Filmbilder prägen und deuten unser Verständnis und unsere
Vorstellungen des Krieges. Filme vermitteln, verbreiten und
bewahren bestimmte Kriegsbilder und die darin zum Ausdruck
gebrachten nationalen Denkbilder.
Die vorliegende Studie geht der Frage nach, welche Deutungen von
Krieg, Nation und Identität in den frühen US-Kriegsfilmen
transportiert und verhandelt werden. Sie untersucht den Prozess der
(Bilder-)Verarbeitung und zeigt vorherrschende Verfahren der
Visualisierung und Narrativierung des Krieges am Beispiel der Filme
zum Spanisch-Amerikanischen Krieg, zum Amerikanischen Bürgerkrieg
und zum Ersten Weltkrieg auf. Dabei werden die Kriegsbilder, die in
Vaudevilleshows, Nickelodeons und Kinopalästen auf den Leinwänden
zu sehen waren, in ihrer sinn- und identitätsstiftenden Funktion
analysiert.
Das Spektrum der untersuchten Filme reicht von den ersten bewegten
Kriegsbildern mit einer Länge von nur 60 Sekunden über D.W.
Griffiths frühe Bürgerkriegsfilme wie The Battle (1911) und seinem
Epos The Birth of a Nation (1915) bis hin zu Lewis Milestones
Klassiker All Quiet on the Western Front (1930). Die Autorin
arbeitet heraus, wie der Kriegsfilm die Vielfalt der möglichen
Darstellungen des Krieges auf wenige, stark verdichtete Bildmuster
reduziert und damit den Rahmen schafft, der die Erinnerung des
Krieges in der amerikanischen Gesellschaft formt.
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