In alter Vertrautheit - Wallace, David Foster

David Foster Wallace 

In alter Vertrautheit

Storys

Dtsch. v. Ulrich Blumenbach u. Marcus Ingendaay
Broschiertes Buch
 
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In alter Vertrautheit

Der "Megageheimtipp der amerikanischen Literaturszene." (Harald Schmidt)

Ein Giftanschlag mit Schokoriegeln, ein verbrühtes Kind oder ein durchgedrehter Lehrer auch in seinen neuen Erzählungen nimmt David Foster Wallace die zeitgenössische Wirklichkeit ins Visier. Unbarmherzig schlachtet er gesellschaftliche Schwachstellen aus und beschreibt, wie Heuchelei, Hass und das Böse in die Welt kommen: ganz langsam, ganz harmlos, im Kopf jedes Einzelnen.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 254 S.
  • Seitenzahl: 256
  • rororo Taschenbücher Nr.24578
  • Deutsch
  • Abmessung: 192mm x 114mm x 20mm
  • Gewicht: 225g
  • ISBN-13: 9783499245787
  • ISBN-10: 3499245787
  • Best.Nr.: 22815858
Der «Megageheimtipp der amerikanischen Literaturszene.» (Harald Schmidt)

kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Harald Schmidt ist bekennender David-Foster-Wallace-Fan - das hat natürlich Gründe. Wie Schmidt ist der 44-jährige Wallace ein präziser und scharfzüngiger Beobachter, der die Gesellschaft und all ihre merkwürdigen Auswüchse unbarmherzig aufs Korn nimmt - vor allem unbarmherzig komisch. Wenn Wallace von Männern erzählt, die in einem Chicagoer Bürogebäude zusammenkommen, um sehr ernst eine neue Schokoriegel-Entwicklung zu testen, während ein möglicherweise bewaffneter Fassadenkletterer das Gebäude erklimmt und der Testleiter sich sexuellen Fantasien und Mordgelüsten hingibt, dann ist das extrem amüsant. Ebenso, wenn ein bekennender Heuchler im Protokoll seines Psychiaters seine Lebensgeschichte referiert. Den Leser beschleicht allerdings bei aller Unterhaltung das Gefühl, dass in unserer modernen Welt irgendwas nicht ganz richtig tickt ... Der Erzählungsband "In alter Vertrautheit" ist eine Auswahl aus dem 2005 auf Englisch erschienenen "Oblivion". Die restlichen Texte werden 2007 in einem zweiten Band herauskommen. (csbo)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.11.2008

Es gibt kein Erinnern, es gibt nur noch tückische Gegenwart
Saunders, July, Wallace: Die klügsten und besten amerikanischen Schriftsteller gehen mit Emphase auf den Menschen los – bis an die eigene Ekelgrenze
Es ist schon traurig, heute am Leben zu sein; aber besser so als andersherum. Das, in etwa, ist der tragische Kern der Sache, das ist der Ausgangspunkt, von dem aus George Saunders und Miranda July und David Foster Wallace die Welt betrachten und ihre Geschichten beginnen. Und wie so oft bei Tragödien, ist es nur eine Frage des Blickwinkels, dann wird daraus eine Komödie.
Diese Autoren schreiben über das postmoderne Bewusstsein: wie es strahlt, so hell, so toxisch; wie es flackert, so paranoid, so aggressiv; wie es erlischt, so einsam, so depressiv. Sie schreiben, aber das heißt nicht, dass sie Schriftsteller sind in jenem emphatischen Sinne des 19. Jahrhunderts wie ihre deutschen oder europäischen Kollegen. Sie haben im Grunde einen anderen Beruf.
Die einen essen immer noch Kekse und denken, das sei eine Proust’sche Madeleine, und versuchen sich zu erinnern, wie das früher wohl einmal geschmeckt hat und was da sonst noch war. Die anderen, …

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Der "Megageheimtipp der amerikanischen Literaturszene." - Harald Schmidt

"Am besten ist es, Wallace' neuen Erzählungsband einfach sehr, sehr gut zu nennen - und einige Storys sind einfach einzigartig. Newsday Wallace beherrscht alle Bereiche, über die er schreibt. Er hat den Wortschatz und die Energie, er hat die großen Ideen und die entsprechende Haltung." (Walter Kirn, New York Times Book Review)

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Man hat sich allgemein darauf verständigt, dass es nicht auf den Inhalt, sondern auf die Erzählweise in den Geschichten von David Foster Wallace ankommt, meint Hannes Hintermeier. Daran sei nicht nur der gewöhnlich nicht sehr geradlinige Plot von Wallace' Prosatexten schuld, sondern auch seine äußerst "avancierte" Sprache, die den Lesern ziemlich viel abverlangt. Der Ton wirke zwar mitunter etwas neunmalklug und arrogant, lasse aber nie die Künstlichkeit der Texte vergessen. Hintermeier bekennt glaubhaft seine Achtung vor diesem amerikanischen Autor und weiß auch zu würdigen, wie viel seine Prosa von den Übersetzern verlangt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.12.2006

Wozu das ganze Affentheater?
Das Bewußtsein ist nur eine Fiktion: David Foster Wallace testet Schokoriegel / Von Hannes Hintermeier

Ein Giftanschlag, ein verbrühtes Kind, ein durchgedrehter Lehrer als Geiselnehmer, ein Heuchler als Selbstmörder und ein weises Kind, das von seinen Stammesgenossen verbrannt wird - es hat sich eingebürgert, bei David Foster Wallace nicht so sehr darauf zu achten, worüber er schreibt, sondern wie. Das ist auch naheliegend, denn mit stringenter Handlung hat der amerikanische Schriftsteller nicht sehr viel am Hut. Er testet bevorzugt die Grenzen des Satzbaus, bricht gern mal mitten im Absatz ab, liebt Abkürzungen, montiert Fußnoten oder dehnt seine Wortungetüme, bis sie zu platzen drohen.

Mit so einer Schreibweise ist normalerweise kommerziell kein Blumentopf zu gewinnen, aber DFW, wie ihn seine Anhänger kürzeln, zählt zu der raren Spezies von Autoren, die sich dem Mainstream verweigern und dennoch zu Erfolgsschriftstellern wurden. Auch hierzulande verkaufte sich sein Bericht einer Kreuzfahrt "Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich" rund hunderttausendmal. Hoch liegt die Latte stets bei seinen …

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David Foster Wallace, geb. 1962 geboren, gilt als einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen Literatur. Er studierte Philosophie und unterrichtete zuletzt Creative Writing am Pomona College in Claremont, Kalifornien. David Foster Wallace starb am 12. September 2008.

Kundenbewertungen zu "In alter Vertrautheit" von "David Foster Wallace"

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Bewertung von Polar aus Aachen am 06.09.2008 ***** ausgezeichnet
Wer lesen möchte, was es bedeutet, mit Erzählungen auf der Höhe der Zeit zu sein, der sollte sich David Foster Wallace anvertrauen. Nicht nur, dass er dem Dialog offensichtlich misstraut, ihn wenn überhaupt indirekt wiedergibt, er scheut auch nicht davor zurück, die Sprache der modernen Welt zu benutzen, um seine Figuren darin einzupacken. In Mister Squishy dringt Foster in die Welt der Werbeindustrie ein, sieht sich den Gefahren der Vermarktung eines Schokoriegels ausgesetzt und schafft es trotz aller Werbeblase, Marktanalysen die Menschen dahinter zu zeigen. Das ist nicht einfach zu lesen. Nicht unbedingt als Nachttischlektüre geeignet, auch Freunde von Schmökern werden nicht unbedingt Gefallen daran finden. Wallace entführt uns nicht in eine fremde Welt, er zeigt sie uns, hält sie uns wie einen Happen hin. Wer sich auf Wallace einläßt, wird mit Geschichten verwöhnt, die ihm keiner nachmacht. Seine Sprache reißt mit und verstört. Wie packend einfach er zu erzählen versteht, beweist er in der Inkarnation gebrannter Kinder, die so lebensecht nachgezeichnet ist, dass einen das Grauen packt. Ob Heuchler, ob Lehrer durchdrehen, ob einen bei einem Flug einem Passagier dunkle Ahnungen befallen, Foster ist der Mann, um davon zu erzählen.

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