Es gibt keine einfache Lösung, um dieser Exklusionstendenz
entgegenzuwirken: Alle liberal-demokratischen Projekte, die den
Raum sozialer Inklusion offen zu halten behaupten, betätigen früher
oder später den Exklusionsmechanismus. Der Multikulturalismus
verkehrt sich zur Verfechtung in sich geschlossener ethnischer
Identitäten; die Verdammung des "fundamentalistischen"
Anderen als intolerant schließt diesen gerade im Namen der
Inklusionslogik aus. Die in diesem neu aufgelegten Band
versammelten Essays suchen neue Antworten auf dieses Dilemma,
dessen Brisanz ungebrochen ist.
Heute ist alle Welt vom Phänomen der Globalisierung fasziniert;
davon, wie ethnische und kulturelle Eigenheiten durch die im
Entstehen begriffene globale, kulturelle und ökonomische Totalität
aufgesogen werden. Wesentlich weniger Aufmerksamkeit erfährt
hingegen das komplementäre Phänomen der Exklusion, das die
notwendige Kehrseite der Globalisierung darstellt.
Peter Weibel. Geboren 1944 in Odessa. Studierte Literatur, Film, Mathematik, Medizin und Philosophie in Wien und Paris. 1981-84 Gastprofessur für Gestaltungslehre und bildnerische Erziehung an der Universität für angewandte Kunst Wien. 1981 Gastprofessur am College of Art and Design in Halifax, Kanada. 1982-85 Professor für Fotografie an der Gesamthochschule Kassel. 1984-89 Associate Professor for Video and Digital Arts, Center for Media Study, State University of New York at Buffalo, N.Y. 1989-94 Direktor des Instituts für Neue Medien an der Städelschule in Frankfurt/Main. Seit 1984 Professor für visuelle Mediengestaltung an der Universität für angewandte Kunst Wien. 1986-95 künstlerischer Berater und Leiter der Ars Electronica in Linz. 1993-99 Österreich-Kommissär der Biennale von Venedig. 1993-99 künstlerischer Leiter der Neuen Galerie am Landesmuseum Joanneum in Graz. Seit 1999 Vorstand des Zentrums für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe. Peter Weibel ist sowohl als Kurator nationaler und internationaler Ausstellungen wie auch als Autor zahlreicher herausragender Publikationen eine anerkannte Kapazität.
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