Knochensplitter / Alex-Delaware-Roman Bd.24 - Kellerman, Jonathan

Jonathan Kellerman 

Knochensplitter / Alex-Delaware-Roman Bd.24

Deutsche Erstausgabe

Aus d. amerikan. Engl. v. Schmidt, Georg
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Knochensplitter / Alex-Delaware-Roman Bd.24

"Mit Alex Delaware hat Jonathan Kellerman einen Meister der Vernehmung geschaffen." Tobias Gohlis, Die Zeit

Der Fund einer Frauenleiche in den Sümpfen des Naturschutzgebiets von Angeles sorgt für helle Aufregung. Denn der anonyme Anrufer, der die Polizei informiert hat, kündigt noch mehr Leichenfunde an. Und tatsächlich entdecken Detective Milo Sturgis und sein Team weitere tote Frauen im Moor - allesamt aus dem Prostituiertenmilieu. Nur eine will so gar nicht ins Schema passen: Selena Bass war eine hoch talentierte Musikerin, die als Musikpädagogin für eine der reichsten Familien der Stadt arbeitete. Als Milo Sturgis und Alex Delaware Selenas Arbeitgeber befragen wollen, stellt sich jedoch heraus, dass die gesamte Familie wie vom Erdboden verschluckt ist ...

Der Psychologe Dr. Alex Delaware und sein Kollege Detective Milo Sturgis auf der Spur eines psychopathischen Mörders.


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 444 S.
  • Seitenzahl: 448
  • Goldmann Taschenbücher Bd.47110
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 119mm x 33mm
  • Gewicht: 358g
  • ISBN-13: 9783442471102
  • ISBN-10: 3442471109
  • Best.Nr.: 26252435
Kellerman weiß wirklich, wie man den Leser süchtig macht. (New York Times Book Review)

"Jonathan Kellerman, einst selbst als Psychologe tätig, beweist mit ,Knochensplitter', dass er nicht umsonst als einer der bekanntesten und erfolgreichsten Krimiautoren der USA gilt."

"Jonathan Kellerman, einst selbst als Psychologe tätig, beweist mit ,Knochensplitter', dass er nicht umsonst als einer der bekanntesten und erfolgreichsten Krimiautoren der USA gilt."
Jonathan Kellerman ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Kriminalautoren. Nach dem Studium arbeitete er zunächst als Kinderpsychologe. Seine Reihe mit dem Psychologen Dr. Alex Delaware ist berühmt für höchst einfühlsam entwickelte Figuren und eine raffinierte Handlung: Hochspannung von der ersten bis zur letzen Seite. Dafür ist er unter anderem mit dem "Edgar-Alan-Poe-Award", Amerikas bedeutendstem Krimipreis, ausgezeichnet worden.

Leseprobe zu "Knochensplitter / Alex-Delaware-Roman Bd.24"

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Das macht doch jeder, ist keine Entschuldigung! Falsch.

Denn wenn es jeder machen würde, wäre es ganz normal, oder? Und da Chance recherchiert hatte, wusste er, dass er nichts Falsches getan hatte:
Er hatte Schummeln auf der Highschool gegoogelt (weil Teil der Strafe war, dass er einen Aufsatz schreiben musste). Dabei hatte er festgestellt, dass es vier von fünf Oberschülern machten - das sind achtzig Prozent, verflixt noch mal.

Mehrheitsprinzip. Genau wie diese Sache auf seinem Sozialkundearbeitsblatt ... gesellschaftliche Normen.

Gesellschaftliche Normen sind der Kitt, der eine Gesellschaft zusammenhält.

Da haben wir's, er war eine große Stütze der Gesellschaft!

Als er sich bei seinen Erziehungsberechtigten darüber lustig machen wollte, lachten sie jedoch nicht.

Auch nicht, als er ihnen erklärte, dass das Bürgerrechte wären und dass sie ihn nie und nimmer zu gemeinnütziger Arbeit außerhalb der Schule zwingen könnten. Weil das gegen die Verfassung verstoße. Höchste Zeit, die ACLU anzurufen, die Vereinigung zum Schutz der Bürgerrechte.

Daraufhin kniff Dad die Augen zusammen. Chance wandte sich an Mom, aber die hütete sich, Blickkontakt mit ihm aufzunehmen.

"Die ACLU?" Dad räusperte sich rasselnd, als hätte er zu viele Zigarren geraucht. "Weil wir der ACLU eine beträchtliche Spende zukommen lassen?" Er atmete schwer. "Jedes Jahr, gottverdammt noch mal. Willst du das damit sagen?" Chance antwortete nicht.

"Klasse, große Klasse. Willst du wirklich darauf hinaus? Tja, dann will ich dir mal was sagen: Du hast geschummelt. Basta. Um so was schert sich die ACLU einen Scheiß."

"Deine Ausdrucksweise, Steve .", mischte sich Mom ein.

"Fang nicht damit an, Susan. Wir haben hier ein verdammt großes Problem, und anscheinend bin ich der Einzige, der es kapiert, verflucht noch mal."

Mom kniff den Mund zusammen und zupfte an ihren Nägeln. Kehrte ihnen den Rücken zu und machte irgendwas mit dem Geschirr auf der Anrichte.

"Es ist sein Problem, Susan, nicht unsres, und solange er nicht dazu steht, können wir uns das Occidental - oder jedes andere halbwegs anständige College - abschminken, verflucht noch mal."

"Ich steh doch dazu, Dad", sagte Chance und bemühte sich, dabei wie eine ehrliche Haut zu wirken, wie Sarabeth das nannte. Lachend, während sie ihren BH aufhakte. Jeder kauft dir die ehrliche Haut ab, bis auf mich, Chancy. Ich weiß, dass du ein falscher Fuffziger bist.

Dad starrte ihn an.

"Hey", sagte Chance, "erkenn wenigstens meine Sicht-Körper-Koordination an."

Dad stieß einen Schwall Flüche aus und stapfte aus der Küche.

"Er wird drüber wegkommen", sagte Mom, aber auch sie ging.

Chance wartete, um sicherzugehen, dass keiner von beiden zurückkam, bevor er lächelte.

Er fand sich toll, weil seine Sicht-Körper-Koordination klasse gewesen war.

Er hatte sein Razor auf Vibrieren eingestellt und in eine Seitentasche seiner weitesten Cargohose gesteckt, so dass das Handy auf einem Haufen Mist lag, den er vorher reingestopft hatte, um eine Art kleinen Tisch zu basteln.

Sarabeth, die drei Reihen weiter saß, simste ihm die Antworten für die Prüfung. Chance war ganz cool dabei, weil er wusste, dass Shapiro ein kurzsichtiger Penner war, der immer an seinem Pult sitzen blieb und nie irgendwas mitkriegte.

Wer konnte schon ahnen, dass Barclay reinkommen würde, um Shapiro irgendwas mitzuteilen, nach hinten schaute und sah, wie Chance in seine Tasche linste?

Die ganze Klasse machte es; sämtliche Taschen vibrierten. Jeder legte los, sobald die Prüfung anfing, weil Shapiro so ein ahnungsloser Penner war, das ganze Semester schon so gewesen war, und das Arschloch es nicht mal mitgekriegt hätte, wenn Paris Hilton nackt reinspaziert wäre und die Beine breit gemacht hätte.

Das macht doch jeder, ist keine Entschuldigung.

Rumley blickte auf seine große Nase runter und sprach mit belegter Stimme, wie bei einer Beerdigung. Dann sollte das hier auch eine sein, du Idiot, Mann, hätte Chance am liebsten gesagt.

Stattdessen saß er, zwischen seinen Eltern eingequetscht und mit gesenktem Kopf, in Rumleys Büro, versuchte zerknirscht zu wirken und dachte daran, wie Sarabeths Arsch im String aussah, während Rumley sich endlos über Ehre, Ethos und die Geschichte der Windward Academy ausließ, die, wenn sie denn wollte, die Zulassungsstelle am Occidental verständigen könnte. Was selbstverständlich schwerwiegende Folgen für seinen weiteren Bildungsweg haben könnte.

Daraufhin brach Mom in Tränen aus.

Dad saß bloß da, schaute wütend aus der Wäsche und machte keinerlei Anstalten, ihr ein Papiertaschentuch aus der Schachtel auf Rumleys Schreibtisch zu geben, so dass Rumley das übernehmen musste. Er stand auf, reichte Mom eines und warf Dad einen sauren Blick zu, weil er sich seinetwegen recken musste.

Rumley setzte sich wieder hin und laberte noch ein bisschen weiter.

Chance tat so, als hörte er zu, Mom schniefte, und Dad sah aus, als wollte er jemandem eine knallen. Als Rumley endlich fertig war, brachte Dad die "Spenden der Familie für Windward" zur Sprache, erwähnte Chances Leistungen in der Basketballmannschaft und verwies auf seine Zeit im Footballteam.

Zu guter Letzt einigten sich die Erwachsenen und setzten ein schmales, zufriedenes Lächeln auf. Chance kam sich vor wie eine Marionette, achtete aber darauf, dass er ernst dreinschaute (denn allzu froh zu wirken wäre gaanz schlecht gewesen).

Strafe Nummer eins: Er musste die Prüfung noch mal machen - Shapiro würde die Aufgaben extra für ihn zusammenstellen.

Strafe Nummer zwei: Kein Handy mehr in der Schule.

"Vielleicht hat dieses unselige Vorkommnis positive Auswirkungen, junger Mann", sagte Rumley. "Wir haben über ein für die ganze Schule geltendes Verbot nachgedacht."

Da habt ihr's, dachte Chance. Ich habe wieder mal nur euch einen Gefallen getan. Da wäre es doch bloß fair, wenn ihr mich nicht nur nicht bestraft, sondern dafür bezahlt - wie bei einer Art Beratervertrag.

So weit, so gut, einen Moment lang dachte Chance, er käme so leicht davon. Was jedoch folgte war:
Strafe Nummer drei: der Aufsatz. Chance konnte die Schreiberei nicht ausstehen, normalerweise kümmerte sich Sarabeth um seine Aufsätze, aber bei dem hier ging das nicht, weil er ihn in der Schule schreiben musste, in Rumleys Büro. Trotzdem noch keine große Sache.

Dann kam Strafe Nummer vier. "Weil persönliche Verantwortung ein Teil des Ganzen sein muss, Master Brandt."

Mom und Dad pflichteten bei. Die drei kamen ihm voll Al-Qaida-mäßig.

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Bewertung von frogmouse am 08.05.2010 ***** ausgezeichnet
Wieder eine spannende Lektüre von dem "Dreamteam". Auch der Humor kommt nicht zu kurz.

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