Im Zeichen des Bibers - Speare, Elizabeth George
  • Broschiertes Buch

2 Kundenbewertungen

Sechs Wochen, höchstens sieben, soll der 12-jährige Matt allein auf das selbstgezimmerte Blockhaus aufpassen, bis der Vater auch die restliche Familie auf das neuerworbene Stück Land in der Wildnis geholt hat. Als dem Jungen seine Vorräte und sein Gewehr gestohlen werden, gerät er in Lebensgefahr Ein alter Indianer und sein Enkel Attean retten ihn. Dafür versucht Matt, dem Indianerjungen die Schrift der Weißen beizubringen. Sein Lieblingsbuch "Robinson Crusoe" soll dabei helfen. Doch es zeigt sich, dass auch Matt von dem Indianerjungen noch viel zu lernen hat... …mehr

Produktbeschreibung

Sechs Wochen, höchstens sieben, soll der 12-jährige Matt allein auf das selbstgezimmerte Blockhaus aufpassen, bis der Vater auch die restliche Familie auf das neuerworbene Stück Land in der Wildnis geholt hat. Als dem Jungen seine Vorräte und sein Gewehr gestohlen werden, gerät er in Lebensgefahr. Ein alter Indianer und sein Enkel Attean retten ihn. Dafür versucht Matt, dem Indianerjungen die Schrift der Weißen beizubringen. Sein Lieblingsbuch "Robinson Crusoe" soll dabei helfen. Doch es zeigt sich, dass auch Matt von dem Indianerjungen noch viel zu lernen hat...

  • Produktdetails
  • dtv Taschenbücher Bd.70103
  • Verlag: Dtv
  • Altersempfehlung: ab 12 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 122mm x 15mm
  • Gewicht: 178g
  • ISBN-13: 9783423701037
  • ISBN-10: 342370103X
  • Best.Nr.: 02963521

Autorenporträt

Elizabeth George Speare wurde am 21.10.1908 in Melrose, Massachusetts geboren. Schon in ihrer Kindheit betätigte sie sich als Geschichtenschreiberin. Sie studierte Literatur an der Universität von Boston. Nach einigen Jahren der Lehrtätigkeit heiratete sie 1936 und zog nach Conneticut. Erst als ihre beiden Kinder zur Schule gingen, konnte sie sich wieder dem Schreiben widmen und begann zunächst mit Zeitschriftenartikeln über das Familienleben. Später ging sie dann dazu über, historische Jugendromane zu schreiben. Dafür erhielt sie zweimal die 'Newbery Medal', in den Jahren 1959 und 1962. E. G. Speare starb im November 1994. Elizabeth G. Speare über sich:

"Bei jedem Familientreffen sind meine gleichaltrige Lieblingscousine und ich gewöhnlich mit unseren dicken, braunen Notizbüchern in eine Ecke verschwunden, ohne die anderen groß zu begrüßen, und haben uns atemlos die neuesten Geschichten, die wir verfasst hatten, vorgelesen. Eines Sommertages kam ein betagter Onkel in unsere Ecke und bat zu unserer Bestürzung darum, zuhören zu dürfen. Er saß da einige Zeit sehr nachdenklich und dann stand er auf und ging mit einem verblüfften Kopfschütteln davon. Aber nichts konnte uns jemals entmutigen. Noch Jahre später, als wir schon im College waren, hatten wir bei jedem Besuch neben den neuen Kleidern und dem gewagten neuen Lippenstift immer ein paar eselsohrige Manuskripte im Koffer."

"Erst als meine beiden Kinder die Junior High School besuchten, kam ich endlich dazu, mich in Ruhe mit Bleistift und Papier hinzusetzen. Zuerst folgte ich dem Rat derer, die sagen, dass man über das schreiben soll, was man am besten kennt. Also wandte ich mich den Dingen zu, die meine Tage und Gedanken gefüllt hatten, und ich begann Artikel für Familienmagazine zu schreiben. [...] Eines Tages stolperte ich dann über eine Figur aus der Geschichte Neuenglands, die meiner Meinung nach eine ideale Heldin für ein Mädchenbuch abgab. Lange Zeit spukte das Mädchen in meiner Fantasie herum und schließlich begann ich ihre Abenteuer aufzuschreiben, ich schmückte die tatsächlichen Ereignisse aus mit neuen Charakteren und Szenen aus meiner eigenen Schöpfung. Es war wie ein Doppelleben, jeden Tag aus meiner hektischen Welt herauszutreten in eine andere Zeit, an einen anderen Ort und in eine Familie, die mir so vertraut wurde wie meine eigene. Abends las ich meiner geduldigen Tochter immer die neuesten Kapitel vor, so atemlos wie damals die braunen Notizbücher. Ihre Ermutigungen haben mich weiterschreiben lassen und ihre offenen Kommentare ließen mich bodenständig bleiben. Als 'Calico Captive' schließlich veröffentlicht wurde, habe ich es ihr gewidmet."

"Ich brauche ein Jahr oder länger, um Material für ein Buch zu sammeln. Während ich mir seitenweise Notizen in Bibliotheken und Museen mache, wächst die Geschichte langsam in meinem Kopf. Wenn ich dann schließlich anfange zu schreiben, weiß ich im allgemeinen was meine Figuren tun werden und wie ihre Geschichten enden werden, wobei sich zwischendurch auch immer einige überraschende Wendungen ergeben. Ich arbeite sehr langsam, ich schreibe nur ein paar Seiten pro Tag, weil ich an jedem Satz sehr lange herumfeile. Manchmal komme ich an einen Punkt, eine Art Kluft, und wochenlang habe ich keine Ahnung, wie ich meine Figuren auf die andere Seite dieser Kluft bringe, wo ich sie haben will. Aber früher oder später, fast wie von Zauberkraft, taucht eine Brücke auf. Ein Stückchen Geschichte, ein alter Brauch, oder vielleicht schlägt einfach die Entwicklung einer Figur einen Weg vor und im Nu sind wir alle sicher auf der anderen Seite."

"Junge Leser fragen mich oft, warum ich immer über die alten Zeiten schreibe. Ehrlich gesagt mochte ich Geschichte in meiner Schulzeit nie besonders. Aber ich habe inzwischen entdeckt, dass Geschichtsbücher für mich lebendig werden, wenn ich die Abenteuer einer fiktiven Familie durch einige wichtige zeitgeschichtliche Ereignisse der Vergangenheit verfolge. Jedesmal wenn ich mich mit früheren Zeiten beschäftige, bekomme ich ein neues Verständnis für die Gegenwart und ich kehre in meinen Alltag mit einer frischen Perspektive zurück. Ich denke, dies ist eines der großen Geschenke, das die Vergangenheit uns allen, Jung und Alt, gemacht hat."

Rezensionen

Besprechung von 15.10.2010
Süddeutsche Zeitung Junge Bibliothek
Band 3

Vom Wachsen des
Selbstvertrauens
„Im Zeichen des Bibers“
von Elizabeth G. Speare
Diese Geschichte ist so dicht und unprätentiös, so klar in Absicht und Ausführung, so einprägsam und sinnlich erzählt, dass man sie ohne Zögern als klassisch bezeichnen kann. Elizabeth George Speare (1908-1994) hat einen kleinen Entwicklungs- oder Bildungsroman geschrieben. Die in Amerika sehr erfolgreiche und gefeierte Jugendbuchautorin war schon 75 Jahre alt, als sie den Siedlerjungen Matt seinem Vater nachblicken lässt, der die Mutter und die Geschwister zum Blockhaus in der Wildnis holen will. Matt soll nun auf Haus und Maisfeld aufpassen und, falls der Vater länger brauchen sollte, sich auch um die Ernte kümmern. Matt erwartet die Eltern Mitte August zurück, mindestens zwei Monate muss er allein mit sich und der Natur fertig werden.
Die anfängliche Einsamkeitsangst weicht schnell, Matt fängt an, das Leben nach eigenem Gesetz zu genießen – bis sich alles ändert. Erst taucht der Streuner Ben auf und stiehlt die Flinte des Vaters, dann dringt ein Bär ins Haus und wühlt die Vorräte durch. Matts Unerfahrenheit wird hart geprüft. Schließlich endet der Versuch, Honig aus einem Bienenbau hoch im Baum zu holen, mit bitteren Stichschmerzen und verstauchtem Fuß.
Doch Matt wird gerettet von einem alten Indianer und dessen Enkel Artean. Es beginnt die behutsame Annäherung zweier Knaben die doch, und daran lässt Speare nie einen Zweifel, aus zwei verschiedenen Welten kommen, die in ihrer jeweiligen Realität nicht vereinbar sind. Matt soll, so möchte es der Indianergroßvater, Artean das Lesen beibringen, was mehr schlecht als recht gelingt mit Hilfe von Defoes „Robinson Crusoe“, Matts Lieblingsbuch. Doch umgekehrt lernt Matt viel mehr vom Leben in der Wildnis: richtiges Fallenstellen und Bogenschnitzen, Fertigen von Angelschnüren und -haken, Setzen von Zeichen, um sich im Urwald zurechtzufinden und so fort. Natürlich erleben sie Abenteuer, sie erlegen sogar einen Bären, Matt kommt ins Indianerdorf, er hört die bittere Geschichte der Vertreibung und Ermordung von Arteans Eltern durch Weiße . . .
Am Ende verbindet die beiden Jungen gegenseitige Achtung und Anerkennung, ohne dass sie ihre Rollen tauschen könnten. Als Matts Eltern endlich doch noch kommen, ist aus Matt ein echter Grenzer geworden.
HARALD EGGEBRECHT
Im Zeichen des Bibers
Abb.: Hubert Stadtmüller
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