Jewrassic Park. Oder wie baut man (k)ein jüdisches Museum in Berlin. Ein polemisches Resümee - Lackmann, Thomas

Thomas Lackmann 

Jewrassic Park. Oder wie baut man (k)ein jüdisches Museum in Berlin. Ein polemisches Resümee

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Produktinformation

  • ISBN-10: 3825701786
  • Best.Nr.: 24081078

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Nach Heinrich Wefing hat der Autor hier "ohne Frage eine Chance vertan". Zwar weiß er durchaus anzuerkennen, dass Lackmann mit der Geschichte des Museumsbaus wie kaum jemand sonst vertraut ist. Doch bei der Darstellung habe er einen Grad von Komplexität erreicht, der den des Museums noch in den Schatten stelle. Wefing stört sich offenbar an der eigentümlichen Mischung der Herangehensweisen Lackmanns: Manche Passagen erscheinen ihm wie ein "fiktives Theaterstück", dann wieder gibt es Dokumentationen zu Entwürfen und Konzepten, manchmal werde der Autor ironisch und verfalle an anderer Stelle wieder in einen "märchenhaften Ton". Für eine Darstellung dieser `deutschen Museumsgroteske` wäre es nach Wefing jedoch wirkungsvoller gewesen, den Sachverhalt ganz nüchtern darzustellen, weil auf diese Weise das Groteske der Angelegenheit von selbst sichtbar geworden wäre. Von diesen Aspekten abgesehen, vermisst der Rezensent eine gewissen Plastizität in der biografischen Skizze des Museumsdirektors W. Michael Blumenthals sowie Informationen zum Streit Blumenthals mit seinem ehemaligen Vize Tom Freudenheim, der das Haus mittlerweile verlassen hat. Insgesamt diagnostiziert Wefing beim Autor Scheu vor einem "scharfen Urteil".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 31.01.2001

Auf jedes Zack folgt irgendwann wieder ein Zick
Daniel Libeskinds Jüdisches Museum ist ein Bild seiner Planungsgeschichte: Thomas Lackmann schlägt noch mehr Haken

Es gehört zu den Kuriositäten des Jüdischen Museums in Berlin, daß die Geschichte seiner Gründung lange vor seiner Eröffnung geschrieben werden kann. Immer noch steht das gefeierte, atemberaubend schräge, metaphernüberladene Bauwerk von Daniel Libeskind in Berlin-Kreuzberg leer, immer noch muß das Publikum auf die erste Ausstellung warten, die für den Herbst 2001 annonciert ist, immer noch vertröstet die Museumsleitung alle Neugierigen mit vagen Ankündigungen - da hat der Berliner Journalist Thomas Lackmann den Versuch unternommen, die unendlich schwere Geburt des Instituts nicht nur zu beschreiben, sondern auch zu deuten. Entstanden ist dabei ein merkwürdiges und komplexes Buch, das seinen Gegenstand an Merkwürdigkeit und Komplexität noch zu übertreffen trachtet.

Lackmann hat eine quasiethnologische Studie über das eigentümliche Soziotop verfaßt, das West-Berlin einmal war und hier und da immer noch ist. Er hat eine Skizze der Verspannungen im Umgang der jüdischen …

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