Junge Muslime in Deutschland - Zwischen Integration und Radikalisierung
Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Orientalistik /
Sinologie - Islamwissenschaft, einseitig bedruckt, Note: 1,3,
Universität Hamburg (Asien-Afrika-Institut), Veranstaltung:
Islamismus und islamistischer Terrorismus - Ideologien, Ursachen
und Manifestationen, Sprache: Deutsch, Abstract: Spätestens seit
den Anschlägen von Madrid im März 2004 hat sich die öffentlich viel
diskutierte Ansicht, Europa sei einigermaßen sicher vor
islamistisch motiviertem Terror, als falsch herausgestellt. Die
Annahme, die EU werde lediglich als Rückzugspunkt und für die
Planung und Organisation von Anschlägen genutzt, wie z.B. Hamburg
von den Attentätern des 11. Septembers, verlor ihre
Grundlage.
Noch im selben Jahr machten der Mord an dem Islamkritiker Theo van
Gogh in den Niederlanden und im Sommer 2005 die Anschläge in London
deutlich, dass islamistische Fundamentalisten nicht nur in ihren
muslimischen Heimatländern sozialisiert und radikalisiert wurden,
bevor sie nach Europa kamen, sondern dass auch von in Europa
geborenen und aufgewachsenen Muslimen eine Gefahr ausgehen kann.
Natürlich handelt es sich bei diesen um eine extrem kleine
Minderheit unter den circa 8-12 Millionen westeuropäischen
Muslimen. Doch ist es wichtig, diese Gruppe der so genannten
Homegrown Terrorists näher zu betrachten, um zukünftige Anschläge
nicht nur durch gute nachrichtendienstliche Arbeit, wie im Fall der
so genannten Sauerlandgruppe, verhindern zu können. Deshalb werde
ich in meiner Arbeit erst die Bevölkerungsstruktur der Muslime in
ausgewählten europäischen Ländern erörtern, um im Weiteren Gründe
für die Radikalisierung muslimischer Jugendlicher in Deutschland
sowie die Art ihrer Rekrutierung für den bewaffneten Djihad zu
diskutieren. Abschließend werde ich im Fazit versuchen, Vorschläge
für eine bessere gesellschaftliche Einbindung von Muslimen in
Deutschland zu diskutieren.