Ein Autor des alten Unternehmens, einst auch dessen Cheflektor, hätte heute seinen 95. Geburtstag gefeiert: Paul Schmidt-Elgers. Er schrieb das, was in der DDR Spannungsliteratur hieß, also erfolgreiche Krimis, aber auch Historienromane, so die "Jungfrau Johanna". Aus dem Nachlass präsentiert der neue Greifenverlag nun den Roman "Im Schatten Napoleons" mit dem Untertitel "Joseph Fouche - Meister der Intrige". Kenner werden einwenden: Über den Polizeiminister in wechselnden französischen Regierungen hat doch Stefan Zweig ein packendes und gültiges Lebensbild vorgelegt. An Zweig reicht Elgers gewiss nicht heran; er wählt einen anderen Zugriff, beschreibt quasi dokumentarisch Fall, Wiederaufstieg und tiefen Fall des Imperators ab 1813. Fouches Leben wird daneben, auch in kurzen Rückblenden, eben "im Schatten", geschildert. Das Buch bietet eine genaue Recherche aller diplomatischen Winkelzüge und des Fürstengeschachers zwischen Paris, Neapel, Dresden und Elba, zwischen Völkerschlacht bei Leipzig und dem Tod des gefürchteten Opportunisten im Exil zu Triest. (Matthias Biskupek / Thüringer Allgemeine)
Ein Autor des alten Unternehmens, einst auch dessen Cheflektor, hätte heute seinen 95. Geburtstag gefeiert: Paul Schmidt-Elgers. Er schrieb das, was in der DDR Spannungsliteratur hieß, also erfolgreiche Krimis, aber auch Historienromane, so die "Jungfrau Johanna". Aus dem Nachlass präsentiert der neue Greifenverlag nun den Roman "Im Schatten Napoleons" mit dem Untertitel "Joseph Fouche - Meister der Intrige". Kenner werden einwenden: Über den Polizeiminister in wechselnden französischen Regierungen hat doch Stefan Zweig ein packendes und gültiges Lebensbild vorgelegt. An Zweig reicht Elgers gewiss nicht heran; er wählt einen anderen Zugriff, beschreibt quasi dokumentarisch Fall, Wiederaufstieg und tiefen Fall des Imperators ab 1813. Fouches Leben wird daneben, auch in kurzen Rückblenden, eben "im Schatten", geschildert. Das Buch bietet eine genaue Recherche aller diplomatischen Winkelzüge und des Fürstengeschachers zwischen Paris, Neapel, Dresden und Elba, zwischen Völkerschlacht
Paul Elgers (geb. 23.3.1915 in Berlin / gest. 7.6.1995 in Rudolstadt) gab über viele Jahre dem Greifenverlag sein Gepräge, zunächst als Lektor und Cheflektor, später als freiberuflicher Schriftsteller und Hausautor des Rudolstädter Verlagshauses. Elgers absolvierte von 1933 bis 1936 eine Lehre als Drogist, anschließend war er von 1934 bis 1940 als Angestellter im pharmazeutischen Großhandel tätig. Von 1940 bis 1944 war er Soldat, geriet allerdings im September 1944 in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der 1948 nach Deutschland zurückkehrte. Anschließend arbeitete Elgers als Korrespondent der "Täglichen Rundschau" in Berlin, wechselte später (1957 bis 1959) als Direktionsassistent in die Deutsche Konzert- und Gastspieldirektion nach Erfurt. Von 1961 bis 1965 war Paul Elgers zunächst als Lektor, später als Cheflektor im Greifenverlag angestellt. Nach dem Tod des Verlegers Karl Dietz schied er aus dem Verlag aus, blieb ihm allerdings als freier Schriftsteller bis zu seinem Tod im Jahr 1995 treu. Zwar erreichten seine Kriminalerzählungen Millionenauflagen, doch seinen literarischen Durchbruch schaffte Elgers vor allem mit seinen genau recherchierten historischen Werken.
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