Im Zeichen des Bibers - Speare, Elizabeth George

Im Zeichen des Bibers

Elizabeth George Speare 

Übersetzung: Linnert, Hilde
Broschiertes Buch
 
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Im Zeichen des Bibers

Sechs Wochen, höchstens sieben, soll der 12-jährige Matt allein auf das selbstgezimmerte Blockhaus aufpassen, bis der Vater auch die restliche Familie auf das neuerworbene Stück Land in der Wildnis geholt hat. Als dem Jungen seine Vorräte und sein Gewehr gestohlen werden, gerät er in Lebensgefahr. Ein alter Indianer und sein Enkel Attean retten ihn. Dafür versucht Matt, dem Indianerjungen die Schrift der Weißen beizubringen. Sein Lieblingsbuch "Robinson Crusoe" soll dabei helfen. Doch es zeigt sich, dass auch Matt von dem Indianerjungen noch viel zu lernen hat...



Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • dtv Taschenbücher Bd.70103
  • Altersempfehlung: ab 12 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 122mm x 15mm
  • Gewicht: 178g
  • ISBN-13: 9783423701037
  • ISBN-10: 342370103X
  • Best.Nr.: 02963521
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.10.2010

Süddeutsche Zeitung Junge Bibliothek
Band 3

Vom Wachsen des
Selbstvertrauens
„Im Zeichen des Bibers“
von Elizabeth G. Speare
Diese Geschichte ist so dicht und unprätentiös, so klar in Absicht und Ausführung, so einprägsam und sinnlich erzählt, dass man sie ohne Zögern als klassisch bezeichnen kann. Elizabeth George Speare (1908-1994) hat einen kleinen Entwicklungs- oder Bildungsroman geschrieben. Die in Amerika sehr erfolgreiche und gefeierte Jugendbuchautorin war schon 75 Jahre alt, als sie den Siedlerjungen Matt seinem Vater nachblicken lässt, der die Mutter und die Geschwister zum Blockhaus in der Wildnis holen will. Matt soll nun auf Haus und Maisfeld aufpassen und, falls der Vater länger brauchen sollte, sich auch um die Ernte kümmern. Matt erwartet die Eltern Mitte August zurück, mindestens zwei Monate muss er allein mit sich und der Natur fertig werden.
Die anfängliche Einsamkeitsangst weicht schnell, Matt fängt an, das Leben nach eigenem Gesetz zu genießen – bis sich alles ändert. Erst taucht der Streuner Ben auf und stiehlt die Flinte des Vaters, dann dringt ein Bär ins Haus und …

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Elizabeth George Speare wurde am 21.10.1908 in Melrose, Massachusetts geboren. Schon in ihrer Kindheit betätigte sie sich als Geschichtenschreiberin. Sie studierte Literatur an der Universität von Boston. Nach einigen Jahren der Lehrtätigkeit heiratete sie 1936 und zog nach Conneticut. Erst als ihre beiden Kinder zur Schule gingen, konnte sie sich wieder dem Schreiben widmen und begann zunächst mit Zeitschriftenartikeln über das Familienleben. Später ging sie dann dazu über, historische Jugendromane zu schreiben. Dafür erhielt sie zweimal die 'Newbery Medal', in den Jahren 1959 und 1962. E. G. Speare starb im November 1994. Elizabeth G. Speare über sich:

"Bei jedem Familientreffen sind meine gleichaltrige Lieblingscousine und ich gewöhnlich mit unseren dicken, braunen Notizbüchern in eine Ecke verschwunden, ohne die anderen groß zu begrüßen, und haben uns atemlos die neuesten Geschichten, die wir verfasst hatten, vorgelesen. Eines Sommertages kam ein betagter Onkel in unsere Ecke und bat zu unserer Bestürzung darum, zuhören zu dürfen. Er saß da einige Zeit sehr nachdenklich und dann stand er auf und ging mit einem verblüfften Kopfschütteln davon. Aber nichts konnte uns jemals entmutigen. Noch Jahre später, als wir schon im College waren, hatten wir bei jedem Besuch neben den neuen Kleidern und dem gewagten neuen Lippenstift immer ein paar eselsohrige Manuskripte im Koffer."

"Erst als meine beiden Kinder die Junior High School besuchten, kam ich endlich dazu, mich in Ruhe mit Bleistift und Papier hinzusetzen. Zuerst folgte ich dem Rat derer, die sagen, dass man über das schreiben soll, was man am besten kennt. Also wandte ich mich den Dingen zu, die meine Tage und Gedanken gefüllt hatten, und ich begann Artikel für Familienmagazine zu schreiben. [...] Eines Tages stolperte ich dann über eine Figur aus der Geschichte Neuenglands, die meiner Meinung nach eine ideale Heldin für ein Mädchenbuch abgab. Lange Zeit spukte das Mädchen in meiner Fantasie herum und schließlich begann ich ihre Abenteuer aufzuschreiben, ich schmückte die tatsächlichen Ereignisse aus mit neuen Charakteren und Szenen aus meiner eigenen Schöpfung. Es war wie ein Doppelleben, jeden Tag aus meiner hektischen Welt herauszutreten in eine andere Zeit, an einen anderen Ort und in eine Familie, die mir so vertraut wurde wie meine eigene. Abends las ich meiner geduldigen Tochter immer die neuesten Kapitel vor, so atemlos wie damals die braunen Notizbücher. Ihre Ermutigungen haben mich weiterschreiben lassen und ihre offenen Kommentare ließen mich bodenständig bleiben. Als 'Calico Captive' schließlich veröffentlicht wurde, habe ich es ihr gewidmet."

"Ich brauche ein Jahr oder länger, um Material für ein Buch zu sammeln. Während ich mir seitenweise Notizen in Bibliotheken und Museen mache, wächst die Geschichte langsam in meinem Kopf. Wenn ich dann schließlich anfange zu schreiben, weiß ich im allgemeinen was meine Figuren tun werden und wie ihre Geschichten enden werden, wobei sich zwischendurch auch immer einige überraschende Wendungen ergeben. Ich arbeite sehr langsam, ich schreibe nur ein paar Seiten pro Tag, weil ich an jedem Satz sehr lange herumfeile. Manchmal komme ich an einen Punkt, eine Art Kluft, und wochenlang habe ich keine Ahnung, wie ich meine Figuren auf die andere Seite dieser Kluft bringe, wo ich sie haben will. Aber früher oder später, fast wie von Zauberkraft, taucht eine Brücke auf. Ein Stückchen Geschichte, ein alter Brauch, oder vielleicht schlägt einfach die Entwicklung einer Figur einen Weg vor und im Nu sind wir alle sicher auf der anderen Seite."

"Junge Leser fragen mich oft, warum ich immer über die alten Zeiten schreibe. Ehrlich gesagt mochte ich Geschichte in meiner Schulzeit nie besonders. Aber ich habe inzwischen entdeckt, dass Geschichtsbücher für mich lebendig werden, wenn ich die Abenteuer einer fiktiven Familie durch einige wichtige zeitgeschichtliche Ereignisse der Vergangenheit verfolge. Jedesmal wenn ich mich mit früheren Zeiten beschäftige, bekomme ich ein neues Verständnis für die Gegenwart und ich kehre in meinen Alltag mit einer frischen Perspektive zurück. Ich denke, dies ist eines der großen Geschenke, das die Vergangenheit uns allen, Jung und Alt, gemacht hat."


Kundenbewertungen zu "Im Zeichen des Bibers" von "Elizabeth George Speare"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen   sehr gut)
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Bewertung von magistra aus Kirchseeon am 06.07.2010   ausgezeichnet
Matts Familie will in die Wildnis ziehen. Da seine Mutter schwanger ist, gehen er und sein Vater voraus und bauen ein Blockhaus. Als dieses fertig ist, will der Vater den Rest der Familie nachholen und bittet den zwölfjährigen Matt, sich derweil um alles zu kümmern. Als zwei Monate vergangen ist, beginnt Matt zu befürchten, dass sein Vater nie zurückkommt. Seine Vorräte sind aufgebraucht und er hat Angst zu sterben. Da lernt er den Indianerjungen Attean kennen, der ihm zeigt, wie man in der Wildnis überleben kann. Bald verbindet die beiden so unterschiedlichen Kinder eine enge Freundschaft, in der Matt viel über das Leben der Indianer lernt. Dann kommt der Winter und die Indianer bieten ihm an, bei ihnen zu bleiben und mit ihnen weiterzuziehen. Matt muss sich entscheiden, ob er die Hoffnung auf eine Rückkehr seiner Familie aufgibt.
Das Buch ist wohl eher für Jungen geschrieben, weil keine Mädchen vorkommen. Aber auch für Mädchen ist es sehr spannend und aufregend. Man kann sich sehr gut in Matt hineinversetzen. Das Leben in der Wildnis wird aufregend und nicht beschönigend beschrieben.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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Bewertung von Juli8 aus Hamburg am 23.04.2010   gut
Es geht um einen Jungen, namens Matt, der alleine in der Wildnis überleben soll, da sein Vater mit seiner Mutter in die Stadt gefahren ist. Die Mutter erwartet ein Kind. Matt soll höchstens 7 Wochen alleine bleiben, verspricht sein Vater. Doch aus den 7 Wochen werden Monate, fast ein Jahr. In dieser Zeit erlebt Matt sehr viel, wie z.B. den Besuch eines Bärens. Er freundet sich mit einem benachbarten Indianerstamm an und gibt einem Jungen Leseunterricht, da die Indianer ihm geholfen haben, als er in Lebensnot geraten ist, als jemand sein Gewehr gestohlen hat. Indianer können nicht lesen. Dies nutzen Weiße aus um Indianer Verträge über ihr Land unterschrieben zu lassen, wo diese gar nicht wissen, was in dem Vertrag steht.
Auch Matt lernt viel von dem Indianerjungen. Doch dann zieht der Stamm weg und Matt macht sich Sorgen um seine Freunde.
Schließlich kommt auch sein Vater wieder...
Das Buch hat mir eigentlich ganz gut gefallen, es wurde sehr deutlich gezeigt, wie unterschiedlich Weiße und Indianer sind. Ich würde das Buch an alle Indianerfans weiterempfehlen.

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