Ich war Hitlers Schutzengel - Kühn, Dieter

Dieter Kühn 

Ich war Hitlers Schutzengel

Fiktionen

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Ich war Hitlers Schutzengel

Ein faszinierendes Gedankenspiel gegen alle historische Überlieferung

Hatte Hitler einen Schutzengel? Ausgerechnet Hitler? In Dieter Kühns ebenso provozierenden wie brillanten historischen Szenarios über das Ende Adolf Hitlers wird der Lauf der Geschichte umgekehrt: die Attentate von Georg Elser und Henning von Tresckow gelingen, der Krieg kommt zum Stillstand und Hitlers Schutzengel ins Grübeln. Vier sehr verschiedene Varianten von Geschichte und ein faszinierendes Gedankenspiel gegen alle historische Überlieferung


Produktinformation

  • Abmessung: 212mm x 135mm x 23mm
  • Gewicht: 330g
  • ISBN-13: 9783100415158
  • ISBN-10: 3100415159
  • Best.Nr.: 26760537
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 01.02.2010

Staatstrauer, und Göring übernahm

Entfesselung des Möglichkeitssinns gehört zu Dieter Kühns Poetik, seit er 1970 seinen ersten Roman veröffentlichte. Jetzt stellt er sich vor, Hitler wäre ermordet worden.

Gerade erst hat Quentin Tarantino unter großem Hallo Hitler in die Luft gesprengt. Jetzt stellt Dieter Kühn gleich mehrere Attentate auf den "Führer" nach und lässt sie gegen die historische Wahrheit gelingen. Tarantino mag es um blutsprudelnden historischen Trash gehen, um Rache des Kinos an der stupiden Realität und die Genugtuung, den Schurken noch einmal zur Strecke zu bringen. Kühn dagegen liebt literarische Denkspiele, das Erzählen gegen die Fakten. Er geht zurück an die Weichenstellungen, von denen aus andere Geschichtsverläufe möglich gewesen wären.

Es beginnt mit Georg Elser. Aus klarer politischer Einsicht wollte er Hitler am 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller töten. In dreißig Nächten baute er heimlich in eine Säule des Saals eine genialisch ausgeklügelte Bombe ein, verdeckte alle Spuren und dachte sogar an die Kork-Isolation, die das Ticken des Zeitzünders unhörbar machte. Alles funktionierte …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Der geht nicht weg. Willi Winkler staunt schaudernd über die Zähigkeit des Faszinosums Hitler, findet aber Dieter Kühns Versuch immer noch besser als Guido Knopps TV-Naziana. Die vier Fiktionen, alternative Geschichtsverläufe, die Kühn in seinem Buch ausprobiert, zeigen ihm, wie es gewesen wäre. Zum Beispiel wenn Hitler beim Attentat durch Elser beziehungsweise Tresckow doch draufgegangen wäre. Göring wäre sein Nachfolger geworden (ein "barocker Potentat") und hätte den Krieg abgesagt. Ein Segen, freut sich Winkler. Doch gleich darauf lässt ihm die nächste Fiktion das Blut gefrieren: Rommel an der Macht! Dann lieber die letzte der Kühns Möglichkeitssinn entsprungenen Geschichten: Hitler fällt im Nahkampf mit einem russischen Panzer. Der Rezensent atmet auf.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.06.2010

Die Grablegung in Carinhall
Ein Beitrag zur Was-wäre-wenn-Geschichtsschreibung? Dieter Kühns Buch „Ich war Hitlers Schutzengel“
Die federweiße Schwinge auf dem Umschlag wird nicht verhindern können, dass der Leser das Buch mit Hitler auf dem Titel in der U-Bahn lieber versteckt , er wollte denn in den Verdacht geraten, Revisionistisches zu lesen oder gleich ein Nazi-Nostalgiker zu sein. Hitler ist peinlich. Gleichzeitig ist er auf eine erschreckende Weise präsent: Er spaziert wie der Leibhaftige durchs Nachtprogramm, hilft als ewigjunger Coverboy den Spiegel zu verkaufen und hält im heute befreundeten Ausland die Erinnerung an vergangene Zeiten wach.
Längst, sollte man denken, ist alles gesagt über Autobahnen und Führerkult, ist jeder Täter bis ins Einzelne analysiert und auch die Rolle der Reichsbahn gründlichst erforscht. Hitler geht trotzdem nicht weg. Und wenn doch? Das Unmögliche ist eine Spielerei, ein Hobby Horse für den Feierabend, es ist aber doch ernst genug, um sich die Weltgeschichte und ihre großen Männer, erst recht ihre großen Verbrecher, in anderen Bahnen zu denken. Dass das produktiv sein kann, hat Robert Harris in seinem …

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Dieter Kühn, geboren 1935, ist freier Schriftsteller. Für seine Romane, Biographien, Erzählungen, Kinderbücher, Hör- und Schauspiele ausgezeichnet u. a. mit dem Hermann Hesse-Preis und dem Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Er war Stadtschreiber von Bergen-Enkheim und Mainz. Der Autor lebt in Köln.

Blick ins Buch "Ich war Hitlers Schutzengel"

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