Istanbul war ein Märchen - Levi, Mario

Mario Levi 

Istanbul war ein Märchen

Roman

Aus d. Türk. v. Barbara u. Hüseyin Yurtdas
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Istanbul war ein Märchen

Istanbul: Stadt der tausend Seelen, der tausend Schicksale, der tausend Sprachen
Mario Levi ist hier aufgewachsen. Istanbul war ein Märchen beschreibt die Stadt seiner Kindheit. Er führt uns durch die steilen, verschlungenen Gassen die Stadt hinauf und hinab zu den Ufern des Bosporus, erzählt vom Miteinander der unterschiedlichen Völker und Kulturen, von Juden, Griechen, Armeniern und Türken.
Seit mehr als 500 Jahren haben Juden aus aller Welt am Bosporus eine neue Heimat gefunden. Sie pflegen ihre Bräuche, feiern ihre Feste, erinnern an die Verfolgung und das erlittene Leid. Ausgehend von seiner eigenen Familie und deren Geschichte, entwirft Levi ein Kaleidoskop menschlicher Schicksale. Es sind Geschichten von gelebten und ungelebten Träumen, von erfüllten und unerfüllten Hoffnungen. Levi erzählt von Madame Estrella, die ihre Familie verläßt, um einen Muslim zu heiraten; von Monsieur Jacques, der mit seinem patriarchalisch geführten Laden eine vielköpfige Familie ernährt, und von dessen Bruder Nesim, den seine Liebe zur deutschen Kultur nicht vor dem KZ bewahrt; von Robert, dem Spieler und Lebemann, und der kinobesessenen Tilda; von aufopferungsvollen Frauen wie Madame Roza, Eva und Rahel, die aus ihrem Schweigen Kraft gewinnen, und von jungen Leuten, die sich der Tradition entziehen und auswandern.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 844 S.
  • Seitenzahl: 844
  • Deutsch
  • Abmessung: 204mm x 130mm x 42mm
  • Gewicht: 784g
  • ISBN-13: 9783518419977
  • ISBN-10: 3518419978
  • Best.Nr.: 23865410

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Ausgesprochen angetan ist Carsten Hueck von diesem Istanbul-Roman, in dem Mario Levi die Stadt in einen "beseelten Erzählraum" verwandle. Der Sohn sephardischer Vorfahren setzt auf europäische Literatur und Erzähltechniken, um den Dialog anzubieten, von der Türkei nach Europa, als Repräsentant einer jüdischen Minderheit und als ausgezeichneter Sprachkünstler, resümiert der Rezensent. Erbe und Mythos der Stadt werden darin auf geschickte Art angesprochen, und das türkische Lebensgefühl "Hüzün", Melancholie und Wehmut, evoziert. Levi schaffe es sanfter als "ein kubistischer Maler", die Feinheiten und Flüchtigkeit einzelner Momente wahrzunehmen. Hueck konnte in den modernistischen Versen, die ihn an Joyce erinnern, "große poetische Schönheit" finden. Eine leichte Lektüre, fügt er hinzu, sei der Roman jedoch nicht. Man müsse sich erst auf ihn einlassen.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Und so verschreibt sich Mario Levi, der 1957 geborene türkische Jude, dem Dogma der Unabschließbarkeit. Zwar hat er sein Jahrhundertwerk ein Jahr vor der Zeitenwende beendet und in den Druck gegeben, aber offener - im schönsten Sinn - als dieses kann ein Buch nicht sein. Entschiedener als andere Jahrhundertromane von Márquez oder Antunes oder Grass ist dieses Buch, das von jüdischen Kaufleuten, Künstlern und Tagedieben in Istanbul erzählt, ein Werk der erklärten Lücken, der Mutmaßungen." Martin Krumbholz Frankfurter Rundschau, Literaturbeilage zur Frankfurter Buchmesse

"Und so verschreibt sich Mario Levi, der 1957 geborene türkische Jude, dem Dogma der Unabschließbarkeit. Zwar hat er sein Jahrhundertwerk ein Jahr vor der Zeitenwende beendet und in den Druck gegeben, aber offener - im schönsten Sinn - als dieses kann ein Buch nicht sein. Entschiedener als andere Jahrhundertromane von Márquez oder Antunes oder Grass ist dieses Buch, das von jüdischen Kaufleuten, Künstlern und Tagedieben in Istanbul erzählt, ein Werk der erklärten Lücken, der Mutmaßungen." Martin Krumbholz Frankfurter Rundschau, Literaturbeilage zur Frankfurter Buchmesse

»Ein wunderbar inwendiges, poetisches Echo der untergegangenen türkisch-griechisch-jüdischen Gesellschaft Kleinasiens weht uns aus Mario Levis großartigem Roman entgegen, der ebenso »Istanbul war ein Gedicht« hätte heißen können, denn er ist im wesentlichen ein langes Poem über die Bewohner einer der faszinierendsten Metropolen der Welt. Levis ganze Empathie gehört dabei den persönlichen Träumen, Hoffnungen und Niederlagen seines multikulturellen Personals. Und wie bei jedem großen literarischen Werk wird die Geduld, die der Leser für diesen Roman aufbringen muss, überaus reich belohnt.«

»Ein wunderbar inwendiges, poetisches Echo der untergegangenen türkisch-griechisch-jüdischen Gesellschaft Kleinasiens weht uns aus Mario Levis großartigem Roman entgegen, der ebenso »Istanbul war ein Gedicht« hätte heißen können, denn er ist im wesentlichen ein langes Poem über die Bewohner einer der faszinierendsten Metropolen der Welt. Levis ganze Empathie gehört dabei den persönlichen Träumen, Hoffnungen und Niederlagen seines multikulturellen Personals. Und wie bei jedem großen literarischen Werk wird die Geduld, die der Leser für diesen Roman aufbringen muss, überaus reich belohnt.«
Mario Levi wurde 1957 in Istanbul geboren und lehrt an der Yeditepe-Universität in Istanbul Kommunikationswissenschaften.

Kundenbewertungen zu "Istanbul war ein Märchen" von "Mario Levi"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 2 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** weniger gut)
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Bewertung von Rupert aus Steinen am 18.07.2009 ***** weniger gut
Mario Levi schreibt die Geschichte einer jüdischen Familie in Istanbul. Es könnte auch irgendwo anders sein. Ausser Namen von Stadtteilen, ab und an Strassen und einigen wenigen Episoden weist nichts auf Istanbul hin. Das Buch ist giut geschrieben, ergeht sich aber vielfach in Andeutungen, so bleiben die - mit Sicherheit sehr interessanten - Charaktere der Familie oft nebulös halbverborgen. Die Geschichte ist sehr interessant - hat aber bedauerlicherweise das Thema Istanbul verfehlt.
Die bunte, lebhafte Welt Istanbuls mit seinem Vielvölkergemisch, den Basaren, den Geschäften und kleinen Läden in Beyoglu - oder besser Pera zu der Zeit und wohl auch zur Familie passend - erwacht nicht zum Leben.

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