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Hitlers Theologie
Produktinformation
- Verlag: Echter
- 2008
- Ausstattung/Bilder: 2008. 220 S.
- Seitenzahl: 228
- Deutsch
- Abmessung: 233mm x 149mm x 25mm
- Gewicht: 437g
- ISBN-13: 9783429029852
- ISBN-10: 3429029856
- Best.Nr.: 23335507
Leseprobe
Produktbeschreibung zu "Hitlers Theologie"
Kurzbeschreibung
?Hitlers Theologie ist intellektuell krude, ihr Rassismus ist
erbärmlich und ihr Gott ein numinoses Monster. Es gibt keine Gnade
und keine Barmherzigkeit in ihr und daher auch keinen Frieden. Aber
sie wurde, worauf tatsächlich alle Theologie zielt: praktisch. Das
ist?, so Rainer Bucher, ?nicht der einzige, aber es ist der
unabweisbare Grund, sich mit ihr zu beschäftigen.?
Gewiss: Adolf Hitler war kein Theologe. Aber, so die zentrale
These: Vom Beginn seines öffentlichen Redens bis zu seinen letzten
dokumentierten Äußerungen verkündigte Hitler sein Politikprojekt im
Namen eines Gottes, konzipierte und legitimierte er es über
theologische Begriffe. Diese spielten keine nur rhetorische,
sondern eine zentrale und tragende Rolle.
Eine klarsichtige wie fulminante Untersuchung von Hitlers
politischer Projektbeschreibung und ihrer theologischen
Begründungsstrukturen.
Beschreibung
Leseprobe zu "Hitlers Theologie" von Rainer Bucher
„Hitlers Theologie": Um was es dabei geht und um was
nicht (S. 17)
1. Hitlers Projekt
Der Nationalsozialismus war etwas wirklich Neues: ein für viele
faszinierendes Amalgam von technischer Modernisierung, nationalem
Gemeinschafts- und sozialem Gleichheitsversprechen, voller
ästhetischer Faszinationsangebote und individueller
Heroismusanmutung.
In ihm schien wieder verbunden, was spätestens in der forcierten
Modernisierung der Weimarer Republik, wie viele meinten,
auseinandergedriftet war: Individualität und Kollektiv,Modernität
und Traditionsanschluss, Freiheit – etwa gegenüber dem altbackenen
Christentum – und Gebundenheit ans große Alte.
Vor allem aber versprach der Nationalsozialismus die
identitätsstiftende Idylle einer „Volksgemeinschaft" auf
kulturell vertrauter, einheitlicher Basis. Dass solch ein Projekt
in einer differenzierten Gesellschaft nur mit massiven Gewalt- und
Ausschlussmechanismen funktioniert, war von Anfang an klar und
wurde vom Regime auch nie versteckt.
Die offene Gewaltbereitschaft all jenen gegenüber, die nicht
mitmachen wollten, war spätestens seit dem …
Detailinfo
26.06.2008
Rachen der Hölle
Wille der Vorsehung: Eine Studie über Hitlers Theologie
Rainer Bucher, der Leiter des Instituts für Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Graz, hat ein anregungsreiches und wichtiges Buch über Hitlers Theologie geschrieben. Allerdings versteht der Autor darunter kein systematisches Lehrgebäude, sondern die „Rede von Gott mit individueller Relevanzoption, mit persönlichem Konsequenzpotential”. Die Quintessenz seiner Analyse lässt sich schnell zusammenfassen: Hitler, der bis zu seinem Tod katholische Kirchensteuer bezahlte, glaubte demnach an einen allmächtigen Schöpfergott und Weltenlenker. Gott habe das deutsche Volk zur Herrschaft bestimmt, doch hätten ihm feindliche Mächte den angestammten Platz geraubt. Er, Hitler, sei von der göttlichen Vorsehung zum Führer der Deutschen bestimmt und habe dieses Ziel nach langem Kampf 1933 erreicht. Er habe sich vorgenommen, das deutsche Volk von fremdem Blut zu reinigen und ihm den ihm zustehenden Lebensraum zu erkämpfen. Der Zweite Weltkrieg und der Holocaust seien, so Bucher, hier bereits vorgezeichnet.
Bucher …
26.06.2008
Eine ebenso bedeutende wie anregende Studie erblickt Frank-Rutger
Hausmann in Reiner Buchers Arbeit über Hitlers Theologie. Zwar
scheint es ihm fraglich, ob man dessen unausgegorenen Gedankenmix
in Sachen Gott wirklich eine "Theologie" nennen kann.
Aufschlussreich findet er die Analyse der Hitler'schen Rede
über Gott aber allemal. Der Autor führt für ihn klar vor Augen,
dass Hitler an einen Schöpfergott glaubte, der das deutsche Volk
zur Weltherrschaft und ihn zum Führer bestimmt habe. Er hebt die
Einschätzung hervor, Hitler habe die christlichen Kirchen nicht
eigentlich bekämpft, "solange sie sich nicht gegen den
Nationalsozialismus stellten". Im Christentum wie im
heidnischen Germanenkult habe Hitler Mythen für das einfache Volk
gesehen. Hausmann sieht bei den Gottesbeschwörungen des Führers
aber auch "ein hohes Maß an taktischem Kalkül" am
Werk.
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt zu "Rainer Bucher"
Rainer Bucher, Dr. theol., geb. 1956, Professor und Leiter des Instituts für Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz.
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