Klimata der Angst - Soyinka, Wole

Wole Soyinka 

Klimata der Angst

Politische Essays

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Klimata der Angst

Wole Soyinka, der erste afrikanische Nobelpreisträger, hat sich seit jeher in die Politik eingemischt. Er tritt unerschrocken ein für Demokratie und die Respektierung der Menschenrechte, klagt gegen Korruption und Manipulation und fordert die Mächtigen dieser Welt auf, sich für die Achtung der Würde des Menschen einzusetzen.

Als Gastdozent eingeladen, seine Sicht auf den Zustand der Welt darzustellen und neue Perspektiven daraus zu entwickeln, hielt Soyinka 2004 die in der angelsächsischen Welt mit hohem Ansehen belegten Reith-Lectures der BBC, deren erster Dozent kein Geringerer als Betrand Russell war.

"Ich habe recht, du bist tot!" - Diese offensichtlich weltweit verbreitete Formel verabscheuungswürdiger Machthaber, mit denen immer noch Geschäfte und Politik gemacht werden, stellt Soyinka in seiner Vortragsreihe schonungslos an den Pranger. Das Gute und das Böse, sie gehen an politischen Scharnierstellen unselige Bündnisse miteinander ein, und wenn dies so ist, wie soll dann die Welt an ihrem Wesen genesen?

Auf eindrückliche Weise weckt uns hier einer unaufgeregt und sachlich auf, mitzudenken und mitzuarbeiten an einer besseren Welt.


Produktinformation

  • Odeon, Bd. 17
  • Verlag: Amman Verlag
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 180 Seiten
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783250300175
  • ISBN-10: 3250300179
  • Best.Nr.: 13439186
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.07.2005

Schleunigst würgen
Wole Soyinka redet sich in der BBC gegen Fanatiker in Rage
Eigentlich sollte er eine Idealbesetzung als Reith-Dozent sein, der Literaturnobelpreisträger und engagierte Menschenrechtler Wole Soyinka. Der Nigerianer ließ einen weiteren profunden Beitrag in der seit 1948 alljährlich vom Radio der BBC ausgestrahlten Vortragsreihe erwarten, die „das öffentliche Verständnis und die Debatte über bedeutende Themen von aktuellem Interesse fördern” soll. Erster Dozent der nach BBC-Generaldirektor Lord John Reith benannten Vorlesungen war Bertrand Russell, der über „Autorität und das Individuum” sprach, zu den späteren Rednern zählten Ralf Dahrendorf, Anthony Giddens und die Philosophin Onora O’Neill.
Soyinka stellte seine fünf Reith-Vorträge 2004 unter die Überschrift „Klima der Angst”. Brutale Gewalt gehe nicht mehr zuvorderst von Staaten oder säkularen Ideologien aus, sondern von nichtstaatlichen Gruppen, die vorgeben, einer göttlichen Offenbarung zu folgen, lautet die Kernthese. Die größte Gefahr produzieren nach Ansicht des bekennenden Atheisten, der in einer christlichen Familie aufwuchs und heute mit gewisser …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Gaby Mayr findet die fünf Vorträge des nigerianischen Autors Wole Soyinka, die dieser 2004 für die BBC gehalten hat und die nun in Buchform erschienen sind, zumindest zwiespältig. Unter dem Titel "Klima der Angst" wendet sich Soyinka, selbst "bekennender Atheist", gegen die Gewalt, die von christlichen und islamischen Fanatikern ausgeht. Dabei prangert er insbesondere die "medial viel weniger beachteten" Terrorakte im Süden Nigerias an, die von islamistischen Fanatikern verübt werden, erklärt die Rezensentin. Mit "Volksweisheiten" seiner Heimat bringt Soyinka manchmal seine Ansichten auf den Punkt, allerdings lässt er sich auch von der "Wucht der eigenen Worte" mitunter allzu sehr mitreißen, bedauert Mayr. Der Autor verwende "vielfach reproduzierte politische Schlüsselvokabeln", die zwar ungewohnte Perspektiven böten, häufig aber einfach nur "ungenau" wirkten. Dabei entsteht nach Mayr der "Eindruck mangelnder Recherche", zum Teil findet sie die Äußerungen des Autors gar unhaltbar, beispielsweise wenn er von den für ihre Drangsalierung der Bevölkerung bekannten südsudanesischen Rebellen als "schwarzen Freiheitskämpfern" schreibt. Zudem kritisiert sie, dass Soyinka …

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Wole Soyinka wurde 1934 in Abeokuta (Westnigeria) geboren. 1967 wurde er wegen seines Engagements im Biafra-Krieg verhaftet und 28 Monate lang in Isolationshaft gehalten. Im Ammann Verlag erschienen seine Romane Aké - Jahre der Kindheit (1986, NA 2003), Der Mann ist tot. Aufzeichnungen aus dem Gefängnis (1987), Ìsàra (1994), Ibadan (1998), Die Ausleger (2002) und der Gedichtband Samarkand und andere Märkte (2004).

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