Israel - Avidan, Igal

Igal Avidan 

Israel

Ein Staat sucht sich selbst

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Israel

Quo vadis, Israel?

Am 14. Mai 2008 feiert der Staat Israel den 60. Jahrestag seiner Unabhängigkeit. Seither befindet sich das Land im ständigen Ausnahmezustand: bedroht von äußeren Feinden, lädiert von ungelösten inneren Konflikten. Grund genug für eine kritische Bestandsaufnahme.Das Jubiläum wird überschattet von Ängsten: Wird Israel bis zum 120. überhaupt noch existieren? Und wenn ja, wird es zu einer Art Massada, einer aufgerüsteten Festung, deren Bewohner keine Hoffnung auf ein normales Leben mehr hegen? Oder zu einem verschlossenen Thora-Staat, der täglich prüft, ob die aktuelle jüdische Mehrheit stabil genug ist und der zugleich die Gastarbeiter, die nichtjüdischen Einwanderer und die Araber unterdrückt? Vielleicht wird Israel aber auch als Staat mit klar definierten geographischen Grenzen neu geboren. Der Autor beschreibt ein Land am Scheideweg und skizziert eine Road Map für Israel.


Produktinformation

  • Verlag: Diederichs
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 216 S.
  • Seitenzahl: 224
  • Deutsch
  • Abmessung: 222mm x 145mm x 21mm
  • Gewicht: 410g
  • ISBN-13: 9783720530460
  • ISBN-10: 3720530469
  • Best.Nr.: 23397509
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.05.2008

Angst und Misstrauen
Die Vision einer israelischen Nation, die eines Tages Juden wie Araber gleichermaßen umfasst
Igal Avidans Buch zum sechzigsten Jahrestag der Gründung des Staates Israel ist voller Geschichten. Eine davon spielt im Kanada-Park, einem Erholungsgebiet westlich von Jerusalem am Unabhängigkeitstag 2006. Zahlreiche Familien haben sich gemütlich zum Grillen niedergelassen, manche Leute vertreten sich die Beine. Ihnen kommen zwei Gestalten in weißen Umhängen entgegen und bitten, eine Gedenkminute für die palästinensischen Dörfer Yalou und Emmaus einzulegen, die sich vor 1948 dort befanden, wo heute der Park ist. Aber unter den Gewändern verbergen sich nicht palästinensische Flüchtlinge oder ihre Nachkommen, sondern die israelischen Filmemacher Yossi Atia und Itamar Roz.
Die beiden Künstler haben von den Reaktionen der feiernden Familien einen eher positiven Eindruck gewonnen. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn die „Flüchtlingsfrage ist das letzte Tabu in einem israelisch-palästinensischen Abkommen”, zitiert Avidan die renommierte Politikwissenschaftlerin Tamar Hermann. Bürgerinitiativen wie „Zochrot” („Gedenken”) …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Sehr eingenommen ist Rezensent Rolf Steininger für Igal Avidans Buch über den Staat Israel, der im Mai 2008 seinen 60. Jahrestag feierte. Dem in Berlin lebenden israelischen Journalisten ist laut Steininger eine "hochinteressante Bestandsaufnahme" gelungen. Das Buch, eine Mischung aus 60 Interviews und Hintergrundberichten, vermittele einen erhellenden Einblick in die Geschichte des Staates Israel. Steiniger greift eine Reihe der von Avidan behandelten Themen heraus: erster israelisch-arabischen Krieg 1948/49, Sechstagekrieg, Bau einer Sperranlage, Ausgrenzung von arabischen Juden, Vorbehalte gegenüber jüdischen Einwanderern, die lange Zeit unwürdigen Lebensverhältnisse von Holocaust-Überlebenden, der starke Einfluss der Ultraorthodoxen usw. Auf die vom Autor in der Einleitung aufgeworfenen Fragen ("Wird Israel noch weitere 60 Jahre existieren? Und wenn ja, wird es zu einer Art Massada, einer aufgerüsteten Bergfestung, deren Bewohner ein Leben im Dauerkampf um ihre Existenz führen?") kann das Buch nach Auskunft von Steiniger allerdings auch keine "klaren Antworten" geben.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.05.2009

Israels Innenleben
Jüdischer Staat, aber keine Theokratie: Igal Avidans hochinteressante Bestandsaufnahme

Am 14. Mai 1948 verkündete Ben Gurion die Errichtung des Staates Israel. Am nächsten Tag griffen Truppen aus Ägypten, Jordanien, Syrien und dem Irak Israel an. Der neue Staat schien am Ende, noch bevor er richtig begonnen hatte zu existieren. Es kam bekanntlich anders. Der Kriegsverlauf führte damals bei den Arabern zu der schmerzlichen Einsicht, wie es ein arabischer Diplomat gegenüber dem österreichischen Gesandten Clemens Wildner in Ankara formulierte, dass die "Juden militärisch machen könnten, was sie wollten". Er meinte allerdings auch, dass Israel von den Arabern nie anerkannt werden würde; es werde eben einen latenten Kriegszustand geben, vergleichbar mit den Zeiten während der Kreuzzüge. Inzwischen sind mehr als 60 Jahre vergangen, und Israel existiert immer noch - wenn auch mit Problemen, die andere Länder so nicht haben.

Der in Berlin lebende israelische Journalist Igal Avidan legt mit seinem Buch eine Bestandsaufnahme vor und gewährt gleichzeitig einen hochinteressanten Einblick in das Innenleben dieses Staates im …

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"[...] es gehört zu den großen Stärken dieses Buches, daß es bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat." (Junge Welt)

"Igal Avidan [...] hat ein unterhaltsames, flott geschriebenes Buch vorgelegt, das Israel-Anfängern das bunte und lebendige Bild eines komplizierten Landes präsentiert, durchaus kritisch, aber immer auch liebevoll und das selbst für eingefleischte Israel-Kenner noch zahlreiche zum Teil amüsante Überraschungen birgt. In der großen Fülle der Sachliteratur über Israel, die in Deutschland auf dem Markt ist, nimmt Avidans Buch eine Sonderstellung ein."
Igal Avidan, geboren 1962 in Tel Aviv, studierte Englische Literatur und Informatik in Ramat Gan sowie Politkwissenschaft in Berlin. Er arbeitet seit vielen Jahren als freier Journalist und Deutschland-Korrespondent für verschiedene israelische Zeitungen. Igal Avidan lebt in Berlin und schreibt als freier Autor und Kolumnist zum Thema Nahost u.a. für die Süddeutsche Zeitung, die NZZ, Cicero und die Frankfurter Rundschau.

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