Hitlers Theologie - Bucher, Rainer

Rainer Bucher 

Hitlers Theologie

Gebundenes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
17 ebmiles sammeln
EUR 16,80
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Hitlers Theologie

?Hitlers Theologie ist intellektuell krude, ihr Rassismus ist erbärmlich und ihr Gott ein numinoses Monster. Es gibt keine Gnade und keine Barmherzigkeit in ihr und daher auch keinen Frieden. Aber sie wurde, worauf tatsächlich alle Theologie zielt: praktisch. Das ist?, so Rainer Bucher, ?nicht der einzige, aber es ist der unabweisbare Grund, sich mit ihr zu beschäftigen.?
Gewiss: Adolf Hitler war kein Theologe. Aber, so die zentrale These: Vom Beginn seines öffentlichen Redens bis zu seinen letzten dokumentierten Äußerungen verkündigte Hitler sein Politikprojekt im Namen eines Gottes, konzipierte und legitimierte er es über theologische Begriffe. Diese spielten keine nur rhetorische, sondern eine zentrale und tragende Rolle.
Eine klarsichtige wie fulminante Untersuchung von Hitlers politischer Projektbeschreibung und ihrer theologischen Begründungsstrukturen.

Hitlers Theologie ist intellektuell krude, ihr Rassismus ist erbärmlich und ihr Gott ein numinoses Monster. Es gibt keine Gnade und keine Barmherzigkeit in ihr und daher auch keinen Frieden. Aber sie wurde, worauf tatsächlich alle Theologie zielt: praktisch. Das ist, so Rainer Bucher, nicht der einzige, aber es ist der unabweisbare Grund, sich mit ihr zu beschäftigen.Gewiss: Adolf Hitler war kein Theologe. Aber, so die zentrale These: Vom Beginn seines öffentlichen Redens bis zu seinen letzten dokumentierten Äußerungen verkündigte Hitler sein Politikprojekt im Namen eines Gottes, konzipierte und legitimierte er es über theologische Begriffe. Diese spielten keine nur rhetorische, sondern eine zentrale und tragende Rolle. Eine klarsichtige wie fulminante Untersuchung von Hitlers politischer Projektbeschreibung und ihrer theologischen Begründungsstrukturen.


Produktinformation

  • Verlag: Echter
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 220 S.
  • Seitenzahl: 228
  • Deutsch
  • Abmessung: 233mm x 149mm x 25mm
  • Gewicht: 437g
  • ISBN-13: 9783429029852
  • ISBN-10: 3429029856
  • Best.Nr.: 23335507
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 26.06.2008

Rachen der Hölle
Wille der Vorsehung: Eine Studie über Hitlers Theologie
Rainer Bucher, der Leiter des Instituts für Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Graz, hat ein anregungsreiches und wichtiges Buch über Hitlers Theologie geschrieben. Allerdings versteht der Autor darunter kein systematisches Lehrgebäude, sondern die „Rede von Gott mit individueller Relevanzoption, mit persönlichem Konsequenzpotential”. Die Quintessenz seiner Analyse lässt sich schnell zusammenfassen: Hitler, der bis zu seinem Tod katholische Kirchensteuer bezahlte, glaubte demnach an einen allmächtigen Schöpfergott und Weltenlenker. Gott habe das deutsche Volk zur Herrschaft bestimmt, doch hätten ihm feindliche Mächte den angestammten Platz geraubt. Er, Hitler, sei von der göttlichen Vorsehung zum Führer der Deutschen bestimmt und habe dieses Ziel nach langem Kampf 1933 erreicht. Er habe sich vorgenommen, das deutsche Volk von fremdem Blut zu reinigen und ihm den ihm zustehenden Lebensraum zu erkämpfen. Der Zweite Weltkrieg und der Holocaust seien, so Bucher, hier bereits vorgezeichnet.
Bucher ergänzt, dass …

Weiter lesen

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Eine ebenso bedeutende wie anregende Studie erblickt Frank-Rutger Hausmann in Reiner Buchers Arbeit über Hitlers Theologie. Zwar scheint es ihm fraglich, ob man dessen unausgegorenen Gedankenmix in Sachen Gott wirklich eine "Theologie" nennen kann. Aufschlussreich findet er die Analyse der Hitler'schen Rede über Gott aber allemal. Der Autor führt für ihn klar vor Augen, dass Hitler an einen Schöpfergott glaubte, der das deutsche Volk zur Weltherrschaft und ihn zum Führer bestimmt habe. Er hebt die Einschätzung hervor, Hitler habe die christlichen Kirchen nicht eigentlich bekämpft, "solange sie sich nicht gegen den Nationalsozialismus stellten". Im Christentum wie im heidnischen Germanenkult habe Hitler Mythen für das einfache Volk gesehen. Hausmann sieht bei den Gottesbeschwörungen des Führers aber auch "ein hohes Maß an taktischem Kalkül" am Werk.

© Perlentaucher Medien GmbH
Rainer Bucher, Dr. theol., geb. 1956, Professor und Leiter des Instituts für Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz.

Blick ins Buch "Hitlers Theologie"


Leseprobe zu "Hitlers Theologie" von Rainer Bucher

„Hitlers Theologie": Um was es dabei geht und um was nicht (S. 17)

1. Hitlers Projekt

Der Nationalsozialismus war etwas wirklich Neues: ein für viele faszinierendes Amalgam von technischer Modernisierung, nationalem Gemeinschafts- und sozialem Gleichheitsversprechen, voller ästhetischer Faszinationsangebote und individueller Heroismusanmutung.

In ihm schien wieder verbunden, was spätestens in der forcierten Modernisierung der Weimarer Republik, wie viele meinten, auseinandergedriftet war: Individualität und Kollektiv,Modernität und Traditionsanschluss, Freiheit – etwa gegenüber dem altbackenen Christentum – und Gebundenheit ans große Alte.

Vor allem aber versprach der Nationalsozialismus die identitätsstiftende Idylle einer „Volksgemeinschaft" auf kulturell vertrauter, einheitlicher Basis. Dass solch ein Projekt in einer differenzierten Gesellschaft nur mit massiven Gewalt- und Ausschlussmechanismen funktioniert, war von Anfang an klar und wurde vom Regime auch nie versteckt.

Die offene Gewaltbereitschaft all jenen gegenüber, die nicht mitmachen wollten, war spätestens seit dem Reichstagsbrand Ende Februar 1933 und den ihm folgenden Verhaftungswellen offenkundig.

Die Ermordung inner- und außerparteilicher Machtkonkurrenten Ende Juni/ Anfang Juli 1934, vom katholischen Staatsrechtler Carl Schmitt kurz darauf mit aller juristischer Finesse („Der Führer schützt das Recht") legitimiert, und die früh einsetzende Diskriminierung der jüdischen Deutschen zeigten sehr schnell: Wer nach Hitlers Meinung nicht zur „Volksgemeinschaft" gehörte oder nicht dazugehören wollte, der wurde zuerst hinaus- und bald schon in die Vernichtung geschickt.

Freilich: Lange wollten sehr viele in Deutschland, und nicht nur dort, dazugehören. Der deutsche Nationalsozialismus war in seinem Erfolg zuerst Adolf Hitlers Projekt.

Er hat es mit Macht und Geschick durchgesetzt und bis zu seinem Tod nicht aufgegeben. Programmatisch gesehen gilt sicher: Das „Phänomen existierte, bevor jemand von Hitler gehört hatte, und hätte auch weiterhin existiert, wenn er ein ‚Niemand aus Wien‘ geblieben wäre".

Aber Erfolg hatte es nur mit und durch Hitler. Das lag an der rücksichtslosen Raffinesse, mit der Hitler die Macht errang, aber auch an der spezifischen Färbung, die er der „völkischen Bewegung" im Nationalsozialismus gab.

Das bedeutet freilich weder, dass alles, was im teilweise polykratisch strukturierten und zunehmend chaotisch regierten „Dritten Reich" tatsächlich passierte, unmittelbar auf Hitler zurückzuführen wäre, noch umgekehrt, dass alles, was Hitlers Projekt vorsah, auch tatsächlich verwirklicht wurde.

Ein großer Spielraum substantieller Abweichung dürfte freilich nicht existiert haben. „Sobald er Staatschef war, diente Hitlers persönliche ‚Weltanschauung‘ … als Handlungsanweisung für die Entscheidungsträger überall im Dritten Reich."

Hitler selbst gaben, wie Ian Kershaw schreibt, die „Unflexibilität und quasi-messianische Verpflichtung auf eine ‚Idee‘, ein Bündel von Glaubenssätzen, die unveränderlich, einfach, in sich geschlossen und umfassend waren", die „Wil- lensstärke und das Wissen um das eigene Schicksal, das alle Menschen, die mit ihm in Kontakt kamen, so stark beeindruckte."

Hitler hat nie verborgen, was er wollte. Im Gegenteil: Wirklich außergewöhnlich war er, außer in der Skrupellosigkeit, nur als Redner. Hitler hat immer wieder öffentlich gesagt, was er plante und dachte. Zu Hitlers Projekt gibt es viele Projektbeschreibungen: Um sie geht es, speziell um ihre theologischen Anteile und deren Stellung in diesem Projekt.

3 Marktplatz-Angebote für "Hitlers Theologie" ab EUR 9,95

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
wie neu 9,95 2,20 Banküberweisung JeanPierre 100,0% ansehen
wie neu 10,80 1,40 Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) müritz-antiquar iat 100,0% ansehen
wie neu 16,35 1,95 PayPal, Kreditkarte, Lastschrift, offene Rechnung, Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung Bides GbR 99,7% ansehen
Mehr von