'In London treffen wir uns wieder' - Pross, Steffen

Steffen Pross 

'In London treffen wir uns wieder'

Vier Spaziergänge durch ein vergessenes Kapitel deutscher Kulturgeschichte nach 1933

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'In London treffen wir uns wieder'

Alle waren sie in London: Elias Canetti, Sigmund Freud, Peter Weiss, Erich Fried, Walter Gropius, Karl Mannheim, Theodor W. Adorno, Ernst Toller, Max Herrmann-Neiße, Bertolt Brecht und viele mehr - geflohen vor der braunen Barbarei in Deutschland. Doch wo und wie haben sie gelebt?
Im Hotel Mount Royal nächtigten nicht nur Stefan Zweig und Robert Neumann - hier trafen sich auch Schriftsteller wie Alfred Kerr und Rudolf Olden für Redaktionskonferenzen des Pariser Tageblatts. In Sohos Kellerkneipen tranken Wolfgang Hildesheimer und Michael Hamburger; in den West-End-Theatern agierten Elisabeth Bergner, Lilli Palmer, Fritzi Masary und Peter Zadek, Maler wie Oskar Kokoschka und Kurt Schwitters stellten in Galerien ihre Bilder aus. Man traf sich in deutschsprachigen Buchhandlungen, Leihbüchereien und Verlagen.
Jahrelang hat Steffen Pross recherchiert - sein reich illustrierter Führer lädt ein, die ehemaligen Stätten deutscher Kultur in London zu besichtigen und neu zu entdecken.


Produktinformation

  • Verlag: Eichborn
  • Ausstattung/Bilder: m. Fotos.
  • Seitenzahl: 229
  • Deutsch
  • Abmessung: 248mm x 170mm x 22mm
  • Gewicht: 560g
  • ISBN-13: 9783821805641
  • ISBN-10: 3821805641
  • Best.Nr.: 08583627
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 03.03.2001

Das Exil an der Themse

Wann und wie lange war wer wo? Wovon lebte und mit wem verkehrte er? Der Journalist Steffen Pross wendet in seinen Streifzügen den Emigranten in London die gleiche Aufmerksamkeit zu, die Paris als Hauptstadt des deutschen Exils seit je gefunden hat ("In London treffen wir uns wieder. Vier Spaziergänge durch ein vergessenes Kapitel deutscher Kulturgeschichte nach 1933". Eichborn Verlag, Berlin 2000. 224 S., Abb., geb. 44,- DM). Im Herbst 1939 waren in London etwa fünfzigtausend Flüchtlinge aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei polizeilich registriert, darunter viele Künstler und Intellektuelle. Manche gingen weiter nach Amerika, viele blieben, oft über 1945 hinaus.

Erfolgreich macht der Autor den Londoner Stadtplan zum Erzähler. Aber das gelingt nur, weil er nicht einfach die Straßen abwandert. Klug bündelt und ordnet er die Fülle der Details. Hampstead, die deutsche Kolonie, wird ein Mikrokosmos aus Literatur-, Wissenschafts- und Politikgeschichte, um die Fixpunkte Sigmund Freud, den Zirkel um Elias und Veza Canetti und die von Jürgen Kuczynski geleitete kommunistische Fraktion im "Freien Deutschen …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Endlich Gerechtigkeit! scheint sich der Rezensent mit dem Kürzel "lm." zu sagen. Jedenfalls nimmt er es mit einiger Freude zur Kenntnis, dass mit diesem Buch den Emigranten in London die gleiche Aufmerksamkeit zukommt, "die Paris als Hauptstadt des deutschen Exils seit je gefunden hat". Immerhin seien im Herbst 1939 in London etwa 50 000 Flüchtlinge aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei registriert gewesen. Der Band freilich interessiere sich vornehmlich für die Künstler und Intellektuellen unter ihnen. Diese, so lässt uns "lm" wissen, werden vom Autor unter Zuhilfenahme des Londoner Stadtplans als Erzähler in einen "Kollektivroman" integriert. Wem alles wir auf diese Weise an den Schauplätzen seines Lebens und Wirkens im Londoner Exil begegnen dürfen? Von Elias Canetti über Hilde Spiel bis Peter Zadek reicht die Liste.

© Perlentaucher Medien GmbH
Steffen Pross, Germanist und Historiker, ist Autor und Redakteur bei einer Tageszeitung.

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