Im Namen der Anklage - Del Ponte, Carla

Carla Del Ponte 

Im Namen der Anklage

Meine Jagd auf Kriegsverbrecher und die Suche nach Gerechtigkeit

Mit Chuck Sudetic
Gebundenes Buch
 
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Produktbeschreibung zu Im Namen der Anklage

Bewundert und gehasst - kaum jemand polarisiert so wie die ehemalige Chefanklägerin des UN-Tribunals in Den Haag, Carla Del Ponte.
In ihren explosiven Enthüllungen schildert Carla Del Ponte freimütig, wie sie systematisch an ihrer Arbeit gehindert wurde und wie schwierig ihre kompromisslose, oft einsame Jagd nach Kriegsverbrechern im ehemaligen Jugoslawien und in Ruanda war. Eine unbeirrbare, außergewöhnliche Frau, die ihr Leben in den Dienst der Gerechtigkeit gestellt hat und dafür einen hohen Preis zahlt.

Von der Wirtstochter aus einem kleinen Ort im Tessin hin zur international gefürchteten Anklägerin: Carla Del Ponte schildert überraschend offen ihren ungewöhnlichen Werdegang und ihren resoluten Kampf gegen das Verbrechen. Ob sie als Staats- und Bundesanwältin gegen die Mafia kämpfte, was ihr den Spitznamen »Carlita la pesta« eintrug, russischen Oligarchen oder dem Bhutto-Clan das Geld einfror, ob sie die gefährlichsten Kriegsverbrecher jagte, die USA offen kritisierte oder sich allein gegen die NATO stellte, immer forderte sie für die Justiz ein, auch dann zu richten, wenn es gegen sämtliche Spielregeln der Politik und Diplomatie ging.

Produktinformation


  • Abmessung: 215mm x 140mm
  • Gewicht: 753g
  • ISBN-13: 9783100139115
  • ISBN-10: 3100139119
  • Best.Nr.: 25580847

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Carla del Pontes Bericht über ihre Arbeit als Chefanklägerin des UN-Kriegsverbrechertribunals für das ehemalige Jugoslawien und Ruanda wird von Rezensent Enver Robelli als zorniges Resümee einer oft frustrierenden Tätigkeit gelesen. Del Ponte hat ihre Rückschau mit Hilfe des amerikanischen Journalisten Chuck Sudetic geschrieben und macht darin ihrem Ärger über mangelnde Kooperation bei der Verfolgung von Kriegsverbrechen auf dem Balkan Luft, lässt uns der Rezensent wissen. In den Augen Robellis sind viele der Erinnerungen an ihre Amtszeit allerdings "ungeduldig, unvorsichtig und unverantwortlich formuliert". Als Beispiel bringt er Del Pontes Behauptung, die UCK habe 1999 entführten Serben Organe entnommen und ins Ausland geschmuggelt. Nicht nur habe man diese Vermutung nie eindeutig belegen können, Del Ponte schreibe hier auch zum ersten Mal darüber und müsse sich die Frage erlauben lassen, warum sie so lange geschwiegen und den mutmaßlichen Tätern somit die Vernichtung möglicher Beweise ermöglicht habe, so der Rezensent kritisch. Sehr überzeugend dagegen findet er die Klagen der ehemaligen Chefanklägerin über die schwierigen Untersuchungen von Kriegsverbrechen ehemaliger UCK-Angehöriger. Und am Ende würdigt er auch noch explizit, dass Del Ponte immerhin als Erfolg ihrer Amtszeit verbuchen kann, mit Milosevic erstmals einen Staatschef vors Kriegsverbrechergericht gestellt zu haben.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.04.2009

Gerecht und selbstgerecht
Die frühere Chefanklägerin Carla del Ponte zieht Bilanz: Jagd auf Kriegsverbrecher

Carla del Ponte war von 1999 bis 2008 Chefanklägerin des vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen 1993 eingesetzten Internationalen Straftribunals für das ehemalige Jugoslawien. Nun schildert sie ihren Aufstieg von der Wirtstochter aus einem kleinen Ort im Tessin zur Schweizer Staats- und Bundesanwältin und schließlich zur obersten Anklägerin Internationaler Strafgerichte. Diese aufreibende, teils erfolgreiche, teils frustrierende Tätigkeit steht im Mittelpunkt des Buches.

Die Erinnerungen erzählen die Geschichte einer Einzelkämpferin für die Gerechtigkeit: Carla del Ponte gegen den Rest der Welt. Bei ihrem ambitionierten Versuch einer umfassenden Aufklärung der schweren, von Serben, Kroaten, Bosniaken und Kosovo-Albanern begangenen Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien, bei der Forderung nach Verhaftung und Auslieferung mutmaßlicher, unter Anklage gestellter Haupttäter an das Jugoslawien-Tribunal in Den Haag sei sie immer wieder gegen eine Gummiwand offener Ablehnung, verdeckter Obstruktion und mangelnder …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.05.2009

Strafpredigt für Mutlose
Das Resümee der einstigen Chefanklägerin Carla Del Ponte
In ihrer Kindheit hatte Carla Del Ponte ein seltsames Hobby. Zusammen mit ihren Brüdern machte das Mädchen Jagd auf giftige Reptilien, die sich in den Alpen oberhalb von Locarno bewegten. Diese Lieblingsbeschäftigung sieht sie auch als Teil des Kampfes um die Gleichberechtigung. Irgendwann sollen die Brüder die kleine und draufgängerische Carla als ebenbürtig akzeptiert haben. Bis heute sei sie aber eher eine Schlangenjägerin als eine Rechtswissenschaftlerin geblieben, schreibt Del Ponte nun in ihrer Autobiographie. Darin schildert die Tessinerin ihren Aufstieg von der Wirtstochter zur Schweizer Bundesanwältin und schließlich zur Chefanklägerin des UN-Kriegsverbrechertribunals für das ehemalige Jugoslawien und Ruanda. Auf diesen Posten wurde sie 1999 gewählt, weil sie aus einem neutralen Land stammte, das weder Nato- noch EU-Mitglied ist. Ihre Bilanz als Bundesanwältin in Bern war dürftig: Del Pontes Anklagen gegen mutmaßliche Terroristen, das kolumbianische Drogenkartell, den Jelzin-Clan und andere Schurken lösten sich größtenteils in Luft auf.
Kaum hatte sie …

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Carla Del Ponte (geb. 1947) wurde 1981 Staatsanwältin des Kantons Tessin, wo sie kompromisslos gegen Geldwäsche und Wirtschaftskriminalität vorging und mit dem später ermordeten Richter Giovanni Falcone zusammenarbeitete. 1994 wurde sie Bundesanwältin der Schweiz. Von 1999 bis 2007 war sie Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien und für Ruanda (bis 2003). Seit 2008 ist sie Botschafterin der Schweiz in Argentinien. 2002 erhielt sie den Westfälischen Friedenspreis.

Chuck Sudetic, bekannter Journalist und Buchautor, berichtete von 1990 bis 1995 für die New York Times aus Jugoslawien. Von 2001 bis 2005 arbeitete er als Analyst für das UN-Tribunal über Kriegsverbrechen in Jugoslawien. Momentan arbeitet er für das Open Society Institute (Soros Foundation). Für sein Buch über den Jugoslawien-Krieg ›Blood and Honey. A Balkan War Journal‹ wurde er mehrfach ausgezeichnet.

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Kundenbewertungen zu "Im Namen der Anklage" von "Carla Del Ponte"

Durchschnittliche Kundenbewertung 5 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** ausgezeichnet
(aus 1 Bewertung)

Bewertung von Stella aus Frankfurt am 14.05.2010 ***** ausgezeichnet
Sehr aufschlussreich ! Schade das Frau del Ponte verboten wurde Werbung für dieses Buch zu machen, soviel zum freien Europa. Allein das aber reitzt nur mehr es lesen zu wollen.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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