Inhalt spricht für sich." Dann umarmte er mich und stützte das Kinn eine Sekunde lang auf meine nackte Schulter. "Du kannst doch noch fahren, oder?" Sein warmer Atem streifte meine Haut. Er hielt mich auf Armeslänge von sich ab, als wolle er sich von meiner Fahrtüchtigkeit überzeugen.

"Natürlich." Ich starrte seinen funkelnagelneuen Platinehering an.

"Danke, Van. Ich schulde dir was." Er hauchte mir einen flüchtigen Kuss auf die Wange, bevor er davoneilte. Ich spürte den Druck seiner Lippen auf meiner Wange auch dann noch, als er schon in der Menge verschwunden war.

Janie und ihr Dad hatten gerade begonnen, zu den Klängen von >Thank Heaven for Little Girls< zu tanzen, was in mir unschöne Gedankenassoziationen auslöste. Ich wertete das als Zeichen, mich aus dem Staub zu machen, huschte in die Gardero be, griff nach der Stola aus braunem Webpelz, die Janie mir als Brautjungfergeschenk verehrt hatte, und loh auf den Parkplatz hinaus.

Dort schritt ich die Reihen parkender Autos ab und drückte immer wieder auf die >Öffnen<-Taste des Autoschlüssels, bis die Lichter eines silbernen BMWs aufleuchteten. Auf dem Nummernschild stand LADEZMAN.

Als ich den Schlüssel ins Zündschloss steckte, dröhnte Michael Bolton aus der Stereoanlage. Ich nahm die CD heraus, warf sie auf die Rückbank und sah die Sammlung unter dem Armaturenbrett durch, bis ich auf eine CD von Boston stieß. Ich legte sie ein und setzte zu den Tönen von >More than a Feeling< rückwärts aus der Parklücke heraus.

Meine Mom und ich waren absolute Boston -Fans. Wir bewahrten all unsere Platten dieser Band auf dem obersten Regal ihres Kleiderschranks unter ihren Pullovern auf und hörten sie nur, wenn wir ganz sicher waren, dass niemand herüberkommen würde.

Ich schoss die mit Schotter bestreute Auffahrt des Kittle House hinunter, lenkte den BMW mit quietschenden Reifen auf die asphaltierte Straße und legte die Strecke von Chappaqua nach Tarrytown in Rekordzeit zurück.

Ich war früher als erforderlich nach Westchester aufgebrochen, damit Janie und ich die letzten beiden Tage vor der Trauung in der Hochzeitssuite eines Hotels namens The Castle on the Hudson in Tarrytown verbringen konnten. Es war grauenhaft. Ich musste neben ihr im Spa sitzen, mir die Nägel in einer Farbe lackieren lassen, die >Sonnenaufgang< hieß, und mir in allen Einzelheiten anhören, was sie und Peter bezüglich der Hochzeitsfeier besprochen hatten. Ich tat mein Bestes, mich als gute Freundin zu erweisen; ich wusste, was von mir erwartet wurde. Zum Glück war Janie zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt, um zu merken, wie jämmerlich ich versagte.

"Oh, Van", sprudelte sie hervor, dabei schwenkte sie ihre unbearbeitete Hand durch die Luft, während die Kosmetikerin Mühe hatte, ihre andere Hand stillzuhalten. "Ich kann es kaum erwar ten, dass du dich endlich auch verliebst."

Mein Magen krampfte sich zusammen. Ich fürchtete, mit der Wahrheit herauszuplatzen, wenn es mir jetzt nicht gelang, mich eisern zu beherrschen. Ich stellte mir vor, wie die Worte aus meinem Mund quollen wie bei diesen Schattenfiguren in Electric Company, Silbe für Silbe, bis der Satz Ich bin in deinen Verlobten verliebt in Neonbuchstaben in der Luft hing und Janies Gesicht zu einer Maske des Entsetzens erstarrte.

"Ich möchte, dass du dasselbe empfindest wie ich jetzt, Van", fuhr Janie fort. "Du glaubst, es gibt nur einen einzigen Menschen für dich, und du hast ihn gefunden. Als ich Peter an diesem ersten Abend in deinem Wohnheim zum ersten Mal gesehen habe, wusste ich das schon. Du wirst es auch wissen, wenn dir der Richtige begegnet."

Aber was ist, wenn er mir begegnet und meine Gefühle nicht erwidert? Ich haderte stumm mit meinem Schicksal. Ich dachte an all die Typen zweiter Wahl, die Notlösungen, mit denen ich mich getroffen hatte - heimlich, um Peter nicht zu entmutigen, falls er sich doch noch für mich entschied: Den, der in seinem Zimmer einen eingeschmuggelten Leguan hielt und in dessen Schrank ein Mr-Spock- Kostüm hing; den, der die ganze Tabelle des periodischen Systems rülpsen konnte; den, der sich die Augenbrauen zupfte und Stein und Bein schwor, es nicht zu tun und den, der mich sofort gebeten hatte, bei ihm einzuziehen, doch damals machten Janie und Peter gerade eine schwierige Phase durch, und ich dachte, vielleicht, nur vielleicht bekäme ich doch noch eine zweite Chance. Alle verblassten im Vergleich zu Peter, als wären sie gar keine Männer aus Fleisch und Blut, als gehörten sie nicht zu derselben Spezies. Sie lösten in mir keinerlei tiefere Empfindungen aus, während Peter mich nur ansehen musste, um in meinem Inneren einen Gefühlsaufruhr aus zulösen. Ich fühlte mich dann hübsch und begehrenswert, als wäre ich etwas ganz Besonderes. Wenn er mich ansah, kam es mir so vor, als wären wir beide die einzigen Menschen auf der Welt, die zählten.

Ich schielte zu Janie, die mir ihre Pläne für die Flitterwochen haarklein auseinandersetzte, und kam zu dem Schluss, die schlechteste Brautjungfer in der Geschichte der Brautjungfern zu sein. Stumm schwor ich mir, nie wieder über ihren zukünftigen Mann nachzugrübeln, wohl wissend, dass ich dieses Versprechen nicht halten konnte. Die Kosmetikerin lackierte jeden meiner Nägel mit drei raschen Pinselstrichen. Ich versuchte, mich auf diese Tätigkeit zu konzentrieren und an nichts anderes zu denken. Eins. Zwei. Drei. Mein Daumennagel war braun. Eins. Zwei. Drei. Der Zeigefinger. Eins. Zwei. Drei. Jetzt der Mittelfinger.

"Wenn wir deine Hochzeit planen", riss mich Janie aus meiner Versunkenheit, "dann holen wir alles nach, was wir bei mir versäumt haben."

Mir fiel nichts ein, was versäumt worden sein konnte. Von der Rube-Goldberg-Eisskulptur, von der man Eis zum Kühlen der Drinks abschlagen konnte, bis hin zu den Orchideengestecken auf den Tischen war jedes Detail der Hochzeit mit größtmöglicher Präzision ausgetüftelt worden. Außerdem hatte Janie wieder einmal vergessen, dass es ein großer Unterschied war, ob man die Tochter von Charles und Diane Driscoll oder die Tochter von Charles und Diane Driscolls Haushälterin war.

Sollte ich mich je in einen anderen als Janies Mann verlieben, würde meine Hochzeitsfeier vermutlich im Rathaus und einem Best Western stattfinden. Vielleicht würde es ein billiges Buffet oder ein aus trockenem gefülltem Kabeljau in klumpiger Cremesoße bestehendes Hauptgericht geben, aber bestimmt kei - ne mehrgängigen Menüs und eine zehnköpfige Jazzband.

Nachdem unser Nagellack getrocknet war, musste ich mit Janie Dessous für die Hochzeitsnacht aussuchen gehen.

"Ich bin ja so froh, dass du hier bist", schnaufte sie atemlos, während sie sich Nachthemden aus Seide und Spitze über den Arm legte, um sie in die Umkleidekabine zu tragen, und mir die leeren Bügel reichte. "Eigentlich wollte Mom mitkommen, aber so einen Einkauf tätigt man doch nicht mit seiner Mutter, oder? Und ich träume schon davon, mit dir für meine Hochzeit ein kaufen zu gehen, seit ich sieben bin." Sie sah zu mir auf. Einen Moment lang fürchtete ich, ihr würden Tränen in die Augen steigen, doch dann rannte sie zum nächsten Ständer. "Ooh, schau mal hier! Ich muss unbedingt "Probier doch schon mal an, was du ausgesucht hast", unter brach ich sie, dabei schob ich sie auf die Umkleidekabinen zu. "Ich sichte den Rest und bringe dir die schönsten Stücke."

Ich schnappte mir sämtliche Nachthemden in Größe vier und reichte ihr eines nach dem anderen über die Tür hinweg in die Kabine. Die Hemden waren winzig. Ich hielt mir eines vor dem Spiegel an. An mir sah es aus wie ein Puppenkleid. Aber Janies Taille entsprach ja auch ungefähr dem Umfang meines Oberschenkels. Wir waren aus sehr verschiedenem Holz geschnitzt. Im Vergleich zu normal gebauten Frauen lag ich im Durchschnitt - vielleicht ein bisschen groß geraten, und es konnte mir nichts schaden, ein paar Pfund abzunehmen -, aber neben Janie glich ich einer Amazone. Wo sie schmal war, wies ich üppige Kurven auf, und ich überragte ihre knapp eins sechzig um ein gutes Stück. Als wäre das nicht schon schlimm genug, hatte sie auch die nerv tötende Angewohnheit, Ballerinas zu tragen. Sie wusste nicht, wie es war, wenn man ständig den Drang verspürte, seine Körpergröße herunterzuspielen; sie kokettierte vielmehr mit ihrer kleinen, zierlichen Figur. Janie gehörte zu dem Typ Frau, der einen Kartoffelsack trägt und ihn wie Haute Couture aussehen lassen kann.

An mir wäre das Ding einfach ein Kartoffelsack. Außerdem wäre er mir entschieden zu kurz und würde so stark über meinem Busen spannen, dass es unanständig wirken würde.

Es hatte eine kurze Zeitspanne gegeben, wo mich all das nicht sonderlich gestört hatte. Janie war gebaut wie ein zwölfjähriger Junge, ich hingegen war körperlich früh entwickelt. In der Highschool liefen die Jungen, die sie keines zweiten Blickes gewürdigt hätten, mir wie hechelnde Hunde hinterher, aber jetzt wirkte sie nicht mehr mager und knochig, sondern zart wie eine Elfe. Ihr Haar wies einen perfekten kastanienbraunen Schimmer auf. Meines war so jettschwarz, dass es im falschen Licht fast blau glänzte. Im Sommer nahm Janies Haut nach ein paar Stunden in der Sonne einen leichten Goldton an, wohingegen man bei mir zusehen konnte, wie ich mich bronzebraun einfärbte. War ich nicht mit Janie zusammen, kam ich mir ganz normal vor, fand mich manchmal sogar hübsch. Aber neben ihr gelangte ich unwillkürlich zu dem Schluss, dass meine Ohren zu groß, meine Nase zu rund und meine Hände zu männlich geraten waren, und ich konnte nicht umhin zu registrieren, wie meine Oberschenkel beim Gehen gegeneinanderschlugen. Seit Peter Janie nicht nur eines zweiten, sondern noch vieler Blicke mehr würdigte, war al - les noch viel schlimmer geworden.

Janie liebäugelte mit einem weißen Satinnachthemd mit ho - hem Kragen und einem Rückenteil aus kreuzförmig verlaufen - den Bändern, ich suchte ihr dazu noch einen roten Satinslip mit schwarzem Spitzenbesatz aus."Neeiin! Das ist doch nichts für eine Hochzeitsnacht!" Janie versuchte, sich mit den Armen zu bedecken, als ich den Kopf in die Kabine steckte. Sie sah umwerfend aus, und sie wusste es. Mit ihrem locker aufgesteckten dunklen Haar und der blassen Haut, die von dem kräftigen Rot des Slips vorteilhaft betont wurde, wirkte sie majestätisch und ein bisschen liederlich zugleich.

Leseprobe zu "Können diese Augen lügen?" von Allie Larkin

36 (S. 266-267)

Als ich am nächsten Morgen aufstand, um mit Joe Gassi zu gehen, lag Peter rücklings auf der Couch, einen Fuß auf den Boden gestützt. Er trug nur sein Unterhemd, sein Hemd hatte er zusammengerollt und als Kopfkissen benutzt und sich mit seinem Jackett zugedeckt. Die Decke, die ich ihm hingelegt hatte, hielt er wie einen Teddy umklammert. Er atmete schwer durch den Mund. Als ich mit Joe zurückkam, schlief Pete immer noch. Ich machte Kaffee und fütterte Joe, dabei bemühte ich mich, besonders leise zu sein, was natürlich jedes Geräusch zehnmal lauter erscheinen ließ, als es war.

Doch Pete schnarchte ungerührt weiter. Ich füllte zwei Becher mit Kaffee und holte Milch für Pete. Joe lief ins Wohnzimmer, und eine Minute später brüllte Peter: »Guter Gott!« Joe kam schwanzwedelnd zu mir zurück. Als ich den Kaffee ins Wohnzimmer trug, hatte Pete sich aufgesetzt und wischte sich das Gesicht ab. Ein Reiskorn von Joes Frühstück klebte an seiner Stirn. »Hey, Schlafmütze.« Ich reichte ihm einen Becher Kaffee. »Brauchst du sonst noch irgendwas?«

»Aspirin wäre nicht schlecht.« Ich lief ins Bad, brachte ihm das Aspirinfläschchen und schüttelte es wie eine Rassel, bevor ich es ihm reichte. Er blinzelte. »Verdammt, Van.« »Verdammt, Pete. Warum musstest du dich so volllaufen lassen? Das sieht dir doch gar nicht ähnlich.« »Nein, dir dafür umso mehr.« »Halt die Klappe.« Ich setzte mich neben ihn und stieß ihn mit der Schulter an. Er musterte mich lange forschend, als wollte er in meinem Gesicht lesen. Endlich sagte er: »Als ich nach der Party gegangen bin, habe ich wirklich geglaubt, ich könnte alles hinter mir lassen, weißt du? Ich dachte, ich könnte einfach ohne dich weitermachen. Aber das kann ich nicht. Da sind all die kleinen Dinge, die jeden Tag geschehen, und ich denke:

›Oh, ich darf nicht vergessen, das Van zu erzählen.‹ Dann fühle ich mich den Rest des Tages elend, weil ich weiß, dass ich es dir nicht erzählen kann. Ich muss immer an dich denken, und ich weiß nicht, wie ich ohne dich zurechtkommen soll.« Er barg den Kopf in den Händen und gab einen Laut von sich, der zwischen Stöhnen und Wimmern lag. »Ich war fest entschlossen, hierherzukommen und dich wegen diesem Agnes-Mist herunterzuputzen, aber ich wusste nicht, was ich sagen und wie ich es sagen sollte. Ich dachte, ich gehe was trinken und komme dann rüber, aber je mehr ich getrunken habe, desto weniger Sinn ergab das Ganze.«

Er sah mir in die Augen, und ich spürte, dass er mir begreiflich machen wollte, dass er mehr sagte, als er sagen sollte. »Warum kann es nicht wieder so sein wie früher? Erinnerst du dich? Wir waren immer zusammen. Es war so …« Er fuhr sich mit der Hand durch das Haar und sog den Atem ein, als bereite ihm irgendetwas Schmerzen. »So vertraut und unkompliziert.« »Ich glaube nicht, dass es je unkompliziert war.« Ich rieb seine Schulter. »Ich habe mich in deiner Gegenwart ungezwungen gefühlt. Das tue ich jetzt nicht mehr.« »Weil du ein seltsamer Vogel bist.« Ich lächelte. »Du trägst scheußliche Schuhe und hörst schlechte Musik.«

15 Marktplatz-Angebote für "Können diese Augen lügen?" ab EUR 1,90

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
leichte Gebrauchsspuren 1,90 0,85 Banküberweisung ellioott 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 2,00 1,10 Banküberweisung Wesspe 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 2,15 1,00 Banküberweisung SimbaCat 99,9% ansehen
wie neu 2,20 1,20 Banküberweisung Thomas001 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 2,57 0,85 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung Schnäppchen-Buc hversand 99,5% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 3,00 1,10 Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Banküberweisung Laila95 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 3,50 1,10 Banküberweisung, PayPal grabie 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 3,90 1,10 Banküberweisung annasophie 100,0% ansehen
wie neu 4,00 1,10 Banküberweisung andrea270781 100,0% ansehen
wie neu 4,00 1,15 Banküberweisung andy85 97,9% ansehen
wie neu 4,00 1,50 Banküberweisung, PayPal susrix1 100,0% ansehen
wie neu 4,50 1,50 Banküberweisung birbart 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 4,99 1,30 Banküberweisung janhi 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 7,00 1,10 Banküberweisung cubana77 100,0% ansehen
wie neu 8,77 1,50 Banküberweisung robo-buch 97,6% ansehen
Mehr von