Juja - Haratischwili, Nino

Nino Haratischwili 

Juja

Ausgezeichnet mit dem Debütpreis des Buddenbrookhauses 2011

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Juja

Beruhend auf einer wahren Geschichte stellt die erfolgreiche Theaterautorin Nino Haratischwili in ihrem ersten Roman die Frage nach Authentizität. Das Buch "Die Eiszeit" von Jeanne Saré wird in den Siebziger Jahren ein großer Verkaufserfolg, vor allem in feministischen Kreisen. Das hasserfüllte Buch der jugendlichen Selbstmörderin Saré animiert mehrere Leserinnen zum Suizid. Nun, in der Jetztzeit, macht sich eine Kunstwissenschaftlerin in Paris auf die Suche nach Saré. Was hat der Verleger des Buches, ein frauenhassender älterer Herr mit Saré zu tun? Wer war Jeanne Saré eigentlich? Warum gibt es keine Zeugnisse? Und wie konnte das Buch derart wirken? Nino Haratischwili verknüpft geschickt mehrere Erzählstränge in diesem Roman, und beschreibt auf schwindelerregende Weise, welche Bedeutung das Reale und das Irreale für das soziale Leben haben können.


Produktinformation

  • Verlag: Verbrecher Verlag
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 350 S. 201 mm
  • Seitenzahl: 299
  • Deutsch
  • Abmessung: 201mm x 141mm x 28mm
  • Gewicht: 407g
  • ISBN-13: 9783940426482
  • ISBN-10: 3940426482
  • Best.Nr.: 28071745

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Nicht wirklich glücklich scheint Rezensentin Cara Wuchold mit Nino Haratischwilis Roman "Juja". Wie sie berichtet, greift die Autorin den Mythos um die Autorin Danielle Sarrera auf, hinter der sich angeblich eine 17-jährige schreibende Ausreißerin verbarg, die nach ihrem Suizid von feministischen Kreisen zur Ikone erklärt wurde. Besagte Danielle Sarrera heißt in "Juja" Jeanne Sare. Die Autorin wirft laut Wuchold die Frage auf, wer diese Jeanne Sare sei, deren Text "Eiszeit" eine Reihe von jungen Frauen, die an der Welt leiden, zum Suzid bewegt. Die Rezensentin erkennt an, dass sich die Autorin "bemüht", das "Leiden an der Welt facettenreich zu beleuchten". Allerdings scheinen ihr die geschilderten Lebensumstände allein keine Todessehnsucht zu rechtfertigen. Zudem gelingt es der Autorin in ihren Augen nicht, mit den Einblicken in die Gedankenwelten der Figuren deren Verzweiflung zu vermitteln.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.11.2010

Leiden mit Eiszeit
Nino Haratischwili erzählt von
Frauen, die sich das Leben nehmen
Wer ist Danielle Sarréra? Man weiß es nicht so genau. Der Mythos besagt, dass sich dahinter eine Ausreißerin verbirgt, die ihren Weltschmerz in Schulhefte notierte und sich 17-jährig am Pariser Nordbahnhof das Leben nahm. Vor allem in feministischen Kreisen wurde sie nach der posthumen Veröffentlichung ihrer Notizen zur Ikone stilisiert. Angeblich gab es Frauen, die ihr nach der Lektüre in den Tod folgten: das werthersche Phänomen. Viele behaupten, dass der französische Verleger Frédérick Tristan „Sarréra“ als Pseudonym benutzte, um seiner eigenen Kurzprosa Authentizität zu verleihen. Manche bezweifeln auch dies.
Und wer ist Jeanne Saré? Dieser Frage widmet sich Nino Haratischwili in ihrem Debütroman „Juja“, in dem sie den Sarréra-Mythos wiedererzählt. Auch hier nehmen sich Frauen das Leben in Verbindung mit einem Buch, das 1953 unter dem Titel „Die Eiszeit“ erschien und laut Klappentext in den siebziger Jahren Verkaufserfolge feierte. Auszüge daraus sind Teil von „Juja“. Hier kämpft die verzweifelte und der Welt schon halb entrückte Saré …

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Nino Haratischwili wurde 1983 in Tiflis, Georgien, geboren. Sie leitete von 1998 bis 2003 die freie zweisprachige Theatertruppe "Fliedertheater " und zeigte mit dieser mehrere Produktionen an georgischen Theatern sowie Gastspiele in Deutschland. Von 2000 bis 2003 studierte sie Filmregie an der Staatlichen Schule für Film und Theater in Tiflis. Bis 2007 folgte ein Regiestudium an der Theaterakademie Hamburg. Nino Haratischwili schreibt Prosatexte und Stücke in deutscher Sprache. 2009 gewann sie gemeinsam mit Philipp Löhle den Autorenpreis des Heidelberger Stückemarktes und 2011 wurde sie mit dem Kranichsteiner Literaturförderpreis ausgezeichnet. Nino Haratischwili lebt als freie Regisseurin und Autorin in Hamburg.

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