Inhaltliche und sprachliche Analyse der Falkenstrophen des Kürenbergers unter Berücksichtigung der Falknerpraxis
Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Germanistik - Ältere
Deutsche Literatur, Mediävistik, einseitig bedruckt, Note: 2,0,
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
(Germanistischen Institut), Veranstaltung: Minnesang, 6 Quellen im
Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Das Falkenlied
des Kürenbergers, um 1160/70 entstanden, wird als eines der
schönsten Lieder des Mittelalters beschrieben. Die Bezeichnung Lied
kommt daher, dass die Gedichte meist singend vorgetragen wurden.
Als ich das Lied zum ersten Mal in meiner Schulzeit gelesen habe,
wusste ich nicht, dass es zu den ersten Minneliedern zählt. So
hatte ich zuerst den Eindruck es handle sich um ein
naturalistisches Gedicht, das die Abrichtung eines Falken und den
schmerzlichen Verlust dieses edlen Tieres darstelle. Stutzend
machte mich nur die letzte Zeile. Insbesondere die Verschleierung
der eigentlichen Thematik und die bildliche Darstellung sind für
den Minnesang besonders. Aus diesem Grund habe ich es auch für eine
intensivere Beschäftigung in Form dieser Hausarbeit ausgewählt,
nachdem wir es in unserem Seminar zum Thema Minnesang nur kurz
besprochen haben. Das Kernmotiv - der Falke - und die damit
einhergehende Symbolik haben mich interessiert. Bei meiner ersten
Recherche habe ich herausgefunden, dass das Stück von den
Germanisten intensiv analysiert wurde. Der Streit um die richtige
Deutung des Liedes ist bereits 100 Jahre alt. Grund dafür ist die
problematische Übergangsphase von der heimischen Liebes- zur
provenzalisch-höfischen Minnedichtung. Außerdem ist die
zugrundeliegende Symbolik auch für die heutigen Leser noch aktuell.
Im ersten Teil meiner Hausarbeit möchte ich einige, für die
anschließende Interpretation des Liedes notwendige, Informationen
über den Autor und die Überlieferung geben. Anschließend werde ich
den Leser über die Praxis der Falknerei im Mittelalter informieren,
da das vorliegende Gedicht dieses Geschehen thematisiert. Im
zweiten Teil folgt eine Textanalyse, bei der ich Zeile für Zeile
vorgehen möchte. Nach meiner eigenen Interpretation werde ich
Forschermeinungen anhand von Sekundärliteratur zurate ziehen und
mithilfe dieser die verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten
darstellen. In einem abschließenden Fazit möchte ich überprüfen,
inwieweit meine eingangs erläuterte Interpretation mit den
Deutungen der Fachleute übereinstimmt bzw. welche der Möglichkeiten
ich nach der intensiven Auseinandersetzung letztendlich für die
wahrscheinlichste halte.