Kalt erwischt / Stephanie-Plum-Roman Bd.12 - Evanovich, Janet

Janet Evanovich 

Kalt erwischt / Stephanie-Plum-Roman Bd.12

Ein Stephanie-Plum-Roman

Aus d. Amerik. v. Thomas Stegers
Broschiertes Buch
 
4 Kundenbewertungen
**** ausgezeichnet
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Kalt erwischt / Stephanie-Plum-Roman Bd.12

"Jede Menge höchst turbulenter Szenen - die Fans werden sich königlich amüsieren!" -- Publishers Weekly

"Wenn Sie es gerne traurig mögen, werden Ihnen meine Bücher nicht gefallen. Dafür gibt es in meinen Romanen jede Menge Pizza, Flüche und Männer mit Sexappeal." -- Janet Evanovich in Entertainment Weekly

Stephanie Plum ist vom Leben überfordert. Nicht nur, dass sie wieder einmal erfolglos hinter ein paar Gaunern her ist: Sie wird außerdem von einer jungen Frau verfolgt, die behauptet, mit Carlos Manoso, besser bekannt als "Ranger", verheiratet zu sein. Stephanie versucht herauszufinden, was es mit der Frau auf sich hat - und warum es plötzlich zwei Ranger gibt. Nebenbei muss sie allerdings noch Grandma Mazur von einer Karriere als Rockstar im Madonna-Outfit abhalten, zwei schwulen Bestattungsunternehmern unter die Arme greifen und einem depressiven Schuhverkäufer zu Selbstbewusstsein verhelfen ...


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 303 S.
  • Seitenzahl: 336
  • Goldmann Taschenbücher Bd.46808
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 120mm x 25mm
  • Gewicht: 271g
  • ISBN-13: 9783442468089
  • ISBN-10: 3442468086
  • Best.Nr.: 26258318
"Jede Menge höchst turbulenter Szenen die Fans werden sich königlich amüsieren!" Publishers Weekly

"Wenn Sie es gerne traurig mögen, werden Ihnen meine Bücher nicht gefallen. Dafür gibt es in meinen Romanen jede Menge Pizza, Flüche und Männer mit Sexappeal."

kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Schwer zu sagen, was an diesem Buch mehr nervt - der Inhalt der Seiten oder dass am unteren rechten Rand derselben ein Hamster über einen Muffin herfällt. Die Hamster-Muffin-Sache hat allerdings den Vorteil, dass man sie als Daumenkino ansehen kann und so in wenigen Sekunden durch ist mit dem zwölften Band der Stephanie-Plum-Reihe. Die Beschäftigung mit dem eigentlichen Text dagegen zieht sich furchtbar in die Länge. Und das nicht obwohl, sondern weil die Handlung auf Teufel komm raus kurzweilig sein will. Die Story - ein irres Ranger-Double entführt die Tochter des echten und heftet sich an Stephanies Fersen - wird von einer albernen Nichtigkeit nach der anderen unterbrochen. Da wären: kauzige Kautionsflüchtlinge; Grandma Mazur, die wie immer versucht, Särge zu öffnen; die Exprostituierte Lula, die eine leichtbekleidete Band gründet; Plums ewiges Dilemma, zwischen Freund Morelli und Sexbombe Ranger zu schwanken. Das Prinzip der überforderten Kleinstadtkopfgeldjägerin, die eher Bridget Jones als Barb Wire ist, wird hiermit als ausgereizt erklärt! (kab)

"Jede Menge höchst turbulenter Szenen - unter anderem in einem Bestattungsunternehmen. Die Fans werden sich königlich amüsieren!" Publishers Weekly<br/><br/>"'Kalt erwischt' ist ein Wirbelwind von einem Roman, er ist zum Brüllen komisch und garantiert - um eine delikate Stelle aus dem Buch zu zitieren - 'wonnevolle Stunden'!" Barnes & Noble Review<br/><br/>"Gewürzt mit einer Million Pointen, hoffnungsvollen Nachwuchs-Ganovenjägern und unglücksseligen Kriminellen auf der Flucht." Kirkus Reviews<br/><br/>"Wenn Sie es gerne traurig mögen, werden Ihnen meine Bücher nicht gefallen. Dafür gibt es in meinen Romanen jede Menge Pizza, Flüche und Männer mit Sexappeal." Janet Evanovich in Entertainment Weekly
Janet Evanovich stammt aus South River, New Jersey, und lebt heute in New Hampshire. Die Autorin wurde von der Crime Writers Association mit dem "Last Laugh Award" und dem "Silver Dagger" ausgezeichnet und erhielt bereits zweimal den Krimipreis des Verbands der unabhängigen Buchhändler in den USA.

Leseprobe zu "Kalt erwischt / Stephanie-Plum-Roman Bd.12"

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Leseprobe zu "Kalt erwischt / Stephanie-Plum-Roman Bd.12"

1

Als ich zwölf Jahre alt war, habe ich beim Kuchenbacken versehentlich statt Zucker Salz genommen. Ich holte den Kuchen aus dem Ofen, strich den Zuckerguss darüber und servierte ihn. Der Kuchen sah aus wie jeder andere Kuchen auch, aber wenn man sich ein Stück abschnitt und hineinbiss, merkte man sofort, dass da irgendetwas nicht in Ordnung war. Bei Menschen ist es genauso. Bei Menschen kann man auch nicht immer vom Äußeren auf das Innere schließen. Manchmal entpuppt sich ein Mensch als eine einzige große Überraschung, so wie der versalzene Kuchen. Manchmal ist die Überraschung gelungen, manchmal nicht, und manchmal bringt sie einen nur total aus dem Konzept.

Joe Morelli gehört zu den gelungenen Überraschungen. Er ist zwei Jahre älter als ich, wir kennen uns seit der Schulzeit. Damals war ein Date mit ihm immer wie ein Rendezvous mit dem Teufel, verlockend und beängstigend zugleich. Heute ist Joe Polizist in Trenton, und mal ist er mein Freund, mal mein Exfreund, je nachdem. Es gab Zeiten, da bekam ich bei seinem Anblick eine Gänsehaut, das ist vorbei. Jetzt ist Morelli ein ganz normaler Teil meines Lebens. Er hat einen Hund, der Bob heißt, ein hübsches kleines Haus und einen Rührstab. Morelli macht immer noch einen auf taff und unwiderstehlich, in Wahrheit ist er aber eher der sexy Typ mit dem Rührstab. Alles klar?

Ich habe einen Hamster, der Rex heißt, eine kleine Wohnung mit allem, was man so braucht, nur mein Rührstab ist kaputt. Ich heiße Stephanie Plum, und ich arbeite als Kautionsdetektivin, auch Kopfgeldjäger genannt, für meinen Vetter Vinnie. Es ist kein toller Job, aber er hat gewisse Vorteile, und wenn ich ab und zu bei meinen Eltern eine warme Mahlzeit schnorren kann, komme ich ganz gut über die Runden. Eigentlich könnte mir der Job eine Menge Kohle einbringen, doch leider haut es nicht immer so hin.

Manchmal arbeite ich noch unter der Hand für einen gewissen Ranger, der nicht gut für mich ist, aber das auf eine unglaublich gute Art und Weise. Er ist Sicherheitsexperte und Kautionsdetektiv, und er bewegt sich wie eine Katze. Ranger ist von außen Milchschokolade, ein köstliches, verbotenes Vergnügen. Was sich in seinem Inneren abspielt, weiß niemand so recht. Da lässt Ranger überhaupt nichts raus.

Ich arbeite mit zwei Frauen zusammen, die ich beide gerne mag. Connie Rosolli ist Vinnies Büroleiterin und zugleich sein Bluthund. Sie ist etwas älter als ich, etwas klüger, etwas abgebrühter und etwas italienischer. Sie hat mehr Brust zu bieten, und sie zieht sich sexy an wie Betty Boop.

Die andere Frau ist meine gelegentliche Partnerin Lula. Lula stolzierte vor wenigen Minuten erst ins Kautionsbüro und führte Connie und mir ihr neues Outfit vor. Lula ist schwarz und bringt ordentlich was auf die Waage, was sie allerdings nicht davon abhält, sich in Schuhe mit zehn Zentimeter hohen Pfennigabsätzen und in ein hautenges, goldenes Glitzerkleid zu quetschen, das eigentlich für eine viel zierlichere Person gedacht war. Der Ausschnitt war tief, und ihre Melonentitten quollen nur deswegen nicht hervor, weil sich die Brustwarzen in dem Stoff verhakt hatten. Der Rock spannte sich stramm über ihren Hintern und bedeckte ihn nur knapp.

Bei Lula und Connie wurde mit offenen Karten gespielt.

Lula bückte sich, um sich ihren Schuhabsatz näher zu besehen, und gewährte Connie einen Ausblick auf die Poebene.

"Meine Güte, Lula!", sagte Connie "Kannst du dir nicht wenigstens eine Unterhose anziehen?"

"Habe ich doch", sagte Lula. "Ich habe meinen besten Stringtanga an. Nur weil ich früher mal auf den Strich gegangen bin, heißt das noch lange nicht, dass ich leicht zu haben bin. Die dünnen Tangaträger verschwinden nur immer zwischen meinen süßen Pfirsichbäckchen."

"Wozu hast du dich eigentlich so in Schale geschmissen?", fragte Connie.

"Weil ich jetzt Rock-and-Roll-Sängerin werden will. Ich trete mit Sally Sweets neuer Band auf. Schon mal von The Who gehört? Wir nennen uns The What."

"Du kannst doch gar nicht singen", sagte Connie. "Ich habe dich schon mal singen hören. Du kriegst ja noch nicht mal die Melodie von Happy Birthday auf die Reihe."

"Ich und nicht singen können?", empörte sich Lula. "Ich singe jede Operndiva an die Wand. Außerdem können die meisten Rockstars sowieso nicht richtig singen. Die reißen bloß ihr Maul auf und schreien rum. Und gib zu - sehe ich nicht klasse aus in meinem neuen Fummel? Wenn ich damit auf die Bühne komme, achtet das Publikum gar nicht mehr auf meinen Gesang."

"Da ist was dran", sagte ich zu Connie.

"Allerdings", sagte Connie.

"Ich habe mich noch nicht voll entfaltet", sagte Lula. "In mir schlummern noch ungeahnte Talente. Gestern stand in meinem Horoskop, dass ich meinen Horizont erweitern soll."

"Wenn du dich in dem Fummel noch mehr erweitern willst, kriegst du Ärger mit der Sittenpolizei", sagte Connie.

Unser Kautionsbüro ist in der Hamilton Avenue, ein paar Häuserblocks vom Saint Francis Hospital entfernt, ganz praktisch, um angeschossene Klienten in Empfang zu nehmen. Das Büro ist ein kleines Ladenlokal, eingeklemmt zwischen einem Schönheitssalon und einem Buchantiquariat. Vorne, in dem ehemaligen Verkaufsraum, stehen ein Sofa aus verkratztem Kunstleder, ein paar Klappstühle, Connies Schreibtisch mit Computer und eine Reihe Aktenschränke. Vinnies Büro ist in einem abgetrennten Raum hinter Connies Schreibtisch untergebracht.

Als ich anfing, für Vinnie zu arbeiten, telefonierte er immer von seinem Zimmer aus mit Wettbüros und verabredete sich in der Mittagspause zum Hühnerficken. Jetzt hat er das Internet entdeckt und surft auf Pornoseiten und zockt in Online-Casinos. Hinter der Wand aus Aktenschränken befindet sich ein Lagerraum mit den "Utensilien" des Kautionsgeschäfts: Konfiszierte Fernsehgeräte, DVD-Player, iPods, Computer, ein auf Samt gedrucktes Konterfei von Elvis, Kochgeschirrsets, Küchenmixer, Kinderfahrräder, Eheringe, ein getuntes Motorrad, diverse George-Foreman-Tischgrills und weiß der Geier was noch. Vinnie bewahrte auch einige Schusswaffen und Munition in dem Raum auf und eine Kiste mit Handschellen, die er bei eBay ersteigert hat. Außerdem gibt es noch eine Toilette, die Connie blitzblank hält, und einen Hinterausgang, falls man mal schnell abhauen muss.

"Ich will ja kein Spielverderber sein", sagte Connie, "aber wir müssen die Modenschau noch ein bisschen aufschieben. Wir haben nämlich ein Problem." Sie schob mir einen Aktenstapel über den Schreibtisch zu. "Das sind alles ungelöste Fälle. Wenn wir nicht einige von den Kautionsflüchtlingen schnappen, können wir den Laden dichtmachen."

Das Kautionsgeschäft funktioniert so: Wenn Sie wegen eines Verbrechens angeklagt sind und nicht im Untersuchungsgefängnis schmachten wollen, während Sie auf Ihren Prozess warten, können Sie dem Gericht stattdessen einen Haufen Geld geben. Das Gericht streicht das Geld ein und setzt Sie auf freien Fuß. Wenn Sie zu Ihrem Prozesstermin erscheinen, kriegen Sie Ihre Einlage zurück. Falls Sie gerade nicht flüssig sind, kann ein Kautionsmakler in Ihrem Namen dem Gericht das Geld geben. Er berechnet Ihnen dafür einen gewissen Prozentsatz, sagen wir zehn Prozent, den er für sich behält, egal ob Sie später schuldig gesprochen werden oder nicht. Wenn der Angeklagte zum Prozess erscheint, erhält der Kautionsmakler sein Geld vom Gericht zurück. Erscheint der Angeklagte nicht, bleibt das Geld so lange beim Gericht, bis der Kautionsmakler die arme Sau aufgespürt hat und ihn dem Gericht wieder vorführen kann.

Na, Problem erkannt? Geht zu viel Geld für Kautionen drauf und wird zu wenig eingenommen, muss Vinnie in den Laden reinbuttern. Oder noch schlimmer, die Versicherung, die Vinnies Risiko abdeckt, dreht uns den Hahn zu.

"Lula und ich kommen mit den Fällen nicht mehr nach", sagte ich zu Connie. "Es sind einfach zu viele Kautionsflüchtlinge."

"Ja, und ich weiß auch, woran das liegt", sagte Lula. "Früher hat Ranger noch für uns gearbeitet. Aber seitdem er seine eigene Securityfirma hat, spürt er keine entflohenen Mandanten mehr für uns auf. Heute verfolgen nur noch Stephanie und ich die Bösen."

Das stimmte. Ranger hatte seine Tätigkeit weitgehend auf den Bereich Security verlagert und nahm die Verfolgung von Kautionsflüchtlingen nur dann auf, wenn ein Fall hereinkam, der eine Nummer zu groß für mich war. Es gibt Leute, die meinen, für mich wäre jeder Fall eine Nummer zu groß, aber letztlich konnten wir darauf keine Rücksicht nehmen.

"Ich sage es ja nicht gerne", gab ich zu bedenken, "aber ich glaube, du musst noch einen Kautionsdetektiv einstellen."

"Wenn das so einfach wäre", sagte Connie. "Denk nur daran, wie es war, als Joyce Barnhardt hier gearbeitet hat. Eine Katastrophe. Mit ihrer blöden Masche als knallharte Kopfgeldjägerin hat sie uns alle Verhaftungen vermasselt. Und dann hat sie euch auch noch die Fälle weggeschnappt. Die Frau ist nicht teamfähig."

Joyce Barnhardt ist meine Erzfeindin. Die ganze Schulzeit über musste ich neben ihr sitzen, es war die reinste Hölle. Später, nach meiner Hochzeit, die Tinte auf dem Trauschein war noch nicht trocken, da stieg sie mit meinem Mann ins Bett, der jetzt mein Ex ist. Danke, Joyce.

"Wir könnten eine Annonce in der Zeitung aufgeben", schlug Lula vor. "So habe ich meinen Job hier gefunden. Und wie ordentlich die Ablage seitdem ist, seht ihr ja selbst." Connie und ich verdrehten die Augen. Lula war die schlampigste Sekretärin, die man sich vorstellen kann. Sie behielt ihren Job nur, weil keiner sonst bereit war, Vinnie als Chef in Kauf zu nehmen. Als Vinnie sie zum ersten Mal angrabschte, haute sie ihm mit einem kiloschweren Telefonbuch auf den Schädel und drohte, ihm seine Eier an die Wand zu tackern, wenn er sich nicht anständig benimmt. Seitdem ist Schluss mit sexueller Belästigung im Kautionsbüro.

Connie las uns die Liste der Namen auf den Akten vor. "Lonnie Johnson, Kevin Gallager, Leon James, Dooby Biagi, Caroline Scarzolli, Melvin Pickle, Charles Chin, Bernard Brown, Mary Lee Truk, Luis Queen, John Santos. Alles aktuelle Fälle. Die eine Hälfte kennt ihr schon. Die anderen sind gestern Abend reingekommen. Darüber hinaus haben wir neun Prominente, die wir erst mal in die Rubrik der vorläufig ungelösten Fälle verbannt haben. Vinnie stellt neuerdings viele Kautionen aus. Ziemlich riskant ist das - und führt zwangsläufig zu mehr NVGlern als üblich."

NVG steht für "Nicht vor Gericht erschienen", und NVGler nennen wir Probanden, die ihren Gerichtstermin verpasst haben. Es gibt viele Gründe, zu seinem Prozesstermin nicht zu erscheinen. Prostituierte und Dealer verdienen auf der Straße mehr als hinter Gittern, deswegen lassen sie sich erst dann im Gericht blicken, wenn wir nicht mehr bereit sind, sie gegen Kaution freizukaufen. Alle anderen wollen einfach nur nicht ins Gefängnis wandern.

Connie reichte mir die Akten, und ich bekam sofort Beklemmungen, als hätte sich mir ein Elefant auf die Brust gesetzt. Lonnie Johnson wurde wegen bewaffneten Raubüberfalls gesucht. Leon James wurde der Brandstiftung und des versuchten Mordes verdächtigt. Kevin Gallager war ein Autodieb. Mary Lee Truk hatte im Verlauf einer häuslichen Auseinandersetzung ihrem Mann ein Tranchiermesser in die linke Arschbacke gerammt. Und Melvin Pickle hatte man in der dritten Reihe im Multiplex-Kino mit heruntergelassener Hose erwischt.

Lula sah mir beim Lesen über die Schulter.

"Melvin Pickle", sagte sie. "Das klingt doch lustig. Ich finde, wir sollten mit ihm anfangen."

"Eine Stellenanzeige für einen Kautionsdetektiv ist gar keine schlechte Idee", sagte ich zu Connie.

"Ja", sagte Lula. "Überleg dir nur genau, wie du sie formulierst! Vielleicht kannst du ja ein bisschen schummeln. Also auf keinen Fall schreiben, dass wir einen schießwütigen Waffennarren suchen, der eine Bande Dreckschweine ausschalten soll."

"Ich werde daran denken, wenn ich die Anzeige aufsetze", sagte Connie.

"Ich muss mal raus, mir die Beine vertreten", sagte ich zu Lula. "Ich brauche was für die gute Laune. Wenn ich wiederkomme, fangen wir mit der Arbeit an."

"Gehst du zum Drugstore?", wollte Lula wissen.

"Nein. Zur Bäckerei."

"Kannst du mir einen Donut mit Sahnefüllung und Schokoguss mitbringen?", fragte Lula. "Ich brauche auch was für die gute Laune."

Es war später Vormittag, und der Garden State fing an, sich aufzuheizen. Der Himmel war wolkenlos, die Bürgersteige dampften, die Chemiefabriken im Norden schleuderten ihren Dreck in die Atmosphäre, und überall stießen Autos Kohlendioxyd aus. Später, im Laufe des Nachmittags, würde ich die Giftsuppe im Rachen spüren, dann wusste ich, dass der Sommer in New Jersey wirklich angebrochen war. Für mich gehört diese Suppe unbedingt dazu. Sie hat Stil. Und sie erhöht die Anziehungskraft von Point Pleasant. Wie soll man die Strände von New Jersey richtig würdigen, wenn man die Luft im Landesinneren beruhigt atmen kann?

Mit Schwung fegte ich in die Bäckerei und zielte schnurstracks auf den Donutstand. Marjorie Lando stand hinter der Theke und füllte gerade Cannoli-Röllchen für einen Kunden. War mir recht. Ich konnte warten, bis ich an der Reihe war. Die Bäckerei hatte immer etwas Besänftigendes. Beim Anblick von Zucker- und Fettbergen beruhigt sich mein Pulsschlag. Im Geist schwebe ich über unendliche Weiten von Plätzchen und Kuchen, Donuts und Cremetörtchen, alle gekrönt mit bunten Streuseln, Schokoglasur, Schlagsahne und Baiserschaum.

Gerade sinnierte ich über die Donutauswahl, da spürte ich eine vertraute Person in meinem Rücken. Eine Hand strich mir eine Haarsträhne beiseite, und Ranger lehnte sich leicht an mich und drückte mir einen Kuss in den Nacken.

"Fünf Minuten mit dir allein, und du würdest mich auch so angucken", sagte Ranger.

"Fünf Minuten? Die kannst du haben, wenn du die Hälfte meiner Fälle übernimmst."

"Hört sich verlockend an", sagte Ranger, "aber ich bin gerade auf dem Weg zum Flughafen. Ich weiß nicht, wann ich zurückkomme. Tank übernimmt so lange. Ruf ihn an, wenn du Hilfe brauchst! Und solltest du mal wieder vorübergehend bei mir wohnen wollen, sag ihm Bescheid!"

Vor einiger Zeit brauchte ich mal einen sicheren Ort als Unterschlupf und nahm dazu Rangers Wohnung in Beschlag. Er war gerade nicht in der Stadt. Als er nach Hause kam, rekelte sich Goldlöckchen friedlich schlafend in seinem Bett. Gnädigerweise warf er mich nicht aus dem Fenster in seiner Wohnung im sechsten Stock. Ja, ich durfte sogar bleiben, bei nur minimaler sexueller Belästigung. Na gut, minimal trifft vielleicht nicht ganz zu. Ich würde mal sagen Stufe 7, auf einer Skala von 1 bis 10, aber er hat auch nichts erzwungen.

"Woher weißt du, dass ich hier bin?", fragte ich ihn.

"Ich bin im Kautionsbüro vorbeigefahren. Lula hat mir gesagt, dass du einen Sonderauftrag erledigst."

"Wo fliegst du hin?"

"Nach Miami."

"Zum Vergnügen? Oder hast du irgendwelche Geschäfte am Laufen?"

"Dunkle Geschäfte."

Marjorie war mit ihrem Kunden fertig und wandte sich jetzt mir zu. "Was darf es sein?"

"Zwölf Boston Cream Donuts."

"Babe!", sagte Ranger.

"Die sind nicht alle für mich allein."

Ranger lacht nicht oft. Meistens lacht er nur in Gedanken, und was sich jetzt auf seinem Gesicht abzeichnete, war so ein gedankliches Lachen. Er schlang die Arme um meine Taille, zog mich an sich und küsste mich. Der Kuss war warm und kurz. Keine Zungenakrobatik vor der Verkäuferin, Gott sei Dank. Ranger drehte sich um und ging. Tank wartete am Straßenrand in einem schwarzen SUV. Ranger stieg ein, und sie fuhren los.

Marjorie stand mit einem Pappkarton in der Hand und heruntergeklappter Kinnlade hinter der Theke. "Wahnsinn!", sagte sie.

Mir entfuhr ein Stoßseufzer. Marjorie hatte recht, Ranger war definitiv der Wahnsinn. Er war einen halben Kopf größer als ich, hatte perfekt geformte Muskeln und sah supergut aus, wie der klassische Latino. Er roch immer gut, und er trug nur Schwarz. Seine Haut war dunkel. Sein Haar war dunkel. Sein Leben war dunkel. Ranger hatte viele Geheimnisse.

"Es ist eine rein geschäftliche Beziehung", klärte ich Marjorie auf.

"Wenn er noch länger geblieben wäre, wäre die Schokolade an den Eclairs geschmolzen."

"Das gefällt mir ganz und gar nicht", stellte Lula klar. "Wenn du mich fragst, würde ich viel lieber den Perversen verfolgen. Ich halte es für keine kluge Entscheidung, erst den Waffenliebhaber festzunehmen."

"Für den haben wir aber die höchste Kaution gezahlt. Und seine Festnahme würde Vinnies Laden ruckzuck sanieren."

Wir saßen in Lulas rotem Firebird, gegenüber von Lonnie Johnsons Haus. Es war ein schindelverkleideter Flachbau in einem heruntergekommenen Viertel, das an das Hockeystadion grenzte. Es war kurz vor zwölf, keine gute Zeit, um einen gefährlichen Kriminellen hochzunehmen. Wenn er noch im Bett ist, dann deswegen, weil er betrunken ist und bösartig. Wenn er nicht im Bett ist, dann hockt er wahrscheinlich in der nächsten Kneipe, betrinkt sich und ist ziemlich mies drauf.

"Wie sollen wir vorgehen?", wollte Lula wissen. "Wie die Obergangsta-Kopfgeldjäger einfach die Bude stürmen und ihn alle machen?"

Ich sah Lula an. "Haben wir das je gemacht?"

"Was nicht ist, kann ja noch werden."

"Wir würden uns total blamieren. Es wäre inkompetent."

"Du bist viel zu streng", sagte Lula. "Und inkompetent sind wir auch nicht. Jedenfalls nicht total, höchstens zu achtzig Prozent. Weißt du noch, wie du damals mit dem nackten, eingefetteten Kerl gerungen hast? Mit dem bist du doch glatt fertig geworden."

"Für die Pizzalieferservice-Masche ist es noch zu früh", sagte ich.

"Und die Blumenlieferservice-Masche geht auch nicht. Würde uns keiner abnehmen, dass jemand so einem Blödmann Blumen schickt."

"Wenn du dich nicht umgezogen hättest, hätten wir die Nuttenlieferservice-Masche abziehen können", sagte ich zu Lula. "Du in Goldflitter, und er hätte dir bestimmt die Tür aufgemacht."

"Wir könnten so tun, als wollten wir Plätzchen verkaufen. Wie die Pfadfinderinnen. Zum Spendensammeln. Wir brauchten nur zurück zum 7-Eleven zu fahren und Plätzchen zu kaufen."

Ich schlug Johnsons Nummer auf dem Formular der Kautionsvereinbarung nach und rief ihn mit meinem Handy an. "Yeah?", sagte eine männliche Stimme. "Lonnie Johnson?"

"Was wollen Sie? Scheiß Miststück. Mich so früh am Tag anzurufen. Glauben Sie vielleicht, ich hätte nichts Besseres zu tun, als ans Telefon zu gehen?" Knall! Aufgelegt.

"Und?", fragte Lula.

"Er hat keine Lust zu reden. Und er ist sauer."Ein schimmernder schwarzer Hummer mit getönten Scheiben kam die Straße entlanggeschnurrt und hielt vor Johnsons Haus.

Kundenbewertungen zu "Kalt erwischt / Stephanie-Plum-Roman Bd.12"

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Bewertung von susi 87 am 03.04.2011 ***** ausgezeichnet
Stephanie bringt mich zum Lachen und ich kann mich voll und ganz in Ihre Rolle reinversetzten! Ich Liebe diese Bücher.... Charme Witz und Melone...

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Bewertung von Blacky (blacky-book@live.de) am 11.12.2010 ***** sehr gut
Kurzbeschreibung:
Stephanie Plum ist vom Leben überfordert. Nicht nur, dass sie wieder einmal erfolglos hinter ein paar Gaunern her ist: Sie wird außerdem von einer jungen Frau verfolgt, die behauptet, mit Carlos Manoso, besser bekannt als »Ranger«, verheiratet zu sein. Stephanie versucht herauszufinden, was es mit der Frau auf sich hat - und warum es plötzlich zwei Ranger gibt. Nebenbei muss sie allerdings noch Grandma Mazur von einer Karriere als Rockstar im Madonna-Outfit abhalten, zwei schwulen Bestattungsunternehmern unter die Arme greifen und einem depressiven Schuhverkäufer zu Selbstbewusstsein verhelfen ...

Ich habe schon einige der "Stephanie Plum-Romane" gelesen, aber dieser zählt eindeutig zu den besten.
Die Geschichte um den doppelten Ranger ist sehr sehr spannend bis zur letzten Seite und stellenweise (in erster Linie, wenn es um Stephanies Familie geht) megalustig.
Meiner Meinung nach eine sehr gelungene Mischung

Reihenfolge der "Stephanie Plum"-Romane

1* Einmal ist keinmal
2* Zweimal ist einmal zuviel
3* Eins, zwei, drei und du bist frei
4* Aller guten Dinge sind vier
5* Vier Morde und ein Hochzeitsfest
6* Tödliche Versuchung
7* Mitten ins Herz
8* Heiße Beute
9* Reine Glückssache
10 * Kusswechsel
11* Die Chaos-Queen
12* Kalt erwischt
13* Ein echter Schatz
14* Kuss mit Lustig
15* Finger Lickin' Fifteen ( noch nicht auf deutsch erschienen)
16* Sizzling Sixteen (noch nicht auf deutsch erschienen)

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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Bewertung von Blacky (blacky-book@live.de) am 11.12.2010 ***** sehr gut
Kurzbeschreibung:
Stephanie Plum ist vom Leben überfordert. Nicht nur, dass sie wieder einmal erfolglos hinter ein paar Gaunern her ist: Sie wird außerdem von einer jungen Frau verfolgt, die behauptet, mit Carlos Manoso, besser bekannt als »Ranger«, verheiratet zu sein. Stephanie versucht herauszufinden, was es mit der Frau auf sich hat - und warum es plötzlich zwei Ranger gibt. Nebenbei muss sie allerdings noch Grandma Mazur von einer Karriere als Rockstar im Madonna-Outfit abhalten, zwei schwulen Bestattungsunternehmern unter die Arme greifen und einem depressiven Schuhverkäufer zu Selbstbewusstsein verhelfen ...

Ich habe schon einige der "Stephanie Plum-Romane" gelesen, aber dieser zählt eindeutig zu den besten.
Die Geschichte um den doppelten Ranger ist sehr sehr spannend bis zur letzten Seite und stellenweise (in erster Linie, wenn es um Stephanies Familie geht) megalustig.
Meiner Meinung nach eine sehr gelungene Mischung

Reihenfolge der "Stephanie Plum"-Romane

1* Einmal ist keinmal
2* Zweimal ist einmal zuviel
3* Eins, zwei, drei und du bist frei
4* Aller guten Dinge sind vier
5* Vier Morde und ein Hochzeitsfest
6* Tödliche Versuchung
7* Mitten ins Herz
8* Heiße Beute
9* Reine Glückssache
10 * Kusswechsel
11* Die Chaos-Queen
12* Kalt erwischt
13* Ein echter Schatz
14* Kuss mit Lustig
15* Finger Lickin' Fifteen ( noch nicht auf deutsch erschienen)
16* Sizzling Sixteen (noch nicht auf deutsch erschienen)

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Bewertung von Jaycie aus Augsburg am 12.11.2009 ***** ausgezeichnet
Endlich wieder ist Stephanie Plum unterwegs, um die bösen NVGler (d.h. nicht vor Gericht erschienen) ihrem gerechten Urteil etwas näher zu bringen...
Die Sucht nach diesem Roman hat mich das Buch in nur drei Stunden "einatmen" lassen! Großartig wie immer. Für jeden Fan mal wieder ein absolutes Muss!
Nun will ich hier schon einmal die wichtigste Frage beantworten: Die Entscheidung zwischen Ranger und Morelli ist immer noch nicht gefallen, aber wir sind ein ganzes Stück näher dran. Gäbe es solche Männer im wahren Leben, könnte ich mich auch nicht entscheiden.
Oh, und eins noch... das Daumenkino unten rechts auf den Seiten zeigt endlich auch mal Rex von seiner besten Seite.

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gebraucht; wie neu 4,50 2,10 PayPal, Banküberweisung Antiquariat Goerlitz 99,6% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 4,60 1,00 Banküberweisung macafloso 100,0% ansehen
wie neu 5,95 1,15 Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung luckyfrog 99,1% ansehen
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