Kalte Freundschaft - Vlugt, Simone van der

Simone van der Vlugt 

Kalte Freundschaft

Roman

Aus d. Niederländ. v. Schweikart, Eva
Broschiertes Buch
 
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Kalte Freundschaft

Nadine will nicht glauben, dass unter ihren Freunden ein Mörder ist. Doch auch sie kann ihre Augen vor der dunklen Wahrheit nicht verschließen: Der Unfalltod ihres Mannes, der Mord an ihrer Freundin Joella - schließlich wird sogar ihre eigene Tochter zum Opfer und verschwindet spurlos. Verzweifelt macht sich Nadine auf eigene Faust auf die Suche, denn vertrauen kann sie niemandem mehr ...



Produktinformation

  • Verlag: Diana
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 317 S. 187 mm
  • Seitenzahl: 317
  • Diana-Taschenbücher Nr.29092
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 118mm x 24mm
  • Gewicht: 260g
  • ISBN-13: 9783453290921
  • ISBN-10: 3453290925
  • Best.Nr.: 32539734
"In ihren Büchern fließt kaum Blut, die subtile Spannung entsteht zwischen den Zeilen - einfach genial!" (Petra - Buchspecial)

"Simone van der Vlugt schafft es, die Spannung bis ins Unermessliche zu steigern!" (De Telegraaf)

"Nervenzerfressende Spannung vom Anfang bis zum Schluss!"
Simone van der Vlugt, geboren 1966, schrieb zunächst sehr erfolgreich historische Jugendromane, bevor sie mit ihrem ersten Psychothriller Klassentreffen die internationalen Bestsellerlisten eroberte. Es folgten die Romane Schattenschwester, Finsternis, Rettungslos, Kalte Freundschaft und Am helllichten Tag, alle erschienen im Diana Verlag. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Alkmaar in den Niederlanden.

Leseprobe zu "Kalte Freundschaft" von Simone van der Vlugt

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Leseprobe zu "Kalte Freundschaft" von Simone van der Vlugt

Dieses Gefühl der Ohnmacht ... es raubt mir den Schlaf, nimmt mir den Appetit und sorgt dafür, dass ich mich kaum auf meine Arbeit konzentrieren kann.

Die Signale sind eindeutig, sie lassen sich nicht leugnen. Ich kenne sie von früher. Eine Zeit lang war ich deswegen bei einem Psychiater in Behandlung, doch als er anfing, in meiner Kindheit zu wühlen, bin ich nicht mehr hingegangen.

Ich weiß, dass da etwas ist, dem ich mich nie richtig gestellt habe. Die Angst, wie es wirklich um meine psychische Gesundheit bestellt ist, hat sich wie Stacheldraht um mich gewickelt. Mich davon zu befreien, dürfte nicht ohne schmerzhafte Verletzungen abgehen. Bisher habe ich es jedenfalls nicht gewagt.

Weil ich nicht wieder einschlafen kann, stelle ich mich im Bademantel ans Fenster und sehe zu, wie es allmählich hell wird. Langsam steigt die Sonne und wirft ihre ersten Strahlen auf das Wasser gegenüber. Der Himmel gleicht einer Leinwand, auf der ein Maler aufs Geratewohl rosa und blaue Tupfer angebracht hat, und der Anblick berührt mich in seiner Schönheit.

Dabei bin ich für solche Dinge eher weniger empfänglich. Schon in jungen Jahren habe ich gelernt, dass Einsamkeit etwas Unumgängliches ist, mit dem sich jeder früher oder später auseinandersetzen muss. Schon als Kind wusste ich, dass diese Empfindung nie ganz verschwinden, dass es in meinem Leben nie einen Menschen geben würde, auf den ich mich völlig verlassen kann. Also lernte ich, mich auf mich selbst zu verlassen. Diese Überzeugung ist ein Teil von mir, ich habe mich damit abgefunden. Was mir zu schaffen macht und mich immer wieder aus dem Gleis wirft, ist die Wucht der Erinnerungen.

Ich will nichts weiter als ein normales Leben führen. Deshalb versuche ich, meine Gefühlsaufwallungen zu beherrschen. In den letzten Jahren sind sie nur noch selten vorgekommen, und jedes Mal ist es mir gelungen, sie zurückzudrängen. Es hat Kraft gekostet, aber ich habe es geschafft, meine niederen Instinkte hinter einer Fassade zu verbergen. Doch sie ist brüchig, und dahinter brodelt es, das weiß ich.

Sie hört den Regen, noch ehe sie ihn spürt. Ein leichtes Prasseln auf den Blättern der Bäume, so fein, dass sie erst zweifelt, ob es tatsächlich regnet.

Eine plötzliche Windbö, die klingt wie ein Seufzen, kündigt das Ende eines warmen Tages an.

Nadine fröstelt. Sie hat keine Jacke dabei. Als sie am Morgen aus dem Haus ging, deutete nichts auf Regen hin. Es war ein warmer Maitag, der zwölfte in Folge.

An schönes Wetter gewöhnt man sich rasch. Nadine will die sommerliche Wärme nicht missen, die Sonne, die sie mittlerweile als selbstverständlich betrachtet. Sie will ihre bereits gebräunte Haut nicht wieder unter Kleiderschichten verstecken müssen.

Sie lebt mit ihrer Tochter in Leiden, in einem hübschen grünen Wohnviertel, kaum zehn Minuten mit dem Rad von der Redaktion des Leidsch Dagblad entfernt, wo sie als Journalistin im Kulturressort arbeitet.

Nadine mag ihren Beruf, auch wenn der Vollzeitjob sich nicht leicht mit ihrer Rolle als Mutter vereinbaren lässt. Schon gar nicht, seit Marielle in der Pubertät ist.

Bevor der Regen stärker wird, biegt Nadine in ihre Straße ein, fährt den schmalen Weg hinter der Häuserzeile entlang und öffnet das Gartentor.

Marielles Rad liegt auf dem Boden und versperrt den Weg. Nadine stellt es in den Geräteschuppen, schiebt dann ihr eigenes Rad hinein und geht durch die Hintertür ins Haus.

My home is my castle, heißt es in England, und Nadine könnte es nicht besser ausdrücken. Sie bewohnt ein Reihenendhaus, sodass ihr Grundstück größer ist als die meisten anderen im Viertel, und der farbenfrohe Garten im englischen Stil gibt ihr immer wieder das Gefühl von Urlaub. Dort kommt sie nach einem anstrengenden Arbeitstag zur Ruhe.

In die Küche scheint um diese Zeit die warme, goldene Abendsonne, und das knallrote Sofa im angrenzenden Wohnzimmer lädt zum Ausruhen ein.

Vor sich hin summend, betritt sie den Flur und hebt die Post von der Fußmatte auf. "Ich bin zu Hause!", ruft sie an der Treppe, von oben ertönt laute Musik.

Rasch sieht Nadine die Post durch, legt Rechnungen und Werbeprospekte auf die Arbeitsplatte in der Küche und stellt dann den Wasserkocher an.

Im Arbeitszimmer schaltet sie den PC an, falls der Raum diesen Namen überhaupt verdient, denn dort ist gerade genug Platz für Schreibtisch, Stuhl und Bücherregal.

Während der Computer hochfährt, brüht sie Tee auf. Kurz darauf ruft sie, am heißen Tee nippend, ihre Mails ab. Ihre linke Hand gleitet über den Papierstapel neben der Tastatur - mehr als zweihundertfünfzig Seiten Text, das Ergebnis eines Jahres intensiver Arbeit.

Mit acht Jahren hat sie ihr erstes Buch geschrieben. Im Grunde war es nur eine kurze Geschichte von wenigen Seiten, doch sie versah sie stolz mit einem selbst gezeichneten Umschlag und einem Klappentext und nannte das Ganze ein Buch.

Während ihrer gesamten Schulzeit schrieb sie weiter, immer in der Hoffnung, irgendwann eine berühmte Schriftstellerin zu werden. Von diesem Traum erzählte sie niemandem, wandte sich aber schon früh an Verlage. Egal, was sie einreichte, es kam rasch wieder zurück. Sie war zu jung, zu unerfahren, nicht gut genug - das stand zwar nicht in den Standardabsagen, aber sie lernte, zwischen den Zeilen zu lesen.

Jeder andere hätte längst aufgegeben, zumal in ihrem Alter, doch Nadine ließ sich nicht beirren und war sich sicher, dass sie es irgendwann schaffen würde. Und weil sie ständig schrieb und außerdem viel las, machte sie Fortschritte.

Nach dem Abitur besuchte sie die Journalistenschule. Eine naheliegende Entscheidung, aber so gut ihr das Studium und die anschließende Arbeit auch gefiel - so richtig zufrieden war sie nicht damit. Schriftstellerin wollte sie werden - der Journalismus war zweite Wahl. Eine gute zweite Wahl, aber mehr auch nicht.

Auch nach dem Studium reichte sie immer wieder Manuskripte bei Verlagen ein, die mit schöner Regelmäßigkeit abgelehnt wurden. Deshalb entschloss sie sich vor einiger Zeit zu einem Schreibkurs.

Mit den dort erworbenen Kenntnissen machte sie sich erneut ans Werk. Auch wenn sie noch so müde war, schrieb sie jeden Tag ein paar Seiten und kam für ihr Gefühl gut voran.

Kundenbewertungen zu "Kalte Freundschaft" von "Simone van der Vlugt"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 4 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** sehr gut)
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Bewertung von redfox aus Sachsen am 24.07.2010 ***** sehr gut
Ein Killer in der Bekanntschaft....

Nadines erstes Buc h wird verlegt und Sie feiert. Doch plötzlich werden Menschen aus Ihrem Bekanntenkreis ermordet. Dem Mörder scheint es um Nadine zu gehen und so sind Sie und Ihre Tochter in großer Gefahr…

Wieder ein gutes Buch aus der Feder von Simone van der Vlugt. Wie immer spannend und rassant- Ich habe es wieder in wenigen Stunden verschlungen. Das Ende fand ich sehr gelungen. Ich kann es mir auch gut als Hörbuch vorstellen – allerdings sollte man es ungekürzt rausbringen, denn weggelassen werden darf man bei den 315 Seiten nichts.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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