Im Kielwasser - Petterson, Per

Per Petterson 

Im Kielwasser

Roman

Aus d. Norweg. v. Ina Kronenberger
Broschiertes Buch
 
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Im Kielwasser

Fast sechs Jahre ist es her, dass Arvids Vater bei einem Schiffsbrand ums Leben kam, zusammen mit seiner Frau und den beiden jüngsten Söhnen. Nur Arvid, 43, Schriftsteller, und sein älterer Bruder sind übrig geblieben. Doch Arvid findet keinen Weg, die alte Vertrautheit mit dem Bruder wiederzuerlangen, zu sehr ist es in seiner Trauer befangen. Nach und nach legt er die Geschichte seiner Familie frei und erfährt dabei, dass auch der Vater zu etwas imstande war, das er ihm nie zugetraut hätte: Leidenschaft und tiefe Verzweiflung.


Produktinformation

  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 188 S.
  • Seitenzahl: 192
  • Fischer Taschenbücher Bd.18130
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 126mm x 22mm
  • Gewicht: 195g
  • ISBN-13: 9783596181308
  • ISBN-10: 3596181305
  • Best.Nr.: 25576139
»Per Petterson ist ein Meister der Gleichzeitigkeit.« (Süddeutsche Zeitung)<br />»Dieser schmerzhaft schöner Roman ist das kalt brennende Glanzlicht dieser Saison.« (Die Zeit)<br />»Ein beeindruckendes Vaterbuch.« (Frankfurter Algemeine Zeitung)

""Per Petterson ist ein Meister der Gleichzeitigkeit." Süddeutsche Zeitung "Dieser schmerzhaft schöner Roman ist das kalt brennende Glanzlicht dieser Saison." Die Zeit "Ein beeindruckendes Vaterbuch." Frankfurter Algemeine Zeitung"

kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Arvid ist Schriftsteller. Das ist ohnehin schon ein Beruf, der einem Leben wenig Struktur bietet. Vor sechs Jahren sind seine Eltern und seine beiden jüngeren Geschwister verunglückt - nur der ältere Bruder des 43-Jährigen ist noch da. Aber auch der bietet keinen Halt. Arvid scheint seit dem Unfall nichts anderes zu tun, als über seine Vergangenheit nachzudenken, sein aktuelles Leben ist aus dem Ruder gelaufen. Er will witzig sein, mit Frauen flirten, sich virtuos geben - und kämpft in Wirklichkeit ums nackte Überleben ... Der norwegische Autor Per Petterson ("Pferde stehlen") beschreibt in geradezu entspannter Ruhe, wie sein Icherzähler ein Trauma langsam verarbeitet. Dies geschieht ohne jede Tragik. Der Roman liest sich wie eine leichte, verspielte Erzählung - und wirkt dadurch viel eindringlicher. (kr)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.04.2007

Ein Glas Gin im Kopf
Von Schiffskatastrophen und anderen Untergängen: Per Pettersons Roman „Kielwasser”
Wenn der Erzähler in den Bus steigt, verändert sich sein Blick. Ruhig lehnt er die Stirn an die Scheibe und genießt die kleinen Stiche in Brust und Bauch, die der Rhythmus des Anfahrens erzeugt. Schon in seiner Kindheit hat er so im Bus gesessen und hinausgeschaut, ohne etwas zu sehen, ohne zu denken, allein konzentriert auf die Vibrationen im Körper. Bis dieser Körper nurmehr ein Zittern ist, und die Haut elektrisiert und offen für alles, was sie treffen und zerreißen kann. „Und trotzdem”, fügt er an, „ist das Schlimmste für mich, wenn jemand einsteigt, den ich kenne, und sich mit einem breiten Lächeln auf den Platz neben mich setzt und reden will.”
Der norwegische Autor Per Petterson ist ein Meister der Gleichzeitigkeit. Wenn er seine lang schwingenden Sätze auf die Reise schickt, scheint das Band der Chronologie sich zu lockern. Vergangenheit und Gegenwart, Kindheit und Erwachsensein gleiten langsam ineinander. Nicht von ungefähr trägt eines seiner älteren Bücher den Titel „Sehnsucht nach Sibirien”, verrät es doch etwas von …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 21.04.2007

Erzählen ist das beste Frostschutzmittel

Die Kunst der Auslassung: Mit seinem Roman "Pferde stehlen" erlangte der norwegische Autor Per Petterson internationale Aufmerksamkeit. "Im Kielwasser", sein neuer Roman, ist ein beeindruckendes Vaterbuch, das nebenbei die Geschichte einer Generation erzählt.

Von Wolfgang Schneider

Am Anfang: ein Filmriss. Arvid kann sich nicht erklären, wieso er in aller Herrgottsfrühe vor der Buchhandlung steht, in der er einmal gearbeitet hat. Woher sein ramponierter Zustand? Weshalb die drei gebrochenen Rippen (als Raucher mit schlechtem Gewissen hält er den Schmerz zunächst für Lungenkrebs), das blaue Auge und die offene Hose? Nur langsam lichtet sich der Rausch, nur mühsam findet der Dreiundvierzigjährige zurück in seine Wirklichkeit. Und auch der Leser fasst Fuß in einem derangierten Männerleben.

Es gehört zur Erzähltechnik Per Pettersons, dass er mit den Gründen knausert. Sind sie doch sowieso oft unzureichend oder vorgeschoben. Aber bald ist klar: Dieser Arvid trudelt im Kielwasser einer Katastrophe. Bei einem Fährunglück, wie es von Zeit zu Zeit mit vielen Toten Schlagzeilen macht und dem …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

So richtig düster gehe es in diesem wohl "autobiografisch" gefärbten Roman zu, berichtet Rezensent Andreas Breitenstein von einer rundum trostlosen Existenz des 43-jährigen Ich-Erzählers und Schriftstellers Arvid. Dem Autor gelänge dieses abgründige menschliche Panorama ohne jede Sentimentalität, einfach mit "trockenem" Humor und Lakonie. Arvid habe nicht nur seine Eltern und zwei Geschwister bei einem Fährunfall verloren, auch seine eigene Familie habe ihn später verlassen, nur nicht der unbedingte Wille, mit seiner Verzweiflung alleine zu bleiben. Aus dieser düsteren Konstellation, lobt der Rezensent, schlage der Autor die Funken "hellsichtiger Wahrnehmungen und aufrichtiger Gefühle". Und weit über das Schicksal des Erzählers hinaus habe Per Petterson einen "Abgesang" geschrieben auf die Fortschrittsgläubigkeit einer Generation.  Dieser Autor, so der Rezensent, stelle die richtigen Fragen, und seine Prosa sei bei der Übersetzerin Ina Kronenberger erneut in besten Händen gewesen.

© Perlentaucher Medien GmbH

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Per Petterson, geb. 1952 in Oslo, ist ausgebildeter Bibliothekar und arbeitete als Buchhändler und Übersetzer, bevor er sich als Schriftsteller etablierte.

Blick ins Buch "Im Kielwasser"

Kundenbewertungen zu "Im Kielwasser" von "Per Petterson"

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Bewertung von Hillmann aus Berlin am 02.08.2007 ***** sehr gut
Assoziationen sind eines der Mittel, den Leser in diesem Buch zu beheimaten: Schon im dritten Kapitel, beginn man, einem déjà vue ähnliche Details zu verknüpfen, wie etwa die blutigen Hemdenkragen beim Helden Arvid und später bei seinem Nachbarn. Der Entwurzeltheit des Helden, die schließlich durch ein schreckliches familiäres Ereignis, das der Leser stückweise begreift, noch greifbarer wird, steht in seinem täglichen Erleben durchaus etwas entgegen: Die Schönheit und Beheimatetheit in kleinen Details, in Dingen, und in kleinen Begegnungen, wenigen intensiven Beziehungen sogar. Als Leser war ich enttäuscht, dass der die Geschichte bestimmende Vater ein Schema bleibt: Was fühlte der Sohn für ihn? Manchmal meint man, er muss ihn gehasst haben, dann aber scheint er ihm sehr wichtig gewesen zu sein. Hat er ihn aber geliebt? Petterson weiß es in seinem autobiographischen Roman vielleicht selber nicht. Dass sich diese Enttäuschung sich aber einstellt, ist bis zu einem gewissen gerade Schuld des Verlages: Der exzellente Hanser Verlag, der diese Saison wieder mit einem ausgesucht hochwertigen und begeistert zu lesenden Belletristikprogramm besticht, hat sich schlecht beraten lassen mit den eher geschwätzig wirkenden Buchauszügen, die auf dem Cover (!) der Schutzumschläge stehen. Bei einem so sensiblen Buch, wie diesem, bei dem jeder Satz im Kontext stimmt, stimmt ein herausgelöster dann eben überhaupt nicht.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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