Jugendroman - Henschel, Gerhard

Gerhard Henschel 

Jugendroman

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Jugendroman

Die tragikomische Chronik einerdeutschen Jugend Mitte der Siebzigerjahre.

Martin Schlosser bricht als Dreizehnjähriger in der emsländischen Kleinstadt Meppen zu neuen Abenteuern auf, im leuchtenden Sommer 1975, und sie führen ihn tief hinab in die Gräuel der Pubertät und in den Kampf mit einer Welt, die einfach nicht begreifen will, dass er es gut mit ihr meint: Er möchte für Deutschland Tore schießen und in einer großen Liebe die Erfüllung all seiner Träume finden. Ist das zu viel verlangt?
Martin Schlosser bricht als Dreizehnjähriger in der emsländischen Kleinstadt Meppen zu neuen Abenteuern auf, im leuchtenden Sommer 1975, und sie führen ihn tief hinab in die Gräuel der Pubertät und in den Kampf mit einer Welt, die einfach nicht begreifen will, dass er es gut mit ihr meint: Er möchte für Deutschland Tore schießen und in einer großen Liebe die Erfüllung all seiner Träume finden. Ist das zu viel verlangt?


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 544 S. 191 mm
  • Seitenzahl: 540
  • dtv Taschenbücher Bd.14079
  • Deutsch
  • Abmessung: 194mm x 121mm x 30mm
  • Gewicht: 444g
  • ISBN-13: 9783423140799
  • ISBN-10: 3423140798
  • Best.Nr.: 33361328

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Für Freunde autobiografischer Großprojekte a la Walter Kempowski hat Rezensent Wolfgang Schneider etwas entdeckt: Den "Jugendroman" von Gerhard Henschel, in dem der Autor erneut seiner "archivalischen Obsession" nachgehe und sich an die Ödnis seiner Provinzjugend in den Siebzigern erinnere. Zwischen Klavierstunde und Gartenarbeit erwachen nun auch erste sexuelle Regungen bei dem pubertierenden Protagonisten und so amüsiert sich der Kritiker, wenn der Ich-Erzähler sein zur Konfirmation geschenktes Fremdwörterlexikon eifrig nach Worten wie "Penetration" oder "Pessar" durchsucht. Neben solch einfühlsamen "Wortfetischismen" gelinge dem Autor vor allem die "anekdotische Zuspitzung" der immer wieder in die Erzählung montierten Redensarten und Werbesprüche der Siebziger. So ganz könne der Roman dann aber doch nicht mit Kempowskis Weltkriegserinnerungen mithalten, meint der Rezensent; dazu seien die Siebziger schlichtweg zu "langweilig".

© Perlentaucher Medien GmbH

kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Gerhard Henschel ist auf Material angewiesen: Man gibt ihm alle brieflichen Nachlässe, wenn jemand aus der Familie stirbt, auch Pubertätstagebücher werden bereitwillig ausgehändigt, und was er in der Familie selbst nicht kriegt, holt sich der Schriftsteller in der Hamburger Staatsbibliothek. Da wird dann schon mal recherchiert, wann Fußballnationaltorhüter Sepp Maier Enten im Stadion jagte. Nach "Kindheitsroman" hat Gerhard Henschel jetzt mit "Jugendroman" die Fortsetzung der Geschichte seines alter egos Martin Schlosser vorgelegt und ist mitten in der Pubertät seines Helden angekommen. In nüchternem Chronistenstil und mit leichter ironischer Distanz führt Henschel den Leser durch die immergleichen Wochen und Monate eines öd-langweiligen Jugendlebens zwischen unglücklicher Liebe und deren Kompensation durch Musik und Lesen. Doch in der Öde der Wiederholungen von "Unkraut jäten" bis "Fahrrad in den Keller bringen" funkelt es, da sind Perlen, die zu entdecken sich lohnt. Etwa wenn Martin Schlosser zwei Mal das gleiche Tittenblatt kauft und eine uralte 3-D-Brille aufsetzt, um die nackten Mädels räumlich sehen zu können. Und irgendwann, wenn man sich in Trance gelesen hat mit diesem Wälzer, merkt man: Gerhard Henschel mag maximale Information mit stilistischem Minimalismus verpackt haben, aber er hat viel erreicht. Er hat das Gefühl der 70er-Jahre eingefangen. (jw)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.08.2010

Auch die Lottozahlen sind nicht erfunden
Gerhard Henschels autobiographisches Großprojekt ist in den Siebzigern angelangt

Wir schreiben das Jahr 1975. Martin Schlosser, dem Henschel bereits einen ganzen "Kindheitsroman" gewidmet hat, ist inzwischen dreizehn Jahre alt. Gerade hat die Familie das Eigenheim in Vallendar aufgegeben und ist nach Meppen gezogen. Die alten Freunde bleiben zurück - Anlass für einen Briefverkehr, in dem sich die Jungen wechselseitig der Trostlosigkeit der Verhältnisse versichern. Auch in der erlebten Rede Martin Schlossers, die den "Jugendroman" über weite Strecken zu einem Bewusstseinsprotokoll macht, gibt die hyperbolische Sprache Pubertierender den Ton vor. Vom Tatbestand des "Schwitzens" kann ja jeder reden. "Ich lernte am eigenen Leib das Phänomen der Unterarmnässe kennen", lesen wir dagegen bei Martin Schlosser.

Ein großer Moment, als Papa erstmals den neuen Benzinrasenmäher über den Rasen schiebt: ein "brüllendes Monstrum". Oder Mama im Samstagnachtfieber: "Seglerball im Dorfgemeinschaftshaus Horumersiel". Ansonsten besteht das Familienleben der Schlossers vor allem aus Alltag und gegenseitiger …

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Gerhard Henschel, geb. 1962, war unter anderem Redakteur bei der Titanic und lebt heute als freier Schriftsteller bei Hamburg.

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