Kalte Stille - Dorn, Wulf

Wulf Dorn 

Kalte Stille

Roman

Broschiertes Buch
 
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Kalte Stille

Wenn die Stille zum Alptraum wird...
Eine Tonbandaufzeichnung, die in abrupter Stille endet unerträglicher Stille. Mehr ist Jan Forstner von seinem kleinen Bruder Sven nicht geblieben. Vor dreiundzwanzig Jahren ist Sven spurlos verschwunden. In derselben Nacht verunglückte auch sein Vater. Beide Fälle konnten nie aufgeklärt werden. Als Jan gezwungen ist, an den Ort seiner Kindheit zurückzukehren, holt ihn die Vergangenheit wieder ein. Ein mysteriöser Selbstmord führt ihn zu einem schrecklichen Geheimnis.


Produktinformation

  • Verlag: (Heyne)
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 445 S. 187 mm
  • Seitenzahl: 445
  • Heyne Bücher Nr.43403
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 120mm x 36mm
  • Gewicht: 380g
  • ISBN-13: 9783453434035
  • ISBN-10: 345343403X
  • Best.Nr.: 33336843
"Als ich erfuhr, dass David Nathan tatsächlich das Hörbuch lesen wird, war ich zunächst einmal sprachlos vor Freude. [...] Eine passendere Stimme für Jan Forstner kann man sich nicht wünschen." (Wulf Dorn)
Wulf Dorn, Jahrgang 1969, schreibt seit seinem zwölften Lebensjahr. Seine Kurzgeschichten erschienen in Anthologien und Zeitschriften und wurden mehrfach ausgezeichnet. Mit seinem Debütroman Trigger gelang ihm sofort ein Bestseller, die Verfilmung des Romans befindet sich in Vorbereitung. Inzwischen wurden seine Romane in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Leseprobe zu "Kalte Stille" von Wulf Dorn

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Leseprobe zu "Kalte Stille" von Wulf Dorn

"8 (S. 61-62)

Obwohl es erst kurz nach sechs Uhr war, hätte man meinen können, es sei bereits tiefste Nacht. Die Wegbeleuchtung auf dem Klinikgelände mühte sich ab, die Schwärze zu durchbrechen. Doch mehr noch als die Dunkelheit war es die Stille, die Jan bedrückte, während er den Weg zu Station 12 einschlug. Er durchsuchte seine Erinnerung nach einer Melodie, die die Stille aus seinem Kopf vertreiben könnte. Diesmal fiel es ihm schwer, denn statt einer akustischen Erinnerung stiegen nur Bilder in ihm auf. Bilder einer sterbenden jungen Frau, deren eingedrücktes Gesicht von dicken Schneeflocken benetzt wurde. Und dann kam ihm doch ein Ton in den Sinn - auch wenn es sich dabei nicht um Musik handelte. Vielmehr war es eine Stimme, die sich durch eine Kehle voller Blut quälte, um einen Laut zu formen.

Gäoh! Weder das reale Knirschen seiner Schritte noch das Ächzen des Windes in den Bäumen konnte den imaginären Laut in seinem Kopf übertönen, und Jan fragte sich, ob dieser Laut nicht sogar noch schlimmer als die Stille war.

Gääääoooooh! Das Heulen eines Rettungswagens riss ihn in die Realität zurück. Nur wenige hundert Meter Luftlinie von Jan entfernt eilte ein Wagen der Notambulanz des benachbarten Stadtklinikums zu einem Einsatz. Noch bevor es gleich darauf wieder still wurde, hatte Jan sein Ziel erreicht. Seufzend blieb er vor dem Stationsgebäude stehen und besah sich das Haus mit der Nummer 12. Ein hässlicher zweistöckiger Betonklotz, nichts im Vergleich zu der Privatstation, die sich gleich daneben befand. Für einen Moment überkam ihn der Drang, zu seinem Handy zu greifen, Martinas Nummer zu wählen und ihr zu sagen, dass sie Recht gehabt hatte. Jetzt ist der Moment gekommen, wollte er ihr sagen. Ich habe es endlich kapiert. Ich werde mir helfen lassen.

Auch wenn ich skeptisch bin. Aber immerhin unternehme ich jetzt etwas - etwas gegen diese unerträgliche Stille, die wie ein lautloses Echo in mir schwingt und mich nachts aufschreien lässt. Nur mit Mühe konnte er sich beherrschen, es tatsächlich zu tun. Vielleicht hätte sie sich sogar für ihn gefreut, dass er schließlich doch noch zur Einsicht gekommen war. Aber er hätte doch nur wieder eine alte Wunde aufgerissen. Eine Wunde, von der er hoffte, dass sie bei Martina längst zu heilen begonnen hatte. Nein, Martina hatte ebenso das Recht auf einen Neuanfang wie er selbst. Nach allem, was sie mit ihm durchgemacht hatte, verdiente sie es, in Ruhe gelassen zu werden. Auch wenn er sich das immer wieder neu ins Bewusstsein rufen musste.

Jan musste klingeln, da sein Schlüssel für Station 12 nicht passte. Während er wartete, sah er im Fenster der Privatstation eine Frau mit kurzen dunklen Haaren, die ihm zuwinkte. Sie hielt etwas im Arm, das Jan für einen Teddybären hielt. Jan winkte zurück. Dann ertönte der Summton der Schließanlage, und eine Schwester bat ihn, einzutreten. »Sie sind der neue Kollege von Dr. Rauh, nicht wahr?«, sagte sie, während sie ihn durch den Flur der geschlossenen Frauenstation führte. Jan gab Fleischers offizielle Version zum Besten, nach der er bei Rauh für eine Weile hospitieren würde.

Die Schwester schien jedoch nur mäßig interessiert. Als sie die Mitte des Ganges erreicht hatten, forderte sie Jan auf, kurz zu warten. Sie werde Dr. Rauh Bescheid geben. Dann verschwand sie im Stationszimmer. Jan betrachtete die hinter Plastik gerahmten Bilder an der Wand: Poster aus einem Naturmagazin. Die Niagarafälle, eine neuseeländische Regenwaldidylle und der Ayers Rock in Australien. Orte, die so manchem Patienten einer geschlossenen Psychiatriestation mindestens ebenso fremdartig und unerreichbar erscheinen mussten wie das Alltagsleben eines Durchschnittsbürgers außerhalb der Klinikmauern."

Kundenbewertungen zu "Kalte Stille" von "Wulf Dorn"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.7 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von haldensleber1975 aus Isernhagen am 13.12.2011 ***** sehr gut
Sehr spannendes Buch, das man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.

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Bewertung von Many aus Spremberg am 10.10.2010 ***** ausgezeichnet
Der Psychiater Jan Forstner leidet seit dreiundzwanzig Jahren unter dem mysteriösen Verschwinden seines damals sechsjährigen Bruders Sven. Nur ein Diktiergerät, das die beiden Jungen in jener Nacht bei sich hatten, ist Jan geblieben. Darauf ist Svens Stimme zu hören, die in abrupter Stille endet. Seither kann Jan keine Stille mehr ertragen und wird von Alpträumen geplagt. Ein weiteres Rätsel gibt der Unfall von Jans Vater auf, der in derselben Nacht verunglückte, nachdem er wegen eines Anrufs mit unbekanntem Ziel aufgebrochen war. Nach einer schweren Krise erhält Jan die Chance für einen beruflichen Neuanfang in der Klinik seines ehemaligen Heimatortes. Dort wird Jan mit einem mysteriösen Selbstmordfall konfrontiert. Gemeinsam mit der Journalistin Carla Weller kommt er einem Geheimnis auf die Spur, das sich seit vielen Jahren hinter den Klinikmauern verbirgt. Ein Geheimnis, das Jan zurück in seine Vergangenheit und auf die Spur des Täters führt.
Ein spannender Thriller mit dem gewissen etwas , weil es gut gemacht ist !!

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Bewertung von narnia aus Alt Ruppin am 16.08.2010 ***** ausgezeichnet
"Kalte Stille" ist ein Thriller so ganz nach meinem Geschmack. Die Spannung ist immer gegenwärtig und Wulf Dorn konnte an die Qualität seines letzten Buches anknüpfen.

Der kleine Bruder von Jan verschwindet ganz plötzlich. Einen Tag später kommt sein Vater bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Niemals wurde aufgeklärt was mit seinem Bruder geschah, auch wie sein Vater starb konnte nie ermittelt werden.

Jan wurde Psychiater. Weil er einem Pädophilen gegenüber handgreiflich wurde, verlor er seine Arbeit und kam zurück in seine Heimatstadt. Die Klinik in der schon sein Vater als Psychiater arbeitete, stellt ihn ein und Jan bemerkt schon bald mysteriöse Vorgänge in der Klinik.

Ich tue mich sehr schwer damit dieses Buch als einen der vielen den deutschen Büchermarkt überschwemmenden Thriller abzutun. Dieses Buch zeichnet sehr genau die Charaktere nach, fragt nach dem wieso und warum ein Mensch so handelt wie es in diesem Roman geschieht.

Wulf Dorn ist mit seinem Thema Phädophilie dicht an den Ängsten seiner Leser, deshalb wird auch dieses Buch wieder ein Bestseller. Wenn Thema und Qualität sich in einem Buch wie diesem treffen, werden die Leser es dem Autor danken.


Christian Döring, www.buecherveraendernleben.npage.eu

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