Imperien - Münkler, Herfried

Herfried Münkler 

Imperien

Die Logik der Weltherrschaft - vom Alten Rom bis zu den Vereinigten Staaten

Herausgeber: Klöckener, Bernd
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Imperien

Brillante Analyse eines hochaktuellen Themas.

Imperien seien Relikte der Vergangenheit, glaubte man bis vor kurzem. Umso bestürzter waren die Europäer, als dieUSA ihre Vormachtstellung offen demonstrierten. Plötzlich stellen sich drängende Fragen: Wodurch zeichnen sich Imperien aus? Welche Risiken birgt eine imperiale Ordnung? Und welche Chancen bietet sie? Herfried Münkler zeigt, wie Imperien für Stabilität sorgen und welche Gefahren ihnen drohen, wenn sie ihre Kräfte überdehnen.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • 2008
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 331 S. m. 11 Ktn.
  • Seitenzahl: 336
  • rororo Taschenbücher Nr.62213
  • Deutsch
  • Abmessung: 192mm x 124mm x 24mm
  • Gewicht: 320g
  • ISBN-13: 9783499622137
  • ISBN-10: 3499622130
  • Best.Nr.: 20848425
"Herfried Münkler ist ein wandelnder Ein-Mann-Think-Tank." (Die Zeit)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 25.11.2005

Große Würfe
Zusammengestellt von Eberhard Rathgeb

WÜRDE EINE ÖKOLOGISCHE Weltregierung den drohenden Untergang der Welt verhindern können? Der amerikanische Geograph und Evolutionsbiologe Jared Diamond hat in seinem Bestseller über den Kollaps von Kulturen einige Gesellschaften untersucht, die untergegangen sind, weil sie blind ihren eigenen Interessen und Vorteilen gefolgt sind und sich um ihre ferne Zukunft keine Sorgen machten. Kann die Gegenwart etwas aus diesen Katastrophen lernen? Diamond stellt ein Frühwarnsystem auf. Doch allzuoft scheint der Rückblick in die Geschichte nur dazu zu dienen, vergangene Erscheinungen als vergangene Erscheinungen abzuhaken. Ein Beispiel dafür ist so etwas Ungezähmtes und Großes wie ein Imperium, das wir bei den Römern vermuten, aber nicht bei uns. Doch das Imperium ist zurückgekommen. Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler zeigt, daß die Vereinigten Staaten längst wieder sind, was einmal gewesen war: Statthalter der Weltherrschaft. Wahrscheinlich steht das alles, Untergang und Imperium, in dem berühmten geheimnisvollen Voynich-Code, den der englische Antiquar Wilfrid Voynich 1912 entdeckte und den zu entziffern sich die Wissenschaft bislang erfolglos bemühte.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.07.2005

Eine Mission und ihre Ränder
Imperium: Herfried Münkler stellt einen weltgeschichtlichen Grundbegriff wieder her
Die Klärung des Begriffs „Imperium” zählt schon lange zu den vordringlichen Aufgaben der weltpolitischen Auseinandersetzung. Er wabert undeutlich vor allem in der amerikafeindlichen Literatur und meint da den illegitimen Griff nach der Weltmacht. Seine popkulturellen Assoziationen reichen bis tief in Weltall und Zukunft, sie umfassen aber auch technische Hinterwelten wie das Internet, und natürlich geistert zumal bei Globalisierungsgegnern auch noch die leninistische Imperialismustheorie durch die brausenden Köpfe. Welthistorisch vergleichende Studien wie Peter Benders vorzügliche Darstellung „Weltmacht Amerika - Das neue Rom” (2003) oder Niall Fergusons Aufruf an die Amerikaner, ihre imperiale Rolle beherzt anzunehmen („Das verleugnete Imperium”, 2004) konnten das Feld noch längst nicht in vollem Umfang abstecken, hoben sich aber durch ihre Klarheit erfreulich von der beliebten „Empire”-Schwarte des Duos Negri/Hardt ab.
Die weltgeschichtliche Präzisierung leistet nun Herfried Münklers bestechend knappes und gut lesbares Buch, …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Jörg Fisch spart nicht Lorbeeren: Prägnant, faszinierend, immer wieder überraschend, ja sogar brillant findet er Herfried Münklers Abhandlung über die Logik von Weltreichen, und doch ist er nicht überzeugt. Wie kommt's? Zunächst einmal beschreibt Münkler solche Staaten als Imperien, die sich ein übergeordnetes, hegemoniales Verhältnis zu anderen Staaten gesichert haben. Dies ist seiner Ansicht für die USA eindeutig der Fall. Was Fisch jetzt besonders interessiert, ist, wie Münkler den Begriff der augusteischen Schwelle anwendet. Mit Rekurs auf das Römische Reich ist damit der Punkt gemeint, an dem ein Imperium von der Expansion zur Konsolidierung seiner Macht übergeht, die Peripherie verstärkt einbindet und die Privilegien des Zentrums abbaut. Die Ergebnisse dieser Überlegungen hält Fisch für ausgesprochen spannend. Einwände erhebt er jedoch gegen Münklers Geschichtsbild, wonach Imperien quasi in der Gesetzmäßigkeit der Weltgeschichte liegen, das eine nur das andere ablösen kann. Für unhistorisch verkürzt hält er, dass Münkler nicht zwischen der Macht und dem Recht der Staaten unterscheidet. Denn natürlich werde es immer stärkere und schwächere Staaten geben, was aber nicht bedeutet, dass sie rechtlich nicht gleichgestellt sein könnten.

© Perlentaucher Medien GmbH
Herfried Münkler, geb. 1951 in Friedberg, ist Professor für Politikwissenschaft an der Humbold-Universität zu Berlin und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Er ist mit zahlreichen Studien zur politischen Ideengeschichte und zur Theorie des Krieges hervorgetreten. Nicht wenige davon sind mittlerweile Standardwerke.

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