Index - Wolf, Hubert

Hubert Wolf 

Index

Der Vatikan und die verbotenen Bücher

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Produktbeschreibung zu Index

Der bekannte Kirchenhistoriker Hubert Wolf erlaubt in diesem Buch erstmals einen Blick hinter die Kulissen des berühmt-berüchtigten 'Index der verbotenen Bücher'. Er beschreibt, welche Schriften verurteilt wurden und warum selbst die Bibel verboten sein konnte. Die höchst anschaulich erzählten Beispielfälle vermitteln einen lebendigen Eindruck von der Arbeit der Zensoren - und von dem kriminalistischen Spürsinn, den es erfordert, um den jahrhundertelang verschlossenen Archiven ihre Geheimnisse zu entlocken.

Das Christentum ist eine Buchreligion - und doch oder gerade deshalb verbrennt es Bücher: die Heilige Schrift genauso wie medizinische, juristische, naturwissenschaftliche, belletristische, klassische, theologische und philosophische Literatur. Das Medium Buch ist so gefährlich, daß sich die kirchliche Autorität lange nur mit Bücherverboten zu helfen wußte. Im Vatikan lagert dazu eine Fülle von höchst aufschlußreichem Material: ein einmaliges Archiv neuzeitlicher Wissenskultur mit negativem Vorzeichen. Hubert Wolf leitet eine Forschungsgruppe, die erstmals die geheimnisumwitterten Unterlagen systematisch erforscht. In diesem Buch teilt er seine Ergebnisse und Funde einer breiteren Leserschaft mit. Er bietet einen Überblick über Entstehung, Geschichte und Arbeitsweise der Indexkongregation und beschreibt, wie Bücher in ihr Visier gerieten, wer die Zensoren waren, die die 'gefährlichen' Bücher lasen, und welche Folgen eine Verurteilung hatte. Nicht zuletzt erzählt er von überraschenden Prozessen und Urteilen, etwa gegen den Knigge und Onkel Toms Hütte, gegen Leopold von Rankes Papstgeschichte oder Werke von Heinrich Heine und Karl May. Hubert Wolf hat sich in den unübersichtlichen geheimen Archiven als hochbegabter Kriminalist erwiesen. In diesem Buch zeigt er, daß er obendrein die Begabung eines wahren Krimi-Autors hat.

Produktinformation


  • Verlag: Beck
  • 2006
  • 2., durchgesehene Auflage
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 303 S.
  • Seitenzahl: 303
  • Deutsch
  • Abmessung: 22, 5 cm
  • Gewicht: 520g
  • ISBN-13: 9783406543715
  • ISBN-10: 3406543715
  • Best.Nr.: 20746967

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

In seinem Buch über den vatikanischen Index räumt Hubert Wolf gründlich mit einigen "pseudohistorischen Schauergeschichten" auf, stellt Hansjakob Strehle fest, der nichtsdestotrotz zahlreiche "groteske und banale" Episoden aus der Geschichte der kirchlichen Zensur darin gefunden hat. In dem hebe Wolf neun von insgesamt über tausend Autoren besonders hervor, die den Glaubenswächtern ein Dorn im Auge waren, informiert Strehle, darunter Heinrich Heine für seine "gotteslästerlichen Werke", Leopold von Ranke für seine "mit tückischer List" geschriebene Geschichte der römischen Päpste und - man wundere sich - der NS-Chefideologe Alfred Rosenberg für sein "Der Mythus des 20. Jahrhunderts", wie Strehle zitiert. Hitler selbst, Mussolini, Lenin oder Stalin suche man aber vergeblich auf dem Index. Immerhin: Karl Mays "Winnetou" fand der Vatikan nicht schlimm genug, um ihn zu indizieren. Mit viel "Forscherfleiß" habe sich Wolf an die Akten gemacht, lobt Strehle, und alles sehr gründlich dokumentiert.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 20.03.2006

Lesen Sie Heine? Gott bewahre!
Aber Ranke kenne ich aus Rezensionen: Hubert Wolfs Werkstattbericht der römischen Buchzensur

Was haben Adolph Freiherr von Knigge, Johann Michael Sailer, Heinrich Heine, Leopold von Ranke, Harriet Beecher-Stowe und Karl May gemeinsam? Gegen sie alle - gegen den Philosophen der Benimmkunst, den Theologen, den Dichter und politischen Satiriker, den Historiker, die Kämpferin für die Freiheit der amerikanischen Sklaven und den Jugend- und Abenteuerromancier - lagen Anklagen vor der römischen Indexkongregation vor.

Werke dieser Autoren sollten auf das berühmt-berüchtigte Verzeichnis verbotener Bücher gesetzt werden, weil sie angeblich gefährliche, den Dogmen der römisch-katholischen Kirche in zentralen Punkten widersprechende Inhalte verbreiteten. Eine Indizierung hatte zur Folge, daß Katholiken bei Strafe der Exkommunikation verboten war, das inkriminierte Werk zu lesen, ja nur zu besitzen.

Mehr als vierhundert Jahre - vom ersten Index Papst Pauls IV. 1559 bis zur sang- und klanglosen Aufhebung des Index durch Papst Paul VI. im Dezember 1965 - galt diese Sanktion. Aus welcher Lektüre sich die …

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'Hubert Wolf knackt erstmals die Geheimnisse der römischen Inquisition.' Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Hubert Wolf weiß Gründlichkeit mit kriminologischem Gespür zu verbinden, so daß die Lektüre seines Buches zu einem wahren Lesevergnügen wird." (Neue Zürcher Zeitung)

"Vor allem bezieht Wolfs Buch seine Lebendigkeit aus dem Umstand, daß seine Quellen nun die Akteure greifbar werden lassen." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

"So spannend wie ein Kriminalroman." (Westfälische Nachrichten)
Hubert Wolf, geb. 1959, ist Professor für Kirchengeschichte an der Universität Münster. Er wurde 2003 mit dem Leibniz-Preis und 2004 mit dem Communicator-Preis ausgezeichnet. Einem großen Publikum ist er durch zahlreiche Artikel, Interviews und Vorträge bekannt.

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Der Vatikan und die verbotenen Bücher

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  • Abmessung: 22, 5 cm
  • Gewicht: 520g
  • ISBN-13: 9783406543715
  • ISBN-10: 3406543715
  • Best.Nr.: 20746967

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Kurzbeschreibung

Der bekannte Kirchenhistoriker Hubert Wolf erlaubt in diesem Buch erstmals einen Blick hinter die Kulissen des berühmt-berüchtigten 'Index der verbotenen Bücher'. Er beschreibt, welche Schriften verurteilt wurden und warum selbst die Bibel verboten sein konnte. Die höchst anschaulich erzählten Beispielfälle vermitteln einen lebendigen Eindruck von der Arbeit der Zensoren - und von dem kriminalistischen Spürsinn, den es erfordert, um den jahrhundertelang verschlossenen Archiven ihre Geheimnisse zu entlocken.

Beschreibung

Das Christentum ist eine Buchreligion - und doch oder gerade deshalb verbrennt es Bücher: die Heilige Schrift genauso wie medizinische, juristische, naturwissenschaftliche, belletristische, klassische, theologische und philosophische Literatur. Das Medium Buch ist so gefährlich, daß sich die kirchliche Autorität lange nur mit Bücherverboten zu helfen wußte. Im Vatikan lagert dazu eine Fülle von höchst aufschlußreichem Material: ein einmaliges Archiv neuzeitlicher Wissenskultur mit negativem Vorzeichen. Hubert Wolf leitet eine Forschungsgruppe, die erstmals die geheimnisumwitterten Unterlagen systematisch erforscht. In diesem Buch teilt er seine Ergebnisse und Funde einer breiteren Leserschaft mit. Er bietet einen Überblick über Entstehung, Geschichte und Arbeitsweise der Indexkongregation und beschreibt, wie Bücher in ihr Visier gerieten, wer die Zensoren waren, die die 'gefährlichen' Bücher lasen, und welche Folgen eine Verurteilung hatte. Nicht zuletzt erzählt er von überraschenden Prozessen und Urteilen, etwa gegen den Knigge und Onkel Toms Hütte, gegen Leopold von Rankes Papstgeschichte oder Werke von Heinrich Heine und Karl May. Hubert Wolf hat sich in den unübersichtlichen geheimen Archiven als hochbegabter Kriminalist erwiesen. In diesem Buch zeigt er, daß er obendrein die Begabung eines wahren Krimi-Autors hat.

Detailinfo

20.03.2006

Lesen Sie Heine? Gott bewahre!
Aber Ranke kenne ich aus Rezensionen: Hubert Wolfs Werkstattbericht der römischen Buchzensur

Was haben Adolph Freiherr von Knigge, Johann Michael Sailer, Heinrich Heine, Leopold von Ranke, Harriet Beecher-Stowe und Karl May gemeinsam? Gegen sie alle - gegen den Philosophen der Benimmkunst, den Theologen, den Dichter und politischen Satiriker, den Historiker, die Kämpferin für die Freiheit der amerikanischen Sklaven und den Jugend- und Abenteuerromancier - lagen Anklagen vor der römischen Indexkongregation vor.

Werke dieser Autoren sollten auf das berühmt-berüchtigte Verzeichnis verbotener Bücher gesetzt werden, weil sie angeblich gefährliche, den Dogmen der römisch-katholischen Kirche in zentralen Punkten widersprechende Inhalte verbreiteten. Eine Indizierung hatte zur Folge, daß Katholiken bei Strafe der Exkommunikation verboten war, das inkriminierte Werk zu lesen, ja nur zu besitzen.

Mehr als vierhundert Jahre - vom ersten Index Papst Pauls IV. 1559 bis zur sang- und klanglosen Aufhebung des Index durch Papst Paul VI. im Dezember 1965 - galt diese Sanktion. Aus welcher Lektüre sich die …

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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

16.03.2006

In seinem Buch über den vatikanischen Index räumt Hubert Wolf gründlich mit einigen "pseudohistorischen Schauergeschichten" auf, stellt Hansjakob Strehle fest, der nichtsdestotrotz zahlreiche "groteske und banale" Episoden aus der Geschichte der kirchlichen Zensur darin gefunden hat. In dem hebe Wolf neun von insgesamt über tausend Autoren besonders hervor, die den Glaubenswächtern ein Dorn im Auge waren, informiert Strehle, darunter Heinrich Heine für seine "gotteslästerlichen Werke", Leopold von Ranke für seine "mit tückischer List" geschriebene Geschichte der römischen Päpste und - man wundere sich - der NS-Chefideologe Alfred Rosenberg für sein "Der Mythus des 20. Jahrhunderts", wie Strehle zitiert. Hitler selbst, Mussolini, Lenin oder Stalin suche man aber vergeblich auf dem Index. Immerhin: Karl Mays "Winnetou" fand der Vatikan nicht schlimm genug, um ihn zu indizieren. Mit viel "Forscherfleiß" habe sich Wolf an die Akten gemacht, lobt Strehle, und alles sehr gründlich dokumentiert.

© Perlentaucher Medien GmbH

Rezension

'Hubert Wolf knackt erstmals die Geheimnisse der römischen Inquisition.' Frankfurter Allgemeine Zeitung

Rezension

"Hubert Wolf weiß Gründlichkeit mit kriminologischem Gespür zu verbinden, so daß die Lektüre seines Buches zu einem wahren Lesevergnügen wird." (Neue Zürcher Zeitung)

"Vor allem bezieht Wolfs Buch seine Lebendigkeit aus dem Umstand, daß seine Quellen nun die Akteure greifbar werden lassen." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

"So spannend wie ein Kriminalroman." (Westfälische Nachrichten)

Autorenporträt zu "Hubert Wolf"

Hubert Wolf, geb. 1959, ist Professor für Kirchengeschichte an der Universität Münster. Er wurde 2003 mit dem Leibniz-Preis und 2004 mit dem Communicator-Preis ausgezeichnet. Einem großen Publikum ist er durch zahlreiche Artikel, Interviews und Vorträge bekannt.

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