Klaus Roenspieß, 1935 geboren, zählt zu den wichtigen
zeitgenössischen deut schen Malern. Seit den 1960er Jahren in den
Kreis der sogenannten "Berliner Schule" eingebunden, lebt
er, der hier aufgewachsen ist, bis heute in Prenzlauer Berg jenem
Bezirk, der sowohl mit dem Wirken Käthe Kollwitz als auch den
vielfältigen jüngeren Kunstszenen verbunden ist, die ihn weltweit
bekannt
machten.
Roenspieß umfangreiches malerisches Werk ist an der unbestechlichen
Haltung des Spätimpressionismus ebenso wie am Metaphysischen eines
Carlo Carra oder dem Expressiven der Brücke geschult. Seine noble
malerische Auffassung formte er im Laufe seines Lebens zu einer
eindringlichen und unverwechselbaren Bildsprache und -welt. Berlins
Straßen und Häuser, seine Plätze, Parks und Kanäle gehörten bis zum
Fall der Berliner Mauer zu seinen hauptsächlichen Motiven. Doch so
berlinisch er selbst, so tief verwurzelt er der offenen und
lebendigen Tradition und Urbanität dieser Stadt ist ein
"Berlinmaler" ist Roenspieß nie gewesen, und Veduten
sucht der Betrachter vergeblich. Seine Straßenerlebnisse, so
betonte der Künstler, "waren mehr seelischer Art, nicht
optisch oder atmosphärisch". Nach dem Fall der Berliner Mauer
führten ihn Reisen regelmäßig nach Paris und in das nördliche
Europa und beeinflussten nachhaltig seine Malerei.
Der Band stellt 81 Werke der Jahre 1957 2011 vor. In der reich
bebilderten Biographie kommen zahlreiche Kunstwissenschaftler zu
Wort, die das Werk Klaus Roenspieß begleitet haben. Der Künstler
selbst offenbart sich in einem 1993 von Roland März geführten und
hier eingebundenen Interview. Ein eindrucksvolles Bild sowohl des
Werkes als auch der Geschichte seiner Rezeption wird vermittelt.
Sitemap: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20