Jesu Traum - Türcke, Christoph

Christoph Türcke 

Jesu Traum

Psychoanalyse des Neuen Testaments

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Jesu Traum

Erst die Mittel der Traumdeutung lassen das ergreifend menschliche Schicksal Jesu von Nazareth ganz hervortreten.

Ist über Jesus von Nazareth nicht längst alles gesagt? Wurden nicht jedes seiner Worte und jeder Bericht über ihn bis zum Überdruss interpretiert? Dennoch wagt Christoph Türcke einen kühnen Neuanfang. Mit den Mitteln der Freudschen Traumanalyse rückt er die Geschichte Jesu und des Urchristentums in ein völlig neues Licht. Er zeigt, dass das Christentum ohne ein Jesus-Trauma ebenso undenkbar ist wie der historische Jesus ohne ein Johannes-Trauma. Jesu Traum war der eines Getriebenen. Sein Immoralismus, von Nietzsche bereits erahnt, tritt nun in seiner ganzen Radikalität hervor. Die Dekomposition Jesu als Gottessohn führt zu einer überraschenden Aufwertung seines ergreifend menschlichen Schicksals und gewinnt unversehens verblüffende Aktualität.


Produktinformation

  • Verlag: Zu Klampen
  • 2009
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 156 S.
  • Seitenzahl: 156
  • Deutsch
  • Abmessung: 197mm x 132mm x 15mm
  • Gewicht: 223g
  • ISBN-13: 9783866740617
  • ISBN-10: 3866740611
  • Best.Nr.: 26385305

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Christoph Türckes psychoanalytische Deutung des Neuen Testaments hat der hier rezensierende Theologe Friedrich Wilhelm Graf mit einem gewissen "intellektuellem Vergnügen gelesen, für bare Münze würde er Türckes Erkenntnisse nicht nehmen. Der Leipziger Philosoph Türcke möchte die die tiefen Traumata der frühen Christen aufdecken, die seiner Meinung nach unser Jesus-Bild geprägt haben. So hätten sie, nach Jesu Tod zutiefst traumatisiert, seine Auferstehung in einer "Art Selbstexorzismus" und zur Schuldentlastung halluziniert. Aber auch Jesus selbst erklärt Türcke den Informationen des Rezensenten zufolge analytisch, und zwar aus einer Ich-Kränkung gegenüber Übervater Johannes dem Täufer. Graf sieht hier vielmehr eine ganz eigenen subjektive Mischung aus "psychoanalytischer Sprache und pietistischer Herzensrede" ausgebreitet, deren wissenschaftliche Überprüfung quasi gegenstandslos wäre.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 03.11.2009

Da nirgends ein Mauseloch zu sehen ist, sind Jesus und seine Jünger traumatisiert

Eine Psychoanalyse des Neuen Testaments strebt der Philosoph Christoph Türcke in seinem Buch "Jesu Traum" an. Er lässt den Logos nicht Fleisch, sondern Wort werden.

Entstanden sei das Christentum, so erklärt der psychoanalytisch verfahrende Philosoph Christoph Türcke, weil die Anhänger Jesu mit seinem furchtbaren Ende und ihrem Versagen nicht fertig wurden. Die Traumatisierten versuchten, den Kreuzestod durch die Behauptung, Jesus sei auferstanden, zu bewältigen. Das Kriterium für die Evangelien war damit vorgegeben: Sie mussten Begebenheiten aus dem Leben Jesu zusammenstellen und diese "auferstehungskonform" darstellen. Ein Gedanke, der in der ein oder anderen Form uns schon in der Religionskritik des neunzehnten Jahrhunderts begegnet.

Türckes Variante dieses kritischen Motivs lautet: Das Christentum hat den Mann Jesus um sich selbst gebracht, hat ihn vereinnahmt, umgebracht - hat ihn gefressen, so könnte man das mit den Freudschen Vokabeln sagen, deren sich Türcke vor allem aus der Traumdeutung bedient. Es gibt manifeste und latente Traumgedanken, und bis …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.12.2009

Kreuzestod für Adorno
Christoph Türcke unterwirft das Neue Testament einer Psychoanalyse und erkennt in Jesus den ersten Immoralisten
Seit seinem Studium der Evangelischen Theologie schreibt der Leipziger Philosoph Christoph Türcke gern über die Lage des Christentums in der modernen bürgerlichen Gesellschaft. Inspiriert von Adorno, aber auch von Ernst Bloch, hat er kritische Diagnosen einer geistlos gewordenen Theologie und wunderbare Miniaturen zu Grundbegriffen religiöser Sprache veröffentlicht. Im neuesten Buche geht er nun aufs Ganze. Mit Instrumenten der klassischen Freudschen Psychoanalyse will er nichts Geringeres, als die latenten Traumgedanken der Urchristen und zugleich Jesu eigenen Traum aufdecken. Die Neutestamentler in den Theologischen Fakultäten hätten hier völlig versagt und Entscheidendes nicht gesehen.
Sein neues Interesse an der Jesus-Gestalt begründet Türcke religionspolitisch. Die Rückkehr des Islam nach Europa zwinge den Westen, verstärkt über die „christlichen Fermente” seiner kulturellen Grundlagen nachzudenken. Gerade glaubenskritische Aufklärer müssten sich das kulturell sedimentierte Christentum neu aneignen. Das …

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Christoph Türcke, Jahrgang 1948, ist Professor für Philosophie in Leipzig. Im zu Klampen Verlag sind u.a. von ihm erschienen: Die neue Geschäftigkeit; Religionswende; Gewalt und Tabu; Zum ideologiekritischen Potential der Theologie

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Kundenbewertungen zu "Jesu Traum" von "Christoph Türcke"

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Bewertung von tachchen aus Westküste am 07.11.2010 ***** gut
spannend , die Geschichte Jesu aus einer neuen Sicht zu betrachten. Da lässt man gerne seine Gedanken dazu schweifen.

1 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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