Hochzeit wider Willen / Angélique Bd.2 - Golon, Anne

Anne Golon 

Hochzeit wider Willen / Angélique Bd.2

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Hochzeit wider Willen / Angélique Bd.2

"Angélique ist die unerschrockene, leidenschaftliche und stets bezaubernde Heldin der erfolgreichsten historischen Romanreihe, die jemals geschrieben wurde!" Daily Herald


Produktinformation

  • Verlag: Blanvalet
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 332 S.
  • Seitenzahl: 332
  • Deutsch
  • Abmessung: 22 cm
  • Gewicht: 566g
  • ISBN-13: 9783764502911
  • ISBN-10: 3764502916
  • Best.Nr.: 23807104
»Angélique ist die unerschrockene, leidenschaftliche und stets bezaubernde Heldin der erfolgreichsten historischen Romanreihe, die jemals geschrieben wurde!«
Anne Golon wurde 1921 unter dem Namen Simone Changeux in Toulon geboren. Unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlichte sie Romane, Drehbücher und Reportagen. 1952 entstand die Idee zu Angélique, 1956 erschien der erste Band als Weltpremiere in Deutschland bei Blanvalet. Mit einer Gesamtauflage von 150 Millionen Exemplaren wurde die Serie zu einem der größten Bucherfolge des 20. Jahrhunderts. Nach einem jahrzehntelangen Rechtsstreit hat Anne Golon jetzt alle Rechte an ihren Romanen zurückerhalten und veröffentlicht diese nun endlich ungekürzt. Sie lebt heute in Lausanne.

Leseprobe zu "Hochzeit wider Willen / Angélique Bd.2"

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Leseprobe zu "Hochzeit wider Willen / Angélique Bd.2" von Anne Golon

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Leseprobe zu "Hochzeit wider Willen / Angélique Bd.2" von Anne Golon

Die verkaufte Braut

Kapitel I

1656

Die Kutsche, in der Angélique zwischen Marguerite, der Kammerfrau, und dem Marquis d'Andijos saß, war mit Kissen und Decken aus edlem Stoff ausgestattet, aber sie vermochte diesen für sie neuen Komfort nicht zu schätzen. Die ganze Nacht hatte sie kein Auge zugetan. Noch lange nach der Szene in der Scheune hatte sie auf ihrem Platz an der Festtafel gesessen und den Gästen, die sich noch rühren konnten und zu ihr kamen, um ihr Komplimente über das gelungene Fest zu machen oder sich von ihr zu verabschieden, Rede und Antwort gestanden. Als sie sich endlich ins Schloss zurückziehen konnte, war nur noch Zeit gewesen, sich umzukleiden, aber keine Möglichkeit mehr, sich auf einem Bett auszustrecken und ein wenig zu ruhen. Die Stunde des Aufbruchs nahte.

Der Brauch gebot, dass Frischvermählte flüchteten, um volkstümlichen Streichen zu entgehen, und die Edelleute aus dem Süden hatten sich heldenhaft aus ihrem trunkenen Schlummer aufgerafft, ihre Reittiere bestiegen und ihre Leute zusammengetrommelt, um die Wagenkolonne für die Rückreise aufzustellen.

Nach dem skandalösen Vorfall mit Nicolas war Angélique noch ganz benommen gewesen, als sie in die Kutsche stieg und sich von den Familienmitgliedern verabschiedete, die im Dunkel an die Wagenschläge gekommen waren.

Schwankend und knarrend hatte die von vier kräftigen Pferden gezogene Karosse die Zugbrücke überquert und in dem flaumigen Nebel, der über der dunklen Landschaft lag, rasch an Geschwindigkeit gewonnen.

Angélique wusste, dass sie Monteloup für immer verließ, aber sie war nicht in der Lage, diesbezüglich einen klaren Gedanken zu fassen. Ab und an schoss ihr bei der Erinnerung heiß das Blut in die Wangen. Tante Jeanne, diese verrückte Alte, war schuld daran, dass Guillaume Lützen gesehen hatte, wie sie, Angélique, sich mit einem Knecht im Heu wälzte. Dieses Bild erfüllte sie mit Scham und Zorn zugleich.

Außerdem empfand sie ein beinahe schmerzliches Gefühl der Enttäuschung und vor allem des Versagens. Sie hatte sich diesem urtümlichen Begehren ergeben wollen, doch sie hatte nicht erreicht, was sie wollte. Nun würde man sie diesem schrecklichen Ehemann, den man ihr aufgezwungen hatte, als Jungfrau überantworten. Immer noch grollte sie ihrer Tante Jeanne.

"Die verrückte, boshafte Alte! Sie hat ihren Schachzug gut geplant!"

Als der Tag anbrach, wurde Angélique erst richtig bewusst, was mit ihr geschah.

Sie ging fort. Sie ging fort! Sie verließ Monteloup für immer.

Aber noch befanden sie sich in ihrem heimischen Landstrich. Vier Kutschen und vier schwere Karren rollten in Richtung Niort. Angélique konnte kaum glauben, dass dieses ganze Aufgebot an Pferden und Kutschern, an Geschrei und knarrenden Rädern zu ihren Ehren veranstaltet wurde. Unvorstellbar, dass so viel Staub um Mademoiselle de Sancé aufgewirbelt wurde, die bis jetzt immer nur einen alten, mit einer Pike bewaffneten Söldner zur Eskorte gehabt hatte.

Die Dienstboten, Lakaien, Kammerdiener, Zofen und Musiker saßen auf den großen Karren zwischen dem Gepäck zusammengedrängt. Auf der sonnenbeschienenen Straße zwischen den blühenden Obstgärten sah man diese gebräunten Gesichter vorbeiziehen. Gelächter, Gesang und Gitarrenklänge wehten hinter ihnen her und verbreiteten zusammen mit dem Geruch der Pferdeäpfel einen Hauch von Unbekümmertheit. Die Kinder des Midi kehrten in ihren leuchtenden Süden zurück, der von dem Duft nach Knoblauch und Wein erfüllt war.

In dieser fröhlichen Gesellschaft legte allein Maître Clément Tonnel eine steife Haltung an den Tag. Er war für die Woche vor der Hochzeit als Aushilfe angestellt worden und hatte darum gebeten, man möge ihn nach Niort mitnehmen, damit er sich keine Eskorte zu mieten brauchte. Doch schon am Abend des ersten Reisetages wurde der Haushofmeister bei Angélique vorstellig. Er erbot sich, in ihren Diensten zu bleiben; entweder als Haushofmeister oder als Kammerdiener, und erklärte, er habe in Paris bei einigen vornehmen Herren gedient, die er auch namentlich bezeichnete. Doch dann sei er nach Niort gereist, woher er stamme, um den Nachlass seines Vaters, eines Fleischers, zu regeln, und ein intriganter Diener habe unterdessen seine Stelle besetzt. Seitdem suche er nach einem ehrlichen Haus von einigem Rang, um dort erneut seine Stellung auszuüben. Mit seiner Diskretion und Erfahrung hatte er sich das Wohlwollen von Marguerite, der Kammerfrau, erworben. Diese erklärte, ein neuer, so gut ausgebildeter Diener werde im Palast in Toulouse gewiss gern aufgenommen. Der Graf de Peyrac umgebe sich nämlich mit allzu unterschiedlichen Menschen aller Hautfarben, die aber ihren Dienst nicht anständig täten. Alle ließen sich bloß die Sonne auf den Bauch scheinen, und der faulste von allen sei der Verwalter, ein gewisser Alfonso, dessen Aufgabe es doch sei, sie zu beaufsichtigen.

Und so stellte Angélique Maître Clément an. Er schüchterte sie ein, obwohl sie nicht hätte sagen können, warum; aber sie war ihm dankbar dafür, dass er so sprach wie alle Leute, das heißt ohne diesen unerträglichen Akzent, der sie inzwischen zur Verzweiflung trieb. Schließlich würde dieser kalte, glatte und in seinem Respekt und seiner Aufmerksamkeit beinahe zu servile Mann, dieser Dienstbote, den sie gestern noch nicht einmal gekannt hatte, für sie in ihrem fernen Exil ihre Heimatprovinz verkörpern.

In Niort machten sie zwei Tage halt, um sich mit allem zu versorgen, was für eine lange Reise notwendig war. Erneut erlebte Angélique, wie eine Ladung Fässer mit ausgesuchten Weinen aus dem viel beschworenen, an den Kais der Sèvre-Niortaise angemieteten Lagerhaus geholt wurden. Man hievte sie auf einen Wagen, der von einem Gespann aus zwei kräftigen Pferden aus der Region gezogen wurde; dieser leicht gefleckten, hellgrauen Rasse, die man Poitevin-Pferde nannte und von deren Vorzügen ihr Molines einst vorgeschwärmt hatte.

Sie sah zu, wie sie in einem schweren, rhythmischen Trab die Straße nahmen, auf der sie am Vortag nach Niort gekommen war.

"Als kleiner Trost für Eure Familie", erinnerte sie der Marquis d'Andijos aufgekratzter denn je.

Als Angélique klar wurde, dass diese Fässer nach Monteloup zurückkehrten, wo die Gäste des Schlosses und die Nachbarn lachten, plauderten und auf ihre Gesundheit tranken, begriff sie, dass eine weitere Verbindung zu ihrer Familie für immer abgerissen war.

Hatte sie unter den Gestalten, die sich im letzten Moment eingestellt hatten, eigentlich ihren Vater umarmt? Diese schroffe

Trennung schmerzte sie umso mehr, da sie im Streit mit allen geschieden war. Nein, eigentlich war das Gegenteil der Fall. Durch eine unglaubliche Ungerechtigkeit waren alle böse auf sie: die Amme, auf deren finstere Warnungen sie bis zum Schluss nicht hatte hören wollen; der alte Lützen, der noch empörter war, als es ihr eigener Vater gewesen wäre, hätte der von diesem Skandal erfahren, der womöglich all seine Hoffnungen zunichtegemacht hätte! "Dass du aber auch nie auf andere hören kannst, Angélique!", hätte er gesagt.

Und Pulchérie und die Kinder? Hatte sie ihnen überhaupt einen Kuss gegeben?

Jetzt war sie allein.

Marguerite und die Zofen wichen ihr nicht von der Seite, waren ständig bei ihr und errieten ihren kleinsten Wunsch; und jeder bemühte sich, sie zu zerstreuen und sie über alles zu unterrichten. Aber sie hatte Monteloup verloren.

Der Marquis d'Andijos versuchte stets, ihre Gedanken zu durchschauen. Als er sie bedrückt am Ufer stehen sah, wo sie auf die flachen Boote aus den Sümpfen, die den Fluss hinaufgefahren waren und jetzt hier ankerten, schaute, sprach er sie an. Er meinte, vielleicht hätte es ihr Freude bereitet, auf dem Seewege gen Süden zu reisen, so wie es, erklärte er ihr, üblich sei, wenn man empfindliche Waren transportiere. Und Gott wisse, dass man sich mit allem nur möglichen Komfort umgeben müsse, wenn man sie, die Gräfin de Peyrac, ins ferne Land von Toulouse begleite!

Einer Rückreise über das Meer standen allerdings zwei Hindernisse entgegen.

Zum einen lag vor den Küsten des Poitou und von Bordeaux der Golf von Biskaya, der für seine Stürme bekannt war. Dann war da noch die Gefahr durch die barbarischen Piraten aus Algier oder von der marokkanischen Küste. Zwar reizte eine Ladung aus Branntwein, Wein oder Alkohol sie kaum, da deren Konsum diesen Menschen durch ihre Religion untersagt war; das galt allerdings nicht für den Raub einer jungen Frau, deren Ruf, eine Schönheit zu sein, ihr bereits mit dem Wind vorauszueilen begann.

Aus diesem Grund hatte der Graf de Peyrac dringend empfohlen, auf dem Landweg zurückzureisen, so unbefahrbar auch die Wege in einem Land sein mochten, in dem die Waffen seit Jahren nicht geschwiegen hatten, auch wenn jetzt nicht mehr gekämpft wurde. Doch die Unruhen durch die Fronde hatten sich gerade erst gelegt.

"Aber wir sind gut bewaffnet und wissen zu kämpfen", versicherte Andijos, der fürchtete, Angélique beunruhigt zu haben.

Diese geruhte zu lächeln, wenngleich sie seinen Versicherungen nicht allzu viel Glauben schenkte. Sie selbst hätte den anderen Reiseweg vorgezogen. Gern wäre sie "ihren" Fluss hinuntergefahren, durch "ihre" Sümpfe, hätte dann den Ozean entdeckt, den sie noch nie gesehen hatte, und wäre auf ein Schiff gestiegen, dessen Segel sich im Wind blähten. Dieses Bild trug einen Beiklang von Flucht mit sich.

Sie konnte sich des Gedankens nicht erwehren, dass etwas geschehen würde, das ihr erlauben würde, vor ihrer Bestimmung zu fliehen.

Doch der Tag kam, an dem sie wieder in die Kutsche steigen musste und die Kolonne sich in Bewegung setzte, nun verstärkt durch vier mit Lanzen bewaffnete Reiter, die man angeheuert hatte, um möglichen unangenehmen Begegnungen vorzubeugen. Nachdem sie Niort, die Hauptstadt der poitevinischen Sümpfe, und ihre düsteren, eisengrauen Festungstürme hinter sich gelassen hatten, fuhr Madame de Peyracs Reisegesellschaft nach Süden, der Sonne entgegen.

Wie sich herausstellte, waren die Straßen doch nicht so holprig und staubig wie prophezeit.

Die Pferde, die oft gewechselt wurden, legten eine ordentliche Geschwindigkeit an den Tag und schienen es zu genießen, eine Gesellschaft zu befördern, die sich schon von fern durch Hörnerklang ankündigte und unterwegs mit Grüßen und Beifallsbekundungen bedacht wurde. Wenn sie langsamer fuhren oder Halt machten, stimmten die Musiker, die oben auf einem der Wagen saßen, ein kleines Konzert an, und zwischen der Bevölkerung und den Reisenden des Konvois wurde angeregt geplaudert.

Für Angélique gab es kein Entkommen. All das geschah zu einem bestimmten Zweck. Dass sie im Galopp durch Marktflecken und Weiler fuhren, hatte das Ziel, sie zu einem Gatten zu bringen, der Joffrey de Peyrac hieß, hässlich war, hinkte und Zaubertränke herstellte!

Oft schlummerte sie ein, und dann sah sie wieder diesen goldenen Schlüssel. Er passte zu der Tür eines Raums, in dem die Leichen mehrerer Frauen lagen, die vor ihrem Tod durch die Magie des Familiendämons dem Wahnsinn verfallen waren. Wenn sie dann aufwachte, wurde ihr immer klarer, dass sie sich dem Schicksal verweigerte, zu dem man sie gezwungen hatte. Es würde nicht dazu kommen. Etwas würde geschehen.

Eines Tages machte der Konvoi am späten Vormittag an einem Kreuzweg halt, der ausnahmsweise verlassen war. Die Wagen bildeten einen Kreis, und alle Passagiere stiegen aus. Die Landschaft hatte sich verändert. Allenthalben sah man nur noch Reben und Weinstöcke.

"Ein Jammer", meinte jemand, "dass es die verkehrte Jahreszeit ist, um ein paar schöne, taufeuchte Trauben zu kosten."

"Nichts da!", rief Andijos. "Vergiss nicht, dass die Weinrebe in diesem Land heilig ist und jede gestohlene Traube mit einem abgeschnittenen Ohr geahndet wird."

In der Ferne waren die Türme und Kirchen einer Stadt zu erkennen. Bordeaux!

Ein Lakai brachte einen mit Gobelin bezogenen Klappsessel und stellte ihn unter einem großen Baum auf, der an dem in der Sonne gleißenden Kreuzweg einen wohltuenden Schatten spendete.

"Nehmt Platz, Madame."

Aber Angélique war der Sinn nicht danach, sich zu setzen. Sie versuchte, die Debatte zwischen Andijos und seinen Freunden zu verfolgen, die unter sich nur die Sprache des Südens gebrauchten.

"Wir müssen uns in die Stadt begeben, Madame", erklärte Andijos ihr. "Geduld! Möglich, dass unsere Beratungen mit den Honoratioren einige Stunden dauern."

Sie stellten eine Truppe von Reitern auf, die von zwei oder drei Bogenschützen flankiert wurde, und entfernten sich.

Angélique ging auf und ab. Sie war erleichtert über die Gelegenheit, sich die Beine vertreten, überlegen und auf andere Gedanken kommen zu können. Kurz hatte sie die Idee, auf ein Pferd zu springen und zu fliehen, doch sie verwarf sie. Die Reisegesellschaft bestand aus vielen Menschen, und alle, Diener, Kutscher und Soldaten, behandelten sie aufmerksam und ehrerbietig. Aber die meisten verfügten über Pferde und hätten nicht lange gebraucht, um sie einzuholen. Außerdem hatte sie das Gefühl, keiner von ihnen würde ihr Verhalten verstehen. Sie würden mit Entrüstung und Erschrecken reagieren und sie für verrückt halten. So durfte es sich nicht abspielen. Es musste einfach einen anderen Weg geben.

Sie schritt auf und ab und warf häufig einen Blick in Richtung Stadt.

Bordeaux! Erinnerungen stiegen in ihr auf.

In ihrem Ursulinenkloster empfing die Mutter Oberin im Laufe des Jahres häufig adlige Herren, größtenteils Verwandte von ihr. Sie brachten ihr Nachrichten von hochgestellten Persönlichkeiten und hielten sie auf dem Laufenden über alles, was außerhalb dieser Mauern geschah, hinter denen die Nonnen und ihre jungen Zöglinge fern vom Lärm der Welt und ihren Schlachten ein behütetes Leben führten.

Nach diesen Besuchen pflegte die Oberin die älteren Mädchen zu versammeln. Diese jungen Damen würden sich, falls Gott es ihnen vergönnte, mit den großen Persönlichkeiten Frankreichs vermählen; daher war sie der Meinung, dass sie über Ereignisse Bescheid wissen sollten, in die ihre zukünftigen Ehegatten verwickelt waren. Natürlich träumte man stets von einer Hochzeit, die ohne Hindernisse, finanziell abgesichert und - warum auch nicht? - in Anwesenheit des Königs geschlossen wurde. Doch je höher der Rang des Ehemannes, umso größer war die Gefahr, dass sich diese Ehe vor dem Hintergrund bewaffneter Auseinandersetzungen, aber auch politischer Intrigen oder unverzeihlichen Verrats abspielte. Zur Ehre der Oberin sei gesagt, dass sie die Unruhen der Fronde nicht billigte.

Ein König war der Gesalbte des Herrn. Und dies galt ganz besonders für Ludwig XIV., dieses gekrönte Kind, das von den Völkern seines Reichs so sehnlich erwartet worden war, dass man es "Dieudonne", also "Gottesgeschenk", getauft hatte.

Nach Ansicht der Mutter Oberin hatten alle, die ihm seinen Thron hatten streitig machen wollen, ob Prinzen, Parlamentarier - Mitglieder des obersten Gerichtshofs - oder Volk, die Hölle verdient.

Doch man musste der Tatsache ins Auge sehen, dass nach all diesen Kriegen und Massakern einige dieser adligen jungen Mädchen sich mit Männern vermählen würden, die ihre Lorbeeren im gegnerischen Lager gesammelt hatten, sodass ihr zukünftiges Leben von dieser Schande überschattet sein würde. Besser, man war vorgewarnt. Noch war nichts entschieden. So hatten die Schülerinnen des Ursulinenklosters von einer Reihe aufständischer Städte gehört, unter denen sich mehrmals auch Bordeaux befunden hatte. Bordeaux, das lange englisch gewesen war, verstand sich als souveränes Gemeinwesen. Schon oft hatte die Stadt sich der Macht widersetzt, und einige dieser Gelegenheiten lagen kaum ein Jahrzehnt zurück.

Der kleine, zwölfjährige König hatte unter den Festungsmauern von Bordeaux Tränen vergossen, denn dorthin hatten sich Condé und sein Bruder Conti geflüchtet, und von dort prasselte die Kanonade herab. "Eines Tages werden diese Schufte dafür bezahlen!", hatte er einem seiner "mesnins", der Freunde aus seiner Kindheit, erklärt, der ihn dabei überraschte, wie er seine Tränen trocknete.

Schließlich setzte Angélique sich doch in den Sessel und nahm ein Zitronengetränk an, das wunderbar kalt war. Doch ihre Blicke hingen an der Silhouette der Stadt, die jenseits der Hügel in dem sirrenden Licht verschwamm.

Nach Bordeaux hatte sich auch Anne-Geneviève de Longueville geflüchtet, die beide Condé-Briider liebten und die sie zum Aufstand gegen den König, die Königinmutter und Mazarin angestachelt hatte.

Angélique lächelte bei der angenehmen Erinnerung an den Besuch des Marquis du Plessis-Bellière und seine überschäumenden Erzählungen. Er hatte von der Muse der Fronde gesprochen, der Herzogin de Longueville, die sich vom Volk von Paris hatte bejubeln lassen, als sie ihr neugeborenes Kind auf der Vortreppe des Rathauses präsentierte. Sie hatte sich die Ratsherren der Hauptstadt zu seinen Paten erwählt, und daher trug es den Namen Charles-Paris. Als die Prinzessin später ebenfalls nach Bordeaux geflüchtet war, wo sie von Parlamentsmitgliedern, die sie bezaubert haben musste, umgeben war, hatte sie verlangt, dass man ihr den achten Teil der Gewinne aus dem Verkauf des Romans Polexandre schicken sollte, von dessen Erscheinen in Paris sie trotz der Wirren des Bürgerkriegs gehört hatte.

Es wäre nicht übel gewesen, einige Zeit als Gefangene bei den Bordelaisern zu bleiben.

Die Stunden vergingen, und ihr wurde das Warten lang. Die Sonne ging unter.

Eine Staubwolke kündigte die Rückkehr der Reiter an. Angélique stand auf, bereit, die Ratsherren der freien Stadt Bordeaux zu begrüßen.

Doch es waren nur Andijos und seine Gefährten. Sie stiegen ab und stießen einander fröhlich in die Rippen. "Wir haben es geschafft!" Kurz darauf tauchten zwei mit Planen abgedeckte Wagen auf, die Weinfässer und Fässchen eines berühmten Branntweins - Armagnac - brachten; ein Geschenk zur Hochzeit des Grafen de Peyrac.

Also wirklich, das konnten diese Leuten doch nicht ernst meinen!Angélique war bitter enttäuscht. Ihr wurde klar, dass sie während der Stunden des Wartens gehofft hatte, die Bordelaiser würden sie gefangen nehmen. Dann wäre alles in Ordnung gewesen ... Zumindest eine Zeit lang!

Kundenbewertungen zu "Hochzeit wider Willen / Angélique Bd.2" von "Anne Golon"

4 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.5 von 5 Sterne bei 4 Bewertungen **** ausgezeichnet)
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Bewertung von Blacky (blacky-book@live.de) am 15.12.2010 ***** ausgezeichnet
Beschreibung
Angélique wird mit dem Grafen Joffrey de Peynac vermählt. Ihr anfängliches Entsetzen über dessen von Narben entstelltes Gesicht weicht tiefer Liebe und Hochachtung. Doch es ist ihnen nur eine kurze Zeit des Glücks beschieden. Joffrey de Peynac hat einen verschlagenen Widersacher, der seine Macht zu Nutzen weiß ..

Ein mitreißender historischer Roman und eine wunderbare Liebesgeschichte.
Man gewinnt Einlicke in die Welt der Adligen und die Intrigen "bei Hofe".
Auch das Frauenbild war damals noch ein andres, was hier sehr scxhön nachzulesen ist.
Das Buch ist nicht nur sehr interressant, sondern auch spannend von Anfang bis Ende.


Die Reihenfolge der Angelique-Bücher:

* Angélique
(in der heutigen Neufassung sind das die Bände: Angelique- die junge Marquise und Angelique- Hochzeit wider Willen)
* Angélique und der König
(in der heutigen Neufassung heißt das Buch Angelique- Am Hofe des Königs)
* Unbezähmbare Angélique
(In der heutigen Neufassung heißt das Buch Angelique - Der Gefangene von Notre Dame)
* Angélique die Rebellin
* Angélique und ihre Liebe
* Angélique und Joffrey
* Angélique und die Versuchung
* Angélique die Dämonin
* Angélique und die Verschwörung
* Angélique die Siegerin
* Angélique und die Hoffnung
* Angélique triumphiert

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Bewertung von Blacky (blacky-book@live.de) am 18.02.2010 ***** sehr gut
Beschreibung
Angélique wird mit dem Grafen Joffrey de Peynac vermählt. Ihr anfängliches Entsetzen über dessen von Narben entstelltes Gesicht weicht tiefer Liebe und Hochachtung. Doch es ist ihnen nur eine kurze Zeit des Glücks beschieden. Joffrey de Peynac hat einen verschlagenen Widersacher, der seine Macht zu Nutzen weiß ..

Ein mitreißender historischer Roman und eine wunderbare Liebesgeschichte.
Man gewinnt Einlicke in die Welt der Adligen und die Intrigen "bei Hofe".
Auch das Frauenbild war damals noch ein andres, was hier sehr scxhön nachzulesen ist.
Das Buch ist nicht nur sehr interressant, sondern auch spannend von Anfang bis Ende.


Die Reihenfolge der Angelique-Bücher:

* Angélique
(in der heutigen Neufassung sind das die Bände: Angelique- die junge Marquise und Angelique- Hochzeit wider Willen)
* Angélique und der König
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* Unbezähmbare Angélique
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* Angélique die Rebellin
* Angélique und ihre Liebe
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Bewertung von Blacky (blacky-book@live.de) am 18.02.2010 ***** sehr gut
Beschreibung
Angélique wird mit dem Grafen Joffrey de Peynac vermählt. Ihr anfängliches Entsetzen über dessen von Narben entstelltes Gesicht weicht tiefer Liebe und Hochachtung. Doch es ist ihnen nur eine kurze Zeit des Glücks beschieden. Joffrey de Peynac hat einen verschlagenen Widersacher, der seine Macht zu Nutzen weiß ..

Ein mitreißender historischer Roman und eine wunderbare Liebesgeschichte.
Man gewinnt Einlicke in die Welt der Adligen und die Intrigen "bei Hofe".
Auch das Frauenbild war damals noch ein andres, was hier sehr scxhön nachzulesen ist.
Das Buch ist nicht nur sehr interressant, sondern auch spannend von Anfang bis Ende.


Die Reihenfolge der Angelique-Bücher:

* Angélique
(in der heutigen Neufassung sind das die Bände: Angelique- die junge Marquise und Angelique- Hochzeit wider Willen)
* Angélique und der König
(in der heutigen Neufassung heißt das Buch Angelique- Am Hofe des Königs)
* Unbezähmbare Angélique
(In der heutigen Neufassung heißt das Buch Angelique - Der Gefangene von Notre Dame)
* Angélique die Rebellin
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Bewertung von Darja Behnsch 'Schriftstellerin' aus Stadtbergen am 30.09.2008 ***** ausgezeichnet
Bin begeistert!

Ich habe Angélique schon vor Jahren gelesen und auch die Verfilmung gesehen. Schon die erste Fassung des Buches war für mich ein kleines Meisterwerk! Anne Golon hat das Leben der jungen Angélique farbenprächtig beschrieben und auch die Geldnöte des damaligen Adels sehr gut verdeutlicht. Aus diesem Grund musste ja Angélique auch wider Willen heiraten. Der damalige erste Teil ist diesmal in zwei Büchern zusammengefasst. Teil 1 und Teil 2 heute waren damals Teil 1. Am schönsten fand ich, wie die Liebe zu Joffrey de Peyrac so langsam entflammt ist. Angélique hatte ihn aufgrund seiner entstellten Narben verabscheut, aber hier beweist Golon, dass tiefe Liebe von innen kommt und den Menschen der Begierde plötzlich in einem schöneren Licht erscheinen lässt, denn anschließend fand sie ihn gar nicht mehr so hässlich. Und dann passiert etwas ganz Schlimmes mit Peyrac...
Ich für meinen Teil kann die Neuauflage dieser grandiosen Geschichte der Angélique nur empfehlen. Sie ist wirklich sehr gut gelungen!
Darja Behnsch
Autorin

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